Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Bodenschatz

Statistik ; Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten, 39,2, Steinkohle (1), Nutzholz (2), Braunkohle (4) ; Saudi-Arabien Saudi-Arabien, 30,0, Erdöl (2), Erdgas (5).

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und wirtschaftlicher Wert
  2. 2. Suche und Erschließung
  3. 3. Rechtslage in Deutschland
  4. 4. Bedeutung für die Volkswirtschaft
  5. 5. Weltweite Verteilung

Begriff und wirtschaftlicher Wert

Bodenschätze sind nach der Legaldefinition des § 3 Bundesberggesetz (BBergG) – mit Ausnahme von Wasser – alle festen, flüssigen oder gasförmigen mineralischen Rohstoffe, die in natürlichen Ablagerungen oder Ansammlungen, den sogenannten Lagerstätten, vorkommen und einen wirtschaftlichen Wert besitzen. Solche Lagerstätten können sich in oder auf der Erde, auf dem Meeresgrund, im Meeresuntergrund oder im Meerwasser befinden.

Zu den festen Bodenschätzen gehören insbesondere Metalle und Mineralien. Erdöl ist ein wichtiger flüssiger, Erdgas ein wichtiger gasförmiger Bodenschatz. Ein wirtschaftlicher Wert liegt vor, wenn die Kosten für Abbau, Extraktion und Gewinnung unter dem Marktwert des Rohstoffs liegen. Umgangssprachlich bezeichnet man häufig nur besonders wertvolle Stoffe wie Gold, Silber, Platinmetalle oder Edelsteine wie Diamanten als Bodenschätze. Die Lagerstättenkunde berücksichtigt dagegen alle wirtschaftlich nutzbaren Stoffe.

Suche und Erschließung

Die Prospektion dient dazu, bisher unbekannte Lagerstätten aufzuspüren und zu erkunden. Daran schließt sich die Exploration an, durch die Lagerstätten genauer untersucht und für einen möglichen künftigen Bergbau erschlossen werden.

Besonders in Entwicklungsländern legen Berggesetze häufig fest, dass noch nicht gewonnene Bodenschätze dem Staat gehören. Der Staat kann gebührenpflichtige Konzessionen für Exploration und Förderung vergeben. Oft ist außerdem eine staatliche Kapitalbeteiligung an den Förderunternehmen vorgesehen.

Rechtslage in Deutschland

Das BBergG regelt das Aufsuchen, Gewinnen und Aufbereiten von Bodenschätzen sowie die damit verbundenen Rechte und Pflichten. Es unterscheidet zwischen grundeigenen und bergfreien Bodenschätzen.

Grundeigene Bodenschätze gehören zum jeweiligen Grundstück und stehen im Eigentum des Grundeigentümers. Dazu zählen unter anderem Dachschiefer, Feldspat, Basaltlava, Ton, Quarz und Quarzit. Die Liste dieser Stoffe im BBergG ist abschließend. Andere oberirdisch gewonnene Rohstoffe wie Kiese und Sande fallen deshalb nicht unter das Bergrecht, sondern unter das Bau- und Umweltrecht im weitesten Sinne; insbesondere gelten die Abgrabungsgesetze der Länder.

Alle untertägig gewonnenen Bodenschätze unterliegen dem Bergrecht. Erze, gediegene Metalle, fossile Brennstoffe und Erdwärme sind bergfreie Bodenschätze. Das bedeutet, dass das Eigentum am Grundstück sie nicht umfasst. Für das Aufsuchen bergfreier Bodenschätze ist eine Erlaubnis nach dem BBergG erforderlich. Ihre Gewinnung setzt eine Bewilligung oder Bergwerkseigentum voraus.

Bedeutung für die Volkswirtschaft

Boden ist ein volkswirtschaftlicher Produktionsfaktor. Er wird einerseits durch Land- und Forstwirtschaft, andererseits durch Bergbau und Fischerei genutzt. Der Verkauf der gewonnenen Grundstoffe und Naturprodukte erzeugt einen Bodenertrag, der als Faktoreinkommen des Produktionsfaktors Boden gilt. Diese Tätigkeiten gehören zur Urproduktion. Der Bergbau gewinnt im Tagebau oder Untertagebau die aus dem Boden stammenden Rohstoffe.

Die Physiokratie von François Quesnay bezeichnete diejenigen Berufsgruppen als „produktive Klasse“ (französisch classe poroductive), die Rohstoffe gewinnen oder Nahrungsmittel herstellen und natürliche Bodenschätze dadurch zu Mehrwert entwickeln.

Bodenschätze stammen aus mengenmäßig begrenzten Vorkommen und sind daher nichterneuerbare Rohstoffe. Bei relativ kleinen Vorkommen, etwa von Gold, Platin oder seltenen Erden, entsteht auf den Rohstoffmärkten eine natürliche Angebotsknappheit. Diese kann zu einer Marktenge und tendenziell steigenden Preisen der betreffenden Commodities, also gehandelten Rohstoffe, führen.

Weltweite Verteilung

Nach der angegebenen Rangliste besitzt Russland mit 65,4 Billionen Euro den höchsten Marktwert aller Bodenschätze. Genannt werden Erdgas und seltene Erden auf Weltrang 1, Braunkohle und Eisenerz auf Rang 2, Gold auf Rang 3, Steinkohle auf Rang 4 und Erdöl auf Rang 6. Es folgen die Vereinigten Staaten mit 39,2 Billionen Euro, besonders mit Steinkohle auf Rang 1, Nutzholz auf Rang 2 und Braunkohle auf Rang 4.

Weitere angegebene Marktwerte sind: Saudi-Arabien 30,0 Billionen Euro, Kanada 29,0, Iran 23,8, die Volksrepublik China 20,1, Brasilien 19,0, Australien 17,4, Irak 13,9 und Venezuela 12,5 Billionen Euro. Als wichtige Spitzenpositionen nennt die Tabelle unter anderem Erdöl in Venezuela, Nutzholz in Kanada, Uran in Australien sowie Gold in China jeweils auf Weltrang 1. Für Chinas seltene Erden ist der Weltrang mit einem Fragezeichen angegeben. Sowohl Russland als auch Iran werden beim Erdgas mit Rang 1 aufgeführt.

Bodenschätze befinden sich meist nicht in den Staaten, in denen die Rohstoffe benötigt werden. Tendenziell gelten Entwicklungs- und Schwellenländer als bodenschatzreich, Industriestaaten dagegen als bodenschatzarm. Bodenschatzreiche Staaten weisen häufig ein politisches Risiko auf. In der internationalen Arbeitsteilung findet die Gewinnung deshalb oft in Entwicklungs- und Schwellenländern statt, während die Weiterverarbeitung in Industriestaaten erfolgt.

Weiterlesen

Arktis Die Arktis, auch Nordpolargebiet und Nordpolgebiet, bezeichnet die Region um den Nordpol und damit eines der beiden Polargebiete. Zur Arktis zählen die … Wasser Wasser (lateinisch Aqua; altgriechisch hydor) ist die chemische Verbindung H 2O, bestehend aus den Elementen Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H). Rohstoff Energierohstoffe dienen der Erzeugung von Energie. Zu ihnen gehören fossile Rohstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas, Luft, Wasser und Sonne als Grundlagen … Lagerstätte sowie Auftausalz. Energierohstoffe. Kohlenwasserstoffe wie Erdöl und Erdgas zur Gewinnung fossiler Energie. Mit diesen sind oft kerogenhaltige … Erdoberfläche Gesamtfläche der Erde, 510.000.000 km², 100 % ; Wasserfläche, 360.570.000 km², 70,7 % ; Landfläche, 149.430.000 km², 29,3 % … Wert (Wirtschaft) Der Wert (auch: ökonomischer Wert, englisch value) ist in der Wirtschaftswissenschaft die sich aus Preisen ergebende, quantitativ messbare Bedeutung von … Aggregatzustand Ein Aggregatzustand ist die Art der Verbindung und Verschiebbarkeit der kleinsten Teile, aus denen Materie zusammengesetzt ist. Festkörper Die Festkörperphysik befasst sich mit der Physik von Materie im festen Aggregatzustand, als Spezialfall der kondensierten Materie, die Flüssigkeiten einschließt … Gas Neben fest und flüssig ist gasförmig einer der drei klassischen Aggregatzustände. Eine Substanz ist dann ein Gas, wenn sich ihre Teilchen in großem Abstand … Mechanik Unter Mechanik wird meist verstanden: in der Physik die klassische Mechanik, die als Spezialfall sowohl in der Relativitätstheorie Rheologie Phänomenologische Rheologie (Makrorheologie): Dieser Zweig beschreibt das Deformations- und Fließverhalten von Stoffen ohne Berücksichtigung der Stoffstruktur. Erdöl Er ist nicht nur der wichtigste fossile Energieträger, sondern der bedeutendste Energierohstoff überhaupt. ... Alternative zu Pflanzenölen und Tierfetten wuchs.