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Bildschirmzeit
Bildschirmzeit (englisch: „screen time“) ist die Dauer, die eine Person vor Bildschirmen verbringt, einschließlich Smartphones, Tablets, Computern, …
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Bedeutung und Verbreitung
Bildschirmzeit bezeichnet die Dauer, die eine Person vor Bildschirmen verbringt. Dazu gehören Smartphones, Tablets, Computer, Fernseher und Spielkonsolen. Sie umfasst sowohl das Konsumieren als auch das Bedienen digitaler Inhalte. Der Begriff wird unter anderem in Medienwissenschaften, Pädagogik, Public-Health-Forschung sowie Entwicklungs- und Gesundheitsmedizin verwendet.
Besonders Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Tages mit digitalen Medien. In einer Datenerhebung gaben Jugendliche an, allein am Smartphone durchschnittlich fast vier Stunden täglich aktiv zu sein; andere Geräte waren dabei noch nicht eingerechnet.
Erfassung und Formen der Nutzung
Bildschirmzeit kann durch Selbstauskünfte, Beobachtungen oder technische Funktionen auf Endgeräten erfasst werden. Bildschirmzeit-Tracker können die Nutzung objektiv aufzeichnen; Umfragen und Protokolle erfassen sie über Angaben der Nutzenden. Neuere Ansätze verwenden zunehmend sensorbasierte Methoden, um das Verhalten im Alltag besser zu messen.
Die Auswirkungen hängen nicht nur von der Dauer ab, sondern auch von Inhalt und Kontext. Passive Nutzung, etwa Fernsehen oder das Scrollen in sozialen Medien, kann andere Effekte haben als aktive Nutzung zum Lernen mit digitalen Medien.
Gesundheit, Schlaf und Pandemie
Exzessive Bildschirmzeit steht mit körperlichen Beschwerden in Zusammenhang. Weniger körperliche Aktivität kann das Risiko für Übergewicht erheblich erhöhen, besonders wenn Medien während der Mahlzeiten genutzt werden. Langes Nahsehen und weniger Zeit im Freien können zudem die Wahrscheinlichkeit für Kurzsichtigkeit erhöhen und die Augen stärker belasten.
Systematische Übersichten zeigen einen Zusammenhang zwischen höherem Bildschirmkonsum und schlechterem psychischem Wohlbefinden bei Jugendlichen, besonders bei intensiver Nutzung sozialer Medien. Dieser Befund bezieht sich jedoch auf soziale Medien und nicht auf Bildschirmzeit an sich.
Während der Covid-19-Pandemie und der Lockdowns stieg die durchschnittliche Bildschirmzeit von etwa acht auf circa zehn Stunden täglich. Eine Metaanalyse berichtete bei intensiver Mediennutzung von Jugendlichen eine geringere mentale Gesundheit. Gleichzeitig spielte die durch die Pandemie beschleunigte Digitalisierung eine Rolle; Kommunikation mit Freunden und Verwandten lief häufig über Messenger wie WhatsApp. Die Nutzung digitaler Medien war 2021 gegenüber dem Vorjahr dennoch rückläufig, und Jugendliche gingen weiterhin Hobbys wie Treffen mit Freunden oder Sport nach.
Mehr Bildschirmzeit, insbesondere am Abend, kann Schlafqualität und Schlafdauer beeinträchtigen, beispielsweise durch eine Störung der natürlichen Melatonin-Ausschüttung.
Empfehlungen und bewusster Umgang
In vielen Ländern gibt es gesundheitliche Empfehlungen zur Bildschirmzeit. Eine deutsche nationale Leitlinie empfiehlt, die Nutzung bei Kleinkindern stark zu begrenzen und für ältere Kinder altersabhängige Obergrenzen festzulegen. Für Drei- bis Sechsjährige nennt sie beispielsweise höchstens 30 Minuten täglich unter elterlicher Beobachtung.
Internationale Berichte betonen, dass neben der Dauer die Qualität der Nutzung wichtig ist. Sie empfehlen bildschirmfreie Zeiten während der Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen sowie gemeinsame Nutzung, um Medienkompetenz zu fördern.
Bildschirmzeit in Bildung und Gesellschaft
Im Bildungs- und Berufsleben gehört Bildschirmzeit zum Alltag, etwa durch digitalen Unterricht, Studium und Homeoffice. Ein bewusster Umgang mit digitalen Technologien soll ihre Vorteile nutzbar machen und gesundheitliche Risiken verringern.
In Familien, Gesundheitspolitik und Öffentlichkeit wird über angemessene Grenzwerte, die Rolle von Eltern und Schulen, die digitale Gestaltung von Freizeit und Lernen sowie die Verantwortung von Technologieanbietern diskutiert.