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Bernd Schönemann

Ab 2004 war Schönemann Professor für Didaktik der Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Geschichtskultur an der Westfälischen Wilhelms-Universität …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und wissenschaftlicher Schwerpunkt
  2. 2. Ausbildung und akademischer Werdegang
  3. 3. Leitungsaufgaben und Fachorganisationen
  4. 4. Wichtige Veröffentlichungen

Person und wissenschaftlicher Schwerpunkt

Bernd Schönemann (* 17. Juli 1954 in Cuxhaven) ist ein deutscher Historiker und Geschichtsdidaktiker. Seine Arbeit verbindet historische Forschung mit der Frage, wie Geschichte in Schulen vermittelt, in Lehrplänen und Schulbüchern dargestellt und in Prüfungen bewertet wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Geschichtskultur, also der gesellschaftliche Umgang mit Geschichte außerhalb und innerhalb des Unterrichts.

Ausbildung und akademischer Werdegang

Schönemann studierte Geschichte und Germanistik an der Georg-August-Universität Göttingen und absolvierte 1978 die Prüfung für das Lehramt an Gymnasien. 1980 und 1981 arbeitete er am Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig im Projekt „Geschichtsunterricht zwischen Wissenschaft und politischen Legitimationsbedürfnissen“. Nach dem Studienreferendariat in Schleswig-Holstein von 1982 bis 1983 wurde er 1983 mit der Dissertation „Das braunschweigische Gymnasium in Staat und Gesellschaft“ promoviert. Im selben Jahr legte er die zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien ab.

1984 war er erneut wissenschaftlicher Mitarbeiter am Georg-Eckert-Institut. Außerdem arbeitete er bis 1990 als Hochschulassistent und bis 1993 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Didaktik der Geschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Im Wintersemester 1992/93 übernahm er einen Lehrauftrag an der Universität Leipzig; 1993 wurde er dort Universitätsprofessor für Fachdidaktik Geschichte. Von 2000 bis 2004 lehrte er als Professor für Neuere und Neueste Geschichte und Didaktik der Geschichte an der Universität Dortmund. Ab 2004 war er Professor für Didaktik der Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Geschichtskultur an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Im März 2020 trat er in den Ruhestand.

Leitungsaufgaben und Fachorganisationen

Schönemann übernahm zahlreiche Leitungsaufgaben in historischen und geschichtsdidaktischen Einrichtungen. 1997/1998 war er Geschäftsführender Direktor des Historischen Seminars der Universität Leipzig. Von 1999 bis 2007 stand er der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) als Vorsitzender vor, nachdem er bereits von 1995 bis 1999 deren Schatzmeister gewesen war. An der Universität Dortmund leitete er 2001/2002 und 2003/2004 als Geschäftsführender Direktor das Historische Institut. Dieselbe Funktion hatte er 2005/2006 und 2007/2008 am Institut für Didaktik der Geschichte der Universität Münster.

2004/2005 war er stellvertretender Sprecher einer Gutachtergruppe, die für die Evaluationsagentur Baden-Württemberg die Qualität des Faches Geschichte in Lehre und Studium untersuchte. In der Periode 2008/2009 leitete er die Fachkommission Geschichte der Unabhängigen Kommission zur Qualitätssicherung von zentralen Prüfungen in Nordrhein-Westfalen.

Seit 1988 arbeitete Schönemann in der Deutsch-polnischen Schulbuchkommission mit. 1989 gehörte er der Zentraljury des Schülerwettbewerbs Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten an. Von 1998 bis 2006 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses des Georg-Eckert-Instituts und von 2002 bis 2008 Mitglied des Ausschusses des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD).

Wichtige Veröffentlichungen

Schönemanns Schriften behandeln vor allem Schulgeschichte, Geschichtsunterricht, Schulbücher, Lehrpläne, historische Kompetenzen und Geschichtskultur. Seine Dissertation erschien 1983 als Monografie unter dem Titel „Das braunschweigische Gymnasium in Staat und Gesellschaft. Ein Beitrag zur Schulgeschichte des 19. Jahrhunderts“.

Gemeinsam mit Karl-Ernst Jeismann untersuchte er 1989 in „Geschichte amtlich. Lehrpläne und Richtlinien der Bundesländer. Analyse, Vergleich, Kritik“ die staatlichen Vorgaben für den Geschichtsunterricht. Mit Michael G. Müller veröffentlichte er 1995 Unterrichtsmaterialien zur „Polen-Debatte“ in der Frankfurter Paulskirche. Eine weitere Studie von 2000 befasst sich mit der Rezeption des Dreißigjährigen Krieges in Literatur und Schule vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus.

Für die schulische Praxis besonders wichtig sind zwei 2010 erschienene Gemeinschaftsarbeiten: „Was können Abiturienten?“ untersucht Kompetenzen und Standards im Fach Geschichte, während „Schulbucharbeit. Das Geschichtslehrbuch in der Unterrichtspraxis“ den Einsatz von Geschichtslehrbüchern behandelt.

Als Mitherausgeber wirkte Schönemann unter anderem an Bänden über Geschichtsbewusstsein und Methoden historischen Lernens, Geschichtskultur, neue geschichtsdidaktische Positionen, Methoden geschichtsdidaktischer Forschung sowie das Verhältnis von Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik mit. 2006 gab er zusammen mit Ulrich Mayer, Hans-Jürgen Pandel und Gerhard Schneider das „Wörterbuch Geschichtsdidaktik“ heraus.

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