Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Holger Thünemann

Holger Thünemann (* 1975 in Krefeld) ist ein deutscher Historiker und Geschichtsdidaktiker. Er lehrt an der Universität Münster.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Profil und Arbeitsgebiete
  2. 2. Studium und akademischer Werdegang
  3. 3. Monografien und zentrale Themen
  4. 4. Herausgeberschaften und Aufsätze

Profil und Arbeitsgebiete

Holger Thünemann (* 1975 in Krefeld) ist ein deutscher Historiker und Geschichtsdidaktiker. Er lehrt an der Universität Münster. In seiner wissenschaftlichen Arbeit befasst er sich unter anderem mit Geschichtsunterricht, historischem Lernen, Geschichtskultur, Schulgeschichtsbüchern, Kompetenzen und Standards, Public History, Gedenkstätten, Museen sowie historischen Werturteilen und Jubiläen.

Studium und akademischer Werdegang

Von 1995 bis 2001 studierte Thünemann in Münster und Bologna Geschichte, Latein und Erziehungswissenschaften. Er legte das Erste Staatsexamen in Geschichte und Latein ab und erwarb einen Magisterabschluss in Neuerer und Neuester Geschichte, Latein und Erziehungswissenschaften. Von 2002 bis 2005 war er Promotionsstipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. 2005 wurde er an der Universität Münster bei Wolfgang Jacobmeyer promoviert.

Von 2005 bis 2007 absolvierte Thünemann am Wilhelm-Hittorf-Gymnasium das Referendariat und die Zweite Staatsprüfung in Geschichte und Latein. Anschließend unterrichtete er von 2007 bis 2010 am Gymnasium Paulinum, zunächst hauptberuflich als Studienrat. Von 2008 bis 2012 war er Studienrat im Hochschuldienst am Institut für Didaktik der Geschichte der Universität Münster.

2010 vertrat er an der PH Freiburg eine W3-Professur für Geschichte und ihre Didaktik; 2012 wurde er auf diese Professur berufen und hatte sie bis 2013 inne. Von 2013 bis 2021 war er Professor für Didaktik der Geschichte an der Universität zu Köln. Seit 2021 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Geschichtskultur an der Universität Münster. Rufe an die Universitäten Paderborn (2013), Bozen (2018) und Wuppertal (2019) lehnte er ab.

Thünemann ist unter anderem Mitglied im Präsidium der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission und Mitherausgeber der von Jörn Rüsen begründeten Beiträge zur Geschichtskultur.

Monografien und zentrale Themen

Zu Thünemanns Monografien gehören Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Dechiffrierung einer Kontroverse (Münster 2003) und Holocaust-Rezeption und Geschichtskultur. Zentrale Holocaust-Denkmäler in der Kontroverse. Ein deutsch-österreichischer Vergleich (Idstein 2005). Beide Arbeiten behandeln den Umgang mit Holocaust-Denkmälern und damit Fragen der Erinnerungskultur.

Gemeinsam mit Bernd Schönemann veröffentlichte Thünemann Schulbucharbeit. Das Geschichtslehrbuch in der Unterrichtspraxis (Schwalbach/Ts. 2010). Mit Bernd Schönemann und Meik Zülsdorf-Kersting verfasste er außerdem Was können Abiturienten? Zugleich ein Beitrag zur Debatte über Kompetenzen und Standards im Fach Geschichte (2. Aufl., Berlin 2011). Das Werk bezieht sich auf die Fähigkeiten von Abiturienten sowie auf Kompetenzen und Standards im Geschichtsfach.

Mit Sebastian Bracke und weiteren Autoren gab Thünemann Theorie des Geschichtsunterrichts (Frankfurt a. M. 2018) heraus. Die Monografien zeigen damit Schwerpunkte seiner Arbeit: die Analyse von Erinnerungskultur und Denkmälern, die Bedeutung von Schulbüchern und die theoretische sowie empirische Untersuchung von Geschichtsunterricht und historischem Lernen.

Herausgeberschaften und Aufsätze

Thünemann gab mehrere Sammelbände zur Forschung und Praxis der Geschichtsdidaktik heraus. Dazu zählen Methoden geschichtsdidaktischer Unterrichtsforschung (mit Meik Zülsdorf-Kersting, 2016), Was heißt guter Geschichtsunterricht? Perspektiven im Vergleich (mit Johannes Meyer-Hamme und Meik Zülsdorf-Kersting, 2., korr. und erw. Aufl. 2016) sowie Grundlegung und Ausformung des deutschen Geschichtsunterrichts. Schulische Diskurse zur Didaktik und Historik im 19. Jahrhundert (mit Wolfgang Jacobmeyer, 2018). Weitere Herausgeberschaften behandeln internationale Perspektiven und disziplinäre Traditionen der Geschichtsbildungsforschung, Geschichte in der Öffentlichkeit, die Theorie des Geschichtsunterrichts, historische Jubiläen sowie geschichtskulturelle Transformationen. Zu den Mitherausgebern gehören Manuel Köster, Meik Zülsdorf-Kersting, Christine Gundermann, Wolfgang Hasberg und Habbo Knoch.

Seine Aufsätze behandeln unter anderem historische Lernaufgaben, die geschichtsdidaktische Kompetenzdebatte und Geschichtskultur. Weitere Themen sind die Darstellung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Schulgeschichtsbuch, das Lernen und Lehren mit Geschichtsschulbüchern im 21. Jahrhundert, Gedenkstätten, historische Werturteile, Museen als Institutionen geschichtskultureller Urteilsbildung und Geschichtskultur in der Pluralität der Zeiten. 2025 veröffentlichte er außerdem den Beitrag Geschichtsdidaktik im Handbuch der Historik.

Weiterlesen