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Argumentum a fortiori

Argumentum a fortiori · A maiore ad minus: Schluss vom Größeren auf das Kleinere · A minore ad maius: Schluss vom Kleineren auf das Größere.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Funktion
  2. 2. Der Erst-recht-Schluss
  3. 3. Bedeutung in philosophischen Debatten

Bedeutung und Funktion

Das Argumentum a fortiori ist eine mittellateinische Redewendung, die vor allem in der Rechtswissenschaft, Theologie und Mathematik verwendet wird. Sie bedeutet wörtlich „vom Stärkeren her“ bzw. „nach dem stärker überzeugenden Grunde“ und dient dazu, eine Behauptung dadurch zu beweisen, dass man auf eine bereits bewiesene, stärkere Behauptung verweist. Typische Übersetzungen sind „erst recht“ sowie „umso mehr“ bzw. „umso weniger“.

Der Erst-recht-Schluss

Ein logischer Schluss nach dieser Methode wird auch als „Erst-recht-Schluss“ bezeichnet. Beispiel: Wenn es verboten ist, zu zweit auf einem Fahrrad zu fahren, dann ist es erst recht verboten, zu dritt auf einem Fahrrad zu fahren. Beim Erst-recht-Schluss unterscheidet man zwei Richtungen: A maiore ad minus (Schluss vom Größeren auf das Kleinere) und A minore ad maius (Schluss vom Kleineren auf das Größere). Das Argumentum a fortiori wird meist zur Bekräftigung von Behauptungen eingesetzt, manchmal jedoch auch, um einen logischen Schluss vorzutäuschen, wo in Wirklichkeit keiner vorliegt – dann handelt es sich um eine Petitio principii (Zirkelschluss).

Bedeutung in philosophischen Debatten

Das Argumentum a fortiori ist ein kontroverses Thema der philosophischen Relativismusdebatten, weil die wichtige argumentativ-hermeneutische Schlussform kal va-chomer (hebräisch: קל וחומר) im Talmud darauf bezogen wird. Autoren wie Daube, der 1949 die These von der grundlegend gleichen Schlussform von Argumentum a fortiori und Kal va-chomer wissenschaftlich etablierte, und Dov Gabbay verteidigen die kulturelle Invarianz von Vernunft. Die unter anderem von Eilberg-Schwartz vertretene relativistische Gegenposition nutzt das Verhältnis der beiden Schlüsse, um in dieser Rationalitätsdebatte für eine kulturell bedingte Geltungsbeschränkung der Logik zu argumentieren.

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