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Antolin
Auch für den Englischunterricht in Grund- und Hauptschulen ist Antolin anwendbar. Hier müssen die Lektürefragen in Englisch beantwortet werden. Betrieb.
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Zweck und Zielgruppe
Antolin ist ein webbasiertes Programm zur Leseförderung in Schulen. Es richtet sich vor allem an Schulen, pädagogische Einrichtungen und Büchereien. Schülerinnen und Schüler können nicht selbstständig teilnehmen: Eine Lehrkraft muss sich anmelden und für sie Punktekonten einrichten.
Das Programm soll die Anziehungskraft des Computers nutzen, um Kinder zum Lesen anzuregen. Im Mittelpunkt steht bei Antolin die Lesemotivation. Dazu gehören neben Quizfragen auch Buchempfehlungen, Meinungsumfragen zu Geschichten und Hintergrundinformationen zu Autorinnen und Autoren.
Ablauf und Bewertung
Antolin arbeitet nach dem Prinzip der Lernzielkontrolle. Nachdem ein Schüler oder eine Schülerin ein aufgelistetes Buch gelesen hat, meldet er oder sie sich am eigenen Internetkonto an. Anschließend werden fünf bis fünfzehn Multiple-Choice-Fragen gestellt. Multiple Choice bedeutet, dass aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten ausgewählt wird.
Richtige Antworten bringen Pluspunkte, falsche Antworten führen zu Minuspunkten. Das Ergebnis wird im Schülerkonto gespeichert. Die Fragen setzen ein intensives Lesen voraus. Für Bücher, die für höhere Jahrgänge vorgesehen sind, gibt es höhere Punktzahlen.
Für jedes Buch ist normalerweise nur ein Versuch möglich. In Ausnahmefällen kann die Lehrkraft für vorgegebene Bücher einen weiteren Versuch erlauben. Wenn die Lehrkraft dies zulässt, dürfen Kinder auch in den Schulferien Punkte sammeln.
Nutzung durch Lehrkräfte und Unterricht
Lehrkräfte und Eltern können mit Antolin Lektüre und Leseverstehen verfolgen. Lehrkräfte erhalten detaillierte statistische Übersichten über die Leseaktivität der ganzen Klasse und einzelner Schülerinnen und Schüler. An einigen Schulen gehören Antolin-Lesestunden fest zum Stundenplan.
Der Schwerpunkt liegt bei den Klassen 1 bis 6. Antolin kann aber auch in der Sekundarstufe genutzt werden: Die Lehrkraft der Grundschule übergibt die Schülerinnen und Schüler einzeln an die Lehrkraft der weiterführenden Schule, die sie anschließend freischaltet. Zugangsdaten und Punktestände bleiben dabei erhalten.
Auch im Englischunterricht an Grund- und Hauptschulen kann das Programm eingesetzt werden. Dann müssen die Fragen zur Lektüre auf Englisch beantwortet werden.
Verbreitung und Einordnung
Antolin wurde von Albert Hoffmann, dem Rektor der Volksschule Witzmannsberg bei Passau, entwickelt und im September 2001 erstmals ins Netz gestellt. Betrieben wird es von der Westermann Druck- und Verlagsgruppe.
Nach Angaben des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Antolin-Schulen dort bis zum Sommer 2006 auf 2.000. Der Herausgeber gab an, dass das System etwa 2,1 Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutze. Es enthalte Quizfragen zu über 76.000 Büchern der Kinder- und Jugendliteratur; Schülerinnen und Schüler hätten mehr als 200 Millionen Fragesätze bearbeitet (Stand Dezember 2016). 2020 wurde Antolin in 85 % der Grundschulen genutzt und damit als beliebteste digitale Lernplattform für die Leseförderungskompetenz in Deutschland bezeichnet.
Ein ähnliches Programm in den Vereinigten Staaten heißt Accelerated Reader und wird seit 1985 von Renaissance Learning angeboten. Dort liegt der Schwerpunkt beim Reading Assessment, also bei der Kontrolle durch die Lehrkraft, ob ein Buch gelesen wurde; bei Antolin steht dagegen die Motivation zum Lesen im Vordergrund.
Kritischer Punkt
Es ist fraglich, ob Antolin die intrinsische Motivation ersetzt oder ergänzt. Intrinsische Motivation bedeutet hier, Bücher um ihrer selbst willen zu lesen. Antolin verwendet zugleich ein äußeres Anreizsystem, weil Punkte für richtige Antworten gesammelt werden.