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Alissa Jung

Alissa Jung (* 30. Juni 1981 in Münster) ist eine deutsche Drehbuchautorin und Regisseurin, Schauspielerin und Ärztin. Alissa Jung (2025).

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und beruflicher Weg
  2. 2. Leben, Studium und Engagement
  3. 3. Schauspiel, Theater und Synchronarbeit
  4. 4. Regiearbeiten und Auszeichnungen

Überblick und beruflicher Weg

Alissa Jung (* 30. Juni 1981 in Münster) ist eine deutsche Drehbuchautorin, Regisseurin, Schauspielerin und Ärztin. Mit 16 Jahren wurde sie bei einer Theateraufführung für Film und Fernsehen entdeckt. Nach einer erfolgreichen Schauspielkarriere nahm sie 2015 eine Auszeit, beendete ihr Medizinstudium und arbeitete anschließend zwei Jahre als Kinderärztin in einer Berliner Klinik. Seit 2020 arbeitet sie als Drehbuchautorin und Regisseurin.

Von 2020 bis 2021 war Jung Stipendiatin der Drehbuchwerkstatt München an der HFF München. Ihr Drehbuch „Paternal Leave“ wurde für den „Tankred Dorst“-Preis nominiert. 2024 realisierte sie mit Paternal Leave ihr Langfilmdebüt als Regisseurin. Im Computerspiel Death Stranding 2: On the Beach des japanischen Regisseurs Hideo Kojima verkörpert sie die Figur Lucy.

Leben, Studium und Engagement

Jung wurde als erste Tochter des Lehrers und späteren SPD-Politikers Burkhard Jung, seit 2006 Leipziger Oberbürgermeister, und der ehemaligen Kinderkrankenschwester und späteren Musiktherapeutin Juliane Kirchner geboren. Sie hat drei Geschwister.

2008 initiierte sie das Projekt Schulen für Haiti. 2011 gründete sie den Verein Pen Paper Peace, der Bildung in Mittelamerika und Europa fördert. Der Verein finanziert unter anderem zwei Schulen in Port-au-Prince in Haiti und will durch Bildungsprojekte das globale Verantwortungsgefühl junger Menschen in Deutschland und Italien stärken.

Während ihrer Schauspielpause schloss Jung ihr Medizinstudium ab. 2017 promovierte sie über Zinkmangel und damit assoziierte Depressionen. Ihre englischsprachige Dissertation trägt den Titel Zinc deficiency is associated with depressive symptoms: results from the Berlin Aging Study II.

Mit ihrem ehemaligen Lebensgefährten, dem Moderator Jan Hahn (1973–2021), hat sie einen Sohn (* 1999) und eine Tochter (* 2004). Die Beziehung endete nach acht Jahren im Herbst 2006. Während der Dreharbeiten zu Ihr Name war Maria lernte sie 2011 den italienischen Schauspieler Luca Marinelli (* 1984) kennen; das Paar lebt in Berlin und Rom.

Schauspiel, Theater und Synchronarbeit

Von 1992 bis 1999 gehörte Jung nach einem Radioaufruf zum Kinderhörspielensemble des MDR. Sie synchronisierte Kinderfilme und -serien; 1998 sprach sie Simone in der deutschen Synchronisation des tschechischen Märchenfilms Die drei müden Prinzessinnen (O třech ospalých princeznách). Ihr Bühnendebüt gab sie 1996. Sie spielte unter anderem Antigone im Leipziger Theaterhaus Schille sowie in Jeff Noons Gelb am Schauspiel Leipzig.

Ihre prägende Fernsehrolle war Alina Heilmann in der ARD-Krankenhausserie In aller Freundschaft. Die Figur ist zunächst Schülerin, später Fluglotsin und Tochter von Dr. Roland Heilmann, gespielt von Thomas Rühmann, und der Friseurin Pia Heilmann, gespielt von Hendrikje Fitz. Jungs Schwangerschaft mit ihrem ersten Sohn wurde in die Drehbücher übernommen: Auch Alina Heilmann wird in der zweiten Staffel schwanger. Jung spielte die Rolle bis zum Serientod der Figur 2005 in 63 Folgen.

Von 2006 bis 2007 übernahm sie die Hauptrolle der ausgebildeten Reiseverkehrskauffrau Nelly Heldmann in der Sat.1-Telenovela Schmetterlinge im Bauch. 2012 spielte sie die Titelrolle im Zweiteiler Ihr Name war Maria (Maria di Nazaret), wodurch sie international bekannt wurde. Im selben Jahr verkörperte sie in Im Brautkleid meiner Schwester die eineiigen Zwillingsschwestern Sina-Marie und Sophie Dahrendorf. Nach der Rückkehr zur Schauspielerei spielte sie 2019 in Das Menschenmögliche; dafür wurde sie für den Grimme-Preis 2020 nominiert. 2022 gehörte sie als Petra Lause zur Stammbesetzung der sechsteiligen ZDF-Dramaserie Der Überfall.

Regiearbeiten und Auszeichnungen

Zu Jungs Regiearbeiten zählen die Kurzfilme Spring (2008), die Dokumentation Kleine Mauer (2011), Die Mauer muss weg (2023) und Farah (2024) sowie Paternal Leave (2025). Als Schauspielerin wirkte sie außerdem in Kino- und Fernsehproduktionen mit, darunter Der erste Engel, Schafe zählen, Zweisitzrakete, Open My Eyes, Küss mich, Frosch, Besuch aus Bangkok und Das Menschenmögliche.

Für Farah erhielt sie 2024 als Regisseurin beim Deutschen Kinder Medien Festival Goldener Spatz den Preis für den besten Kurzfilm. 2025 wurde sie für Paternal Leave mit dem Preis der AG Kino-Gilde-Cinema Vision 14plus ausgezeichnet; der Film hatte als ihr Langfilmdebüt auf der Berlinale 2025 Premiere. Ebenfalls 2025 erhielt sie für Paternal Leave die Auszeichnung Beste Regie beim BCN Film Fest in Barcelona sowie die Auszeichnung Bestes Regiedebüt beim Raindance Film Festival.

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