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Al Khamsa

Sie sind eine Legende aus dem Islam. Der Geschichte zufolge gerieten 622 der Prophet Mohammed und seine Begleiter während der Auswanderung Hidschra von Mekka …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung der Al Khamsa
  2. 2. Die fünf Stutenlinien

Bedeutung der Al Khamsa

Al Khamsa (arabisch الخمسة al-Chamsa, „die fünf“) sind in einer islamischen Legende die fünf folgsamen Stuten des Propheten Mohammed. Von ihnen sollen besonders edle Stutenlinien des Arabischen Vollbluts abstammen. Die Überlieferung verbindet Pferdezucht deshalb mit religiösen Vorstellungen.

Der Geschichte zufolge gerieten Mohammed und seine Begleiter 622 während der Hidschra, der Auswanderung von Mekka nach Medina, in einen Sandsturm. Am Abend erreichte die Karawane einen Brunnen. Die erschöpften und durstigen Pferde stürzten zur Wasserstelle, doch Mohammed rief sie zurück. Nur fünf Stuten kehrten um. Mohammed segnete sie und legte jeder den Daumen in den Nacken; dort sollen kleine Haarwirbel entstanden sein.

Diese Haarwirbel heißen noch heute Daumenzeichen des Propheten. Pferde mit solchen Wirbeln sollen besonders edel sein. In einer Variante ließ Mohammed eine Herde Stuten tagelang dursten und öffnete dann den Pferch. Die fünf Stuten, die auf seinen Befehl hörten und nicht zur Wasserstelle galoppierten, erhielten besondere Namen und begründeten der Legende nach die fünf Linien.

Die fünf Stutenlinien

Der Legende zufolge gehen fünf Stutenlinien, auch Stämme genannt, des Arabischen Vollbluts auf Al Khamsa zurück. Arabische Webseiten lassen die Stämme als Zuchtlinien verifizieren, nicht jedoch als Stuten zur Zeit der Hidschra. Für jede Linie bestehen mehrere Schreibweisen, weil die Namen auf unterschiedlichen Wegen überliefert wurden.

  • Kuhailan (auch Koheilan, Kuhaylah; arabisch كحيلان): Herkunft Saudi-Arabien und Iran; eine Stutenlinie heißt Haifi. Die Pferde sind eher groß und kräftig, bis 152 cm. Angeblich verweist der Name auf Augen, die wegen der schwarzen Haut wie mit Kôhl nachgezogen wirken. Es kommen Füchse, Schimmel und Braune vor. Von dieser Linie stammen Shagya und Tersker ab.
  • Abeya (auch ʿAbyan, Abayyah, Obeya, Abéyeh; arabisch عبيان): Herkunft Jemen. Die Pferde sind klein, um 147 cm, und meist Schimmel mit Abzeichen.
  • Saqlawiyah (auch Saqlawi, Saglawi, Siglavy, Seglawi, Seglawie, Seklavi, Saklawiyah, сиглави; arabisch صقلاوي): Diese Linie wurde von den Ruwallah, einem Stamm aus Nordarabien und der Syrischen Wüste, sowie den `Anizah gezüchtet. Eine wichtige Linie heißt Saqlawi-Jedran, auch Gidran. Die Pferde sind eher klein, 147–152 cm, meist braun, sehr edel und ausdauernd. Lipizzaner, Shagya und Gidran stammen von ihr ab.
  • Hamdaniyah (auch Hamdani, Hamdaniyya, Hamdanieh; arabisch حمداني): Herkunft Syrien, heute auch Tunesien und Iran. Die Pferde sind groß und sportlich, 148 bis 157 cm, haben einen geraden Kopf und kommen als Schimmel oder Braune vor.
  • Hadbah (auch Hadba, Hedban, Hadban; arabisch هدبان): Gezüchtet von Ruwallah und `Anizah, heute vor allem im Iran. Die Pferde sind um 150 cm groß, haben starke Knochen, sind gut bemuskelt, meist Braune oder Schwarzbraune, haben wenig Abzeichen und einen ruhigen Charakter.

Carl Raswan, Schriftsteller und Förderer des arabischen Pferdes Mitte des 20. Jahrhunderts, nahm dagegen nur drei Stutenstämme an: Koheilan, Saglawi und Muniqi. Er beschrieb Koheilan als maskulin wirkend, Saglawi als feminin wirkend und Muniqi als besonders schnell. Daneben gibt es weitere, weniger bekannte Linien. Für die Beduinen war die Reinheit der Linien sehr wichtig.

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