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1984 (1984)

1984. Originaltitel, Nineteen Eighty-Four. Produktionsland, Vereinigtes Königreich. Originalsprache, Englisch. Erscheinungsjahr, 1984 · Länge, 106 Minuten.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Überwachungsstaat und Winston Smith
  3. 3. Verrat, Folter und Gehirnwäsche
  4. 4. Dreh und Veröffentlichung
  5. 5. Zwei Musikfassungen und Aufnahme

Überblick

1984 (Originaltitel: Nineteen Eighty-Four) ist ein 106 Minuten langer britischer Film aus dem Jahr 1984, in englischer Sprache und mit FSK 16. Michael Radford führte Regie und schrieb das Drehbuch; die Hauptrolle des Winston Smith spielt John Hurt. Der Film verfilmt George Orwells gleichnamige Dystopie, also die Zukunftsvision einer bedrückenden, unerwünschten Gesellschaft. Er wurde besonders für seine Treue zur Romanvorlage gelobt. Richard Burton spielt O’Brien; es war seine letzte Filmrolle, und der Film ist ihm gewidmet.

Überwachungsstaat und Winston Smith

Die Handlung spielt in London, der Hauptstadt des „Luftstützpunkts Nr. 1“ (früher England) im Reich Ozeanien. Ozeanien befindet sich fortwährend im Krieg mit Ostasien oder Eurasien. Die „Partei“ herrscht unter dem Großen Bruder, um den ein allgegenwärtiger Personenkult betrieben wird. Die Bevölkerung wird ständig auf ihre Loyalität zum System überwacht.

Winston Smith gehört zur Äußeren Partei und arbeitet im Ministerium für Wahrheit. Dort werden Nachrichten und Informationen im Sinne der Partei verändert. Winston beginnt am System zu zweifeln und führt heimlich ein Tagebuch. Darin schreibt er später: „Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass 2 und 2 gleich vier ist.“ Dieses unabhängige Denken gilt als Gedankenverbrechen.

Verrat, Folter und Gehirnwäsche

Winston trifft sich heimlich mit der Parteigenossin Julia und beginnt eine Liebesbeziehung mit ihr. Er vertraut dem Parteifunktionär O’Brien aus der Inneren Partei, den er für einen Oppositionellen hält. O’Brien gibt ihm das verbotene Buch von Emmanuel Goldstein. Goldstein gilt offiziell als Erzverräter und Ursprung systemkritischer Gedanken; sein Buch erläutert Winston das tatsächliche Wesen der Gesellschaft Ozeaniens und des Krieges.

Der Vermieter ihres heimlichen Zimmers verrät Winston und Julia. O’Brien entpuppt sich als Gedankenpolizist, der Regimekritiker aufspüren soll; auch Goldsteins Buch ist teilweise von ihm als Köder für Gedankenverbrecher verfasst. Winston widersteht zunächst Folter. In Raum 101 wird er aber mit seiner schlimmsten Angst, Ratten, konfrontiert. Er verrät Julia und übernimmt schließlich das „Doppeldenk“: die psychologische Technik, neue Lügen der Partei zu glauben und jede widersprechende Erinnerung – unabhängig davon, ob sie wahr oder selbst eine frühere Lüge war – zu vergessen.

Nach seiner Freilassung lebt Winston apathisch im Café Chastain. Die Begegnung mit Julia berührt ihn nicht mehr. Über eine Meldung eines Kriegserfolgs freut er sich weinend und erkennt, dass er den Großen Bruder liebt. Dies zeigt den Erfolg der Gehirnwäsche.

Dreh und Veröffentlichung

Roger Deakins arbeitete bei 1984 an seinem zweiten Kinofilm. Für die kontrastreichen, grobkörnigen Bilder nutzte er erstmals in einem westlichen Film die Bleichauslassung. Bei diesem Verfahren verbleibt überschüssiges Silber auf dem Film, statt wie üblich ausgewaschen zu werden. Die Technik wurde später unter anderem bei Sieben (1995) und Der Soldat James Ryan (1998) eingesetzt.

Gedreht wurde laut Abspann von April bis Juli 1984 an Originalschauplätzen in und um London, also zu der Zeit und an dem Ort, die Orwell für seine Geschichte vorgesehen hatte. Der britische Kinostart war am 10. Oktober 1984, der deutsche am 9. November 1984.

Zwei Musikfassungen und Aufnahme

Für die Musik entstanden zwei vollständige Fassungen. Nachdem David Bowie nicht verfügbar war, beauftragte Virgin Films Annie Lennox und Dave Stewart von Eurythmics. Die Gruppe nahm innerhalb von 20 Tagen in den Compass Point Studios in Nassau auf den Bahamas Filmmusik und den Rest ihres Albums auf. Im August 1984 beauftragte Radford zusätzlich Dominic Muldowney mit einer klassischen Filmmusik, ohne dass dieser vom bereits fertigen Eurythmics-Soundtrack wusste.

Radford und Produzent Simon Perry bevorzugten Muldowneys orchestrale Musik. Bei der Premiere waren nur fünfzehn Sekunden Eurythmics-Musik zu hören. Nach Forderungen des Managements der Gruppe nahm Virgin Films den Film jedoch kurzzeitig aus den Kinos und veröffentlichte ihn überwiegend mit Eurythmics-Musik neu. So entstanden eine Kinofassung mit Musik der Eurythmics und ein Director’s Cut mit mehr Musik Muldowneys. Das Album 1984 (For the Love of Big Brother) erschien im November 1984 nicht als offizieller Soundtrack; Sex Crime gelangte daraus in den Abspann.

Die Presseaufnahme war gut: Rotten Tomatoes nennt 75 %, Metacritic 67/100, und die FBW verlieh das Prädikat „besonders wertvoll“. Das Lexikon des internationalen Films bewertete den Film als treue, eindrucksvolle Umsetzung eines totalitären Überwachungsstaates. Bei den Evening Standard British Film Awards 1985 erhielt er die Auszeichnungen für Bester Film und Bester Hauptdarsteller für John Hurt.

Lernvideos zu 1984 (1984)

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