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Österreichs E-Wirtschaft

Der Verein Österreichs E-Wirtschaft, bis 2010 Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), ist eine Interessenvertretung der österreichischen …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Aufgaben und Interessenvertretung
  3. 3. Aufbau und Einrichtungen
  4. 4. Mitgliedschaft
  5. 5. Entwicklung des Verbandes
  6. 6. Fachmedien

Überblick und Bedeutung

Österreichs E-Wirtschaft ist die Interessenvertretung der österreichischen Elektrizitätswirtschaft. Der Verein hieß bis 2010 Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) und tritt heute unter dem Markennamen Oesterreichs Energie auf. Er vertritt Erzeuger, Verteiler und Händler von Strom.

Die vertretenen Elektrizitätsunternehmen erzeugen zusammen mehr als 90 % des österreichischen Stroms. Ihre Engpassleistung, also die maximal mögliche Leistung ihrer Erzeugungsanlagen unter den gegebenen technischen Bedingungen, liegt bei über 23.000 Megawatt. Pro Jahr erzeugen sie rund 65 Terawattstunden Strom.

Aufgaben und Interessenvertretung

Der Verband dient als Ansprechpartner für Fragen der Elektrizitätswirtschaft und legt Schwerpunkte für seine Lobbyarbeit fest. Er arbeitet auf nationaler und internationaler Ebene mit politischen Institutionen, Behörden und Körperschaften zusammen. Gegenüber der Presse und öffentlichen Stellen vertritt er die gemeinsamen Positionen der Branche und die energiepolitischen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen, insbesondere im Zusammenhang mit der Gesetzgebung.

Mit der Regulierungsbehörde E-Control arbeitet der Verband an der Weiterentwicklung der rechtlichen, regulatorischen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Außerdem gibt er die „Technischen Anschlussbedingungen für den Anschluss an öffentliche Versorgungsnetze mit Betriebsspannungen bis 1000 Volt“ (TAEV) heraus.

Auf europäischer Ebene vertritt der Verein seine Mitglieder bei EURELECTRIC, der europäischen Dachorganisation der Elektrizitätswirtschaft, und leitet Informationen aus deren Gremien weiter. Über Oesterreichs Energie Forschung & Innovation fördert und koordiniert er Projekte und Studien zu Energieforschung, Entwicklung und Umweltschutz. Bei Kollektivvertragsverhandlungen vertritt er die Mitgliedsunternehmen gegenüber der Arbeitnehmervertretung.

Aufbau und Einrichtungen

Der Verband ist in die drei Sparten Erzeugung, Netze und Handel/Vertrieb gegliedert. Jede Sparte besitzt einen Lenkungsausschuss, der ihre Interessen und ihre Arbeit koordiniert. Ein Spartensprecher vertritt die jeweilige Sparte nach außen.

Das Generalsekretariat bildet die Geschäftsstelle des Verbandes. Es befindet sich in Wien, umfasst etwa 30 Mitarbeiter und wird seit 2007 von Barbara Schmidt geleitet.

Die Oesterreichs Energie Akademie veranstaltet Weiterbildungen für Mitglieder und erstellt Fachpublikationen sowie Informationsmaterial. Oesterreichs Energie Forschung & Innovation koordiniert gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, ergänzt die Forschung der Mitgliedsunternehmen, unterstützt internationale Kooperationen und berät zur Nutzung nationaler und internationaler Fördermittel.

Oesterreichs Energie Zertifizierung prüft durch Audits, ob der Stand der Technik eingehalten wird. Eine TSM-Zertifizierung – TSM steht für Technisches Sicherheits Management – bestätigt einem Netzbetreiber, dass die Voraussetzungen für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung von Netzen, Anlagen und technischen Betriebsmitteln vorhanden sind.

Mitgliedschaft

Der Verein hat rund 140 Mitgliedsunternehmen; die Mitgliedschaft ist freiwillig. Ordentliche Mitglieder können unabhängig von ihrer Rechtsform und ihren Eigentumsverhältnissen alle Elektrizitätsunternehmen mit Sitz im Inland sein, die dem ElWOG in der Fassung des Energieliberalisierungsgesetzes entsprechen. Auch deren inländische Muttergesellschaften können ordentliches Mitglied werden.

Als außerordentliche Mitglieder kommen inländische Unternehmen infrage, die an einer fachlichen Zusammenarbeit zu Fragen der Elektrizitätswirtschaft interessiert sind. Auch ausländische Elektrizitätsunternehmen können diese Form der Mitgliedschaft erhalten.

Entwicklung des Verbandes

Der Verband der E-Werke Österreichs wurde 1953 gegründet. Erster Präsident des damaligen VEÖ war Franz Holzinger, Generaldirektor der Oberösterreichischen Kraftwerke AG; erster Geschäftsführer war Kurt Selden. Kollektivvertragsverhandlungen über die Bezahlung der Mitarbeiter gehörten von Beginn an zu den Kernaufgaben.

In den 1950er und 1960er Jahren tauschten die Mitgliedsunternehmen in Fachausschüssen Erfahrungen aus, vor allem zu sicherheitstechnischen Entwicklungen sowie zu neuen Verfahren im Kraftwerks- und Leitungsbau. Als Reaktion auf die Erdölkrisen von 1973 und 1978 förderte der Verband Maßnahmen zum Energiesparen, beispielsweise eine eigene Energiesparberatung. In den 1980er Jahren sollte Öffentlichkeitsarbeit die Bevölkerung für Umweltprobleme sensibilisieren und Vorbehalte gegenüber Technik und Großprojekten abbauen.

Bis 1999 war der VEÖ in vier Kurien gegliedert: Landesgesellschaften; die Verbund AG und ihre Tochterunternehmen; landeshauptstädtische und gemeindeeigene Energieversorgungsunternehmen; sowie private und genossenschaftliche Energieversorgungsunternehmen. Die Reform von 1999 schaffte dieses System ab. Eine weitere Reform führte 2005 die drei Sparten Erzeugung, Handel/Vertrieb und Netze ein. 2010 erhielt der Verband den Namen Österreichs E-Wirtschaft und begann, nach außen als Oesterreichs Energie aufzutreten.

Fachmedien

Zu den Fachmedien im Umfeld des Verbandes gehörte ab 1948 die „Österreichische Zeitschrift für Elektrizitätswirtschaft“ (ÖZE), die fünf Jahre vor dem VEÖ gegründet worden war. Bis 2010 erschien zehnmal jährlich das VEÖ-Journal, das sich an Meinungsbildner in Politik, Industrie und Ministerien richtete. Von 2010 bis 2016 veröffentlichte der Verband das „Fachmagazin Oesterreichs Energie“. Seit 2016 erscheint quartalsweise das Fachmagazin „Stromlinie“.

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