Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Epigenetik - Änderungen jenseits des genetischen Codes

MaxPlanckSociety5:05 213.596 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 29 Zeilen
Herunterladen
  1. [Musik] Rund 200 verschiedene Zelltypen gibt es im menschlichen Körper und obwohl alle
  2. zunächst einmal das gleiche Erbgut besitzen, unterscheiden sich beispielsweise eine Herzzelle und eine Leberzelle maßgeblich voneinander. Der
  3. Grund dafür, in jedem Zelltyp sind andere Gene aktiv, hier rot dargestellt. [Musik] Welche von ihnen aktiv sind, kann eine
  4. Zelle steuern? Dannlich binden spezielle Proteine an die DNA und das jeweilige Gen wird abgelesen. Durch sogenannte epigenetische
  5. Veränderungen kann sie diesen Prozess kontrollieren. Diese Änderungen betreffen nicht den genetischen Code der DNA. Sie sind aber trotzdem vererb.
  6. So kann die Zelle Gene stummschalten oder aktivieren durch anknüpfen kleiner chemischer Moleküle. Ein Beispiel dafür ist die DNA
  7. Methylierung. Sie betrifft vor allem die hier gelb dargestellte Promotorregion, den eigentlichen Lesestartpunkt für die Gene. Zytosinmoleküle kommen hier
  8. besonders häufig vor. An sie knüpfen Enzyme, die Methyltransferrasen, eine Methylgruppe an. Andere Proteine können nun an den Promotor binden und
  9. verhindern, dass das Gen abgelesen wird. Es ist damit stumm geschaltet. DNA Metylierungen spielen bei der Krebsentstehung eine große Rolle. Bei
  10. vielen Krebszellen trägt die DNA mehr Methylgruppen als üblich. Dadurch werden Gene stillgelegt, die normalerweise die Entstehung von Krebs verhindern. Auch
  11. dies ein epigenetischer Effekt. Die DNA kann aber nicht nur metliert werden. Auch Hydroxylgruppen kommen zum Einsatz. Mit ihnen lässt sich das Ganze
  12. nämlich auch wieder rückgängig machen. Die Hydroxymethylierung ist ein Zwischenschritt bei der Entfernung von den Athylgruppen. Auf diese Weise werden
  13. vorher stillgelegte Gene wieder aktiviert. Eine weitere Möglichkeit, die Aktivität von Genen zu kontrollieren, liegt in der
  14. Verpackung der DNA. Damit der 2 m lange DNA Faden in den nur wenige tausendstel Millimeter großen Zellkern überhaupt reinpasst, wird er um
  15. Proteine gewickelt, um die Histone. Davon gibt es mehrere Varianten H2A, H2B, H3 und H4. Sie lagern sich
  16. paarweise zusammen und da es von jedem Pärchen zwei gibt, entsteht schließlich ein Achterkomplex, zudem sich auch noch das Histon H1 gesellt. Dieses Gemisch
  17. aus Proteinen und DNA wird als Chromatin bezeichnet. Der Verpackungsgrad des Chromatins entscheidet nun, ob die
  18. Ablesemaschinerie auf die DNA zugreifen kann. Denn nur wenn DNA und Histone locker gepackt sind, ist ein Gen für Enzyme zugänglich und kann somit auch
  19. abgelesen werden. Wieder sind es kleine Anhängsel, dieses Mal an den Histonen, die den Verpackungskarte DNA bestimmen.
  20. [Musik] Methyl, Acetyl oder Phosphatgruppen. Je nachdem an welcher Stelle eine solche chemische Gruppe angehängt wird, öffnet
  21. oder schließt sich das Chromatin. [Musik] Werden Histone beispielsweise azyliert, wird die Verpackung meist lockerer. Das
  22. heißt, das Chromatin öffnet sich. Es wird zum sogenannten Eukromatin. Enzyme können nun an die DNA binden und die Gene ablesen.
  23. Bei einer Methylgruppe gilt diese einfache Regel nicht. Hier kommt es darauf an, wo genau sie platziert wird. Sie kann aktivierend sein oder aber wie
  24. in diesem Beispiel stummschaltend. Die Chromatinstruktur schließt sich und das Gen kann nicht abgelesen werden. Die DNA liegt also als Heterochromatin vor. Doch
  25. auch dieser Zustand ist reversibel. Epigenetische Veränderungen betreffen also nicht den genetischen Code selbst.
  26. Das bezeichnet die Silbe Epi, also jenseits des Gencodes. Sie können jedoch an die nächste Generation vererbt werden. Während DNA Mutationen
  27. unwiderruflich sind, können epigenetische Veränderungen leicht rückgängig gemacht werden. Dies ist ein bemerkenswerter Mechanismus mit Hilfe
  28. dessen ein Organismus auf sich ändernde Umwelteinflüsse reagieren kann. [Musik]
  29. [Musik]

Zum Nachlesen