Epigenetik - Änderungen jenseits des genetischen Codes MaxPlanckSociety https://www.youtube.com/watch?v=xshPL5hU0Kg Transkript (automatisch erstellt) 0:02 [Musik] Rund 200 verschiedene Zelltypen gibt es im menschlichen Körper und obwohl alle 0:19 zunächst einmal das gleiche Erbgut besitzen, unterscheiden sich beispielsweise eine Herzzelle und eine Leberzelle maßgeblich voneinander. Der 0:27 Grund dafür, in jedem Zelltyp sind andere Gene aktiv, hier rot dargestellt. [Musik] Welche von ihnen aktiv sind, kann eine 0:40 Zelle steuern? Dannlich binden spezielle Proteine an die DNA und das jeweilige Gen wird abgelesen. Durch sogenannte epigenetische 0:50 Veränderungen kann sie diesen Prozess kontrollieren. Diese Änderungen betreffen nicht den genetischen Code der DNA. Sie sind aber trotzdem vererb. 1:00 So kann die Zelle Gene stummschalten oder aktivieren durch anknüpfen kleiner chemischer Moleküle. Ein Beispiel dafür ist die DNA 1:10 Methylierung. Sie betrifft vor allem die hier gelb dargestellte Promotorregion, den eigentlichen Lesestartpunkt für die Gene. Zytosinmoleküle kommen hier 1:19 besonders häufig vor. An sie knüpfen Enzyme, die Methyltransferrasen, eine Methylgruppe an. Andere Proteine können nun an den Promotor binden und 1:29 verhindern, dass das Gen abgelesen wird. Es ist damit stumm geschaltet. DNA Metylierungen spielen bei der Krebsentstehung eine große Rolle. Bei 1:39 vielen Krebszellen trägt die DNA mehr Methylgruppen als üblich. Dadurch werden Gene stillgelegt, die normalerweise die Entstehung von Krebs verhindern. Auch 1:48 dies ein epigenetischer Effekt. Die DNA kann aber nicht nur metliert werden. Auch Hydroxylgruppen kommen zum Einsatz. Mit ihnen lässt sich das Ganze 1:59 nämlich auch wieder rückgängig machen. Die Hydroxymethylierung ist ein Zwischenschritt bei der Entfernung von den Athylgruppen. Auf diese Weise werden 2:08 vorher stillgelegte Gene wieder aktiviert. Eine weitere Möglichkeit, die Aktivität von Genen zu kontrollieren, liegt in der 2:20 Verpackung der DNA. Damit der 2 m lange DNA Faden in den nur wenige tausendstel Millimeter großen Zellkern überhaupt reinpasst, wird er um 2:30 Proteine gewickelt, um die Histone. Davon gibt es mehrere Varianten H2A, H2B, H3 und H4. Sie lagern sich 2:41 paarweise zusammen und da es von jedem Pärchen zwei gibt, entsteht schließlich ein Achterkomplex, zudem sich auch noch das Histon H1 gesellt. Dieses Gemisch 2:51 aus Proteinen und DNA wird als Chromatin bezeichnet. Der Verpackungsgrad des Chromatins entscheidet nun, ob die 2:59 Ablesemaschinerie auf die DNA zugreifen kann. Denn nur wenn DNA und Histone locker gepackt sind, ist ein Gen für Enzyme zugänglich und kann somit auch 3:09 abgelesen werden. Wieder sind es kleine Anhängsel, dieses Mal an den Histonen, die den Verpackungskarte DNA bestimmen. 3:19 [Musik] Methyl, Acetyl oder Phosphatgruppen. Je nachdem an welcher Stelle eine solche chemische Gruppe angehängt wird, öffnet 3:31 oder schließt sich das Chromatin. [Musik] Werden Histone beispielsweise azyliert, wird die Verpackung meist lockerer. Das 3:41 heißt, das Chromatin öffnet sich. Es wird zum sogenannten Eukromatin. Enzyme können nun an die DNA binden und die Gene ablesen. 3:51 Bei einer Methylgruppe gilt diese einfache Regel nicht. Hier kommt es darauf an, wo genau sie platziert wird. Sie kann aktivierend sein oder aber wie 4:01 in diesem Beispiel stummschaltend. Die Chromatinstruktur schließt sich und das Gen kann nicht abgelesen werden. Die DNA liegt also als Heterochromatin vor. Doch 4:12 auch dieser Zustand ist reversibel. Epigenetische Veränderungen betreffen also nicht den genetischen Code selbst. 4:23 Das bezeichnet die Silbe Epi, also jenseits des Gencodes. Sie können jedoch an die nächste Generation vererbt werden. Während DNA Mutationen 4:33 unwiderruflich sind, können epigenetische Veränderungen leicht rückgängig gemacht werden. Dies ist ein bemerkenswerter Mechanismus mit Hilfe 4:41 dessen ein Organismus auf sich ändernde Umwelteinflüsse reagieren kann. [Musik] 4:59 [Musik]