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Die Reise der Menschheit (1/3 ) | Ganze Folge Terra X

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  1. Terra X - Die Reise der Menschheit: Aufbruch - 29.04.2018 Seit es Menschen gibt, sind sie unterwegs.
  2. Die Reise der Menschheit hat die Welt, wie wir sie kennen, geformt. Denn mit den Menschen verbreiten sich Kultur, Gene, Tiere, Pflanzen
  3. und Know-how. Es sind oft erzwungene Reisen.
  4. Viele aber auch voller Hoffnung auf der Suche nach einem besseren Leben. Angefangen hat diese Geschichte vor etwa 60.000 Jahren.
  5. Als der Mensch aus Afrika auszog und seine Reise in die Welt antrat. Was habe ich mit den Wanderungen der Menschheit zu tun?
  6. Gucken Sie mich doch an: ein durchschnittlicher Mitteleuropäer. Norddeutsch seit Generationen.
  7. Aber immerhin einer, der schon viel von der Welt gesehen hat. Ich war in 120 Ländern und habe jede Menge kulturelle Vielfalt erlebt.
  8. Wie kommt es, dass wir alle anders aussehen, anders leben, an andere Dinge glauben?
  9. Wo hat das alles seinen Anfang genommen? Denn ob ich nun in New York oder in Tokyo unterwegs bin:
  10. Ich bin einer von über 7,5 Milliarden Menschen, die sich eine gemeinsame Geschichte teilen.
  11. Ich folge den Fußspuren des Menschen rund um den Globus. Und den großen Wellen seiner Wanderungen.
  12. Gleich am Anfang steht für mich eine der beeindruckendsten Erkenntnisse. Denn egal, wen ich auf meiner Reise treffe:
  13. Genetisch sind sie alle meine Cousins und Cousinen. Und die hier übrigens auch.
  14. Und das erklärt sich so: Wir alle haben zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern
  15. und so weiter. Die Zahl unserer Ahnen wächst durch die Zweierpotenz schnell an.
  16. Wir sind also Verwandte durch die Geschichte. Und unsere Vorfahren sind auch die Vorfahren anderer.
  17. Durch die Wanderungen des Menschen verästeln sich die Stammbäume über den ganzen Planeten.
  18. "We are family" ist also gar kein Hippie-Traum, sondern einfach nur Realität.
  19. Denn wenn man ungefähr 2500 Generationen zurückgeht, dann trifft man auf die Urahnen von uns allen.
  20. Und die lebten damals in Afrika. Vor etwa 300.000 Jahren erscheint eine neue Spezies auf der Erde.
  21. Homo sapiens, der moderne Mensch. Er lebt als Jäger und Sammler und weitet seine Jagdgründe stetig aus.
  22. Hinter der nächsten Bergkette, jenseits eines Flusses wartet vielleicht besseres Klima, mehr Wild oder einfach ein Abenteuer.
  23. Was kommt, wenn man einfach weiterwandert? Anfangs ist der Mensch zu Fuß unterwegs.
  24. Neues Terrain erobert er sich mühsam Schritt für Schritt. Doch von Generation zu Generation dringt er weiter vor.
  25. Vor etwa 60.000 Jahren verlässt er den afrikanischen Kontinent. Mit etwa 50 Kilometern pro Generation schiebt sich
  26. die menschliche Besiedlung über Berge, Flüsse und das offene Meer. Nichts hält Homo sapiens auf.
  27. Auch nicht andere Frühmenschen. Denn er vermehrt sich schneller und ist ihnen überlegen.
  28. Durch höhere Sprachfertigkeit, technisches Geschick, assoziatives Denken und soziales Empfinden.
  29. Homo sapiens ist die Menschenform, die sich weltweit durchsetzen wird. In Europa ist es der Neandertaler, auf den die Neuankömmlinge treffen.
  30. Lange nahm man an, Homo sapiens habe diese Frühmenschen schlicht verdrängt.
  31. Genetische Untersuchungen haben aber ergeben, dass sich der moderne Mensch mit dem Neandertaler gepaart hat.
  32. Diese Menschenform gehört also bereits mit in unseren Stammbaum. Heute tragen die meisten Menschen noch durchschnittlich
  33. anderthalb bis zwei Prozent Neandertaler-Erbgut in sich. Es ist der wohl früheste Nachweis, dass durch die Wanderungen
  34. der Menschen sich ihre Gene veränderten. Und somit auch ihr Aussehen.
  35. Mit jeder neuen Region, in die der Mensch vordringt, erweitert sich auch sein geistiger Horizont.
  36. In den Höhlen des französischen Chauvet finden sich beeindruckende Zeugnisse aus der Zeit um 30.000 v. Chr.
  37. Die damaligen Menschen können ihre Lebenswelt komplex und wunderschön wiedergeben.
  38. Und ihre Nachkommen durch ihre Kunst daran teilhaben lassen. Sie erlernen aber auch praktisches.
  39. Stellen Werkzeuge wie den Faustkeil her. Oder die Nähnadel, mit der sie sich wärmende Kleidung anfertigen.
  40. Es sind Erfindungen, die die Menschen weiterbringen. Vor 15.000 Jahren ist der moderne Mensch
  41. dann auf allen bewohnbaren Erdteilen angekommen und heimisch geworden. Noch sind es weltweit nur ein paar Millionen.
  42. Und die Gruppen haben nahezu keinen Kontakt zueinander. Doch sie passen sich ihren neuen Umgebungen ungeheurer schnell an.
  43. Welche Wege die Menschen genau nahmen, wird in der Forschung bis heute diskutiert.
  44. Beim Aufbruch in Afrika gehen die Wege vermutlich zunächst nach Nord und Süd.
  45. Über die arabische Halbinsel nach Osten. Von dort nach Asien und Europa.
  46. Der Sprung nach Australien gelingt. Und über die damals noch begehbare Beringstraße
  47. werden schließlich Nord- und Südamerika erreicht. Für seine Weltreise braucht der Mensch nur 2000 Generationen.
  48. Eine beeindruckende Leistung. Aber was braucht man für so eine Wanderschaft?
  49. Klar, ein paar gesunde Beine, Neugierde, Abenteuerlust. Aber was noch?
  50. Man braucht Kommunikation, um abzustimmen, wer, wann, wohin geht. Und in unseren Breiten braucht man Schuhe.
  51. Der Schuh ist eine der einfachsten, aber genialsten Erfindungen der Menschheit.
  52. Denn ein Großteil Europas ist im Winter einfach mit Eis und Schnee bedeckt.
  53. Und mit nackten Füßen kommt man da nicht weit. Die ältesten Schuhe, die in Europa überdauert haben, die trug Ötzi.
  54. Der Mann aus dem Eis war vor etwa 5300 Jahren in den Alpen unterwegs. Die Menschen seiner Zeit lebten damals von Landwirtschaft.
  55. Aber auch vom Sammeln und von der Jagd. Vielleicht war Ötzi auf der Suche nach Wild
  56. so hoch in die Berge gestiegen. Er fand dort den Tod.
  57. Das ewige Eis konservierte ihn gut. Ein Glück für die Wissenschaft. Seine Mumie ist älter als die Steinkreise von Stonehenge
  58. und die Gizeh-Pyramiden. Für die Forschung eine wahre Fundgrube.
  59. Denn Ötzi ist der einzige Steinzeit-Mensch, der mit seiner Ausstattung geborgen wurde.
  60. Inklusive frostfester Schuhe. Ein frostfester Schuh in der Steinzeit. Kann das wirklich sein?
  61. Sagen Sie mal, Herr Paulsen, ist das jetzt nur 'ne Theorie, dass der frostfeste Schuhe hatte?
  62. Oder hatte der wirklich so tolle Treter? Mit ziemlicher Sicherheit. Der Boden war überall hart.
  63. Da musste man natürlich die empfindlichen Füße etwas schützen.
  64. Aus wie vielen Materialien bestand denn der Ötzi-Schuh? Wir haben erst mal die Sohle, die bestand aus Bärenfell.
  65. Schön kuschelig. Dann hatten wir Leder für die Stränge hier.
  66. Dann hatten wir Bast, Lindenbast, das war das Innenskelett des Schuhs. Da haben wir dann ganz weiches Stroh, was dazwischen gesteckt war.
  67. Das ist so was wie die warme Socke. Rundherum war dann noch ein Leder, das Oberleder.
  68. Damit das Ganze dann zusammenhielt, und das war warm. Lassen Sie uns mal einen nachbauen.
  69. Dann kann ich selber mal Ötzis Schuhe anprobieren. Eine ziemliche Fummelei, diese Schneeschuhe aus der Steinzeit.
  70. So, bitte schön. Ötzis Gehhilfe.
  71. Ist ja auch irgendwie typisch, dass der älteste Schuh Europas ausgerechnet aus Italien kommt.
  72. Jetzt muss nur noch ein bisschen Stroh rein als Isolator. Ist auch schön weich.
  73. So, das sieht kuschelig aus. Bitte schön. Vielen Dank.
  74. Jetzt bin ich ja mal gespannt. Rein in den Ötzi-Schuh. Sitzt ganz gut.
  75. Darf ich ein paar Schritte gehen? Nur ein kleiner Schritt für mich,
  76. aber ein großer Sprung für die Menschheit. Denn ohne wärmende Schuhe
  77. wäre die Besiedlung von Kaltgebieten unmöglich gewesen. Die gute Ausstattung half, um anzukommen.
  78. Doch um wirklich heimisch zu werden, brauchte der Mensch die Evolution. Was das Aussehen der Menschen mit Migration zu tun hat,
  79. erfahre ich in Halle im Landesmuseum für Vorgeschichte. Dort treffe ich Prof. Johannes Krause.
  80. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte.
  81. Und kann aus historischer DNA Migrationsgeschichte herauslesen. Dafür haben er und seine Kollegen
  82. tausende DNA-Proben früher Europäer untersucht. Für mich sehen diese beiden Schädel ja fast identisch aus.
  83. Aber Sie sagen, die haben völlig verschiedene Geschichten. Diese Jäger und Sammlerin hier,
  84. die hatte eine dunkle Hautfarbe, aber blaue Augen. Ein Phänotyp, den wir heute so gar nicht in Europa kennen.
  85. Sie hatte eine Hautfarbe, ähnlich wie Menschen im heutigen Afrika südlich der Sahara.
  86. Aber blaue Augen, so wie heute auch viele Europäer. Wohingegen diese frühe Ackerbäuerin
  87. eine relativ helle Haut hatte, aber dunkle, braune Augen. Woher wissen Sie, wie die ausgesehen haben?
  88. In diesen Schädeln steckt immer noch ein bisschen von dem Erbmaterial, von der DNA.
  89. Wir sind spezialisiert, diese DNA aus den Knochen zu holen. Zu analysieren und dann die Gene uns anzuschauen,
  90. die für diese Phänotypen zu kodieren. Da gibt's ein Gen, das haben heute viele Europäer.
  91. Ungefähr 70 % aller Europäer. In Mitteleuropa finden wir das, das verursacht blaue Augen.
  92. Und das hatte auch schon diese Person vor 8000 Jahren. Wie ist es zu der hellen Haut gekommen?
  93. Die helle Haut ist zum Teil in Europa entstanden. Ein anderes ist wahrscheinlich mit diesen Ackerbauern
  94. aus dem Nahen Osten eingewandert. Die haben sich dann auch vermischt.
  95. Es kam zu einer genetischen Vermischung zwischen den Ureuropäern und dieser einwandernden Bevölkerung aus Anatolien.
  96. Zunehmend wurden die Menschen heller in ihrer Hautfarbe. Das lag wohl daran,
  97. dass sie sich an das Leben in Europa anpassen mussten. An den Ackerbau, mit wenig Fleisch oder Fisch in der Nahrung.
  98. Gleichzeitig an die geringen Lichtbedingungen in Europa. Dunkel ist die Haut in Regionen mit starkem Sonnenlicht.
  99. So schützt sie besser vor der UV-Strahlung. Nimmt die Sonne ab, wird die Haut heller.
  100. Sie erlaubt so auch die einfachere Produktion des lebenswichtigen Vitamins D.
  101. Die Wanderungen der Menschheit haben viele Spuren hinterlassen, die in unserem Genom verewigt sind.
  102. Wie ist das bei mir? Heute reicht schon eine Speichelprobe,
  103. um das zu überprüfen. Ich habe einen Gentest machen lassen.
  104. Der ist seit den 80ern möglich. Damals wurde von Genetikern eine Methode entwickelt,
  105. wie sich die Abstammung eines Menschen mit Hilfe der Mitochondrien zurückverfolgen lässt.
  106. Mitochondrien sind so etwas wie die Kraftwerke einer Zelle. Und werden immer von der Mutter vererbt.
  107. Jedes Mitochondrium enthält einen winzigen Strang DNA. In dieser DNA steht dann die gesamte spezifische Erbinformation.
  108. Kann man also an meinem Gentest sehen, wo meine Vorfahren lebten? Das steht in meinen Genen. Also, 34 % nordwesteuropäisch.
  109. Was haben wir hier? Gut 20 % skandinavisch. 20 % französisch-deutsch, 10 % britisch-irisch, finnisch.
  110. Bisschen was vom Balkan, Südeuropa, Aschkenazi, also jüdisch. Macht 100 % Dirk Steffens. Aber was erzählt mir das denn jetzt?
  111. Was es Ihnen im Prinzip sagt, ist: Sie sind Europäer. Das ist vielleicht für Sie keine große Überraschung.
  112. Aber wir wissen, dass die Europäer sehr eng miteinander verwandt sind. Wir sind im Prinzip alle dieses genetische Potpourri
  113. unterschiedlicher europäischer Populationen. Wie finden Sie's denn, wenn Menschen ihre DNA sequenzieren lassen,
  114. so individuell? Es ist 'ne Form von Stammbaumkunde.
  115. Die Menschen sind interessiert an ihren Vorfahren. Es gibt viele Menschen, die haben ihren Familienstammbaum.
  116. Der geht dann aber häufig nur auf eine Person zurück. Aber in jeder Generation verdoppeln sich unsere Vorfahren.
  117. Über 200 Jahre haben wir 1000 Vorfahren, über 400 Jahre haben wir eine Million Vorfahren.
  118. Über 600 Jahre haben wir eine Milliarde Vorfahren. Das heißt ja, dass Prince Charles mit den Vorfahren
  119. seiner Königsfamilie vor 1000 Jahren nicht enger verwandt ist als ich. Das kann gut sein.
  120. Wenn ich mir vorstelle, dass ein Adliger einen Stammbaum hat, der bis ins 10. oder 11. Jahrhundert zurückgeht.
  121. Dann bin ich wahrscheinlich genauso eng mit dieser Person verwandt. Da steht immer ein Name ganz oben.
  122. Genau. Die eine Person, die dort 1640 in irgendeinem Kirchenbuch stand und irgendwo in Regensburg geboren ist.
  123. Und man denkt: Meine Familie kommt aus Regensburg. Aber in Wirklichkeit fehlen einem tausende von Verwandten.
  124. Solche Analysen zeigen einem, dass man überall Verwandte hat. Suchen Sie sich eine beliebige Person aus der Geschichte aus.
  125. Je früher diese lebte, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie auch zu Ihren Vorfahren gehört.
  126. Die Helden genauso wie die Bösewichte. Es zeigt jedenfalls, dass es keine ganz eindeutige Zuordnung gibt.
  127. Dass es jetzt nicht die 99,9 % Deutsch oder Englisch gibt. Alle Zentraleuropäer sind eine Mischung.
  128. Es gibt keine direkte Grenze zwischen den Bevölkerungsgruppen in Zentraleuropa.
  129. Ob blaue Augen oder braune, helle Haut oder dunkle, glatte Haare oder krause:
  130. Wir haben genetische Spuren von überall her. Die Wanderungen der Menschheit sind in unserer DNA verewigt.
  131. So gesehen trägt jeder von uns die gesamte Geschichte der Menschheit in sich.
  132. Wir sehen anders aus und sprechen ganz unterschiedliche Sprachen. Denn überall, wo sich menschliche Gemeinschaften herausbildeten,
  133. entwickelten sie ihre eigenen Formen der Kommunikation. Die Menschen erfanden zum Beispiel neue Worte für ihre Umgebung.
  134. Oder sie verloren solche, die sie nicht mehr brauchten. Heute scheint die Welt geprägt von einem babylonischen Sprachengewirr.
  135. Fünf Finger meiner Hand. Five fingers of my hand.
  136. * Sie sprechen in ihren Sprachen. * Cinq doigts de ma main.
  137. Five fingers from my hand. Schwer zu glauben, aber alle diese Sprachen sind miteinander verwandt.
  138. Der Evolutionsbiologe Professor Russel Gray hat tausende Sprachsamples gesammelt und ausgewertet.
  139. Was können wir daraus lernen? All diese verschiedenen Sprachen
  140. müssen einen gemeinsamen Ursprung haben. All diese Worte
  141. können auf eine gemeinsame Herkunft zurückverfolgt werden. Wenn ich mir das hier anhöre. - Ja.
  142. Das hier. * Fremde Sprache ertönt. * Und das hier.
  143. Für mich klingt das völlig verschieden. Woher wissen Sie, dass es zu einer Sprachfamilie gehört?
  144. Hier kommen unsere Erkenntnisse über Lautverschiebungen ins Spiel. Wir wissen, dass das ursprüngliche protoindoeuropäische Wort für "fünf"
  145. so etwa wie "pinque" lautete. Es hatte also ein p am Anfang.
  146. Und wir wissen, dass in den germanischen Sprachen das p zum f wurde.
  147. Wir können das nicht nur bei dem Wort "fünf" sehen, sondern auch bei vielen anderen Wörtern.
  148. Das sind für uns wirklich starke Beweise dafür, dass diese Sprachen miteinander verwandt sein müssen.
  149. Was sehen wir noch? Wenn wir diese Untergruppen zurückverfolgen,
  150. können wir z.B. die romanische Sprachfamilie ungefähr 2000 Jahre zurückverfolgen.
  151. Wenn wir weiter zurückgehen zu den immer weiter entfernten Wurzeln, dann gehen wir ungefähr auf 8000 Jahre zurück.
  152. Diese frühe gemeinsame Sprache, davon gehen Gray und seine Kollegen aus, hatte ihren Ursprung im heutigen Armenien.
  153. Von wo sie sich in drei Hauptrichtungen verteilt hat: Westlich über Anatolien nach Europa.
  154. Nördlich in die pontische Steppe und östlich bis nach Indien. Weltweit sprechen heute 2/3 der Menschen
  155. eine indoeuropäische Sprache. Sie hat etwa 400 Ableger.
  156. Doch es gibt noch andere große Sprachfamilien auf der Welt. Innerhalb derer existieren heute fast 7000 Einzelsprachen.
  157. Sie haben sich über Jahrtausende differenziert. Durch Kontakt mit anderen Sprachen,
  158. aber auch durch Abspaltung und Isolation. Im 16. Jahrhundert gab es die höchste Vielfalt an Sprachen: fast 15.000.
  159. Heute wird von den meisten Menschen Chinesisch gesprochen. Dann folgen Spanisch und Englisch.
  160. Deutsch steht an zehnter Stelle. In ein paar Jahrzehnten, so schätzt man,
  161. wird es nur noch etwa 100 Sprachen geben. Obwohl meine Familie schon eine Ewigkeit in Norddeutschland lebt,
  162. habe ich offenbar einen Migrationshintergrund. Meine Sprache, meine Gene, meine helle Haut.
  163. All das sind die Ergebnisse einer Wanderungsbewegung. Die in Afrika begonnen hat.
  164. Und auf jedem Kontinent, den die Menschen besiedelt haben, ist diese Entwicklung dann ein bisschen anders verlaufen.
  165. Beginnend um etwa 10.000 v. Chr. vollzieht sich weltweit eine kulturelle Revolution:
  166. Der Mensch wird sesshaft. Er domestiziert Tiere, kultiviert Pflanzen.
  167. Und er fängt an, sich Häuser zu bauen. Jeder für sich auf seinem Kontinent.
  168. Jeder mit dem, was ihm zur Verfügung steht. In der Andenwelt domestizieren die Menschen Lamas und Alpakas.
  169. Und sie bauen Kartoffeln an. In Europa wird der Hund zum frühen Begleiter.
  170. Und Getreide zur wichtigsten Nutzpflanze. So werden aus Jägern und Sammlern allmählich Bauern.
  171. In Asien ist das Schwein eines der wichtigsten Haustiere. Und die primäre Kulturpflanze ist der Reis.
  172. Auch in Afrika lassen sich die Menschen langsam dauerhaft nieder. Ohne wirklichen Kontakt zueinander
  173. tun Menschen auf allen Kontinenten Ähnliches. Weit voneinander entfernt, ohne im Austausch miteinander zu stehen.
  174. Beginnen sie überall, ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte aufzuschlagen.
  175. * Ruhige Musik * Im 10. Jahrtausend v. Chr.
  176. beginnt es in der Region des "Fruchtbaren Halbmonds". Die Sesshaftwerdung in China folgt etwa 2000 Jahre später.
  177. Auch in Neuguinea, in Mexiko, in Südamerika, Afrika und Nordamerika siedeln die Menschen nun dauerhaft.
  178. * Musik * Mit der Sesshaftwerdung häuft der Mensch nun auch Besitz an.
  179. Er beansprucht Land, bestellt einen Acker, baut ein Haus. Nichts davon kann er so einfach mitnehmen.
  180. Der ehemalige Jäger und Sammler wird immobiler. Das wäre ein möglicher Zeitpunkt gewesen,
  181. an dem die Wanderung des Menschen endet. Aber das kann ja nicht sein.
  182. Unsere Ur-Ur-Ur-Urahnen müssen irgendeinen triftigen Grund gehabt haben, um weiterzuziehen.
  183. Und um den in Erfahrung zu bringen, bin ich gerade auf dem Weg ins Neue Museum.
  184. Die haben eine Riesen-Abteilung nur für Vor- und Frühgeschichte. Und die Leute, die sich auskennen.
  185. Hier in Berlin treffe ich den Archäologen Bernhard Heeb. Als die Menschen dann sesshaft wurden, bedeutet das,
  186. dass es überhaupt keine Migration mehr gab? Nein, Sesshaftwerdung war ein sehr langer Prozess.
  187. Der über Generationen, Jahrhunderte, Jahrtausende abgelaufen ist. Die Leute haben sich ja nicht auf einmal auf den Weg gemacht.
  188. Sondern immer in kleineren Gemeinschaften auf der Suche nach neuem Lebensraum, besserem Ackerboden.
  189. Oft auch nach Rohstoffen. Behilflich waren dann auch immer Erfindungen.
  190. Erfindungen erleichterten das Leben ungemein. Was für Erfindungen haben dafür eine große Rolle gespielt?
  191. Die Erfindung der Bronze und alles, was damit zusammenhängt: Rohstoffgewinnung, Verarbeitung, Distribution.
  192. Vielleicht die erste und auch wichtigste Erfindung. Bronze wurde damals oft in Form eines Beils gehandelt.
  193. Ähnlich wie heute Gold-Barren. Was ist denn so besonders an Bronze?
  194. Bronze ist eine interessante und eine wichtige Weiterentwicklung von reinen Kupfer-Artefakten.
  195. Weil man durch die Zugabe von Zinn zu Kupfer ein wesentlich härteres Metall bekommt.
  196. Die Verarbeitung für den Handwerker ist einfacher. Was hat das jetzt mit Mobilität, mit Migration zu tun?
  197. Der Rohstoff ist sehr begehrt. Kupfer und Zinn liegen ja nicht einfach vor der Haustür rum.
  198. Man musste die teilweise durch ganz Europa transportieren, um sie zum Handwerker zu bekommen.
  199. Dadurch sind Menschen auch gereist und haben das Material mitgenommen. Das bedingt Mobilität, Austausch und auch Migration.
  200. Und dadurch ist dann die Welt in Bewegung geraten. Die Welt, in der Kupfer und Bronze 'ne große Rolle gespielt haben,
  201. wie jetzt Europa oder die mediterrane Welt, ja. Es hat eine kulturelle Dynamik angestoßen.
  202. Die das Leben in Teilen so verändert hat, wie vorher nur die Landwirtschaft und die Sesshaftwerdung.
  203. Die Legierung aus Kupfer und Zinn wird vor mehr als 5000 Jahren in Vorderasien entdeckt.
  204. Bronze war allen früheren Werkstoffen weit überlegen. Denn es lässt sich bei niedrigerer Temperatur schmelzen.
  205. Und ist nach dem Erstarren viel härter als andere bis dahin bekannte Materialien.
  206. Das machte diese neue Legierung so begehrt. Für Schwerter und Schmuck, Pflugscharen und Äxte.
  207. Erneut brechen Menschen von zu Hause auf. Verlassen ihre Regionen als Händler oder Fachkräfte.
  208. Die Lebenswelten von Menschen, die vorher meist isoliert voneinander existiert haben, beginnen, sich zu berühren.
  209. Von Mesopotamien bis zu den britischen Inseln entsteht so aus dem Bedarf nach Bronze
  210. ein riesiger Wirtschafts- und Migrationsraum. Auch für den Bau des Steinkreises im südenglischen Stonehenge
  211. brauchte man vor 4300 Jahren Fachleute aus der Metallindustrie. Manche von ihnen kamen damals von sehr weit her.
  212. Der "Bogenschütze von Amesbury" ist ein solcher Arbeitsmigrant. Sein Grab liegt nicht weit von dem Steinkreis,
  213. an dem er wahrscheinlich mitgebaut hat. Die Grab-Beigaben zeugen von seinem hohen Ansehen:
  214. Man fand einen Amboss, Hauer von Ebern als Polierwerkzeuge und Pfeilspitzen.
  215. Woher der Mann ursprünglich stammte, hat die chemische Untersuchung seiner Zähne gezeigt.
  216. Die Analyse der Sauerstoff-Isotope im Zahnschmelz hat ergeben: Dieser Mann kam aus der Alpenregion.
  217. Seine Geschichte zeigt, wie Auswanderer schon vor tausenden von Jahren Know-how verbreitet haben.
  218. Neben der Bronze beschleunigte noch eine weitere Erfindung Migration und den Transfer von Wissen.
  219. Im Neuen Museum in Berlin führt mich Bernhard Heeb zu einem weiteren, kleinen Stück Metall mit großer Bedeutung: der Trense.
  220. Man geht davon aus, dass zu Ende des 3. Jahrtausends die ersten Formen im südrussischen, im Süd-Ural entstanden sind.
  221. Dort, wo die weiten Steppen sind. Und von dort aus im Sinne der Reiterei,
  222. um große Strecken schnell zu überqueren. Es bis nach Europa geschafft haben, als Innovation.
  223. Und wie hat das funktioniert, wenn die eine Kultur das schon hatte, und die andere nicht?
  224. Wahrscheinlich hat man beobachtet, dass es einen Vorteil beim Reiten gebracht hat.
  225. Man kann das Tier besser lenken. Man kann auch dadurch in größeren Zusammenhängen reiten.
  226. Mehrere Pferde nebeneinander in Phalanxen. Und hatte dadurch eine größere Kontrolle über das Tier.
  227. Und sobald jemandem der Vorteil offensichtlich war, hat man's sicher auch übernommen.
  228. Ideen breiten sich über riesige Entfernungen aus. Weil der Bronzezeitmensch nicht nur mobil,
  229. sondern auch erstaunlich schnell wird. Mit dem Pferd überwinden Reiternomaden, Boten und Krieger
  230. nun Distanzen von bis zu 100 Kilometern am Tag. Handels-Karawanen durchziehen ganze Kontinente.
  231. Und bringen die Gruppen miteinander in Kontakt. Und auf Flüssen sind die Menschen nun mit dem Boot unterwegs.
  232. Und erreichen Gegenden, die sich auf dem Landweg nur schlecht bereisen lassen.
  233. Sogar das Mittelmeer lässt sich schon zu dieser Zeit in nur wenigen Tagen überqueren.
  234. Transportsysteme, Techniken der Landwirtschaft und Formen der Kommunikation haben sich in den getrennten Welten
  235. im Detail zwar anders herausgebildet. Die großen Ideen haben Menschen aber überall:
  236. Alle treiben Handel. Erst Tauschhandel, später erfinden sie eine Form von Geld.
  237. Alle komponieren Musik, erschaffen Kunst, entwickeln eine Religion. Und überall bilden sich gesellschaftliche Hierarchien heraus.
  238. Es entstehen Reiche. Auf deren Gebiet ist es für die Menschen sicherer und leichter,
  239. den Wohnort zu wechseln. Es gibt bessere Infrastruktur
  240. und zunehmend ähnliche Regeln und Gebräuche. Das gilt für das Reich der Pharaonen genauso
  241. wie für das despotisch regierte Babylon. Das zahlreiche Völker des Nahen Ostens
  242. in einem Großreich zusammenführt. Und es gilt auch für das Perserreich,
  243. dessen Herrscher ihren Untertanen mit Toleranz entgegentreten. Mit dem Beginn der klassischen Antike
  244. mehren sich für Europa die Schriftquellen, sodass wir nun viel häufiger wissen, wer wo siedelte.
  245. Und warum die Menschen ihre Regionen verließen. Eines der bedeutendsten Imperien ist das Römische Reich.
  246. Während seiner größten Ausdehnung leben dort etwa 100 Millionen Menschen.
  247. Das ist fast die Hälfte der damaligen Weltbevölkerung. Das Imperium ist ein riesiger Migrationsraum.
  248. Erschlossen durch gepflasterte Straßen, die die Mobilität des einzelnen vereinfachen.
  249. Die moderne Infrastruktur ist nicht nur einfach praktisch, sie ist auch ein Luxus, der viele Menschen anzieht.
  250. Die Römer bauen insgesamt über 100.000 km Straßen und verbinden den ganzen Kontinent.
  251. Für die Strecke von Rom nach Gibraltar braucht man nur 14 Tage. Und von Konstantinopel bis nach Schottland sogar nur zwölf.
  252. Das Imperium bringt verschiedene Völker zusammen. Sie werden vereint durch einheitliches Recht, durch Steuern,
  253. Währung und Militär. Die Bürger können sich frei und einfach bewegen, Handel treiben
  254. und umziehen, wohin sie wollen. So lockt das Römische Reich Millionen von Menschen an.
  255. Aber nicht nur allein die Stabilität macht es so attraktiv, sondern auch sein Komfort:
  256. Frisches Wasser wird direkt in die Städte geleitet für die vielen Brunnen und Thermen.
  257. Und es wird für Unterhaltung gesorgt. Für Einwanderer ist es möglich, das römische Bürgerrecht zu erlangen.
  258. Sie können beispielsweise als Rekruten in der Armee dienen und müssen Steuern bezahlen.
  259. Auch Handwerker und Händler kommen von überall her nach Rom. Ihre Waren sichern den hohen Lebensstandard der Hauptstadt.
  260. Rom ist die multikulturellste Metropole ihrer Zeit. Doch nicht alle kommen freiwillig.
  261. Hunderttausende werden als Sklaven ins Reich deportiert. Sie sind Kriegsgefangene, die in den Städten verkauft werden.
  262. Doch auch sie werden in der Regel schnell integriert. Das will mir die Archäologin Carlotta Caruso an einem Beispiel erläutern.
  263. Und führt mich durch die römischen Thermen von Kaiser Diocletian zu einem ganz besonderen Grabstein.
  264. Das ist das Grab von Gaio Geminio Salvio, einem reichen und freien Römer, der einige Sklaven hatte.
  265. Zwei seiner ehemaligen Sklaven haben seine Beerdigung organisiert und diesen Grabstein aufgestellt.
  266. Jetzt versuch ich mal, zu lesen, okay? Ficarunt Gaius Geminius Caritu Libertus.
  267. Libertus heißt doch "freigelassen". Ist das ein Freigelassener? Genau. Der "libertus" und die "liberta",
  268. die sogar die Ehefrau des verstorbenen Salvi war. Sie sind ganz typisch für die römische Gesellschaft.
  269. Kriegsgefangene, also Sklaven, die aus aller Welt kamen, konnten freigelassen und dann sogar Bürger Roms werden.
  270. Theoretisch war es möglich, vom Sklaven zum Millionär zu werden. Das ging.
  271. Ja, das war möglich. Rom schränkte freigelassene Sklaven nicht ein, sondern integrierte sie.
  272. Ab der zweiten Generation wurden sie dann echte Bürger. Und durften am politischen Leben teilnehmen.
  273. Sie konnten Reichtum und politische Macht erlangen. Warum auch nicht? Doch ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. wankt das Römische Imperium.
  274. Ein Reich, in das 1000 Jahre lang die Menschen eingewandert sind. An seinen Grenzen formieren sich immer größere Gruppen,
  275. die hineinwollen. Im Norden erst germanische Völker, im Osten dann slawische.
  276. Sie alle überschreiten die langen Grenzen des Reiches. Es ist der Beginn der "Völkerwanderung".
  277. Viele Neuankömmlinge verhandeln mit den Römern. Bekommen Land zugewiesen und leisten dafür Kriegsdienst.
  278. Ihre Gründe zu wandern sind vielfältig. Das Klima oder lokale Konflikte lassen Gruppen aufbrechen,
  279. die wiederum andere in Bewegung setzen. Eine Kettenreaktion ist die Folge.
  280. Doch es sind nicht komplette Völker, die gesammelt umherziehen. Sondern vielmehr Gruppen, die mal in Bewegung sind
  281. und mal an einem Ort bleiben. Einige tun sich zusammen, lösen sich aber dann auch wieder auf.
  282. So verschieben sich die ethnischen Grenzen innerhalb Europas. Es ist eine Zeit der Transformation.
  283. Die allermeisten Gruppen wollen ins Römische Reich, das ein besseres Leben und Sicherheit verheißt.
  284. Doch wie lange noch? Die Grenzen des Imperiums im Norden und Osten
  285. halten die Einwanderer nicht länger ab. Wälle und Wehranlagen werden aufgegeben.
  286. Eine innere Krise Roms tut ihr übriges. Das Imperium hält dem Druck von außen nicht mehr stand
  287. und kollabiert. Und auch außerhalb Europas ist die Welt in Bewegung.
  288. In dieser Zeit besetzen in China asiatische Nomadengruppen den Norden des Kaiserreichs.
  289. Und lösen eine Wanderungs-Bewegung in Asien aus. In Mittelamerika bauen die Maya damals große Kult-Stätten.
  290. Ihre Hochkultur übt einen großen Einfluss auf die umliegenden Bevölkerungen aus.
  291. Und in Polynesien werden die letzten unbewohnten Inselgruppen im Pazifik besiedelt.
  292. Noch gibt es keinen direkten Austausch zwischen Asien und Amerika, zwischen Amerika und Europa.
  293. Mit dem Ende Roms geht ein Reich unter, das Jahrhunderte mit und durch Einwanderung funktioniert hat.
  294. Die einstmals wandernden Gruppen kommen jetzt an. Und gründen eigene Reiche
  295. auf den Territorien des ehemaligen Imperiums. Von Roms einstiger Größe zeugen heute nur noch die Ruinen.
  296. Wie immer in der Geschichte war das Ende auch ein Anfang. Der Beginn von etwas Neuem.
  297. Die Franken füllen nun das Machtvakuum in der Mitte Europas. Karl der Große schmiedet mit Schwert und Kreuz
  298. im Mittelalter ein neues Reich. Er wird zum mächtigsten Mann in Europa.
  299. Und lässt sich im Jahr 800 zum Kaiser krönen. Unter seinen Nachfolgern dehnt sich das Reich
  300. immer weiter in den Osten aus. In diese Gebiete ziehen Hunderttausende Menschen und bleiben.
  301. Im Süden und Westen allerdings expandiert eine andere Macht. Ausgehend von Mekka verbreitet sich ab dem 8. Jh. n. Chr.
  302. der Islam bis ins heutige Marokko. Im Jahr 711 beginnen muslimische Truppen
  303. mit der Eroberung der iberischen Halbinsel. Die einstigen germanischen Eroberer
  304. werden nun selbst zu Eroberten. Den Armeen folgen zivile Einwanderer nach al-Andalus.
  305. Wo sie gemeinsam mit den christlichen und jüdischen Einwohnern leben. Zusammen erschaffen sie eine Hochkultur,
  306. die Jahrhunderte Bestand hat. Das Wissen der arabischen Welt kommt nach Europa.
  307. Sei es in der Architektur, in der Astronomie. Oder in der Medizin.
  308. Die aus Arabien mitgebrachten chirurgischen Instrumente und Verfahren revolutionierten die Heilkunst.
  309. Auch auf der iberischen Halbinsel. Teilweise finden sie bis heute Verwendung.
  310. Das Gleiche gilt für die Mathematik und die Philosophie, die vom arabischen Osten nach Europa kamen.
  311. Es ist ein ungeheurer Entwicklungssprung. Ausgelöst durch Wanderungen von Menschen.
  312. Doch mit dem 15. Jahrhundert endet diese Blütezeit. Die Königin von Spanien erobert die iberische Halbinsel zurück.
  313. Vertreibt alle Mauren und Juden. Isabella ist nun die mächtigste Frau Europas.
  314. Sie träumt von den Reichtümern Indiens. Und gibt mutigen Männern den Auftrag,
  315. im Westen den Seeweg in den fernen Osten zu suchen. 1492 beginnt mit 87 Abenteurern ein neues Zeitalter.
  316. Schweinehirten und Totschläger, die statt der Kerkerhaft die Fahrt ins Ungewisse wählen,
  317. wagen sich über die ihnen bekannten Grenzen hinaus. Christoph Kolumbus und die ihm nachfolgenden Seefahrer und Entdecker
  318. wollen die Welt für ihre Herrscher erobern. Und lösen damit die nächste große und weltweite Migrationsbewegung aus.
  319. Untertitel im Auftrag des ZDF, 2018

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