Die Reise der Menschheit (1/3 ) | Ganze Folge Terra X Terra X History https://www.youtube.com/watch?v=xiYMWSA3s_A Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Terra X - Die Reise der Menschheit: Aufbruch - 29.04.2018 Seit es Menschen gibt, sind sie unterwegs. 0:12 Die Reise der Menschheit hat die Welt, wie wir sie kennen, geformt. Denn mit den Menschen verbreiten sich Kultur, Gene, Tiere, Pflanzen 0:24 und Know-how. Es sind oft erzwungene Reisen. 0:30 Viele aber auch voller Hoffnung auf der Suche nach einem besseren Leben. Angefangen hat diese Geschichte vor etwa 60.000 Jahren. 0:44 Als der Mensch aus Afrika auszog und seine Reise in die Welt antrat. Was habe ich mit den Wanderungen der Menschheit zu tun? 1:10 Gucken Sie mich doch an: ein durchschnittlicher Mitteleuropäer. Norddeutsch seit Generationen. 1:17 Aber immerhin einer, der schon viel von der Welt gesehen hat. Ich war in 120 Ländern und habe jede Menge kulturelle Vielfalt erlebt. 1:26 Wie kommt es, dass wir alle anders aussehen, anders leben, an andere Dinge glauben? 1:32 Wo hat das alles seinen Anfang genommen? Denn ob ich nun in New York oder in Tokyo unterwegs bin: 1:40 Ich bin einer von über 7,5 Milliarden Menschen, die sich eine gemeinsame Geschichte teilen. 1:47 Ich folge den Fußspuren des Menschen rund um den Globus. Und den großen Wellen seiner Wanderungen. 1:55 Gleich am Anfang steht für mich eine der beeindruckendsten Erkenntnisse. Denn egal, wen ich auf meiner Reise treffe: 2:02 Genetisch sind sie alle meine Cousins und Cousinen. Und die hier übrigens auch. 2:09 Und das erklärt sich so: Wir alle haben zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern 2:15 und so weiter. Die Zahl unserer Ahnen wächst durch die Zweierpotenz schnell an. 2:21 Wir sind also Verwandte durch die Geschichte. Und unsere Vorfahren sind auch die Vorfahren anderer. 2:29 Durch die Wanderungen des Menschen verästeln sich die Stammbäume über den ganzen Planeten. 2:37 "We are family" ist also gar kein Hippie-Traum, sondern einfach nur Realität. 2:42 Denn wenn man ungefähr 2500 Generationen zurückgeht, dann trifft man auf die Urahnen von uns allen. 2:49 Und die lebten damals in Afrika. Vor etwa 300.000 Jahren erscheint eine neue Spezies auf der Erde. 2:59 Homo sapiens, der moderne Mensch. Er lebt als Jäger und Sammler und weitet seine Jagdgründe stetig aus. 3:11 Hinter der nächsten Bergkette, jenseits eines Flusses wartet vielleicht besseres Klima, mehr Wild oder einfach ein Abenteuer. 3:27 Was kommt, wenn man einfach weiterwandert? Anfangs ist der Mensch zu Fuß unterwegs. 3:38 Neues Terrain erobert er sich mühsam Schritt für Schritt. Doch von Generation zu Generation dringt er weiter vor. 3:47 Vor etwa 60.000 Jahren verlässt er den afrikanischen Kontinent. Mit etwa 50 Kilometern pro Generation schiebt sich 3:56 die menschliche Besiedlung über Berge, Flüsse und das offene Meer. Nichts hält Homo sapiens auf. 4:08 Auch nicht andere Frühmenschen. Denn er vermehrt sich schneller und ist ihnen überlegen. 4:17 Durch höhere Sprachfertigkeit, technisches Geschick, assoziatives Denken und soziales Empfinden. 4:27 Homo sapiens ist die Menschenform, die sich weltweit durchsetzen wird. In Europa ist es der Neandertaler, auf den die Neuankömmlinge treffen. 4:53 Lange nahm man an, Homo sapiens habe diese Frühmenschen schlicht verdrängt. 5:01 Genetische Untersuchungen haben aber ergeben, dass sich der moderne Mensch mit dem Neandertaler gepaart hat. 5:10 Diese Menschenform gehört also bereits mit in unseren Stammbaum. Heute tragen die meisten Menschen noch durchschnittlich 5:19 anderthalb bis zwei Prozent Neandertaler-Erbgut in sich. Es ist der wohl früheste Nachweis, dass durch die Wanderungen 5:29 der Menschen sich ihre Gene veränderten. Und somit auch ihr Aussehen. 5:37 Mit jeder neuen Region, in die der Mensch vordringt, erweitert sich auch sein geistiger Horizont. 5:47 In den Höhlen des französischen Chauvet finden sich beeindruckende Zeugnisse aus der Zeit um 30.000 v. Chr. 5:59 Die damaligen Menschen können ihre Lebenswelt komplex und wunderschön wiedergeben. 6:04 Und ihre Nachkommen durch ihre Kunst daran teilhaben lassen. Sie erlernen aber auch praktisches. 6:14 Stellen Werkzeuge wie den Faustkeil her. Oder die Nähnadel, mit der sie sich wärmende Kleidung anfertigen. 6:26 Es sind Erfindungen, die die Menschen weiterbringen. Vor 15.000 Jahren ist der moderne Mensch 6:39 dann auf allen bewohnbaren Erdteilen angekommen und heimisch geworden. Noch sind es weltweit nur ein paar Millionen. 6:48 Und die Gruppen haben nahezu keinen Kontakt zueinander. Doch sie passen sich ihren neuen Umgebungen ungeheurer schnell an. 7:00 Welche Wege die Menschen genau nahmen, wird in der Forschung bis heute diskutiert. 7:05 Beim Aufbruch in Afrika gehen die Wege vermutlich zunächst nach Nord und Süd. 7:11 Über die arabische Halbinsel nach Osten. Von dort nach Asien und Europa. 7:16 Der Sprung nach Australien gelingt. Und über die damals noch begehbare Beringstraße 7:22 werden schließlich Nord- und Südamerika erreicht. Für seine Weltreise braucht der Mensch nur 2000 Generationen. 7:32 Eine beeindruckende Leistung. Aber was braucht man für so eine Wanderschaft? 7:38 Klar, ein paar gesunde Beine, Neugierde, Abenteuerlust. Aber was noch? 7:43 Man braucht Kommunikation, um abzustimmen, wer, wann, wohin geht. Und in unseren Breiten braucht man Schuhe. 7:53 Der Schuh ist eine der einfachsten, aber genialsten Erfindungen der Menschheit. 7:59 Denn ein Großteil Europas ist im Winter einfach mit Eis und Schnee bedeckt. 8:04 Und mit nackten Füßen kommt man da nicht weit. Die ältesten Schuhe, die in Europa überdauert haben, die trug Ötzi. 8:16 Der Mann aus dem Eis war vor etwa 5300 Jahren in den Alpen unterwegs. Die Menschen seiner Zeit lebten damals von Landwirtschaft. 8:26 Aber auch vom Sammeln und von der Jagd. Vielleicht war Ötzi auf der Suche nach Wild 8:31 so hoch in die Berge gestiegen. Er fand dort den Tod. 8:41 Das ewige Eis konservierte ihn gut. Ein Glück für die Wissenschaft. Seine Mumie ist älter als die Steinkreise von Stonehenge 8:50 und die Gizeh-Pyramiden. Für die Forschung eine wahre Fundgrube. 8:55 Denn Ötzi ist der einzige Steinzeit-Mensch, der mit seiner Ausstattung geborgen wurde. 9:00 Inklusive frostfester Schuhe. Ein frostfester Schuh in der Steinzeit. Kann das wirklich sein? 9:06 Sagen Sie mal, Herr Paulsen, ist das jetzt nur 'ne Theorie, dass der frostfeste Schuhe hatte? 9:11 Oder hatte der wirklich so tolle Treter? Mit ziemlicher Sicherheit. Der Boden war überall hart. 9:17 Da musste man natürlich die empfindlichen Füße etwas schützen. 9:21 Aus wie vielen Materialien bestand denn der Ötzi-Schuh? Wir haben erst mal die Sohle, die bestand aus Bärenfell. 9:28 Schön kuschelig. Dann hatten wir Leder für die Stränge hier. 9:32 Dann hatten wir Bast, Lindenbast, das war das Innenskelett des Schuhs. Da haben wir dann ganz weiches Stroh, was dazwischen gesteckt war. 9:42 Das ist so was wie die warme Socke. Rundherum war dann noch ein Leder, das Oberleder. 9:48 Damit das Ganze dann zusammenhielt, und das war warm. Lassen Sie uns mal einen nachbauen. 9:54 Dann kann ich selber mal Ötzis Schuhe anprobieren. Eine ziemliche Fummelei, diese Schneeschuhe aus der Steinzeit. 10:07 So, bitte schön. Ötzis Gehhilfe. 10:14 Ist ja auch irgendwie typisch, dass der älteste Schuh Europas ausgerechnet aus Italien kommt. 10:20 Jetzt muss nur noch ein bisschen Stroh rein als Isolator. Ist auch schön weich. 10:27 So, das sieht kuschelig aus. Bitte schön. Vielen Dank. 10:32 Jetzt bin ich ja mal gespannt. Rein in den Ötzi-Schuh. Sitzt ganz gut. 10:38 Darf ich ein paar Schritte gehen? Nur ein kleiner Schritt für mich, 10:44 aber ein großer Sprung für die Menschheit. Denn ohne wärmende Schuhe 10:48 wäre die Besiedlung von Kaltgebieten unmöglich gewesen. Die gute Ausstattung half, um anzukommen. 10:55 Doch um wirklich heimisch zu werden, brauchte der Mensch die Evolution. Was das Aussehen der Menschen mit Migration zu tun hat, 11:04 erfahre ich in Halle im Landesmuseum für Vorgeschichte. Dort treffe ich Prof. Johannes Krause. 11:10 Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte. 11:15 Und kann aus historischer DNA Migrationsgeschichte herauslesen. Dafür haben er und seine Kollegen 11:21 tausende DNA-Proben früher Europäer untersucht. Für mich sehen diese beiden Schädel ja fast identisch aus. 11:31 Aber Sie sagen, die haben völlig verschiedene Geschichten. Diese Jäger und Sammlerin hier, 11:37 die hatte eine dunkle Hautfarbe, aber blaue Augen. Ein Phänotyp, den wir heute so gar nicht in Europa kennen. 11:43 Sie hatte eine Hautfarbe, ähnlich wie Menschen im heutigen Afrika südlich der Sahara. 11:49 Aber blaue Augen, so wie heute auch viele Europäer. Wohingegen diese frühe Ackerbäuerin 11:54 eine relativ helle Haut hatte, aber dunkle, braune Augen. Woher wissen Sie, wie die ausgesehen haben? 12:00 In diesen Schädeln steckt immer noch ein bisschen von dem Erbmaterial, von der DNA. 12:06 Wir sind spezialisiert, diese DNA aus den Knochen zu holen. Zu analysieren und dann die Gene uns anzuschauen, 12:13 die für diese Phänotypen zu kodieren. Da gibt's ein Gen, das haben heute viele Europäer. 12:18 Ungefähr 70 % aller Europäer. In Mitteleuropa finden wir das, das verursacht blaue Augen. 12:24 Und das hatte auch schon diese Person vor 8000 Jahren. Wie ist es zu der hellen Haut gekommen? 12:30 Die helle Haut ist zum Teil in Europa entstanden. Ein anderes ist wahrscheinlich mit diesen Ackerbauern 12:36 aus dem Nahen Osten eingewandert. Die haben sich dann auch vermischt. 12:40 Es kam zu einer genetischen Vermischung zwischen den Ureuropäern und dieser einwandernden Bevölkerung aus Anatolien. 12:47 Zunehmend wurden die Menschen heller in ihrer Hautfarbe. Das lag wohl daran, 12:52 dass sie sich an das Leben in Europa anpassen mussten. An den Ackerbau, mit wenig Fleisch oder Fisch in der Nahrung. 12:59 Gleichzeitig an die geringen Lichtbedingungen in Europa. Dunkel ist die Haut in Regionen mit starkem Sonnenlicht. 13:06 So schützt sie besser vor der UV-Strahlung. Nimmt die Sonne ab, wird die Haut heller. 13:11 Sie erlaubt so auch die einfachere Produktion des lebenswichtigen Vitamins D. 13:16 Die Wanderungen der Menschheit haben viele Spuren hinterlassen, die in unserem Genom verewigt sind. 13:24 Wie ist das bei mir? Heute reicht schon eine Speichelprobe, 13:28 um das zu überprüfen. Ich habe einen Gentest machen lassen. 13:37 Der ist seit den 80ern möglich. Damals wurde von Genetikern eine Methode entwickelt, 13:44 wie sich die Abstammung eines Menschen mit Hilfe der Mitochondrien zurückverfolgen lässt. 13:50 Mitochondrien sind so etwas wie die Kraftwerke einer Zelle. Und werden immer von der Mutter vererbt. 13:59 Jedes Mitochondrium enthält einen winzigen Strang DNA. In dieser DNA steht dann die gesamte spezifische Erbinformation. 14:12 Kann man also an meinem Gentest sehen, wo meine Vorfahren lebten? Das steht in meinen Genen. Also, 34 % nordwesteuropäisch. 14:25 Was haben wir hier? Gut 20 % skandinavisch. 20 % französisch-deutsch, 10 % britisch-irisch, finnisch. 14:32 Bisschen was vom Balkan, Südeuropa, Aschkenazi, also jüdisch. Macht 100 % Dirk Steffens. Aber was erzählt mir das denn jetzt? 14:42 Was es Ihnen im Prinzip sagt, ist: Sie sind Europäer. Das ist vielleicht für Sie keine große Überraschung. 14:48 Aber wir wissen, dass die Europäer sehr eng miteinander verwandt sind. Wir sind im Prinzip alle dieses genetische Potpourri 14:55 unterschiedlicher europäischer Populationen. Wie finden Sie's denn, wenn Menschen ihre DNA sequenzieren lassen, 15:02 so individuell? Es ist 'ne Form von Stammbaumkunde. 15:06 Die Menschen sind interessiert an ihren Vorfahren. Es gibt viele Menschen, die haben ihren Familienstammbaum. 15:12 Der geht dann aber häufig nur auf eine Person zurück. Aber in jeder Generation verdoppeln sich unsere Vorfahren. 15:19 Über 200 Jahre haben wir 1000 Vorfahren, über 400 Jahre haben wir eine Million Vorfahren. 15:24 Über 600 Jahre haben wir eine Milliarde Vorfahren. Das heißt ja, dass Prince Charles mit den Vorfahren 15:31 seiner Königsfamilie vor 1000 Jahren nicht enger verwandt ist als ich. Das kann gut sein. 15:37 Wenn ich mir vorstelle, dass ein Adliger einen Stammbaum hat, der bis ins 10. oder 11. Jahrhundert zurückgeht. 15:43 Dann bin ich wahrscheinlich genauso eng mit dieser Person verwandt. Da steht immer ein Name ganz oben. 15:49 Genau. Die eine Person, die dort 1640 in irgendeinem Kirchenbuch stand und irgendwo in Regensburg geboren ist. 15:56 Und man denkt: Meine Familie kommt aus Regensburg. Aber in Wirklichkeit fehlen einem tausende von Verwandten. 16:02 Solche Analysen zeigen einem, dass man überall Verwandte hat. Suchen Sie sich eine beliebige Person aus der Geschichte aus. 16:09 Je früher diese lebte, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie auch zu Ihren Vorfahren gehört. 16:15 Die Helden genauso wie die Bösewichte. Es zeigt jedenfalls, dass es keine ganz eindeutige Zuordnung gibt. 16:23 Dass es jetzt nicht die 99,9 % Deutsch oder Englisch gibt. Alle Zentraleuropäer sind eine Mischung. 16:30 Es gibt keine direkte Grenze zwischen den Bevölkerungsgruppen in Zentraleuropa. 16:37 Ob blaue Augen oder braune, helle Haut oder dunkle, glatte Haare oder krause: 16:42 Wir haben genetische Spuren von überall her. Die Wanderungen der Menschheit sind in unserer DNA verewigt. 16:49 So gesehen trägt jeder von uns die gesamte Geschichte der Menschheit in sich. 16:57 Wir sehen anders aus und sprechen ganz unterschiedliche Sprachen. Denn überall, wo sich menschliche Gemeinschaften herausbildeten, 17:07 entwickelten sie ihre eigenen Formen der Kommunikation. Die Menschen erfanden zum Beispiel neue Worte für ihre Umgebung. 17:16 Oder sie verloren solche, die sie nicht mehr brauchten. Heute scheint die Welt geprägt von einem babylonischen Sprachengewirr. 17:28 Fünf Finger meiner Hand. Five fingers of my hand. 17:33 * Sie sprechen in ihren Sprachen. * Cinq doigts de ma main. 17:44 Five fingers from my hand. Schwer zu glauben, aber alle diese Sprachen sind miteinander verwandt. 17:51 Der Evolutionsbiologe Professor Russel Gray hat tausende Sprachsamples gesammelt und ausgewertet. 17:57 Was können wir daraus lernen? All diese verschiedenen Sprachen 18:03 müssen einen gemeinsamen Ursprung haben. All diese Worte 18:07 können auf eine gemeinsame Herkunft zurückverfolgt werden. Wenn ich mir das hier anhöre. - Ja. 18:13 Das hier. * Fremde Sprache ertönt. * Und das hier. 18:17 Für mich klingt das völlig verschieden. Woher wissen Sie, dass es zu einer Sprachfamilie gehört? 18:24 Hier kommen unsere Erkenntnisse über Lautverschiebungen ins Spiel. Wir wissen, dass das ursprüngliche protoindoeuropäische Wort für "fünf" 18:33 so etwa wie "pinque" lautete. Es hatte also ein p am Anfang. 18:37 Und wir wissen, dass in den germanischen Sprachen das p zum f wurde. 18:42 Wir können das nicht nur bei dem Wort "fünf" sehen, sondern auch bei vielen anderen Wörtern. 18:48 Das sind für uns wirklich starke Beweise dafür, dass diese Sprachen miteinander verwandt sein müssen. 18:54 Was sehen wir noch? Wenn wir diese Untergruppen zurückverfolgen, 18:59 können wir z.B. die romanische Sprachfamilie ungefähr 2000 Jahre zurückverfolgen. 19:03 Wenn wir weiter zurückgehen zu den immer weiter entfernten Wurzeln, dann gehen wir ungefähr auf 8000 Jahre zurück. 19:10 Diese frühe gemeinsame Sprache, davon gehen Gray und seine Kollegen aus, hatte ihren Ursprung im heutigen Armenien. 19:17 Von wo sie sich in drei Hauptrichtungen verteilt hat: Westlich über Anatolien nach Europa. 19:22 Nördlich in die pontische Steppe und östlich bis nach Indien. Weltweit sprechen heute 2/3 der Menschen 19:29 eine indoeuropäische Sprache. Sie hat etwa 400 Ableger. 19:32 Doch es gibt noch andere große Sprachfamilien auf der Welt. Innerhalb derer existieren heute fast 7000 Einzelsprachen. 19:41 Sie haben sich über Jahrtausende differenziert. Durch Kontakt mit anderen Sprachen, 19:47 aber auch durch Abspaltung und Isolation. Im 16. Jahrhundert gab es die höchste Vielfalt an Sprachen: fast 15.000. 19:55 Heute wird von den meisten Menschen Chinesisch gesprochen. Dann folgen Spanisch und Englisch. 20:04 Deutsch steht an zehnter Stelle. In ein paar Jahrzehnten, so schätzt man, 20:09 wird es nur noch etwa 100 Sprachen geben. Obwohl meine Familie schon eine Ewigkeit in Norddeutschland lebt, 20:17 habe ich offenbar einen Migrationshintergrund. Meine Sprache, meine Gene, meine helle Haut. 20:22 All das sind die Ergebnisse einer Wanderungsbewegung. Die in Afrika begonnen hat. 20:28 Und auf jedem Kontinent, den die Menschen besiedelt haben, ist diese Entwicklung dann ein bisschen anders verlaufen. 20:35 Beginnend um etwa 10.000 v. Chr. vollzieht sich weltweit eine kulturelle Revolution: 20:41 Der Mensch wird sesshaft. Er domestiziert Tiere, kultiviert Pflanzen. 20:45 Und er fängt an, sich Häuser zu bauen. Jeder für sich auf seinem Kontinent. 20:53 Jeder mit dem, was ihm zur Verfügung steht. In der Andenwelt domestizieren die Menschen Lamas und Alpakas. 21:03 Und sie bauen Kartoffeln an. In Europa wird der Hund zum frühen Begleiter. 21:17 Und Getreide zur wichtigsten Nutzpflanze. So werden aus Jägern und Sammlern allmählich Bauern. 21:31 In Asien ist das Schwein eines der wichtigsten Haustiere. Und die primäre Kulturpflanze ist der Reis. 21:51 Auch in Afrika lassen sich die Menschen langsam dauerhaft nieder. Ohne wirklichen Kontakt zueinander 21:58 tun Menschen auf allen Kontinenten Ähnliches. Weit voneinander entfernt, ohne im Austausch miteinander zu stehen. 22:06 Beginnen sie überall, ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte aufzuschlagen. 22:15 * Ruhige Musik * Im 10. Jahrtausend v. Chr. 22:29 beginnt es in der Region des "Fruchtbaren Halbmonds". Die Sesshaftwerdung in China folgt etwa 2000 Jahre später. 22:38 Auch in Neuguinea, in Mexiko, in Südamerika, Afrika und Nordamerika siedeln die Menschen nun dauerhaft. 22:47 * Musik * Mit der Sesshaftwerdung häuft der Mensch nun auch Besitz an. 23:05 Er beansprucht Land, bestellt einen Acker, baut ein Haus. Nichts davon kann er so einfach mitnehmen. 23:29 Der ehemalige Jäger und Sammler wird immobiler. Das wäre ein möglicher Zeitpunkt gewesen, 23:45 an dem die Wanderung des Menschen endet. Aber das kann ja nicht sein. 23:50 Unsere Ur-Ur-Ur-Urahnen müssen irgendeinen triftigen Grund gehabt haben, um weiterzuziehen. 23:56 Und um den in Erfahrung zu bringen, bin ich gerade auf dem Weg ins Neue Museum. 24:02 Die haben eine Riesen-Abteilung nur für Vor- und Frühgeschichte. Und die Leute, die sich auskennen. 24:08 Hier in Berlin treffe ich den Archäologen Bernhard Heeb. Als die Menschen dann sesshaft wurden, bedeutet das, 24:15 dass es überhaupt keine Migration mehr gab? Nein, Sesshaftwerdung war ein sehr langer Prozess. 24:22 Der über Generationen, Jahrhunderte, Jahrtausende abgelaufen ist. Die Leute haben sich ja nicht auf einmal auf den Weg gemacht. 24:29 Sondern immer in kleineren Gemeinschaften auf der Suche nach neuem Lebensraum, besserem Ackerboden. 24:35 Oft auch nach Rohstoffen. Behilflich waren dann auch immer Erfindungen. 24:40 Erfindungen erleichterten das Leben ungemein. Was für Erfindungen haben dafür eine große Rolle gespielt? 24:46 Die Erfindung der Bronze und alles, was damit zusammenhängt: Rohstoffgewinnung, Verarbeitung, Distribution. 24:53 Vielleicht die erste und auch wichtigste Erfindung. Bronze wurde damals oft in Form eines Beils gehandelt. 24:59 Ähnlich wie heute Gold-Barren. Was ist denn so besonders an Bronze? 25:05 Bronze ist eine interessante und eine wichtige Weiterentwicklung von reinen Kupfer-Artefakten. 25:11 Weil man durch die Zugabe von Zinn zu Kupfer ein wesentlich härteres Metall bekommt. 25:17 Die Verarbeitung für den Handwerker ist einfacher. Was hat das jetzt mit Mobilität, mit Migration zu tun? 25:24 Der Rohstoff ist sehr begehrt. Kupfer und Zinn liegen ja nicht einfach vor der Haustür rum. 25:30 Man musste die teilweise durch ganz Europa transportieren, um sie zum Handwerker zu bekommen. 25:36 Dadurch sind Menschen auch gereist und haben das Material mitgenommen. Das bedingt Mobilität, Austausch und auch Migration. 25:44 Und dadurch ist dann die Welt in Bewegung geraten. Die Welt, in der Kupfer und Bronze 'ne große Rolle gespielt haben, 25:51 wie jetzt Europa oder die mediterrane Welt, ja. Es hat eine kulturelle Dynamik angestoßen. 25:57 Die das Leben in Teilen so verändert hat, wie vorher nur die Landwirtschaft und die Sesshaftwerdung. 26:04 Die Legierung aus Kupfer und Zinn wird vor mehr als 5000 Jahren in Vorderasien entdeckt. 26:13 Bronze war allen früheren Werkstoffen weit überlegen. Denn es lässt sich bei niedrigerer Temperatur schmelzen. 26:20 Und ist nach dem Erstarren viel härter als andere bis dahin bekannte Materialien. 26:30 Das machte diese neue Legierung so begehrt. Für Schwerter und Schmuck, Pflugscharen und Äxte. 26:40 Erneut brechen Menschen von zu Hause auf. Verlassen ihre Regionen als Händler oder Fachkräfte. 26:46 Die Lebenswelten von Menschen, die vorher meist isoliert voneinander existiert haben, beginnen, sich zu berühren. 26:53 Von Mesopotamien bis zu den britischen Inseln entsteht so aus dem Bedarf nach Bronze 26:59 ein riesiger Wirtschafts- und Migrationsraum. Auch für den Bau des Steinkreises im südenglischen Stonehenge 27:10 brauchte man vor 4300 Jahren Fachleute aus der Metallindustrie. Manche von ihnen kamen damals von sehr weit her. 27:29 Der "Bogenschütze von Amesbury" ist ein solcher Arbeitsmigrant. Sein Grab liegt nicht weit von dem Steinkreis, 27:36 an dem er wahrscheinlich mitgebaut hat. Die Grab-Beigaben zeugen von seinem hohen Ansehen: 27:42 Man fand einen Amboss, Hauer von Ebern als Polierwerkzeuge und Pfeilspitzen. 27:50 Woher der Mann ursprünglich stammte, hat die chemische Untersuchung seiner Zähne gezeigt. 27:57 Die Analyse der Sauerstoff-Isotope im Zahnschmelz hat ergeben: Dieser Mann kam aus der Alpenregion. 28:06 Seine Geschichte zeigt, wie Auswanderer schon vor tausenden von Jahren Know-how verbreitet haben. 28:14 Neben der Bronze beschleunigte noch eine weitere Erfindung Migration und den Transfer von Wissen. 28:21 Im Neuen Museum in Berlin führt mich Bernhard Heeb zu einem weiteren, kleinen Stück Metall mit großer Bedeutung: der Trense. 28:29 Man geht davon aus, dass zu Ende des 3. Jahrtausends die ersten Formen im südrussischen, im Süd-Ural entstanden sind. 28:37 Dort, wo die weiten Steppen sind. Und von dort aus im Sinne der Reiterei, 28:42 um große Strecken schnell zu überqueren. Es bis nach Europa geschafft haben, als Innovation. 28:48 Und wie hat das funktioniert, wenn die eine Kultur das schon hatte, und die andere nicht? 28:54 Wahrscheinlich hat man beobachtet, dass es einen Vorteil beim Reiten gebracht hat. 28:59 Man kann das Tier besser lenken. Man kann auch dadurch in größeren Zusammenhängen reiten. 29:05 Mehrere Pferde nebeneinander in Phalanxen. Und hatte dadurch eine größere Kontrolle über das Tier. 29:10 Und sobald jemandem der Vorteil offensichtlich war, hat man's sicher auch übernommen. 29:15 Ideen breiten sich über riesige Entfernungen aus. Weil der Bronzezeitmensch nicht nur mobil, 29:21 sondern auch erstaunlich schnell wird. Mit dem Pferd überwinden Reiternomaden, Boten und Krieger 29:30 nun Distanzen von bis zu 100 Kilometern am Tag. Handels-Karawanen durchziehen ganze Kontinente. 29:43 Und bringen die Gruppen miteinander in Kontakt. Und auf Flüssen sind die Menschen nun mit dem Boot unterwegs. 29:56 Und erreichen Gegenden, die sich auf dem Landweg nur schlecht bereisen lassen. 30:05 Sogar das Mittelmeer lässt sich schon zu dieser Zeit in nur wenigen Tagen überqueren. 30:13 Transportsysteme, Techniken der Landwirtschaft und Formen der Kommunikation haben sich in den getrennten Welten 30:21 im Detail zwar anders herausgebildet. Die großen Ideen haben Menschen aber überall: 30:30 Alle treiben Handel. Erst Tauschhandel, später erfinden sie eine Form von Geld. 30:41 Alle komponieren Musik, erschaffen Kunst, entwickeln eine Religion. Und überall bilden sich gesellschaftliche Hierarchien heraus. 31:01 Es entstehen Reiche. Auf deren Gebiet ist es für die Menschen sicherer und leichter, 31:07 den Wohnort zu wechseln. Es gibt bessere Infrastruktur 31:10 und zunehmend ähnliche Regeln und Gebräuche. Das gilt für das Reich der Pharaonen genauso 31:17 wie für das despotisch regierte Babylon. Das zahlreiche Völker des Nahen Ostens 31:22 in einem Großreich zusammenführt. Und es gilt auch für das Perserreich, 31:32 dessen Herrscher ihren Untertanen mit Toleranz entgegentreten. Mit dem Beginn der klassischen Antike 31:42 mehren sich für Europa die Schriftquellen, sodass wir nun viel häufiger wissen, wer wo siedelte. 31:49 Und warum die Menschen ihre Regionen verließen. Eines der bedeutendsten Imperien ist das Römische Reich. 32:03 Während seiner größten Ausdehnung leben dort etwa 100 Millionen Menschen. 32:08 Das ist fast die Hälfte der damaligen Weltbevölkerung. Das Imperium ist ein riesiger Migrationsraum. 32:19 Erschlossen durch gepflasterte Straßen, die die Mobilität des einzelnen vereinfachen. 32:26 Die moderne Infrastruktur ist nicht nur einfach praktisch, sie ist auch ein Luxus, der viele Menschen anzieht. 32:34 Die Römer bauen insgesamt über 100.000 km Straßen und verbinden den ganzen Kontinent. 32:42 Für die Strecke von Rom nach Gibraltar braucht man nur 14 Tage. Und von Konstantinopel bis nach Schottland sogar nur zwölf. 32:55 Das Imperium bringt verschiedene Völker zusammen. Sie werden vereint durch einheitliches Recht, durch Steuern, 33:05 Währung und Militär. Die Bürger können sich frei und einfach bewegen, Handel treiben 33:15 und umziehen, wohin sie wollen. So lockt das Römische Reich Millionen von Menschen an. 33:22 Aber nicht nur allein die Stabilität macht es so attraktiv, sondern auch sein Komfort: 33:30 Frisches Wasser wird direkt in die Städte geleitet für die vielen Brunnen und Thermen. 33:36 Und es wird für Unterhaltung gesorgt. Für Einwanderer ist es möglich, das römische Bürgerrecht zu erlangen. 33:45 Sie können beispielsweise als Rekruten in der Armee dienen und müssen Steuern bezahlen. 33:51 Auch Handwerker und Händler kommen von überall her nach Rom. Ihre Waren sichern den hohen Lebensstandard der Hauptstadt. 33:59 Rom ist die multikulturellste Metropole ihrer Zeit. Doch nicht alle kommen freiwillig. 34:04 Hunderttausende werden als Sklaven ins Reich deportiert. Sie sind Kriegsgefangene, die in den Städten verkauft werden. 34:13 Doch auch sie werden in der Regel schnell integriert. Das will mir die Archäologin Carlotta Caruso an einem Beispiel erläutern. 34:26 Und führt mich durch die römischen Thermen von Kaiser Diocletian zu einem ganz besonderen Grabstein. 34:38 Das ist das Grab von Gaio Geminio Salvio, einem reichen und freien Römer, der einige Sklaven hatte. 34:46 Zwei seiner ehemaligen Sklaven haben seine Beerdigung organisiert und diesen Grabstein aufgestellt. 34:53 Jetzt versuch ich mal, zu lesen, okay? Ficarunt Gaius Geminius Caritu Libertus. 34:59 Libertus heißt doch "freigelassen". Ist das ein Freigelassener? Genau. Der "libertus" und die "liberta", 35:06 die sogar die Ehefrau des verstorbenen Salvi war. Sie sind ganz typisch für die römische Gesellschaft. 35:13 Kriegsgefangene, also Sklaven, die aus aller Welt kamen, konnten freigelassen und dann sogar Bürger Roms werden. 35:21 Theoretisch war es möglich, vom Sklaven zum Millionär zu werden. Das ging. 35:26 Ja, das war möglich. Rom schränkte freigelassene Sklaven nicht ein, sondern integrierte sie. 35:32 Ab der zweiten Generation wurden sie dann echte Bürger. Und durften am politischen Leben teilnehmen. 35:39 Sie konnten Reichtum und politische Macht erlangen. Warum auch nicht? Doch ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. wankt das Römische Imperium. 35:48 Ein Reich, in das 1000 Jahre lang die Menschen eingewandert sind. An seinen Grenzen formieren sich immer größere Gruppen, 35:58 die hineinwollen. Im Norden erst germanische Völker, im Osten dann slawische. 36:04 Sie alle überschreiten die langen Grenzen des Reiches. Es ist der Beginn der "Völkerwanderung". 36:14 Viele Neuankömmlinge verhandeln mit den Römern. Bekommen Land zugewiesen und leisten dafür Kriegsdienst. 36:23 Ihre Gründe zu wandern sind vielfältig. Das Klima oder lokale Konflikte lassen Gruppen aufbrechen, 36:29 die wiederum andere in Bewegung setzen. Eine Kettenreaktion ist die Folge. 36:39 Doch es sind nicht komplette Völker, die gesammelt umherziehen. Sondern vielmehr Gruppen, die mal in Bewegung sind 36:46 und mal an einem Ort bleiben. Einige tun sich zusammen, lösen sich aber dann auch wieder auf. 36:53 So verschieben sich die ethnischen Grenzen innerhalb Europas. Es ist eine Zeit der Transformation. 37:06 Die allermeisten Gruppen wollen ins Römische Reich, das ein besseres Leben und Sicherheit verheißt. 37:12 Doch wie lange noch? Die Grenzen des Imperiums im Norden und Osten 37:22 halten die Einwanderer nicht länger ab. Wälle und Wehranlagen werden aufgegeben. 37:34 Eine innere Krise Roms tut ihr übriges. Das Imperium hält dem Druck von außen nicht mehr stand 37:40 und kollabiert. Und auch außerhalb Europas ist die Welt in Bewegung. 37:47 In dieser Zeit besetzen in China asiatische Nomadengruppen den Norden des Kaiserreichs. 37:52 Und lösen eine Wanderungs-Bewegung in Asien aus. In Mittelamerika bauen die Maya damals große Kult-Stätten. 38:03 Ihre Hochkultur übt einen großen Einfluss auf die umliegenden Bevölkerungen aus. 38:14 Und in Polynesien werden die letzten unbewohnten Inselgruppen im Pazifik besiedelt. 38:20 Noch gibt es keinen direkten Austausch zwischen Asien und Amerika, zwischen Amerika und Europa. 38:29 Mit dem Ende Roms geht ein Reich unter, das Jahrhunderte mit und durch Einwanderung funktioniert hat. 38:40 Die einstmals wandernden Gruppen kommen jetzt an. Und gründen eigene Reiche 38:46 auf den Territorien des ehemaligen Imperiums. Von Roms einstiger Größe zeugen heute nur noch die Ruinen. 39:09 Wie immer in der Geschichte war das Ende auch ein Anfang. Der Beginn von etwas Neuem. 39:15 Die Franken füllen nun das Machtvakuum in der Mitte Europas. Karl der Große schmiedet mit Schwert und Kreuz 39:25 im Mittelalter ein neues Reich. Er wird zum mächtigsten Mann in Europa. 39:29 Und lässt sich im Jahr 800 zum Kaiser krönen. Unter seinen Nachfolgern dehnt sich das Reich 39:38 immer weiter in den Osten aus. In diese Gebiete ziehen Hunderttausende Menschen und bleiben. 39:49 Im Süden und Westen allerdings expandiert eine andere Macht. Ausgehend von Mekka verbreitet sich ab dem 8. Jh. n. Chr. 40:03 der Islam bis ins heutige Marokko. Im Jahr 711 beginnen muslimische Truppen 40:10 mit der Eroberung der iberischen Halbinsel. Die einstigen germanischen Eroberer 40:16 werden nun selbst zu Eroberten. Den Armeen folgen zivile Einwanderer nach al-Andalus. 40:25 Wo sie gemeinsam mit den christlichen und jüdischen Einwohnern leben. Zusammen erschaffen sie eine Hochkultur, 40:34 die Jahrhunderte Bestand hat. Das Wissen der arabischen Welt kommt nach Europa. 40:42 Sei es in der Architektur, in der Astronomie. Oder in der Medizin. 40:57 Die aus Arabien mitgebrachten chirurgischen Instrumente und Verfahren revolutionierten die Heilkunst. 41:04 Auch auf der iberischen Halbinsel. Teilweise finden sie bis heute Verwendung. 41:11 Das Gleiche gilt für die Mathematik und die Philosophie, die vom arabischen Osten nach Europa kamen. 41:18 Es ist ein ungeheurer Entwicklungssprung. Ausgelöst durch Wanderungen von Menschen. 41:25 Doch mit dem 15. Jahrhundert endet diese Blütezeit. Die Königin von Spanien erobert die iberische Halbinsel zurück. 41:35 Vertreibt alle Mauren und Juden. Isabella ist nun die mächtigste Frau Europas. 41:43 Sie träumt von den Reichtümern Indiens. Und gibt mutigen Männern den Auftrag, 41:48 im Westen den Seeweg in den fernen Osten zu suchen. 1492 beginnt mit 87 Abenteurern ein neues Zeitalter. 42:08 Schweinehirten und Totschläger, die statt der Kerkerhaft die Fahrt ins Ungewisse wählen, 42:14 wagen sich über die ihnen bekannten Grenzen hinaus. Christoph Kolumbus und die ihm nachfolgenden Seefahrer und Entdecker 42:34 wollen die Welt für ihre Herrscher erobern. Und lösen damit die nächste große und weltweite Migrationsbewegung aus. 42:49 Untertitel im Auftrag des ZDF, 2018