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Demografischer Wandel | STARK erklärt

STARK Verlag4:54 46.859 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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  1. Pyramiden kennen wir alle. Die bekanntesten sind die aus Ägypten, wo schon vor mehr als 4500 Jahren Pharaonen in Pyramiden beigesetzt wurden. Wir
  2. interessieren uns nun aber für andere Pyramiden, sogenannte Bevölkerungspyramiden, mit denen die Altersstruktur einer
  3. Gesellschaft dargestellt werden kann. Wenn sich die Form der Pyramide ändert, sie also nun z.B. auf dem Kopf steht, dann hat sich die Struktur der
  4. Gesellschaft gewandelt. Dieser Prozess wird als demografischer Wandel bezeichnet. Wie es dazu kommt und was das für Auswirkungen haben kann, das
  5. schauen wir uns nun einmal genauer an. [Musik]
  6. Zuerst zum demographischen Wandel an sich. Neben der Altersstruktur können sich auch das Verhältnis von Frauen und Männern sowie die Anteile von Inn und
  7. Ausländern ändern. In Deutschland z.B. sind in den letzten 100 Jahren die Geburtenraten stark gesunken. Da außerdem eine immer höhere
  8. Lebenserwartung herrscht, erhöht sich der Anteil der älteren Menschen gegenüber den Jüngeren. Die Bevölkerungspyramide fängt an, keine
  9. Pyramide mehr zu sein. Man spricht dann von einer Zwiebelform. Eine solche Entwicklung ist typisch für hochentwickelte Industriestaaten. Es
  10. kommt zum sogenannten demographischökonomischen Paradoxon. Dieses besagt, dass wohlhabende Gesellschaften tendenziell
  11. schrumpfen und altern. Ärmere dagegen eher wachsen. Solange keine er unerwarteten Ereignisse eintreten, handelt es sich beim
  12. demographischen Wandel eher um einen schleichenden Prozess. Allerdings können beispielsweise Kriege, Krankheiten oder auch die Einführung von
  13. Verhütungsmethoden wie der Pille den Prozess stark beeinflussen und die Bevölkerung schrumpfen lassen. In Deutschland hatte auch die große
  14. Zuwanderungswelle im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 ihre Auswirkungen. Sie stoppte den Schrumpfungsprozess vorerst.
  15. Allgemein kann Zuwanderung wichtig sein, um die negativen Auswirkungen des demographischen Wandels in Zukunft abzumildern. Aber Moment, welche
  16. negativen Auswirkungen? Der demographische Wandel der Gesellschaft, vor allem die Überalterung, hat sogar mehrere negative Auswirkungen. Diese
  17. betreffen vor allem die Sozialversicherungssysteme wie Renten, Kranken und Pflegeversicherung und den Arbeitsmarkt.
  18. Das deutsche Sozialsystem basiert nämlich auf dem sogenannten Generationenvertrag. Das heißt, dass die jeweils arbeitende
  19. Generation durch ihre Sozialversicherungsbeiträge die Renten und sonstigen Leistungen für die ältere Generation mitverdient. Kommt
  20. es nun zu einer Überalterung der Gesellschaft, funktioniert dieses System nicht mehr. Dann müssen immer weniger junge arbeitende Menschen die Renten und
  21. weiteren Leistungen für die steigende Zahl älterer nicht mehr arbeiten der Menschen mitverdienen. Der Generationenvertrag fällt dann wie ein
  22. Kartenhaus in sich zusammen. Ein weiteres Thema, das mit dem demografischen Wandel zusammenhängt,
  23. betrifft die Arbeitsmärkte. Hier steht nun immer weniger Personal zur Verfügung und es kommt zu einem sogenannten Fachkräftemangel.
  24. Nebennahe zu allen Bereichen betrifft dies vor allem auch die Pflegeberufe. Da eine immer größere Zahl älterer Menschen auf Pflege angewiesen ist, die Anzahl
  25. der potenziellen Pflegekräfte aber tendenziell abnimmt, kommt es hier zu einem gravierenden Ungleichgewicht, dem sogenannten Pflegenotstand.
  26. Wie wir sehen, hat der demografische Wandel starke Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Es ist also dringend nötig, hier politisch
  27. einzugreifen. Dazu werden verschiedene Themen diskutiert. So z.B. eine bessere Vereinbarung von Beruf und Familie oder die gezielte Förderung von Eltern, z.B.
  28. durch Kindergeld. Auch Zuwanderung wird in diesem Bereich debattiert, da auch dadurch der Fachkräftemangel behoben werden kann. Dass Zuwanderung dem
  29. Sozialsystem nur schade, wie die gerne von Rechtspopulisten behauptet wird, ist also falsch. Fassen wir also noch mal das Wichtigste
  30. zusammen. Als demographischer Wandel werden Veränderungen der Zusammensetzung der Gesellschaft hinsichtlich Alterstruktur, Geschlechterstruktur und
  31. Nationalität bezeichnet. Ursachen für die Überalterung der Gesellschaft sind sinkende Geburtenraten und eine höhere Lebenserwartung.
  32. Der demografische Wandel hat gravierende Auswirkungen auf das System der Sozialversicherungen und auf den Arbeitsmarkt. Verschiedene politische
  33. Möglichkeiten zur Lösung werden diskutiert. mit

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