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Das Ende der Sowjetunion: Ein Videoglossar | Glasnost & Perestroika

Bundeszentrale für politische Bildung / bpb3:38 10.339 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. Perestroika bedeutet Umstrukturierung und bezeichnet die wirtschaftliche Öffnung und wirtschaftliche Reformen in der Sowjetunion der 1980er Jahre.
  2. Glasnost bedeutet Offenheit oder Transparenz und bezieht sich insbesondere auf eine erhöhte Transparenz im politischen Leben, aber auch in den Medien.
  3. Anfang der 80er Jahre stauten sich in der Sowjetunion eine Reihe von Problemen an. Diese waren für Teile der politischen Führungsriege deutlich
  4. und wurden auch der Gesellschaft immer klarer. Eines der größten Probleme war die Korruption, die weit verbreitet war
  5. im wirtschaftlichen und politischen Leben. Des weiteren stagnierte die Wirtschaft nach mehr als 20 Jahren ausbleibender Reformen
  6. unter Breschnew und den nachfolgenden Führungen an der Spitze der Sowjetunion. Und als letzter Punkt zeichnete sich das System in den 80er Jahren
  7. durch politische Instabilität aus, denn nach dem Tode Breschnews kam es gleich zu drei Führungswechseln an der Spitze.
  8. 1985 trat der 54jährige Gorbatschow an die Führungsspitze der Sowjetunion. Sein Ziel war es,
  9. das Land zu reformieren und dadurch die Phase der Stagnation, die die Zeit von Breschnew charakterisierte, endlich zu beenden.
  10. Um dies zu erreichen, führte Gorbatschow zwei Reformprogramme ein. Das eine ist Perestroika, die wirtschaftliche Umstrukturierung,
  11. der andere Reformschwerpunkt ist Glasnost: die Öffnung. Perstroika zeichnet sich vor allen Dingen durch eine Dezentralisierung
  12. von Wirtschaftsprozessen aus. Wir sehen hier, dass Marktlogiken im Bereich der Wirtschaft eingeführt werden.
  13. Preise werden liberalisiert, und es wird eine gewisse Verantwortung auf private Unternehmen verteilt.
  14. So sehen wir, dass kleinere Cafés und Restaurants in den 80er Jahren öffnen. Und es gibt ausländische Investoren.
  15. 1990 eröffnete das erste McDonald's in Moskau. Aber die Einführung von Marktlogik hat auch Grenzen.
  16. In großen Teilen, insbesondere der Industrie, bleiben die Preise kontrolliert und somit kann das erhoffte Resultat
  17. der wirtschaftlichen Dynamisierung nicht erreicht werden. Der zweite große Bestandteil seiner Reform ist Glasnost, also die Öffnung.
  18. Glasnost, das bezeichnet die Transparenz, die eingeführt werden sollte im Sowjetsystem und die eine Antwort darstellen sollte auf Probleme, insbesondere
  19. in der Parteien- und in der Medienlandschaft. Das Ziel von Glasnost war es, Transparenz in den politischen Prozess einzuführen,
  20. der sich durch Korruption und korrupte Eliten ausgezeichnet hatte. Das zweite wichtige Standbein war die Liberalisierung der Medien,
  21. die im Laufe der Sowjetzeit immer mehr zu einer Propagandamaschine reduziert wurden sind
  22. und losgelöst waren von den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung. Was können wir nun als Folgen von Perestroika und Glasnost festhalten?
  23. Zum einen ändern sich die Beziehungen zum Westen und werden entspannter. Gorbatschow bekommt 1990 beispielsweise den Friedensnobelpreis.
  24. Unter Gorbatschow sehen wir auch das Ende der Breschnewdoktrin, also die begrenzte Souveränität der sozialistischen Länder.
  25. Das ist der erste Schritt für die zukünftige Unabhängigkeit nichtrussischer Teilrepubliken der Sowjetunion.
  26. Perestroika und Glasnost sind bis heute wichtig, da sie den Grundstein legen für
  27. einen Reformprozess der Sowjetunion, der eine große Rolle dafür spielt,
  28. wo wir uns heute befinden in Russland und den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion.
  29. Im Westen wird Gorbatschow nach wie vor als derjenige gesehen, der den Kalten Krieg
  30. zu einem friedlichen Ende gebracht hat. Er ist also positiv in der heutigen Erinnerung konnotiert.
  31. In Russland hingegen ist die Auseinandersetzung mit Perestroika und Glasnost sehr begrenzt.
  32. Man hat sich im Erinnerungsdiskurs eher darauf eingelassen, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion
  33. die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts ist. Und dieser Blick steht einer selbstkritischen
  34. Auseinandersetzung mit den Prozessen im Wege.

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