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Glasnost und Perestroika | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 5:50 965 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 39 Zeilen
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  1. Hi und herzlich willkommen. Stell dir mal vor, zwei ganz normale Wörter hätten die Macht, ein riesiges Imperium zum Einsturz zu bringen. Klingt wie aus
  2. einem Film, oder? Aber genau das ist passiert. Und heute schauen wir uns an, wie genau Peris Treuer und Glasnost die Weltgeschichte auf den Kopf gestellt
  3. haben. Ja, das ist die große Frage, die über allem schwebt. Wie ist es möglich, dass zwei simple Ideen verpackt in diesen russischen Wörtern eine
  4. Supermacht, wie die Sowjetunion erst ins Wanken und dann zu Fall bringen konnten? bleib dran, denn ich verspreche dir, am Ende wirst du es verstehen. Also, um das
  5. alles zu kapieren, müssen wir erstmal die Zeit zurückdrehen und zwar in die Mitte der 1980er Jahre. Nach außen hin wirkte die Sowjetunion immer noch wie
  6. ein gigantischer, unbesiegbarer Koloss, aber hinter dieser Fassade da es schon gewaltig gebröckelt. Versuch dir das mal vorzustellen. Du lebst in einem Land,
  7. dessen Wirtschaft einfach nicht funktioniert. Du gehst in den Laden und die Regale für die einfachsten Dinge sind leer. Korruption ist an der
  8. Tagesordnung und wehe, du sagst offen, was du über die Regierung denkst. Tja, genau das war die Realität für Millionen von Menschen damals. Und genau in diesem
  9. Moment betrat ein neuer Mann die Bühne, Michael Gorbatschow. Er war für einen sowjetischen Führer ziemlich jung, energisch und er wußte ganz genau, so
  10. kann es nicht weitergehen. Es muss sich was ändern und zwar zackig. Er hatte einen Plan, der aus zwei Teilen bestand und der alles auf den Kopf stellen
  11. sollte. Sein erster großer Schritt war ein echt radikaler Plan, um das Land von Grund auf neu aufzubauen. Er nannte das Ganze
  12. Perestreuker, das heißt wörtlich übersetzt so viel wie Umbau. Und damit meinte Gobertschow nicht nur ein paar Schönheitskorrekturen, nein, er wollte
  13. das komplette System umkrempeln, die Gesellschaft, die Politik und ganz besonders die Wirtschaft. Also, um das mal greifbar zu machen,
  14. jahrelang hat der Staat den Fabriken gesagt, ihr produziert jetzt genau 10 000 Schrauben. Ob die irgendwer gebraucht hat, völlig egal. Mit
  15. Perestreuer durften die Unternehmen auf einmal selbst entscheiden, was die Leute tatsächlich kaufen wollen. Das war ein erster vorsichtiger Schritt in Richtung
  16. Marktwirtschaft. Ein riesiger Wandel. Aber und das ist wichtig, Perestreuka war viel mehr als nur Wirtschaft. Es ging auch darum, das politische System
  17. zu öffnen und ganz oben auf der Liste stand auch, den brandgefährlichen kalten Krieg mit den USA zu beenden. Gobatschows Treffen mit US-Präsident
  18. Reagan zur Abrüstung waren da ein ganz klares Zeichen, wie ernst er es meinte. Gorbatschow hat aber ziemlich schnell gemerkt, du kannst das schönste Haus
  19. nicht renovieren, wenn du nicht mal offen darüber reden darfst, dass das Fundamentrisse hat und das Dach undicht ist. Die Leute mussten endlich die
  20. Probleme beim Namen nennen dürfen. Und genau da kommt das zweite Schlüffelwort ins Spiel, Glasnost. Das bedeutet so viel wie Offenheit oder Transparenz. Die
  21. Idee war, endlich mal Licht ins Dunkel dieses starren sowjetischen Systems zu bringen. Das war eine absolute Revolution, wirklich. Jahrzehntelang war
  22. jede Kritik am Start undenkbar, gefährlich. Und plötzlich dank Glasnost durften die Leute im Fernsehen und Entzeitungen über alles diskutieren, was
  23. schieflief. Skandale wurden aufgedeckt, tabos gebrochen. Das Land fand zum ersten Mal seit Ewigkeiten seine eigene Stimme wieder. Und diese neue Offenheit,
  24. die machte nicht an den eigenen Grenzen Halt. Gobatschow schickte eine glasklare Botschaft an die Nachbarländer im Ostblock. Länder wie Polen, Ungarn oder
  25. auch die DDR konnten jetzt ihren eigenen Weg gehen. Die Zeiten, in denen sowjetische Panzer anrollen, wenn der Regierung in Moskau etwas nicht passt,
  26. die sind vorbei. Tja, aber wie das so ist, wenn man eine Tür, die jahrzehntelang verschlossen war, einen Spaltbreit öffnet, manchmal wird sie
  27. einem aus der Hand gerissen und mit voller Wucht aufgestoßen. Gobatschow hatte da Geister gerufen, die er bald nicht mehr kontrollieren konnte. Was
  28. dann passierte, war wie eine Kettenreaktion, die niemand mehr stoppen konnte. Die neue Freiheit führte zu einer Welle der Kritik. Diese Kritik hat
  29. die Macht der Kommunistischen Partei total erschüttert. Und in diesem Machtvakuum dachten sich viele Regionen der Sowjetunion: "Hey, das ist unsere
  30. Chance auf Unabhängigkeit." Und schau dir mal an, wie rasant das alles ging. Das ist der Wahnsinn. Innerhalb von nur 4 Jahren zerfiel
  31. dieses riesige Imperium, das über 70 Jahre lang wie in Stein gemeißelt schien. Eine geplante Reform war zu einem unkontrollierbaren Sturm geworden,
  32. der einfach alles mit sich riss. Und so kommen wir zum ja wirklich überraschenden Finale dieser ganzen Geschichte. Ein Ende, das so absolut
  33. niemand hat kommen sehen und am allerwenigsten Gorbatschow selbst. Im Dezember 1991 war es dann offiziell. Die Sowjetunion hörte auf zu existieren. Ein
  34. riesiges Land, eine Supermacht, einfach aufgelöst. Weg von der Landkarte. Und was wurde aus dem Mann, der das alles ins Rollen gebracht hat? Sein Ansehen
  35. heute ist total gespalten. Im Westen wird er als Held gefeiert, als der Mann, der den kalten Krieg beendet hat. Aber in Russland sehen ihn viele bis heute
  36. ganz anders als den schwachen Führer, der zugelassen hat, dass das große sowjetische Reich zerbricht. Und das lässt uns mit einer super spannenden
  37. Frage zurück, über die man heute noch streitet. War dieser Zusammenbruch unvermeintlich? Hätte Gobatschow sein Land reformieren können, ohne dass es
  38. dabei zerstört wird? Tja, eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Aber was meinst du? War das der notwendige Preis für die Freiheit oder eine vermeidbare
  39. Katastrophe?

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