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Gletscher: Entstehung, Typen & Trogtäler 🏔️🧊 | Glaziale Erosion, Moränen & Findlinge erklärt

simplyscience2go8:15 5.869 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 55 Zeilen
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  1. Hey, schön, dass du da bist. Lass uns das Thema Gletscher rocken, damit du im Abi Topfit bist. Wir gehen jetzt alles Wichtige durch, was du über die Macht
  2. des Eises wissen musst. Fangen wir direkt an. Okay, das ist unser Schlachtplan für heute. Wir gehen diese fünf Punkte Schritt für Schritt durch.
  3. Wenn du die drauf hast, kann bei den Prüfungsfragen eigentlich nichts mehr schiefgehen. So, fangen wir mal ganz von vorne an. Bevor wir über riesige Täller
  4. und Gesteinsmassen reden, müssen wir erstmal klären, wie entsteht so ein Gletscher überhaupt? Genau das ist die große Frage, oder wie kann aus diesem
  5. leichten flüffigen Zeug, das vom Himmelfällt, eine Eismacht werden, die ganze Landschaften umflügt? Das Geheimnis legt in zwei Dingen: Druck und
  6. einer Menge Zeit. Also, pass auf, alles fängt mit ganz normalem Neuschnee an. Der ist ja super locker, aber dann kommt immer mehr Schnee oben drauf und das
  7. Gewicht drückt die unteren Schichten zusammen. Die ganze Luft wird rausgepresst und es entsteht Firn. Und dieses Wort firn, das solltest du dir
  8. fett im Kopf anstreichen. Das ist ein super wichtiger Begriff fürs Abi. Und wenn der Druck dann noch weiter zunimmt, wird aus diesem körnigen FN schließlich
  9. steinhartes super dichtes Gletschereis. Schau dir mal das Bild an. Den Text blenden wir mal kurz aus. Das Prinzip ist ganz einfach. Jeder Gletscher hat
  10. sozusagen einen Bereich, wo er geboren wird und einen, wo er stirbt, also schmilzt. Und genau diese beiden Zonen, die musst du drauf haben, das Nährgebiet
  11. und das Zerrgebiet. Also, das Nährgebiet, das ist meistens weiter oben am Berg. Da schneit es mehr, als im Sommer wegschmilzt. Der Gletscher
  12. bekommt also ständig Nachschub. Er wird genährt und das Zehrgebiet ist dann weiter unten im Tal, da es es wärmer und es schmilzt mehr Eis weg, als von oben
  13. nachkommt. Der Gletscher zerrt also von seiner Substanz und ob der Gletscher wächst oder schrumpft, hängt genau von diesem Gleichgewicht ab. Das ist
  14. wirklich ein absolutes Schlüsselkonzept für deine Prüfung. Alright, jetzt wissen wir, wie so ein Eisriese entsteht. Im nächsten Schritt schauen wir uns an, was
  15. für verschiedene Arten von Gletschern es gibt und ganz wichtig, wie die sich eigentlich fortbewegen. Das ist eine Zahl, die man sich mal auf
  16. der Zunge zergehen lassen muss. 10%. Auch heute noch sind 10% der gesamten Landoberfläche unserer Erde von Eis bedeckt. Das ist eine unvorstellbare
  17. Menge. Und wo ist das ganze Eis? Na ja, die Grafik zeigt es ganz deutlich. Der Löwenanteil, also fast alles, steckt in den riesigen Eisschilen der Antarktis
  18. und Grönlands. Die Gletscher, die wir hier in den Alpen haben und die unsere Landschaft so geformt haben, machen nur einen winzig kleinen Teil aus. Aber und
  19. das ist das Verrückte, ihre Kraft, die Landschaft zu formen, ist trotzdem gigantisch. Schau dir mal die beiden Bilder an. Im Gebirge gibt es zwei
  20. Haupttypen, die du auseinanderhalten können musst. Links, das ist ein Talgletscher. Stell dir den wie einen riesigen trägen Fluss aus Eis vor, der
  21. sich durch ein ganzes Tal wälzt. Und rechts, das ist ein Carglscher. Der ist viel kleiner und hockt quasi in so einer kesselförmigen Mulde oben am Berg in
  22. einem sogenannten K. Und die bewegen sich wirklich, auch wenn es super langsam ist. Stell es dir am besten wie einen zähflüssigen Honigfluss vor. In
  23. der Mitte ist die Strömung am schnellsten und an den Rändern, wo das Eis am Fels reibt, wird es gebremst. Und weil die Oberfläche des Gletschers
  24. Spröde ist, reißt sie durch diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf. Und zack, so entstehen die gefährlichen Gletscherspalten.
  25. So, und jetzt kommen wir zu dem, was Gletscher so unglaublich macht. Ihre Fähigkeit, Landschaften komplett umzugestalten. Man kann sich einen
  26. Gletscher am besten als eine Mischung aus einem gigantischen Bulldozer und einem riesigen Stück Schleifpapier vorstellen. Und dieser Bulldozer hat
  27. zwei Hauptwerkzeuge. Erstens das Abschleifen, Fachbegriff Abrasion. Da schleifen die Steine, die im Eis eingefroren sind, den Felsboden glatt.
  28. Und zweitens das Losbrechen oder auch Pling. Dabei friert Schmelzwasser in Felspalten, dehnt sich aus und sprengt ganze Brocken aus dem Fels, die der
  29. Gletscher dann mitnimmt. Abrasion und Plucking, diese beiden Begriffe musst du parat haben. Die erklären fast alles. Und das hier ist das absolute
  30. Paradebeispiel dafür, was glale Erosion anrichten kann. Das Trogtal, dieses perfekte U. Jedes Mal, wenn du in den Alpen so ein Teil siehst, weißt du, hier
  31. war früher ein riesiger Gletscher am Werk. Die Grafik hier zeigt das perfekt. Stell dir vor, vor der Eiszeit war da ein ganz normales Flusstal, so eng und
  32. vaförmig. Dann kam der Gletscher. Der war so mächtig, dass er das ganze Tal ausgefüllt hat und hat es mit seiner gewaltigen Masse und den eingefrorenen
  33. Steinen zu diesem breiten U ausgeschliffen. Dieser Wandel von V zu U, das ist ein absoluter Klassiker in jeder Abi Prüfung zum Thema. Aber es
  34. gibt noch mehr Spuren, auf die du achten solltest. Z.B. Das K, diese sesselartige Mulde, wo der Gletscher entstanden ist, oder Rundtöcker, das sind so Felsbuckel,
  35. die auf der einen Seite glatt geschliffen und auf der anderen rau abgebrochen sind und Gletschermühlen, tiefe Löcher, die das Schmelzwasser in
  36. den Fels gebohrt hat. Solche Formen auf einer Karte oder einem Foto zu erkennen, das ist eine ganz typische Aufgabe. Okay, der Gletscher ist also ein
  37. Bulldozer, der alles abkratzt, aber er ist eben auch ein riesiges Förderband. All den Schutt, den er auf seinem Weg einsammelt, den transportiert er
  38. Kilometer weit und lässt ihn irgendwann einfach wieder fallen. Und das nennt man Ablagerung. Und für dieses ganze abgelagerte Material gibt es einen super
  39. wichtigen Oberbegriff, Moräne. Merkt ihr das Wort? Eine Morne ist einfach der ganze Gesteinsschutt, den der Gletscher liegen lässt. Das ist total unsortiert,
  40. da liegt feiner Sand neben hausgroßen Felsbrocken. Dieses Schaubild ist gold wert für dein Verständnis. Schau mal, der Schutt, den der Gletscher an seinen
  41. Seiten ablagert, das sind die Seitenmoränen. Fließen zwei Gletscher zusammen, vereinigen sich die inneren Seitenmoränen zu einer Mittelmoräne. Und
  42. der ganze Schutt, der am Ende des Gletschers, also an der Gletscherzunge abgeladen wird, der bildet einen riesigen Wall, die Endmorenne.
  43. Und dann gibt's noch diese Dinger hier, Findlinge. Das sind riesige Felsbrocken, die einfach so in der Landschaft herumliegen, wo sie geologisch überhaupt
  44. nicht hingehören. Stell dir vor, ein Granitblock mitten in einer Kalksteinregion. Der wurde vom Eis hunderte Kilometer weit transportiert
  45. und dann einfach abgesetzt. Diese Findlinge waren tatsächlich einer der ersten schlagenden Beweise dafür, dass es mal Eiszeiten gegeben haben muss. Und
  46. damit machen wir jetzt den Sprung von der Eiszeit direkt in unsere Gegenwart. Denn genau diese Prozesse, die über Jahrtausende unsere Landschaft geformt
  47. haben, werden durch den Klimawandel plötzlich wieder brandaktuell und bringen ganz neue Gefahren mit sich. Dieses Bild vom Ronegletscher am Fuhkaps
  48. sagt eigentlich alles. Früher da ist man aus dem Hotel raus und stand fast auf dem Eis und heute schau an, wie weit der Gletscher sich zurückgezogen hat. Das
  49. ist kein langsamer Prozess mehr. Das passiert rasend schnell und zeigt die dramatischen Auswirkungen direkt vor unserer Haustür. Aber dass die Gletscher
  50. schmelzen, ist nicht nur traurig fürs Fotoalbum, daraus entstehen ganz konkrete Gefahren. Es bilden sich neue instabile Sehen, die ausbrechen und
  51. riesige Flutwellen verursachen können. Ganze Berghänge, die vorher vom Eis stabilisiert wurden, werden locker und es kommt zu Felsstürzen und wir
  52. verlieren unsere wichtigsten Süßwasserspeicher für den Sommer. Genau diese Verbindung von der Geologie der Eiszeit zu den Umweltproblemen von
  53. heute. Das ist Stoff, der im Abitur unheimlich gerne abgefragt wird. Die Gletscher der Eiszeit haben die Welt, wie wir sie kennen, geformt. Die Frage
  54. ist jetzt, welche Spuren hinterlassen wir? Mit diesem Gedanken will ich dich für heute entlassen. Ich hoffe, diese Zusammenfassung hat dir geholfen. Du
  55. schaffst das. Viel Erfolg für deine Prüfung.

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