Gletscher: Entstehung, Typen & Trogtäler 🏔️🧊 | Glaziale Erosion, Moränen & Findlinge erklärt simplyscience2go https://www.youtube.com/watch?v=ksVM4Lv0brY Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hey, schön, dass du da bist. Lass uns das Thema Gletscher rocken, damit du im Abi Topfit bist. Wir gehen jetzt alles Wichtige durch, was du über die Macht 0:09 des Eises wissen musst. Fangen wir direkt an. Okay, das ist unser Schlachtplan für heute. Wir gehen diese fünf Punkte Schritt für Schritt durch. 0:18 Wenn du die drauf hast, kann bei den Prüfungsfragen eigentlich nichts mehr schiefgehen. So, fangen wir mal ganz von vorne an. Bevor wir über riesige Täller 0:27 und Gesteinsmassen reden, müssen wir erstmal klären, wie entsteht so ein Gletscher überhaupt? Genau das ist die große Frage, oder wie kann aus diesem 0:36 leichten flüffigen Zeug, das vom Himmelfällt, eine Eismacht werden, die ganze Landschaften umflügt? Das Geheimnis legt in zwei Dingen: Druck und 0:45 einer Menge Zeit. Also, pass auf, alles fängt mit ganz normalem Neuschnee an. Der ist ja super locker, aber dann kommt immer mehr Schnee oben drauf und das 0:55 Gewicht drückt die unteren Schichten zusammen. Die ganze Luft wird rausgepresst und es entsteht Firn. Und dieses Wort firn, das solltest du dir 1:03 fett im Kopf anstreichen. Das ist ein super wichtiger Begriff fürs Abi. Und wenn der Druck dann noch weiter zunimmt, wird aus diesem körnigen FN schließlich 1:11 steinhartes super dichtes Gletschereis. Schau dir mal das Bild an. Den Text blenden wir mal kurz aus. Das Prinzip ist ganz einfach. Jeder Gletscher hat 1:20 sozusagen einen Bereich, wo er geboren wird und einen, wo er stirbt, also schmilzt. Und genau diese beiden Zonen, die musst du drauf haben, das Nährgebiet 1:29 und das Zerrgebiet. Also, das Nährgebiet, das ist meistens weiter oben am Berg. Da schneit es mehr, als im Sommer wegschmilzt. Der Gletscher 1:38 bekommt also ständig Nachschub. Er wird genährt und das Zehrgebiet ist dann weiter unten im Tal, da es es wärmer und es schmilzt mehr Eis weg, als von oben 1:47 nachkommt. Der Gletscher zerrt also von seiner Substanz und ob der Gletscher wächst oder schrumpft, hängt genau von diesem Gleichgewicht ab. Das ist 1:56 wirklich ein absolutes Schlüsselkonzept für deine Prüfung. Alright, jetzt wissen wir, wie so ein Eisriese entsteht. Im nächsten Schritt schauen wir uns an, was 2:06 für verschiedene Arten von Gletschern es gibt und ganz wichtig, wie die sich eigentlich fortbewegen. Das ist eine Zahl, die man sich mal auf 2:14 der Zunge zergehen lassen muss. 10%. Auch heute noch sind 10% der gesamten Landoberfläche unserer Erde von Eis bedeckt. Das ist eine unvorstellbare 2:24 Menge. Und wo ist das ganze Eis? Na ja, die Grafik zeigt es ganz deutlich. Der Löwenanteil, also fast alles, steckt in den riesigen Eisschilen der Antarktis 2:35 und Grönlands. Die Gletscher, die wir hier in den Alpen haben und die unsere Landschaft so geformt haben, machen nur einen winzig kleinen Teil aus. Aber und 2:43 das ist das Verrückte, ihre Kraft, die Landschaft zu formen, ist trotzdem gigantisch. Schau dir mal die beiden Bilder an. Im Gebirge gibt es zwei 2:52 Haupttypen, die du auseinanderhalten können musst. Links, das ist ein Talgletscher. Stell dir den wie einen riesigen trägen Fluss aus Eis vor, der 3:00 sich durch ein ganzes Tal wälzt. Und rechts, das ist ein Carglscher. Der ist viel kleiner und hockt quasi in so einer kesselförmigen Mulde oben am Berg in 3:09 einem sogenannten K. Und die bewegen sich wirklich, auch wenn es super langsam ist. Stell es dir am besten wie einen zähflüssigen Honigfluss vor. In 3:19 der Mitte ist die Strömung am schnellsten und an den Rändern, wo das Eis am Fels reibt, wird es gebremst. Und weil die Oberfläche des Gletschers 3:27 Spröde ist, reißt sie durch diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf. Und zack, so entstehen die gefährlichen Gletscherspalten. 3:35 So, und jetzt kommen wir zu dem, was Gletscher so unglaublich macht. Ihre Fähigkeit, Landschaften komplett umzugestalten. Man kann sich einen 3:44 Gletscher am besten als eine Mischung aus einem gigantischen Bulldozer und einem riesigen Stück Schleifpapier vorstellen. Und dieser Bulldozer hat 3:53 zwei Hauptwerkzeuge. Erstens das Abschleifen, Fachbegriff Abrasion. Da schleifen die Steine, die im Eis eingefroren sind, den Felsboden glatt. 4:05 Und zweitens das Losbrechen oder auch Pling. Dabei friert Schmelzwasser in Felspalten, dehnt sich aus und sprengt ganze Brocken aus dem Fels, die der 4:14 Gletscher dann mitnimmt. Abrasion und Plucking, diese beiden Begriffe musst du parat haben. Die erklären fast alles. Und das hier ist das absolute 4:24 Paradebeispiel dafür, was glale Erosion anrichten kann. Das Trogtal, dieses perfekte U. Jedes Mal, wenn du in den Alpen so ein Teil siehst, weißt du, hier 4:35 war früher ein riesiger Gletscher am Werk. Die Grafik hier zeigt das perfekt. Stell dir vor, vor der Eiszeit war da ein ganz normales Flusstal, so eng und 4:45 vaförmig. Dann kam der Gletscher. Der war so mächtig, dass er das ganze Tal ausgefüllt hat und hat es mit seiner gewaltigen Masse und den eingefrorenen 4:53 Steinen zu diesem breiten U ausgeschliffen. Dieser Wandel von V zu U, das ist ein absoluter Klassiker in jeder Abi Prüfung zum Thema. Aber es 5:03 gibt noch mehr Spuren, auf die du achten solltest. Z.B. Das K, diese sesselartige Mulde, wo der Gletscher entstanden ist, oder Rundtöcker, das sind so Felsbuckel, 5:12 die auf der einen Seite glatt geschliffen und auf der anderen rau abgebrochen sind und Gletschermühlen, tiefe Löcher, die das Schmelzwasser in 5:20 den Fels gebohrt hat. Solche Formen auf einer Karte oder einem Foto zu erkennen, das ist eine ganz typische Aufgabe. Okay, der Gletscher ist also ein 5:29 Bulldozer, der alles abkratzt, aber er ist eben auch ein riesiges Förderband. All den Schutt, den er auf seinem Weg einsammelt, den transportiert er 5:37 Kilometer weit und lässt ihn irgendwann einfach wieder fallen. Und das nennt man Ablagerung. Und für dieses ganze abgelagerte Material gibt es einen super 5:46 wichtigen Oberbegriff, Moräne. Merkt ihr das Wort? Eine Morne ist einfach der ganze Gesteinsschutt, den der Gletscher liegen lässt. Das ist total unsortiert, 5:56 da liegt feiner Sand neben hausgroßen Felsbrocken. Dieses Schaubild ist gold wert für dein Verständnis. Schau mal, der Schutt, den der Gletscher an seinen 6:05 Seiten ablagert, das sind die Seitenmoränen. Fließen zwei Gletscher zusammen, vereinigen sich die inneren Seitenmoränen zu einer Mittelmoräne. Und 6:14 der ganze Schutt, der am Ende des Gletschers, also an der Gletscherzunge abgeladen wird, der bildet einen riesigen Wall, die Endmorenne. 6:23 Und dann gibt's noch diese Dinger hier, Findlinge. Das sind riesige Felsbrocken, die einfach so in der Landschaft herumliegen, wo sie geologisch überhaupt 6:31 nicht hingehören. Stell dir vor, ein Granitblock mitten in einer Kalksteinregion. Der wurde vom Eis hunderte Kilometer weit transportiert 6:39 und dann einfach abgesetzt. Diese Findlinge waren tatsächlich einer der ersten schlagenden Beweise dafür, dass es mal Eiszeiten gegeben haben muss. Und 6:49 damit machen wir jetzt den Sprung von der Eiszeit direkt in unsere Gegenwart. Denn genau diese Prozesse, die über Jahrtausende unsere Landschaft geformt 6:58 haben, werden durch den Klimawandel plötzlich wieder brandaktuell und bringen ganz neue Gefahren mit sich. Dieses Bild vom Ronegletscher am Fuhkaps 7:08 sagt eigentlich alles. Früher da ist man aus dem Hotel raus und stand fast auf dem Eis und heute schau an, wie weit der Gletscher sich zurückgezogen hat. Das 7:18 ist kein langsamer Prozess mehr. Das passiert rasend schnell und zeigt die dramatischen Auswirkungen direkt vor unserer Haustür. Aber dass die Gletscher 7:26 schmelzen, ist nicht nur traurig fürs Fotoalbum, daraus entstehen ganz konkrete Gefahren. Es bilden sich neue instabile Sehen, die ausbrechen und 7:35 riesige Flutwellen verursachen können. Ganze Berghänge, die vorher vom Eis stabilisiert wurden, werden locker und es kommt zu Felsstürzen und wir 7:43 verlieren unsere wichtigsten Süßwasserspeicher für den Sommer. Genau diese Verbindung von der Geologie der Eiszeit zu den Umweltproblemen von 7:50 heute. Das ist Stoff, der im Abitur unheimlich gerne abgefragt wird. Die Gletscher der Eiszeit haben die Welt, wie wir sie kennen, geformt. Die Frage 8:00 ist jetzt, welche Spuren hinterlassen wir? Mit diesem Gedanken will ich dich für heute entlassen. Ich hoffe, diese Zusammenfassung hat dir geholfen. Du 8:08 schaffst das. Viel Erfolg für deine Prüfung.