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kurz erklärt: Antimuslimischer Rassismus

Bildungsstätte Anne Frank2:31 2.156 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 24 Zeilen
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  1. Seit Monaten bewirbt sich Gülhan auf einen Arbeitsplatz – ohne Erfolg.
  2. Allmählich fragt sie sich, ob sie sich künftig ohne Foto bewerben soll. Riad ärgert sich über seinen Lehrer.
  3. Immer wieder stellt der ihm Fragen zum Islam – obwohl Riad syrischer Christ ist.
  4. Und nicht mal besonders gläubig. Sandeep und seine Freunde aus der Sikh-Community sitzen nach ihrem Examen vor einem Kiosk.
  5. Einige von ihnen tragen den für Sikhs typischen Turban. Passanten wechseln die Straßenseite.
  6. Es gibt abfällige Bemerkungen, unter anderem: “Diese Muslim-Clans!” Das alles ist eindeutig rassistisch.
  7. Viele Expert*innen sehen hier aber etwas Besonderes: nämlich antimuslimischen Rassismus.
  8. Was ist dran? Viele können sich nicht vorstellen,
  9. dass es einen speziell antimuslimischen Rassismus gibt. Sie begründen das so:
  10. Muslime seien keine „Rasse”. Außerdem könne man die Religion ablegen,
  11. nicht aber zum Beispiel die Hautfarbe. So funktioniert Rassismus aber nicht.
  12. Es geht nicht um wirkliche Eigenschaften von Menschen, nicht um ihren Glauben oder ihre Kultur.
  13. Es geht um ZUSCHREIBUNGEN: Eigenschaften, von denen wir einfach annehmen,
  14. dass Menschen mit bestimmten Merkmalen sie haben müssen. Um Klischees und Vorurteile.
  15. Muslim*innen erhalten oft Zuschreibungen wie: kriminell, sexistisch, gewaltbereit.
  16. Und es gibt auch optische Klischees: Bart, „arabisches“ Aussehen, ungewohnte Kleidung, Kopftuch.
  17. Das trifft manchmal auch Personen, die gar nicht muslimisch sind. Rassismus hat nichts mit der Realität zu tun,
  18. hat aber reale Auswirkungen. 35 Prozent der Betroffenen erleben Benachteiligung bei der Wohnungssuche.
  19. Zehn Prozent berichten von Beschimpfungen oder Schlimmerem. Und 58 Prozent glauben, dass die bestehenden Schutzgesetze nicht ausreichen.
  20. Und das hat Konsequenzen. Denn aus alltäglicher Ausgrenzung kann echte Gewalt entstehen –
  21. wie bei den Anschlägen in Christchurch oder Hanau. Solange es antimuslimische Zuschreibungen gibt,
  22. wird es antimuslimischen Rassismus geben. Und es gibt ihn auch dort, wo es keine Muslim*innen gibt.
  23. Er unterscheidet sich von anderen Rassismen – und funktioniert doch wie jeder Rassismus.
  24. Erst, wenn wir solche Unterschiede anerkennen, können wir wirklich gegen Rassismus kämpfen.

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