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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg2:14 14.461 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 23 Zeilen
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  1. Oft sprechen wir über ganze Gruppen von Menschen, zum Beispiel über „die Schwulen“, über „die Obdachlosen“
  2. oder über „die Ausländer“. Dabei wird meist nur ein Merkmal hergenommen,
  3. um die Gruppe zu bilden. Sei es die sexuelle Orientierung,
  4. die Tatsache, kein Dach über dem Kopf zu haben oder die Nationalität.
  5. Zum Problem wird es, wenn wir diese Gruppen abwerten und sagen: Ihr seid weniger wert als wir.
  6. Zum Beispiel indem wir der Gruppe Dinge unterstellen und sagen „alle Schwulen sind …“ oder „alle Obdachlosen sind …“.
  7. Diese Zuschreibungen beruhen nicht auf Wissen. Sie sie sind ein vorschnelles Urteil, ein Vorurteil.
  8. Trotzdem werden diese Vorurteile häufig von anderen Menschen übernommen.
  9. Ohne Überprüfung. Als Folge werden dann Menschen unabhängig
  10. von ihrem eigenen, individuellen Verhalten bewertet. Nur weil sie einer Gruppe angehören,
  11. wird negativ über sie gesprochen oder sie werden ausgegrenzt. Dabei ist es sogar unerheblich,
  12. ob die Person der Gruppe tatsächlich angehört oder ihr nur unterstellt wird, zur Gruppe zu gehören.
  13. Der Oberbegriff dazu heißt „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Gruppenbezogen deswegen, weil es sich um sozial geteilte,
  14. also in der Gesellschaft verbreitete Vorurteile handelt. Es geht nicht um individuelle Feindschaften.
  15. Wenn gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Internet auftritt, kann es Formen von Hate Speech annehmen:
  16. Aber: Warum gibt es überhaupt gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Hate Speech?
  17. Die eigene Gruppe sieht beispielsweise ihren sozialen Status oder ihre Kultur in Gefahr.
  18. Sie will die Macht und Kontrolle über ihren eigenen Status beibehalten. Deshalb wertet sie andere Gruppen ab
  19. und nutzt dabei Vorurteile, um ihr Handeln zu legitimieren. Es wird die eigene Gruppe aufgewertet,
  20. indem eine andere Gruppe abgewertet wird. Diese Abwertung hat schwerwiegende Folgen –
  21. sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesamtgesellschaft. Sie führt zu unfairen Bewertungen, Fehleinschätzungen
  22. und weniger Solidarität untereinander. Die Personen, gegen die sich die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit richtet,
  23. weisen infolgedessen ein geringeres Selbstwertgefühl auf und ihr Suizid-Risiko steigt.

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