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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg2:14 14.461 Aufrufe
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Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 23 Zeilen
- Oft sprechen wir über ganze Gruppen von Menschen, zum Beispiel über „die Schwulen“, über „die Obdachlosen“
- oder über „die Ausländer“. Dabei wird meist nur ein Merkmal hergenommen,
- um die Gruppe zu bilden. Sei es die sexuelle Orientierung,
- die Tatsache, kein Dach über dem Kopf zu haben oder die Nationalität.
- Zum Problem wird es, wenn wir diese Gruppen abwerten und sagen: Ihr seid weniger wert als wir.
- Zum Beispiel indem wir der Gruppe Dinge unterstellen und sagen „alle Schwulen sind …“ oder „alle Obdachlosen sind …“.
- Diese Zuschreibungen beruhen nicht auf Wissen. Sie sie sind ein vorschnelles Urteil, ein Vorurteil.
- Trotzdem werden diese Vorurteile häufig von anderen Menschen übernommen.
- Ohne Überprüfung. Als Folge werden dann Menschen unabhängig
- von ihrem eigenen, individuellen Verhalten bewertet. Nur weil sie einer Gruppe angehören,
- wird negativ über sie gesprochen oder sie werden ausgegrenzt. Dabei ist es sogar unerheblich,
- ob die Person der Gruppe tatsächlich angehört oder ihr nur unterstellt wird, zur Gruppe zu gehören.
- Der Oberbegriff dazu heißt „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Gruppenbezogen deswegen, weil es sich um sozial geteilte,
- also in der Gesellschaft verbreitete Vorurteile handelt. Es geht nicht um individuelle Feindschaften.
- Wenn gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Internet auftritt, kann es Formen von Hate Speech annehmen:
- Aber: Warum gibt es überhaupt gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Hate Speech?
- Die eigene Gruppe sieht beispielsweise ihren sozialen Status oder ihre Kultur in Gefahr.
- Sie will die Macht und Kontrolle über ihren eigenen Status beibehalten. Deshalb wertet sie andere Gruppen ab
- und nutzt dabei Vorurteile, um ihr Handeln zu legitimieren. Es wird die eigene Gruppe aufgewertet,
- indem eine andere Gruppe abgewertet wird. Diese Abwertung hat schwerwiegende Folgen –
- sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesamtgesellschaft. Sie führt zu unfairen Bewertungen, Fehleinschätzungen
- und weniger Solidarität untereinander. Die Personen, gegen die sich die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit richtet,
- weisen infolgedessen ein geringeres Selbstwertgefühl auf und ihr Suizid-Risiko steigt.