kurz erklärt: Antimuslimischer Rassismus Bildungsstätte Anne Frank https://www.youtube.com/watch?v=jJ93lfq7T4o Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Seit Monaten bewirbt sich Gülhan auf einen Arbeitsplatz – ohne Erfolg. 0:05 Allmählich fragt sie sich, ob sie sich künftig ohne Foto bewerben soll. Riad ärgert sich über seinen Lehrer. 0:11 Immer wieder stellt der ihm Fragen zum Islam – obwohl Riad syrischer Christ ist. 0:16 Und nicht mal besonders gläubig. Sandeep und seine Freunde aus der Sikh-Community sitzen nach ihrem Examen vor einem Kiosk. 0:23 Einige von ihnen tragen den für Sikhs typischen Turban. Passanten wechseln die Straßenseite. 0:29 Es gibt abfällige Bemerkungen, unter anderem: “Diese Muslim-Clans!” Das alles ist eindeutig rassistisch. 0:37 Viele Expert*innen sehen hier aber etwas Besonderes: nämlich antimuslimischen Rassismus. 0:44 Was ist dran? Viele können sich nicht vorstellen, 0:47 dass es einen speziell antimuslimischen Rassismus gibt. Sie begründen das so: 0:52 Muslime seien keine „Rasse”. Außerdem könne man die Religion ablegen, 0:57 nicht aber zum Beispiel die Hautfarbe. So funktioniert Rassismus aber nicht. 1:02 Es geht nicht um wirkliche Eigenschaften von Menschen, nicht um ihren Glauben oder ihre Kultur. 1:08 Es geht um ZUSCHREIBUNGEN: Eigenschaften, von denen wir einfach annehmen, 1:13 dass Menschen mit bestimmten Merkmalen sie haben müssen. Um Klischees und Vorurteile. 1:19 Muslim*innen erhalten oft Zuschreibungen wie: kriminell, sexistisch, gewaltbereit. 1:25 Und es gibt auch optische Klischees: Bart, „arabisches“ Aussehen, ungewohnte Kleidung, Kopftuch. 1:32 Das trifft manchmal auch Personen, die gar nicht muslimisch sind. Rassismus hat nichts mit der Realität zu tun, 1:39 hat aber reale Auswirkungen. 35 Prozent der Betroffenen erleben Benachteiligung bei der Wohnungssuche. 1:46 Zehn Prozent berichten von Beschimpfungen oder Schlimmerem. Und 58 Prozent glauben, dass die bestehenden Schutzgesetze nicht ausreichen. 1:55 Und das hat Konsequenzen. Denn aus alltäglicher Ausgrenzung kann echte Gewalt entstehen – 2:01 wie bei den Anschlägen in Christchurch oder Hanau. Solange es antimuslimische Zuschreibungen gibt, 2:08 wird es antimuslimischen Rassismus geben. Und es gibt ihn auch dort, wo es keine Muslim*innen gibt. 2:14 Er unterscheidet sich von anderen Rassismen – und funktioniert doch wie jeder Rassismus. 2:20 Erst, wenn wir solche Unterschiede anerkennen, können wir wirklich gegen Rassismus kämpfen.