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Die deutschen Kolonien erklärt

MrWissen2go Geschichte | Terra X15:17 437.017 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 150 Zeilen
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  1. Gibt es in eurer Stadt eine Lüderitz-Straße? Oder Straßen, die Namen von Orten und Ländern in Afrika tragen?
  2. Falls ja, dann wird vielleicht darüber diskutiert, die Straße umzubenennen. Solche Diskussionen haben mit einem bestimmten
  3. Kapitel deutscher Geschichte zu tun, nämlich dem Deutschen Kaiserreich als Kolonialmacht.
  4. Und genau in diesem Zusammenhang steht auch die Person Adolf Lüderitz. Wir erklären euch, welche Gebiete die Deutschen besetzt hatten,
  5. warum sie das machten und welche Verbrechen sie dabei begingen. Das deutsche Kaiserreich ist ja im Vergleich mit anderen
  6. europäischen Nationalstaaten relativ spät entstanden, im Jahr 1871. Und so steigt das Reich auch erst spät, aber umso ehrgeiziger in das Rennen
  7. ein, bei dem sich die europäischen Mächte die Welt aufteilen. Es geht also um Kolonien.
  8. Jetzt stellt sich zuerst einmal die Frage: Wie kommt man denn zu Kolonien? Also Gebiete, die von landfremden Herrschern erobert oder besiedelt werden,
  9. aber abhängig von ihrem jeweiligen Mutterland sind. Das Vorgehen ist relativ einfach:
  10. Unternehmer, die Chancen auf großen Gewinn wittern, kaufen in einer angeblich unzivilisierten Gegend immer mehr Land zusammen.
  11. Zum Beispiel der Kaufmann Adolf Lüderitz aus Bremen. Er kauft Land im Südwesten Afrikas, dem heutigen Namibia.
  12. Dabei versuchen sie, die Bewohner, in der Regel die Anführer der indigenen Gruppen, übers Ohr zu hauen.
  13. Zum Beispiel lässt Lüderitz seine Geschäftspartner darüber im Unklaren,
  14. ob deutsche oder englische Meilen gemeint sind. Das macht aber einen Riesenunterschied beim Landkauf.
  15. Eine deutsche Meile sind rund 7.500 Meter, die englische Meile gerade einmal 1.600 Meter.
  16. Die neuen Besitzer ersuchen dann die Regierung des Kaiserreichs um Schutz. Das heißt,
  17. die Ländereien können dann notfalls mit Hilfe des Militärs verteidigt werden. So entsendet die deutsche Regierung auch auf Druck von Kaufleuten rund um Lüderitz
  18. Kriegsschiffe nach Afrika. Soldaten hissen deutsche Fahnen und stellen das Gebiet unter deutschen Schutz.
  19. Bald trägt es den Namen Deutsch-Südwestafrika. Landstriche umzubenennen zeigt auch an, wer jetzt der neue Herr ist.
  20. Das Bergmassiv des Kilimandscharo erhält den Namen Kaiser-Wilhelm-Spitze. Der höchste Berg Deutschlands liegt damals nicht in den Alpen, sondern
  21. in Ostafrika, wo die Deutschen ebenfalls Kolonialgebiete in Besitz nehmen. Zwischen 1880 und 1900 eignen sich die Deutschen in der ganzen Welt Kolonien an.
  22. Wo liegen diese Kolonien? Ziemlich bekannt sind die afrikanischen Gebiete Togo und Kamerun,
  23. beide in Westafrika. Das heutige Namibia, damals Deutsch- Südwestafrika, und Deutsch-Ostafrika,
  24. auf dessen Gebiet heute etwa die Länder Tansania, Burundi und Ruanda liegen. Auch im Pazifik ist das Deutsche Reich aktiv.
  25. Samoa, die Marianen, die Karolinen, Palau, Nauru, ein Teil Neuguineas, das sogenannte Kaiser-Wilhelms-Land
  26. und die Marshall-Inseln gehören zum deutschen Kolonialgebiet. Und dann noch das Gebiet
  27. an der chinesischen Kiautschou-Bucht mit der Hafenstadt Qingdao, das das Reich auf 99 Jahre gepachtet. In den Kolonien leben Anfang
  28. des 20. Jahrhunderts insgesamt geschätzt um die 12 Millionen Menschen, Sogenannte Schutzbefohlene des Deutschen Reichs.
  29. So nennen die Deutschen die Menschen vor Ort. Deutsche Kolonisten sind höchstens ein paar Zehntausend vor Ort.
  30. Was machen die Deutschen in den Kolonien? Na ja, Kolonien sind vor allem Rohstofflieferanten, aber auch Märkte.
  31. In Kamerun zum Beispiel verkauft der Händler und Reeder Adolf Woermann Alkohol. Nicht ohne den Hinweis: würde man das nicht machen, wären in Deutschland
  32. Arbeitsplätze in der Brauereibranche gefährdet. Ein besonders heftiges Beispiel
  33. sind auch die Opiumkriege, mit denen das Britische Empire durchsetzt, dass in britischen Kolonien hergestelltes Opium in China verkauft werden darf.
  34. Millionen Menschen werden opiumsüchtig. Schon vor dem Zeitalter des Imperialismus beuten
  35. die Europäer die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent aus und entführen sie millionenfach als Sklaven.
  36. Den neuen Kolonialherren geht es nicht um Sklaverei, aber sie beuten die Menschen vor Ort zu niedrigsten Löhnen aus,
  37. damit deutsche Händler weltweit billige landwirtschaftliche Produkte anbieten können.
  38. Kolonien stellen aber auch Waren her, die man ins Mutterland importieren kann. Für den deutschen Staat stellen sich die Kolonien in dieser Hinsicht
  39. aber als absolutes Draufzahlgeschäft heraus. Viel zu gering sind die Erträge für das Mutterland.
  40. Reich werden so letztlich nur eine Reihe Unternehmer. Rechnet man den ganzen Verwaltungsaufwand dagegen, rentieren sich die
  41. Kolonien aus Sicht der Kolonialherren wirtschaftlich kaum. Und das, obwohl das Reich in die Infrastruktur, vor allem
  42. die Eisenbahn vor Ort investiert, damit die Wirtschaft effizienter läuft. Natürlich geht es hauptsächlich um Wirtschaft,
  43. aber es geht auch in der damaligen Ideologie darum, den sogenannten „Wilden“ die Zivilisation und vor allem den christlichen Glauben nahezubringen.
  44. Das Kolonialgeschäft wird in diesem Sinne als „Erziehungsarbeit“ angesehen, denn die Deutschen und natürlich auch die anderen Europäer
  45. betrachten die Einheimischen, wie - kann man schon sagen - Kinder.
  46. Kinder, die „erzogen“ werden müssen. Viele Missionare sehen in den Kolonien die Erfüllung eines Traums.
  47. Weit weg von der industrialisierten, scheinbar kaputten westlichen Welt wollen sie christliche,
  48. bäuerliche Gemeinschaften aufbauen und gottgefällig leben. Dabei wollen sie der einheimischen Bevölkerung den christlichen Glauben überstülpen,
  49. deren bisherige Lebenswelt durch den Kolonialismus größtenteils zerstört wird. Die Missionen sind natürlich auch politische Instrumente, durch die
  50. die Kolonialstaaten den besetzten Ländern ihren Stempel aufdrücken. Nur eben nicht so offensichtlich.
  51. Eine besondere Rolle spielt dabei die Schulbildung, die die Missionare in die Kolonien bringen.
  52. Die Deutschen betreiben Elementarschulen, katholische, evangelische und auch staatliche Schulen,
  53. aber nur eine absolute Minderheit der einheimischen Kinder wird mit dem Schulunterricht erreicht.
  54. Und der deutsche Staat bringt auch medizinische Stationen in die Kolonien. Die sind aber vor allem
  55. für die weißen Kolonisten gedacht und weniger für die Einheimischen vor Ort. Die Bilanz der deutschen Kolonisten:
  56. Millionen von Kleinbauern werden enteignet, gesellschaftliche Strukturen zerschlagen,
  57. Hunger wird zu einem sehr weitverbreiteten Problem und die Menschen werden rücksichtslos ausgebeutet.
  58. Wenn die Deutschen damals auf die Kolonien blicken, dann sehen sie keine gleichwertigen Menschen.
  59. Wenn sie über diese Menschen reden, dann verwenden sie das N-Wort. Sie gelten den Deutschen nicht als Menschen,
  60. die eine gleichwertige Sprache und Kultur haben. Sie gelten als primitiv und wenig fortschrittsfähig.
  61. Kurz: als unterlegen. In Kolonialausstellungen im Mutterland werden Menschen wie Zootiere vorgeführt.
  62. Es geht weniger darum, Kulturen zu entdecken, sondern vor allem die eigene Überlegenheit zu feiern.
  63. Menschen werden als exotisch, unzivilisiert und fremd inszeniert. Bis in die 1930er-Jahre hinein, vereinzelt
  64. sogar noch später, finden solche Völkerschauen statt. Diese Geisteshaltung der vermeintlichen Überlegenheit
  65. zeigt sich auch in den damaligen Gesetzen. Das Rechtssystem in den Kolonien schützt die weißen Herren, die Afrikaner
  66. aber nicht. Gewaltanwendung durch die Kolonisten ist an der Tagesordnung.
  67. Die Kolonisten sprechen hier vom sogenannten väterlichen Züchtigungsrecht. Gegen diese Behandlung
  68. setzen sich die Menschen natürlich zur Wehr und daraus resultieren auch die Kolonialkriege.
  69. Das Deutsche Kaiserreich führt zwei große Kolonialkriege in Südwest- und in Ostafrika.
  70. Und genau die schauen wir uns jetzt ein wenig genauer an! Beide Kriege haben gemein,
  71. dass sie seitens der deutschen Armee mit großer Brutalität geführt werden. Beide Kriege entspringen einer längeren Phase der Konfrontation,
  72. während der es schon zu lokalen Kämpfen kommt. Zunächst einmal der Krieg zwischen den Jahren 1904
  73. bis 1908 in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Dieses Land war von 1884 an als deutsche Siedlungskolonie vorgesehen.
  74. Da sollten also deutsche Farmer, oder besser gesagt Viehzüchter, ihre Anlagen errichten, das Land besiedeln.
  75. Den Einheimischen, den Herero und Nama, wird das Land Stück für Stück weggenommen. Sie sollen vor allem als Lohnarbeiter für die Deutschen arbeiten.
  76. Die allgemeine Situation vor allem der Herero wird immer schlechter, wozu auch eine Malariaepidemie und eine Rinderpest beitragen.
  77. Sie beginnen schließlich den Krieg, angeführt von Samuel Maharero, der hat lange mit den Kolonialherren zusammengearbeitet.
  78. Bei ihrem Aufstand, der im Januar 1904 beginnt, plündern die Herero deutsche Farmen und Siedlungen.
  79. Etwa 120 Deutsche kommen dabei ums Leben. Frauen und Kinder, befiehlt Maharero zu verschonen.
  80. Der Befehl wird bis auf wenige Ausnahmen eingehalten. Berlin schickt
  81. Generalleutnant Lothar von Trotha als neuen Oberkommandierenden nach Afrika. Er hat schon Aufstände in anderen Kolonialgebieten niedergeschlagen.
  82. Bei der sogenannten Schlacht am Waterberg will von Trotha die Herero einkesseln. Aber viele entkommen und fliehen durch die Omaheke Wüste.
  83. Jetzt erlässt von Trotha einen Vernichtungsbefehl. Er befiehlt, auf alle Aufständischen zu schießen
  84. und nimmt dabei Frauen und Kinder nicht aus. Nähern sich die Herero den Wasserstellen,
  85. werden sie vertrieben oder erschossen. Der Vernichtungsbefehl wird zwar nach innenpolitischen Debatten
  86. von Berlin wieder aufgehoben, aber zu spät. Tausende sterben.
  87. Die Nama erheben sich ebenfalls gegen die deutschen Besatzer, in einem Guerillakrieg.
  88. Am Ende des Krieges leben von 60-80.000 Herero noch etwa 15-20.000.
  89. Die Angaben in der Forschung schwanken da. Von ursprünglich etwa 20.000 Angehörigen der Nama überlebt knapp die Hälfte.
  90. Dieser Krieg wird heute von Historikerinnen und Historikern als Genozid, also als Völkermord, eingeordnet.
  91. Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts. Der zweite Kolonialkrieg findet zwischen 1905
  92. bis 1907 in Deutsch-Ostafrika statt. Die Gegend ist seit 1885 in deutschem Besitz.
  93. Die einheimischen Männer müssen auf den Baumwollplantagen der Deutschen arbeiten und dadurch ihre eigenen Felder vernachlässigen.
  94. Wer die geforderte Kopfsteuer nicht zahlen kann, muss sie bei den Deutschen abarbeiten.
  95. Verschiedene Stämme und Volksgruppen verbünden sich gegen die Besatzer. Motiviert werden sie auch durch
  96. eine geistliche Bewegung, dem sogenannten Maji-Maji-Kult. Auch hier setzen die Aufständischen,
  97. oder sagen wir besser die Freiheitskämpfer, auf einen Guerillakrieg. Darauf reagieren die Deutschen mit einer Taktik der verbrannten Erde:
  98. Sie plündern, vergewaltigen, massakrieren, richten hin, internieren in Lagern und vertreiben die Einheimischen.
  99. Der Krieg in Ostafrika löst auch eine Hungersnot aus. Auch hier haben wir keine genauen Opferzahlen.
  100. Die Schätzungen reichen bis zu 300.000 Todesopfern durch Krieg und Hunger. Neben den Toten ist zu beklagen, dass die Existenzgrundlage
  101. ganzer Volksgruppen zerstört wird. Die sozialen Strukturen brechen zusammen,
  102. weil vor allem in Ostafrika afrikanische Söldnertruppen unter deutschen Befehl den Aufstand niederschlagen,
  103. wird in der dortigen Gesellschaft lange anhaltender Hass geschürt. In Deutsch-Südwestafrika ebnet der Krieg den Weg,
  104. dass das Land mehr und mehr von weißen Siedlern in Besitz genommen wird. Auf Samoa nutzen das Deutsche Reich, das Britische Empire
  105. und die Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1889 innere Spannungen aus, indem sie erst alle drei
  106. das Gebiet gemeinsam beherrschen wollen, sich dann zerstreiten und die verschiedenen politischen Lager im Land selbst gegeneinander aufhetzen.
  107. Auch in China gibt es 1900 einen Krieg mit deutscher Beteiligung, den sogenannten Boxeraufstand.
  108. Mit dem Ersten Weltkrieg verliert das Deutsche Reich seine Kolonien. Die deutsche Kolonialzeit ist also im Vergleich
  109. mit anderen europäischen Mächten nicht sehr lang. Und dieser Umstand hat auch dazu
  110. beigetragen, dass man in Deutschland immer noch um den richtigen Umgang mit der Kolonialgeschichte ringt.
  111. „Wir waren noch nicht so schlimm wie die anderen.“ Das ist wohl bei Vielen der Gedanke.
  112. Aber es geht nicht darum, ob andere noch schlimmer waren als man selbst, sondern was man selbst gemacht hat.
  113. Wenn es um die Verortung des Kolonialismus in der deutschen Erinnerungskultur geht, war in letzter Zeit auch von einem sogenannten Historikerstreit 2.0
  114. die Rede. Vielleicht habt ihr davon ja schon mal gehört.
  115. Die Bezeichnung bezieht sich auf den ersten Historikerstreit, der in den 1980er-Jahren in der Bundesrepublik geführt wurde.
  116. Dabei ging es zusammengefasst um die Frage, ob der Holocaust singulär sei, also historisch beispiellos, und darum,
  117. wie man grundsätzlich in Deutschland an den Nationalsozialismus erinnern sollte. Dabei setzte sich die Einschätzung durch:
  118. Ja, der Holocaust, der Völkermord an den europäischen Juden ist in seinem Ausmaß mit nichts anderem gleichzusetzen
  119. und die Erinnerung daran und das Anerkennen der Schuld gehören zum Grundverständnis der Bundesrepublik.
  120. Die Debatte der vergangenen Jahre bezieht bei dieser Frage jetzt verstärkt die Zeit des Kolonialismus mit ein.
  121. Dazu muss man sagen die Bezeichnung „Historikerstreit 2.0“ ist umstritten. Die Diskussion dreht sich im Kern um die These, dass es Kontinuitäten,
  122. also direkte Zusammenhänge zwischen dem Holocaust und der deutschen Kolonialzeit gäbe, zum Beispiel
  123. in Bezug auf die angewendete Gewalt oder dem dahinterstehenden Rassismus. Der Holocaust sei demnach nur eine extremere Form
  124. von dem gewesen, was die Deutschen bereits im Kolonialismus gemacht hätten. Das stellt die Singularität des Holocaust, die in der Forschung
  125. gemeinhin als Konsens galt, ein Stück weit in Frage. Darüber hinaus wird kritisiert, dass die starke Fokussierung
  126. auf den Holocaust in der Erinnerungskultur alles andere überdecken und die Aufarbeitung der kolonialen Verbrechen behindern würde.
  127. Es gibt allerdings sehr viele sehr gute Argumente, die gegen solch eine direkte Verbindung von Holocaust und Kolonialismus sprechen.
  128. So ging der Völkermord an den Juden nicht aus einem realen Konflikt bzw. Krieg hervor, wie es bei den Massakern an den Herero und Nama der Fall war,
  129. sondern sein Ausgangspunkt war die extreme Ideologie der Nationalsozialisten. Der Holocaust hat sich auch nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt,
  130. sondern war der Versuch eines Staates, eine ganze, nach seinen Kriterien zusammengesetzte Bevölkerungsgruppe systematisch zu vernichten
  131. und das mit allen Mitteln, die ihm dafür zur Verfügung standen. Das hat es in dieser Form, in der Geschichte, davor
  132. oder danach nicht gegeben. Damit will ich nicht
  133. sagen, dass es verboten sein sollte, historische Ereignisse grundsätzlich zu vergleichen.
  134. Durch einen Vergleich kann man die Beispiellosigkeit von etwas ja überhaupt erst feststellen.
  135. Mit etwas gleichsetzen lässt sich der Holocaust, so die weiterhin überwiegende Meinung in der Geschichtsforschung aber nicht.
  136. Und diese Beispiellosigkeit in Frage zu stellen, kann schnell dazu führen, dass der Holocaust in seinem historischen Ausmaß insgesamt
  137. verharmlost wird oder die Verantwortung, die Deutschland daran trägt. So, das war jetzt ein recht vereinfachter Blick auf eine sehr komplexe Debatte.
  138. Wenn ihr euch ausführlicher darüber informieren wollt, dann findet ihr oben, auf dem i
  139. einen Artikel von der Bundeszentrale für politische Bildung dazu. Schaut da gerne mal rein.
  140. Was natürlich auch klar sein sollte: Die Erinnerung an den Holocaust macht die Verbrechen der Kolonialzeit
  141. nicht weniger grausam und das Leid der Indigenen nicht weniger wichtig. Kritische Erinnerung an den Holocaust und an die Verbrechen des Kolonialismus
  142. schließen sich nicht gegenseitig aus. Im Mai 2021, mehr als 100 Jahre nach dem Ende der deutschen Kolonialzeit,
  143. hat sich die Bundesregierung offiziell für das begangene Unrecht an den Herero und Nama entschuldigt
  144. und es als Völkermord aus heutiger Sicht anerkannt. In dem Zuge hat Deutschland Namibia 1,1 Milliarden Euro Wiederaufbauhilfe
  145. innerhalb der kommenden 30 Jahre in Aussicht gestellt. Die Diskussionen um Zahlungen an Namibia dauern
  146. stand jetzt, also im Herbst 2024, allerdings noch. Was denkt ihr denn?
  147. Wie sollten wir mit der Zeit des Kolonialismus umgehen? Auch in unserem Alltag mit Straßennamen zum Beispiel wie die Lüderitz-Straße?
  148. Schreibt uns das gerne unten in die Kommentare! Aber wie immer gilt: Bitte bleibt fair dabei.
  149. Hier neben mir findet ihr noch einen Beitrag von Terra X zu dem Thema und darunter ein Video von unserem Kanal.
  150. Schaut da auch gerne mal rein. Ich sag: Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.

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