Die deutschen Kolonien erklärt MrWissen2go Geschichte | Terra X https://www.youtube.com/watch?v=jHioXNNgPTc Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Gibt es in eurer Stadt eine Lüderitz-Straße? Oder Straßen, die Namen von Orten und Ländern in Afrika tragen? 0:06 Falls ja, dann wird vielleicht darüber diskutiert, die Straße umzubenennen. Solche Diskussionen haben mit einem bestimmten 0:11 Kapitel deutscher Geschichte zu tun, nämlich dem Deutschen Kaiserreich als Kolonialmacht. 0:16 Und genau in diesem Zusammenhang steht auch die Person Adolf Lüderitz. Wir erklären euch, welche Gebiete die Deutschen besetzt hatten, 0:23 warum sie das machten und welche Verbrechen sie dabei begingen. Das deutsche Kaiserreich ist ja im Vergleich mit anderen 0:32 europäischen Nationalstaaten relativ spät entstanden, im Jahr 1871. Und so steigt das Reich auch erst spät, aber umso ehrgeiziger in das Rennen 0:42 ein, bei dem sich die europäischen Mächte die Welt aufteilen. Es geht also um Kolonien. 0:47 Jetzt stellt sich zuerst einmal die Frage: Wie kommt man denn zu Kolonien? Also Gebiete, die von landfremden Herrschern erobert oder besiedelt werden, 0:54 aber abhängig von ihrem jeweiligen Mutterland sind. Das Vorgehen ist relativ einfach: 1:00 Unternehmer, die Chancen auf großen Gewinn wittern, kaufen in einer angeblich unzivilisierten Gegend immer mehr Land zusammen. 1:08 Zum Beispiel der Kaufmann Adolf Lüderitz aus Bremen. Er kauft Land im Südwesten Afrikas, dem heutigen Namibia. 1:15 Dabei versuchen sie, die Bewohner, in der Regel die Anführer der indigenen Gruppen, übers Ohr zu hauen. 1:20 Zum Beispiel lässt Lüderitz seine Geschäftspartner darüber im Unklaren, 1:23 ob deutsche oder englische Meilen gemeint sind. Das macht aber einen Riesenunterschied beim Landkauf. 1:30 Eine deutsche Meile sind rund 7.500 Meter, die englische Meile gerade einmal 1.600 Meter. 1:37 Die neuen Besitzer ersuchen dann die Regierung des Kaiserreichs um Schutz. Das heißt, 1:41 die Ländereien können dann notfalls mit Hilfe des Militärs verteidigt werden. So entsendet die deutsche Regierung auch auf Druck von Kaufleuten rund um Lüderitz 1:49 Kriegsschiffe nach Afrika. Soldaten hissen deutsche Fahnen und stellen das Gebiet unter deutschen Schutz. 1:55 Bald trägt es den Namen Deutsch-Südwestafrika. Landstriche umzubenennen zeigt auch an, wer jetzt der neue Herr ist. 2:02 Das Bergmassiv des Kilimandscharo erhält den Namen Kaiser-Wilhelm-Spitze. Der höchste Berg Deutschlands liegt damals nicht in den Alpen, sondern 2:10 in Ostafrika, wo die Deutschen ebenfalls Kolonialgebiete in Besitz nehmen. Zwischen 1880 und 1900 eignen sich die Deutschen in der ganzen Welt Kolonien an. 2:19 Wo liegen diese Kolonien? Ziemlich bekannt sind die afrikanischen Gebiete Togo und Kamerun, 2:24 beide in Westafrika. Das heutige Namibia, damals Deutsch- Südwestafrika, und Deutsch-Ostafrika, 2:30 auf dessen Gebiet heute etwa die Länder Tansania, Burundi und Ruanda liegen. Auch im Pazifik ist das Deutsche Reich aktiv. 2:37 Samoa, die Marianen, die Karolinen, Palau, Nauru, ein Teil Neuguineas, das sogenannte Kaiser-Wilhelms-Land 2:45 und die Marshall-Inseln gehören zum deutschen Kolonialgebiet. Und dann noch das Gebiet 2:49 an der chinesischen Kiautschou-Bucht mit der Hafenstadt Qingdao, das das Reich auf 99 Jahre gepachtet. In den Kolonien leben Anfang 2:57 des 20. Jahrhunderts insgesamt geschätzt um die 12 Millionen Menschen, Sogenannte Schutzbefohlene des Deutschen Reichs. 3:04 So nennen die Deutschen die Menschen vor Ort. Deutsche Kolonisten sind höchstens ein paar Zehntausend vor Ort. 3:10 Was machen die Deutschen in den Kolonien? Na ja, Kolonien sind vor allem Rohstofflieferanten, aber auch Märkte. 3:16 In Kamerun zum Beispiel verkauft der Händler und Reeder Adolf Woermann Alkohol. Nicht ohne den Hinweis: würde man das nicht machen, wären in Deutschland 3:24 Arbeitsplätze in der Brauereibranche gefährdet. Ein besonders heftiges Beispiel 3:29 sind auch die Opiumkriege, mit denen das Britische Empire durchsetzt, dass in britischen Kolonien hergestelltes Opium in China verkauft werden darf. 3:37 Millionen Menschen werden opiumsüchtig. Schon vor dem Zeitalter des Imperialismus beuten 3:42 die Europäer die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent aus und entführen sie millionenfach als Sklaven. 3:49 Den neuen Kolonialherren geht es nicht um Sklaverei, aber sie beuten die Menschen vor Ort zu niedrigsten Löhnen aus, 3:55 damit deutsche Händler weltweit billige landwirtschaftliche Produkte anbieten können. 4:00 Kolonien stellen aber auch Waren her, die man ins Mutterland importieren kann. Für den deutschen Staat stellen sich die Kolonien in dieser Hinsicht 4:07 aber als absolutes Draufzahlgeschäft heraus. Viel zu gering sind die Erträge für das Mutterland. 4:13 Reich werden so letztlich nur eine Reihe Unternehmer. Rechnet man den ganzen Verwaltungsaufwand dagegen, rentieren sich die 4:19 Kolonien aus Sicht der Kolonialherren wirtschaftlich kaum. Und das, obwohl das Reich in die Infrastruktur, vor allem 4:25 die Eisenbahn vor Ort investiert, damit die Wirtschaft effizienter läuft. Natürlich geht es hauptsächlich um Wirtschaft, 4:30 aber es geht auch in der damaligen Ideologie darum, den sogenannten „Wilden“ die Zivilisation und vor allem den christlichen Glauben nahezubringen. 4:38 Das Kolonialgeschäft wird in diesem Sinne als „Erziehungsarbeit“ angesehen, denn die Deutschen und natürlich auch die anderen Europäer 4:45 betrachten die Einheimischen, wie - kann man schon sagen - Kinder. 4:49 Kinder, die „erzogen“ werden müssen. Viele Missionare sehen in den Kolonien die Erfüllung eines Traums. 4:57 Weit weg von der industrialisierten, scheinbar kaputten westlichen Welt wollen sie christliche, 5:02 bäuerliche Gemeinschaften aufbauen und gottgefällig leben. Dabei wollen sie der einheimischen Bevölkerung den christlichen Glauben überstülpen, 5:10 deren bisherige Lebenswelt durch den Kolonialismus größtenteils zerstört wird. Die Missionen sind natürlich auch politische Instrumente, durch die 5:17 die Kolonialstaaten den besetzten Ländern ihren Stempel aufdrücken. Nur eben nicht so offensichtlich. 5:22 Eine besondere Rolle spielt dabei die Schulbildung, die die Missionare in die Kolonien bringen. 5:27 Die Deutschen betreiben Elementarschulen, katholische, evangelische und auch staatliche Schulen, 5:33 aber nur eine absolute Minderheit der einheimischen Kinder wird mit dem Schulunterricht erreicht. 5:38 Und der deutsche Staat bringt auch medizinische Stationen in die Kolonien. Die sind aber vor allem 5:44 für die weißen Kolonisten gedacht und weniger für die Einheimischen vor Ort. Die Bilanz der deutschen Kolonisten: 5:50 Millionen von Kleinbauern werden enteignet, gesellschaftliche Strukturen zerschlagen, 5:55 Hunger wird zu einem sehr weitverbreiteten Problem und die Menschen werden rücksichtslos ausgebeutet. 6:02 Wenn die Deutschen damals auf die Kolonien blicken, dann sehen sie keine gleichwertigen Menschen. 6:07 Wenn sie über diese Menschen reden, dann verwenden sie das N-Wort. Sie gelten den Deutschen nicht als Menschen, 6:13 die eine gleichwertige Sprache und Kultur haben. Sie gelten als primitiv und wenig fortschrittsfähig. 6:20 Kurz: als unterlegen. In Kolonialausstellungen im Mutterland werden Menschen wie Zootiere vorgeführt. 6:27 Es geht weniger darum, Kulturen zu entdecken, sondern vor allem die eigene Überlegenheit zu feiern. 6:33 Menschen werden als exotisch, unzivilisiert und fremd inszeniert. Bis in die 1930er-Jahre hinein, vereinzelt 6:40 sogar noch später, finden solche Völkerschauen statt. Diese Geisteshaltung der vermeintlichen Überlegenheit 6:46 zeigt sich auch in den damaligen Gesetzen. Das Rechtssystem in den Kolonien schützt die weißen Herren, die Afrikaner 6:51 aber nicht. Gewaltanwendung durch die Kolonisten ist an der Tagesordnung. 6:55 Die Kolonisten sprechen hier vom sogenannten väterlichen Züchtigungsrecht. Gegen diese Behandlung 7:01 setzen sich die Menschen natürlich zur Wehr und daraus resultieren auch die Kolonialkriege. 7:05 Das Deutsche Kaiserreich führt zwei große Kolonialkriege in Südwest- und in Ostafrika. 7:10 Und genau die schauen wir uns jetzt ein wenig genauer an! Beide Kriege haben gemein, 7:14 dass sie seitens der deutschen Armee mit großer Brutalität geführt werden. Beide Kriege entspringen einer längeren Phase der Konfrontation, 7:22 während der es schon zu lokalen Kämpfen kommt. Zunächst einmal der Krieg zwischen den Jahren 1904 7:26 bis 1908 in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Dieses Land war von 1884 an als deutsche Siedlungskolonie vorgesehen. 7:35 Da sollten also deutsche Farmer, oder besser gesagt Viehzüchter, ihre Anlagen errichten, das Land besiedeln. 7:41 Den Einheimischen, den Herero und Nama, wird das Land Stück für Stück weggenommen. Sie sollen vor allem als Lohnarbeiter für die Deutschen arbeiten. 7:49 Die allgemeine Situation vor allem der Herero wird immer schlechter, wozu auch eine Malariaepidemie und eine Rinderpest beitragen. 7:56 Sie beginnen schließlich den Krieg, angeführt von Samuel Maharero, der hat lange mit den Kolonialherren zusammengearbeitet. 8:02 Bei ihrem Aufstand, der im Januar 1904 beginnt, plündern die Herero deutsche Farmen und Siedlungen. 8:07 Etwa 120 Deutsche kommen dabei ums Leben. Frauen und Kinder, befiehlt Maharero zu verschonen. 8:13 Der Befehl wird bis auf wenige Ausnahmen eingehalten. Berlin schickt 8:17 Generalleutnant Lothar von Trotha als neuen Oberkommandierenden nach Afrika. Er hat schon Aufstände in anderen Kolonialgebieten niedergeschlagen. 8:24 Bei der sogenannten Schlacht am Waterberg will von Trotha die Herero einkesseln. Aber viele entkommen und fliehen durch die Omaheke Wüste. 8:33 Jetzt erlässt von Trotha einen Vernichtungsbefehl. Er befiehlt, auf alle Aufständischen zu schießen 8:38 und nimmt dabei Frauen und Kinder nicht aus. Nähern sich die Herero den Wasserstellen, 8:43 werden sie vertrieben oder erschossen. Der Vernichtungsbefehl wird zwar nach innenpolitischen Debatten 8:48 von Berlin wieder aufgehoben, aber zu spät. Tausende sterben. 8:53 Die Nama erheben sich ebenfalls gegen die deutschen Besatzer, in einem Guerillakrieg. 8:58 Am Ende des Krieges leben von 60-80.000 Herero noch etwa 15-20.000. 9:04 Die Angaben in der Forschung schwanken da. Von ursprünglich etwa 20.000 Angehörigen der Nama überlebt knapp die Hälfte. 9:11 Dieser Krieg wird heute von Historikerinnen und Historikern als Genozid, also als Völkermord, eingeordnet. 9:17 Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts. Der zweite Kolonialkrieg findet zwischen 1905 9:23 bis 1907 in Deutsch-Ostafrika statt. Die Gegend ist seit 1885 in deutschem Besitz. 9:29 Die einheimischen Männer müssen auf den Baumwollplantagen der Deutschen arbeiten und dadurch ihre eigenen Felder vernachlässigen. 9:35 Wer die geforderte Kopfsteuer nicht zahlen kann, muss sie bei den Deutschen abarbeiten. 9:40 Verschiedene Stämme und Volksgruppen verbünden sich gegen die Besatzer. Motiviert werden sie auch durch 9:45 eine geistliche Bewegung, dem sogenannten Maji-Maji-Kult. Auch hier setzen die Aufständischen, 9:51 oder sagen wir besser die Freiheitskämpfer, auf einen Guerillakrieg. Darauf reagieren die Deutschen mit einer Taktik der verbrannten Erde: 9:59 Sie plündern, vergewaltigen, massakrieren, richten hin, internieren in Lagern und vertreiben die Einheimischen. 10:06 Der Krieg in Ostafrika löst auch eine Hungersnot aus. Auch hier haben wir keine genauen Opferzahlen. 10:11 Die Schätzungen reichen bis zu 300.000 Todesopfern durch Krieg und Hunger. Neben den Toten ist zu beklagen, dass die Existenzgrundlage 10:19 ganzer Volksgruppen zerstört wird. Die sozialen Strukturen brechen zusammen, 10:23 weil vor allem in Ostafrika afrikanische Söldnertruppen unter deutschen Befehl den Aufstand niederschlagen, 10:28 wird in der dortigen Gesellschaft lange anhaltender Hass geschürt. In Deutsch-Südwestafrika ebnet der Krieg den Weg, 10:35 dass das Land mehr und mehr von weißen Siedlern in Besitz genommen wird. Auf Samoa nutzen das Deutsche Reich, das Britische Empire 10:42 und die Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1889 innere Spannungen aus, indem sie erst alle drei 10:48 das Gebiet gemeinsam beherrschen wollen, sich dann zerstreiten und die verschiedenen politischen Lager im Land selbst gegeneinander aufhetzen. 10:56 Auch in China gibt es 1900 einen Krieg mit deutscher Beteiligung, den sogenannten Boxeraufstand. 11:02 Mit dem Ersten Weltkrieg verliert das Deutsche Reich seine Kolonien. Die deutsche Kolonialzeit ist also im Vergleich 11:07 mit anderen europäischen Mächten nicht sehr lang. Und dieser Umstand hat auch dazu 11:11 beigetragen, dass man in Deutschland immer noch um den richtigen Umgang mit der Kolonialgeschichte ringt. 11:16 „Wir waren noch nicht so schlimm wie die anderen.“ Das ist wohl bei Vielen der Gedanke. 11:20 Aber es geht nicht darum, ob andere noch schlimmer waren als man selbst, sondern was man selbst gemacht hat. 11:26 Wenn es um die Verortung des Kolonialismus in der deutschen Erinnerungskultur geht, war in letzter Zeit auch von einem sogenannten Historikerstreit 2.0 11:34 die Rede. Vielleicht habt ihr davon ja schon mal gehört. 11:36 Die Bezeichnung bezieht sich auf den ersten Historikerstreit, der in den 1980er-Jahren in der Bundesrepublik geführt wurde. 11:43 Dabei ging es zusammengefasst um die Frage, ob der Holocaust singulär sei, also historisch beispiellos, und darum, 11:51 wie man grundsätzlich in Deutschland an den Nationalsozialismus erinnern sollte. Dabei setzte sich die Einschätzung durch: 11:57 Ja, der Holocaust, der Völkermord an den europäischen Juden ist in seinem Ausmaß mit nichts anderem gleichzusetzen 12:04 und die Erinnerung daran und das Anerkennen der Schuld gehören zum Grundverständnis der Bundesrepublik. 12:10 Die Debatte der vergangenen Jahre bezieht bei dieser Frage jetzt verstärkt die Zeit des Kolonialismus mit ein. 12:15 Dazu muss man sagen die Bezeichnung „Historikerstreit 2.0“ ist umstritten. Die Diskussion dreht sich im Kern um die These, dass es Kontinuitäten, 12:23 also direkte Zusammenhänge zwischen dem Holocaust und der deutschen Kolonialzeit gäbe, zum Beispiel 12:28 in Bezug auf die angewendete Gewalt oder dem dahinterstehenden Rassismus. Der Holocaust sei demnach nur eine extremere Form 12:35 von dem gewesen, was die Deutschen bereits im Kolonialismus gemacht hätten. Das stellt die Singularität des Holocaust, die in der Forschung 12:42 gemeinhin als Konsens galt, ein Stück weit in Frage. Darüber hinaus wird kritisiert, dass die starke Fokussierung 12:48 auf den Holocaust in der Erinnerungskultur alles andere überdecken und die Aufarbeitung der kolonialen Verbrechen behindern würde. 12:55 Es gibt allerdings sehr viele sehr gute Argumente, die gegen solch eine direkte Verbindung von Holocaust und Kolonialismus sprechen. 13:03 So ging der Völkermord an den Juden nicht aus einem realen Konflikt bzw. Krieg hervor, wie es bei den Massakern an den Herero und Nama der Fall war, 13:11 sondern sein Ausgangspunkt war die extreme Ideologie der Nationalsozialisten. Der Holocaust hat sich auch nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt, 13:18 sondern war der Versuch eines Staates, eine ganze, nach seinen Kriterien zusammengesetzte Bevölkerungsgruppe systematisch zu vernichten 13:27 und das mit allen Mitteln, die ihm dafür zur Verfügung standen. Das hat es in dieser Form, in der Geschichte, davor 13:33 oder danach nicht gegeben. Damit will ich nicht 13:35 sagen, dass es verboten sein sollte, historische Ereignisse grundsätzlich zu vergleichen. 13:39 Durch einen Vergleich kann man die Beispiellosigkeit von etwas ja überhaupt erst feststellen. 13:43 Mit etwas gleichsetzen lässt sich der Holocaust, so die weiterhin überwiegende Meinung in der Geschichtsforschung aber nicht. 13:50 Und diese Beispiellosigkeit in Frage zu stellen, kann schnell dazu führen, dass der Holocaust in seinem historischen Ausmaß insgesamt 13:57 verharmlost wird oder die Verantwortung, die Deutschland daran trägt. So, das war jetzt ein recht vereinfachter Blick auf eine sehr komplexe Debatte. 14:03 Wenn ihr euch ausführlicher darüber informieren wollt, dann findet ihr oben, auf dem i 14:06 einen Artikel von der Bundeszentrale für politische Bildung dazu. Schaut da gerne mal rein. 14:11 Was natürlich auch klar sein sollte: Die Erinnerung an den Holocaust macht die Verbrechen der Kolonialzeit 14:16 nicht weniger grausam und das Leid der Indigenen nicht weniger wichtig. Kritische Erinnerung an den Holocaust und an die Verbrechen des Kolonialismus 14:24 schließen sich nicht gegenseitig aus. Im Mai 2021, mehr als 100 Jahre nach dem Ende der deutschen Kolonialzeit, 14:31 hat sich die Bundesregierung offiziell für das begangene Unrecht an den Herero und Nama entschuldigt 14:36 und es als Völkermord aus heutiger Sicht anerkannt. In dem Zuge hat Deutschland Namibia 1,1 Milliarden Euro Wiederaufbauhilfe 14:44 innerhalb der kommenden 30 Jahre in Aussicht gestellt. Die Diskussionen um Zahlungen an Namibia dauern 14:50 stand jetzt, also im Herbst 2024, allerdings noch. Was denkt ihr denn? 14:55 Wie sollten wir mit der Zeit des Kolonialismus umgehen? Auch in unserem Alltag mit Straßennamen zum Beispiel wie die Lüderitz-Straße? 15:02 Schreibt uns das gerne unten in die Kommentare! Aber wie immer gilt: Bitte bleibt fair dabei. 15:07 Hier neben mir findet ihr noch einen Beitrag von Terra X zu dem Thema und darunter ein Video von unserem Kanal. 15:11 Schaut da auch gerne mal rein. Ich sag: Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.