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Völkermord in den deutschen Kolonien
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 27 Zeilen
- Die deutsche Kolonialgeschichte, eine Geschichte von Gewalt und Unterdrückung. Dabei hat der Reichsgründer Bismarck kolonialen Ambitionen eine Absage erklärt.
- Am Ende stehen Völkermord und die Hypothek der Fremdherrschaft. Als der Kontinent wie am Reißbrett aufgeteilt wird, sind die Deutschen Nachzügler und errichten zunächst Handelsstützpunkte wie der deutsche Kaufmann Adolf Lüderitz.
- An der Küste Südwestafrikas erwirbt er Land zu einem Spottpreis. Seine Handelsstation wird zum Ausgangspunkt für die Besiedlung einer ganzen Region.
- „Es war natürlich ein Traum, der dann letztlich zum Trauma wurde. Ein Traum Deutschlands, eine Kolonialmacht zu sein wie die anderen Großmächte Europas. Nicht zuletzt so Dinge, Schlagworte wie „Deutsches Indien“ in Afrika zu schaffen oder in China ein „Deutsches Hongkong“, zeigt:
- Die Engländer, die haben es richtig gemacht. Die haben ein riesiges Kolonialreich, die haben Ressourcen, die haben Gebiete für ihre überschüssige Bevölkerung und so weiter.
- Und so etwas wollte man auch haben.“ Weil Reichskanzler Bismarck dem Erwerb von Kolonien ablehnend gegenüber steht, werden sie zunächst Schutzgebiete genannt.
- Im August 1884 nehmen deutsche Marinesoldaten ein Territorium in Besitz, das später Deutsch-Südwest heißen wird. Die erste deutsche Kolonie in Afrika. Der Kontinent wird Ende des 19. Jahrhunderts unter den europäischen Mächten aufgeteilt.
- Das Deutsche Reich erhält Togo, Kamerun, Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwest. Es sind nur wenige tausend Deutsche, die in den ersten Jahren nach Deutsch-Südwest auswandern.
- Vor allem mit dem Volk der Herero müssen sie sich arrangieren. Der Gouverneur von Deutsch-Südwest nutzt die Konflikte zwischen den einheimischen Stämmen.
- 1894 führt er einen Kriegszug gegen die Nama, weil sie sich weigern, deutsche Schutzverträge zu akzeptieren. Danach schließt er mit dem Häuptling der Herero einen Pakt gegen den Stamm der Nama.
- Knapp 3000 Deutsche leben um 1900 im Schutzgebiet. Sie besetzen das Weideland der Herero. Fremde Kulturen treffen aufeinander. Das sorgt für Konflikte.
- „Wir Herero sind hier geboren und aufgewachsen. Und unser bescheidener Reichtum waren die Rinder. Dann kamen die Deutschen, besiedelten das Land und zogen Zäune.
- Und wenn unser Vieh durch die Zäune gebrochen ist, dann mussten wir für den Schaden bezahlen. Erst haben sie uns unser Land genommen, dann das Vieh und dann auch noch unsere Frauen.“
- In Deutschland wird sexueller Kontakt mit Afrikanerinnen verurteilt. Deshalb beginnt 1898 ein Einwanderungsprogramm für ledige Fräulein nach Südwest. Im Kaiserreich gelten Menschen aus den Kolonien als Wilde, Exoten, die man gerne auf Völkerschauen bestaunt.
- 1897 spitzt sich die Lage in Südwest zu. Ein Großteil der Viehherden der Hereros fällt einer Rinderpest zum Opfer, während die Weißen ihre Tiere durch Impfungen retten können.
- Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, müssen nun viele Hereros als Lohnarbeiter auf den Farmen der Weißen arbeiten. Prügelstrafen sind an der Tagesordnung.
- Bei den deutschen Händlern konnten die Herero bislang mit Vieh bezahlen. Nun fehlt ihnen die Währung für Schnaps, Tabak, Gewehre und vieles mehr. Sie bekommen alles auf Kredit.
- Um die Schulden zu begleichen, müssen sie ihr Hab und Gut verkaufen. So geht viel Land in den Besitz der Deutschen über. Im Januar 1904 läuft das Fass über. Die Herero erheben sich gegen die Kolonialherren.
- Viele Weiße werden in den ersten Tagen des Aufstands getötet. Die Nachricht vom Aufstand der Herero sorgt in Deutschland für Entsetzen. Kaiser Wilhelm II. befiehlt, Truppen zu entsenden.
- Den Oberbefehl übernimmt Lothar von Trotha. Er war schon bei Aufständen in Ostafrika und China im Einsatz. Im Nordosten des Landes am Waterberg bringt Trotha seine Truppen gegen die Herero in Stellung.
- Diese sind zahlenmäßig überlegen, doch die Deutschen verfügen über moderne Waffen. Nach verlustreichen Gefechten gelingt den Herero die Flucht aus dem Kessel in die Omaheke-Wüste.
- Von Trotha verfasst seinen berüchtigten Vernichtungsbefehl. „Die Herero sind nicht mehr deutsche Untertanen. Innerhalb der deutschen Grenzen wird der Herero mit und ohne Gewehr erschossen.
- Ich nehme keine Weiber oder Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zurück oder lasse auf sie schießen.“ Von Trotha lässt den Rand der Wüste abriegeln und die Wasserstellen besetzen. Zehntausende Herero sterben in der Wüste.
- „Unter der Maßgabe, dass wir keine genauen Zahlen haben, geht man doch davon aus, dass von 80.000 Hereros am Ende des Krieges vielleicht noch 15.000 überlebt haben. So steht es für mich außer Frage, dass wir hier von einem Völkermord ausgehen können.“
- Erst 1907 wird der Konflikt für beendet erklärt. Nach dem ersten Weltkrieg geht die Kolonie Deutsch-Südwest mit dem Versailler Vertrag endgültig verloren.
- Später steht das Land unter der Kontrolle von Südafrika. Erst seit etwa 20 Jahren ist das heutige Namibia unabhängig.
- Unter den zwei Millionen Einwohnern leben noch etwa 22.000 deutschstämmige Siedler. Und in den Städten erinnert noch vieles an die Kolonialzeit.
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