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Werte und Normen - WiSoPOLITIKMrG? đšâđ« Abitur SOWI Sozialkunde
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Transkriptautomatisch erstellt · 31 Zeilen
- Zwei wichtige soziologische Vorstellungen sind die Begriffe âWerteâ und âNormenâ. Was unterscheidet nun Werte von Normen? WĂ€hrend Werte vor allen Dingen
- Wunschvorstellungen sind, wie Ziele, Einstellungen oder Ideale und uns eine Vorstellung davon geben, was wir fĂŒr ârichtigâ oder âfalschâ und
- fĂŒr âgutâ oder âschlechtâ halten, sind Normen im Wesentlichen Verhaltenserwartungen, die wir zu erfĂŒllen haben.
- Normen kann man auch vereinfacht als âRegelnâ oder âGesetzeâ verstehen. Bei Normen werden nun einerseits soziale Normen und andererseits Rechtsnormen unterschieden.
- WĂ€hrend soziale Normen Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens beschreiben, die man erfĂŒllen soll, aber nicht muss, sind Rechtsnormen
- gesetzliche Regelung, die man befolgen muss. Wir hÀngen nun Werte und Normen miteinander zusammen?
- Vereinfacht gesagt sind Werte die Quelle von Normen. Normen lassen sich also immer auch auf Wertvorstellungen zurĂŒckfĂŒhren.
- Schauen wir uns ein paar Beispiele an: Wertvorstellungen könnten beispielsweise MenschenwĂŒrde, Freiheit, Gleichheit, SolidaritĂ€t,
- Gerechtigkeit, NĂ€chstenliebe, Demokratie, Ehe und Familie, Toleranz, Gleichberechtigung, Wahrheit, Verantwortung und Bildung sein.
- Wenn wir uns nun die Werte, Gerechtigkeit, Wahrheit, Verantwortung, MenschenwĂŒrde und SolidaritĂ€t anschauen, können wir folgende soziale Normen herleiten.
- Der Wertvorstellung âGerechtigkeitâ wĂŒrde die soziale Norm âDu sollst alle Menschen gleich behandelnâ entsprechen.
- Der Wert âWahrheitâ schreibt uns vor, nicht zu lĂŒgen. Menschen, die mit âVerantwortungâ handeln, stehen zu den Folgen ihrer Taten,
- und der Begriff der âMenschenwĂŒrdeâ verlangt von uns, Menschen so zu behandeln, wie wir in ihrer Lage auch behandelt werden wollen wĂŒrden.
- Die Wertvorstellung âSolidaritĂ€tâ verlangt von uns, dass wir Menschen in Not helfen sollen. Entscheidend an den sozialen Normen ist hier, dass wir diesen Normen
- folgen können, aber dies nicht in jeder gesellschaftlichen Situation mĂŒssen. Eine Abweichung von sozialen Normen, wird zwar gesellschaftlich
- möglicherweise missbilligt, ist aber nicht im rechtlichen Sinne strafbar. Ganz anders sieht das selbstverstÀndlich bei Rechtsnormen aus.
- Rechtsnormen finden wir im Gesetzestexten, wie dem Grundgesetz, Arbeitsrecht, dem Sozialrecht, dem Steuerrecht, dem Strafrecht und anderen Rechtsvorschriften.
- Hier ist ganz klar geregelt, was man tun muss, was man tun darf und was man nicht tun darf. Abweichungen von Rechtsnormen, werden in der Regel mit Strafen
- beantwortet. Die Gesellschaft ĂŒbt diese Strafen dann durch staatliche Einrichtungen â wie Gerichte und Polizei - aus. Durch Rechtsnormen in Kombination mit Strafen
- erzwingt die Gesellschaft also rechtskonformes und damit normenkonformes Verhalten und bringt die Mitglieder einer
- Gesellschaft dazu, nach den vorherrschenden Wertvorstellungen der Gesellschaft zu leben. Was versteht man nun unter Wertewandel?
- Wertvorstellungen sind Kinder ihrer Zeit! Mit diesem Satz ist gemeint, dass Wertvorstellungen sich durchaus verÀndern können.
- Wertvorstellungen, die frĂŒher eine Gesellschaft stark geprĂ€gt haben, können heute also an Bedeutung verloren haben.
- WĂ€hrend frĂŒher Traditionen und die Familie im Zentrum des sozialen Lebens standen, lĂ€sst sich heute vermehrt ein Trend zu einer stĂ€rkeren Individualisierung feststellen.
- Diese Entwicklung beschrieb der Soziologe Ulrich Beck mit seiner Individualisierungsthese. Nicht die Gesellschaft bestimmt demnach den Lebenssinn eines Menschen, sondern das Individuum
- bestimmt selbststÀndig den Sinn seines Lebens und damit auch den Sinn von Gesellschaft. Ebenfalls ist der Fall, dass Wertvorstellungen heute dominieren,
- die zu frĂŒheren Zeiten relativ wenig Bedeutung hatten. WĂ€hrend frĂŒher materielle Werte, wie wirtschaftliche Sicherheit, Recht,
- Ordnung und PflichterfĂŒllung im Zentrum standen, haben heute postmaterielle Werte wie Freiheit, Selbstverwirklichung, Sinnfindung und gesellschaftliche Mitwirkung fĂŒr viele
- Menschen an Wichtigkeit gewonnen. Der Soziologie Ronald Inglehart nannte diesen Prozess des Wertewandels eine stille Revolution.
- Seine Arbeiten haben entscheidend den Begriff des Wertewandels geprĂ€gt. Werte und Normen haben also eine enorme Bedeutung fĂŒr Gesellschaften, denn
- Werte und Normen bestimmen das SelbstverstÀndnis von Gesellschaften und formulieren Erwartungen an die Mitglieder einer Gesellschaft, wie man sich das Zusammenleben in Gesellschaft vorstellt.
Zum Nachlesen
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