Werte und Normen - WiSoPOLITIKMrG? 👨‍🏫 Abitur SOWI Sozialkunde WiSoPOLITIK? - MrGSK Mr G's School KIT https://www.youtube.com/watch?v=h7-uLRk3TMQ Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Zwei wichtige soziologische Vorstellungen sind die Begriffe „Werte“ und „Normen“. Was unterscheidet nun Werte von Normen? Während Werte vor allen Dingen 0:11 Wunschvorstellungen sind, wie Ziele, Einstellungen oder Ideale und uns eine Vorstellung davon geben, was wir für „richtig“ oder „falsch“ und 0:20 für „gut“ oder „schlecht“ halten, sind Normen im Wesentlichen Verhaltenserwartungen, die wir zu erfüllen haben. 0:28 Normen kann man auch vereinfacht als „Regeln“ oder „Gesetze“ verstehen. Bei Normen werden nun einerseits soziale Normen und andererseits Rechtsnormen unterschieden. 0:39 Während soziale Normen Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens beschreiben, die man erfüllen soll, aber nicht muss, sind Rechtsnormen 0:48 gesetzliche Regelung, die man befolgen muss. Wir hängen nun Werte und Normen miteinander zusammen? 0:56 Vereinfacht gesagt sind Werte die Quelle von Normen. Normen lassen sich also immer auch auf Wertvorstellungen zurückführen. 1:06 Schauen wir uns ein paar Beispiele an: Wertvorstellungen könnten beispielsweise Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Solidarität, 1:15 Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Demokratie, Ehe und Familie, Toleranz, Gleichberechtigung, Wahrheit, Verantwortung und Bildung sein. 1:24 Wenn wir uns nun die Werte, Gerechtigkeit, Wahrheit, Verantwortung, Menschenwürde und Solidarität anschauen, können wir folgende soziale Normen herleiten. 1:34 Der Wertvorstellung „Gerechtigkeit“ würde die soziale Norm „Du sollst alle Menschen gleich behandeln“ entsprechen. 1:43 Der Wert „Wahrheit“ schreibt uns vor, nicht zu lügen. Menschen, die mit „Verantwortung“ handeln, stehen zu den Folgen ihrer Taten, 1:53 und der Begriff der „Menschenwürde“ verlangt von uns, Menschen so zu behandeln, wie wir in ihrer Lage auch behandelt werden wollen würden. 2:02 Die Wertvorstellung „Solidarität“ verlangt von uns, dass wir Menschen in Not helfen sollen. Entscheidend an den sozialen Normen ist hier, dass wir diesen Normen 2:13 folgen können, aber dies nicht in jeder gesellschaftlichen Situation müssen. Eine Abweichung von sozialen Normen, wird zwar gesellschaftlich 2:23 möglicherweise missbilligt, ist aber nicht im rechtlichen Sinne strafbar. Ganz anders sieht das selbstverständlich bei Rechtsnormen aus. 2:33 Rechtsnormen finden wir im Gesetzestexten, wie dem Grundgesetz, Arbeitsrecht, dem Sozialrecht, dem Steuerrecht, dem Strafrecht und anderen Rechtsvorschriften. 2:44 Hier ist ganz klar geregelt, was man tun muss, was man tun darf und was man nicht tun darf. Abweichungen von Rechtsnormen, werden in der Regel mit Strafen 2:56 beantwortet. Die Gesellschaft übt diese Strafen dann durch staatliche Einrichtungen – wie Gerichte und Polizei - aus. Durch Rechtsnormen in Kombination mit Strafen 3:07 erzwingt die Gesellschaft also rechtskonformes und damit normenkonformes Verhalten und bringt die Mitglieder einer 3:14 Gesellschaft dazu, nach den vorherrschenden Wertvorstellungen der Gesellschaft zu leben. Was versteht man nun unter Wertewandel? 3:25 Wertvorstellungen sind Kinder ihrer Zeit! Mit diesem Satz ist gemeint, dass Wertvorstellungen sich durchaus verändern können. 3:34 Wertvorstellungen, die früher eine Gesellschaft stark geprägt haben, können heute also an Bedeutung verloren haben. 3:41 Während früher Traditionen und die Familie im Zentrum des sozialen Lebens standen, lässt sich heute vermehrt ein Trend zu einer stärkeren Individualisierung feststellen. 3:53 Diese Entwicklung beschrieb der Soziologe Ulrich Beck mit seiner Individualisierungsthese. Nicht die Gesellschaft bestimmt demnach den Lebenssinn eines Menschen, sondern das Individuum 4:06 bestimmt selbstständig den Sinn seines Lebens und damit auch den Sinn von Gesellschaft. Ebenfalls ist der Fall, dass Wertvorstellungen heute dominieren, 4:16 die zu früheren Zeiten relativ wenig Bedeutung hatten. Während früher materielle Werte, wie wirtschaftliche Sicherheit, Recht, 4:24 Ordnung und Pflichterfüllung im Zentrum standen, haben heute postmaterielle Werte wie Freiheit, Selbstverwirklichung, Sinnfindung und gesellschaftliche Mitwirkung für viele 4:36 Menschen an Wichtigkeit gewonnen. Der Soziologie Ronald Inglehart nannte diesen Prozess des Wertewandels eine stille Revolution. 4:46 Seine Arbeiten haben entscheidend den Begriff des Wertewandels geprägt. Werte und Normen haben also eine enorme Bedeutung für Gesellschaften, denn 4:56 Werte und Normen bestimmen das Selbstverständnis von Gesellschaften und formulieren Erwartungen an die Mitglieder einer Gesellschaft, wie man sich das Zusammenleben in Gesellschaft vorstellt.