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Das Mönchtum - die wahre Geschichte [TALK] - mit Prof. Dr. Gregor Emmenegger

Glaube & Gesellschaft im Gespräch47:43 1.812 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 345 Zeilen
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  1. In dieser neuen Serie wollen wir über Ortstraditionen und Mönchtum sprechen. Und deshalb haben wir gedacht, fangen wir doch gleich mit dem Anfang an und
  2. fragen, wie hat sich eigentlich die Tradition der Orden, wie hat sich das Mönchtum entwickelt, woher kommt das? Wir waren die ersten Mönche
  3. und vieles weitere und es freut mich sehr, dass du Gregor wieder mal bei uns bist und mit uns darüber sprichst. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge
  4. Glaube und Gesellschaft im Gespräch. [Musik] Abonniert den Kanal, gibt uns ein Like oder schreibt uns in die Kommentare.
  5. Vielen Dank. Zuerst eine persönliche Frage an dich. Du bist verheiratet und hast zwei Kinder.
  6. Als du das noch nicht warst, als du jünger warst, hast du dich da hat es sich manchmal ein bisschen in diese Richtung gezogen? Also hast du dir mal
  7. überlegt vielleicht Mönch zu werden? Ja, habe ich. Genau. Ich war bei den Kappuzinen eine Woche, ich war bei den Jen,
  8. das war dann glaube ich auch schon. Genau. Und da hast du dir so ein bisschen überlegt, könnte das was sein?
  9. Ja, genau. Und war es nach dieser Woche dann gegessen oder blieb die Faszination?
  10. Die blieb eigentlich Faszination natürlich äh für Gemeinschaften. Ja, aber ähm ist natürlich eine Frage der Berufung. Mhm.
  11. Und dich habe ich bei mir nicht gespürt, deine Berufung in diese Richtung. Ja. Hab wie sich da für katholische Leute
  12. gehört, dass man sich irgendwann auch die Frage stellt, soll ich Priester werden? Das gehörte auch dann in diesen großen Kontext und nein, diese Berufung
  13. habe ich nicht. Ja, die hast du nicht. Aber du hast dich dann quasi als Historiker aus einer anderen Perspektive
  14. und als als Theologe aus einer anderen Perspektive mit diesen Themen beschäftigt. Ja, ganz genau. Ja.
  15. Und da sind wir eigentlich schon gleich beim Punkt. Ähm, das Mönchtum, das ist ja eben nicht was irgendwie neu ist und gleichzeitig ist es etwas, was mit dem
  16. Christentum in auf eine neue Form auch auf in einer neuen Form aufkommt. Ähm, wo hat das begonnen? Wie wie kommt man plötzlich drauf,
  17. wir finden Mönche? Weil vielleicht, wenn wir im neuen Testament schauen, finden wir ja noch nichts davon. Also da zu dieser Zeit
  18. genau gab es es damals ja quasi noch nicht. Wann und wie kommt das auf? Ja, das ist eine höchstpannende Frage.
  19. Wenn man diese Frage vor 50 Jahren gestellt hätte, ähm hätte man wahrscheinlich von einem wunderbaren Eingreifen Gottes geredet,
  20. dass da plötzlich sich junge Leute aufmachen und Mönche werden. Ähm da Anfang des vierten Jahrhunderts ähm vor 50 Jahren noch hätte man davon
  21. gesprochen, dass die da in die Wüste gingen, weil sie mit der ähm konstantinischen Kirche nicht zufrieden gewesen wären und dann quasi aus
  22. Unzufriedenheit in die Wüste gegangen wären. Äh und heute wird die Frage etwas anders gestellt. Ähm man geht tatsächlich zum neuen Testament zurück.
  23. Ähm, zu ist ein mal ähm die Einsicht, dass das Christentum vor allem eine Frage der Gemeinschaft ist und von Anfang an eine Frage der
  24. Gemeinschaft ist und in dem Punkt auch eine wesentliche Neuerung mit sich bringt, nämlich der Bruch mit der Blutsverordschaft, also, dass im Zentrum
  25. des Christentums eine Gemeinschaft steht. Mhm. Also es ist eigentlich viel weniger ein Glaube. Es geht nicht darum irgendwelche
  26. Dinge für wahrzuhalten. Es geht vor allem darum zusammenzuleben, zusammen ähm in der Nachfolger zu stehen. Und dieses zusammen hatten die French
  27. Christen auch enorm Mühe, das in Wort zu fassen. Was ist das überhaupt von der Gemeinschaft? Sie sind keine Philosophie, obwohl das einige sagen.
  28. Sie sind auch ähm keinen Relig im antiken Sinne. Äh weil müssen sie ein Tempel und einen Kult und eine Liturgie haben. Haben sie auch nicht. Äh sie sind
  29. auch nicht irgendwie ein Volk, obwohl diese Metapher auch gerne gebraucht wird, aber das was vor allem aufkommt von Anfang an ist die Vorstellung ähm
  30. quasi eine alternative Gemeinschaft, eine alternative Familie ähm aber eben nicht Blutverwandt, sondern herausgerufen von Gott. Das ist ja ein
  31. eine Wurzel mit Eccllesia und das andere ist eben, man nennt sich Brüder Bruder und Schwestern. Der Bischof ist der Vater bzw. Gott ist der Vater. Ähm die
  32. Idee einer alternativen Gemeinschaft ähm eine Geschwisterschaft, was von Anfang an eigentlich da ist und das Mönchtum ist in dieser Linie.
  33. Mhm. Aber also diese Idee einer alternativen Familie, da könnte man ja sagen, ja, das gab's ja von Anfang an mit der Kirche,
  34. ja, man hatte diese Gemeinschaften. Ähm, aber das Mönchtum war dann noch ein bisschen etwas anderes, oder? Ja, genau. Ähm,
  35. ein Wissenschaftler, den ich hoch verehre, ähm heißt G, ein französischer Autor, der viel zum Mönstum gearbeitet hat und der schreibt irgendwann mal in
  36. ein Nebensatz, es gibt keine wundersamen Entstehungen beim Mönchtum, überhaupt nicht generell der Kirchengeschichte. Und das ist was für mich so ein
  37. Schlüsselmoment, wenn es um die Erforschung des frühen Mönchtums geht. Der Kontext spielt eine ganz ganz große Rolle. ähm
  38. Christin und Christen suchen immer in der gegebenen Zeit in dem Kontext ihre Gemeinschaften aufzubauen. Und natürlich war von Anfang an eigentlich klar, ihre
  39. Gemeinschaften sind mitin der Gesellschaft, aber im dritten Jahrhundert wird ähm der Kontext so schwierig, dass es für einige
  40. nicht anders geht, als aus der Gesellschaft auszusteigen. Und das ist eigentlich der Kern oder Urgedanke des Mönchtums. Also es ist die Zeit der
  41. Folgung, es ist die Zeit der Reichskrise. Ähm gerade die Soldatenkaiser. Ab 234 ist es eine ganz schwierige Zeit fürs römische Reich, wo
  42. wir wirklich alle Jahre neuen Kaiser haben, weil der Vorgänger ermordet wird. Serie von Bürgerkriegen, wo viele Leute, vor allem junge Leute
  43. dann als Soldaten dienen mussten. Es braucht unglaublich Geld für Krieg zu führen. Die Steuern sind drückend und diese Gesellschaft schafft viele Leute,
  44. die aus der Gesellschaft herausfallen. Ähm das sind zunächst keine Christen, auch Christen, aber nicht nur. Mhm. Ähm, die sich dann am Rande der
  45. Gesellschaft sammeln und dann in der Regel von Kleinkriminalität leben, von Schmuggel, von solchen Dingen. Aber genau in diesem Raum breitet sich eben
  46. dann auch ähm das Mönchtum dann aus. Mhm. Kannst du das lokalisieren? Wo wo geschieht das zuerst oder geschieht es überall? ähm diese
  47. Kleinkrimin, also dieses Problem mit den Leuten, die aus der Gesellschaft herausfallen haben eigentlich im gesamten römischen Reich. Äh da gibt's
  48. in Galen die Bagauden, da gibt's in Nordafrika Gruppen überall und die sammeln sich dann auch und machen dann wiederprobleme. Ähm oft man sie so
  49. stark, dass sie dann wirklich auf so die offene Revolte wagen, wo es dann noch mehr Blutverpießen gibt, was diesen Bürgerkrieg noch verändert. Der Kontext
  50. ist in Ägypten anders und das ist auch der Anfang des Mönchtums. Ähm, das hängt einerseits mit der geographischen Situation zusammen. In Ägypten ist es
  51. recht einfach in äh aus der Gesellschaft auszusteigen. Ich brauche nur vom Nil, wir haben eine lange Flussase, Niltal und wenn ich da aufsteige, 2, 3 km in
  52. die Wüste gehe, bin ich quasi aus der Gesellschaft rausm und dort gibt es in dieser Zeit im dritten 4. 100 ähm Schmuckler, Banditen,
  53. äh Leute, die die Steuer nicht mehr bezahlen können, Prostituierte, das sammelt sich alles da in diesem Raum und das ist genau das Milieu, in dem sich
  54. dann auch das Mönchtum ausbreiten kann. Mhm. hängt mit einem der Legende nach wird das dem Antonius zugeschrieben. Der gilt
  55. als Vater der Mönche. Ähm man geht heute davon aus, dass nicht nur er das war, dass es eine ganze Serie von Leuten gibt, die ähnliche Erfahrung gemacht
  56. haben. Also auch Christen gehen ähm werden gezwungen in die Wüste zu gehen, aber leben dort dann ihre alternative Gesellschaft unter neuen Vorzeichen eben
  57. außerhalb der Gesellschaft. Mm. Aber könntest du trotzdem die Legende oder die Geschichte von Antonius soisch skizzieren, weil es ja doch irgendwie
  58. dann sehr wichtig wird auch für die Rezeption des Mönchtums. Das ist ein guter Hinweis. Das ist ein Buch, das Athanasus
  59. geschrieben hat, der berühmte Bischof von Alexandrin. Der hat ein lebendes Antonius geschrieben gleich nach dem Tod von Antonius. Ähm das ist der Bestseller
  60. im vierten Jahrhunder ist eines der beliebsten Bücher und das merkt man auch ähm wenn man z.B. die Biografie von Augustinus liest in den Konfessiones
  61. erzählte, dass die Bekehrung von Augustinus eigentlich anfängt mit der Lektüre von diesem Buch ähm von Antonius. Ähm bei Hieronimus ist
  62. genau dasselbe. Der liest das Buch und will auch Mönch werden. Und das ist etwas, was was auch das vierte Jahrhundert an kennzeichnet. Dieses Buch
  63. schlägt ein wie eine Bombe. Also ein gefährliches Buch. Man liest es und will Mönch werden. So ist es ganz genau
  64. wie wie Harry Potter. Man liest es und dann will man Zauberer und werden ganz genau. Ja, genau. Es gibt so ähm Der Fänger im Rocken ist auch so ein
  65. Beispiel ähm ein Buch, das einfach in eine Zeit gehört und die sehr typisch illustriert und ähm das Leben des Antonius gehört da dazu auf jeden Fall.
  66. Und und was ist sein Leben? Ja, genau. Jetzt jetzt muss ich Genau. Ähm Atonasius erzählt, dass der Antonius eigentlich ähm Bauer war ähm im
  67. MittelÄgypten in einem kleinen Dorf namens Komet, das aber in dieser Zeit Mitte drittes Jahrhundert schon fast vollständig christianisiert ist. Es gibt
  68. eine Kirche, aber es gibt keinen Tempel mehr. Ähm und Antonius geht da zum Gottesdienst ähm eben Mitte drites Jahrhundert und der Priester liest vor.
  69. Wie das genau funktioniert, ist auch noch mal eine spannende Frage, wie was Bibeln angelegt, aber angeht, wie das genau funktioniert. Aber jedenfalls
  70. Antonius sitzt am Gottesdienst und erzählt wird die Geschichte vom reichen Jüngling. Ähm Meister, was muss ich tun, damit ich gerettet werde? Und dann zählt
  71. Jesus die zehn Gebote auf und der Jüng sagt, mache ich alles schon, was kann ich noch mehr tun? Und Jesus sagt dann, wenn du vollkommen sein willst, verkaufe
  72. alles, was du hast und dann komm und folge mir nach. Und das schlägt beim Antonius ein wiederum wie eine Bombe. Er will das. Und ihm ist klar, das ist in
  73. sein Leben gesprochen. Jesus sagt direkt ihm, dass diese Reiche Jüngling bin ich. Genau, bin ich. Genau. Und Antonius ist
  74. zumindest, wenn man Atanasius glauben will, ähm er ist ähm Weisenkind, schon älter, hat noch eine kleinere düngere Tochter.
  75. Tochter, eine Schwester. Ähm, aber die Eltern sind gestorben und er ist für einen Hof zuständig, der ziemlich groß ist.
  76. 80 Hektaren etwa 300 Auren, sagt der Tex sind 80 Hektaren, also ein ziemlich großer Bauernhof. Ähm durchschnitt, ich habe Schweizer Bauernhof hat 16
  77. Hektaren, also ziemlich viel Land. Mhm. Und Antonius geht nach Hause, verschenkt die beweglichen Güter und gibt das Land den
  78. Nachbarn, damit die die Steuern bezahlen können und will als Asket leben. Diese asketische Bewegung hat sich eigentlich schon ab dem ersten Jahrhundert
  79. entwickelt. In den Kirchgemeinden und in den christlichen Gemeinschaften gibt es Leute ähm, die mit ihrem Christentum möglichst ernst machen möchte, ein
  80. bisschen analog zu den Gemeinschaften. Ähm asketische Bewegung nennt man das. hatten wir ja auch schon mit Symian. Genau. Ganz genau.
  81. Einige waren so bewegt, dass sie auf eine Säule stiegen. Wer das noch nachhören will. So ist es. Aber das ist später diese
  82. asketische Bewegung ist stark auch ähm platonisch und überhaupt von der antiken Vorstellung ähm geprägt. Ähm ich muss mich reinigen. Ich muss
  83. die Selbsterkenntnis geht der Gottes Erkenntnis voraus. Also, ich muss zuerst mich selbst kennenlernen. Ich muss ähm meine Bedürfnisse kennen. Ich muss
  84. wissen, wie ich funktioniere, wo meine Tugenden, meine Laste sind und wenn ich mich selbst genug kenne, kann ich mich auf dem Weg zu Gott machen. Das ist so
  85. diese Idee, die hinter asketischen Bewegung steht. Ask Käse meint in diesem Zusammen auch nicht, dass ich da Hungerübungen mache, sondern Askäse
  86. meint eigentlich nur üben. Mhm. Also, ich über mein Christentum ein. Und Antonius ähm sucht sich zu diesem Zweck einen Altvater. Auch das ist gängige
  87. Praxis in der Zeit und lebt mit diesem Altvater zusammen. Der Altvater gibt dem Hinweise eben, wie kann ich selbst erkennen? Auch das auch das ist ein
  88. wichtiges Element. Äh gerade aus Novit kennt man sich selbst zu wenig, um die eigenen Tugenden von den eigenen Lastern zu unterscheiden.
  89. M Mhm. Also ähm der Fanatiker ist ähm stolz auf seine Glaubenstreue und der leichtsinnige
  90. stolz auf seinen Mut und ähm ja und so weiter und so weiter. Hat mal zu wenig Selbsterkenntnis zum Wissen, um eben Tugend von L zu unterscheinen.
  91. Deshalb braucht es quasi modern gesagt ein Mentoring, ein Coaching, jemand der erfahren, lebenserfahren ist, glaubenserfahren
  92. und der quasi dann in das Leben von Antonius sprechen können. Ganz genau. Die spätere Legende wird ihm dann auchch einen Namen geben. Paulus
  93. heißt er. Und darum gibt's auch in Ägypten ein Paulus Kloster. Ihm zu ehren. Das ist diese Paulus gibt dann auch eine Legende
  94. von Hieronymus, der die Geschichte von diesem Paulus aufschreibt und dieser Antonios, der geht in die Wüste, fühlt sich da irgendwie gerufen
  95. in ein asketisches Leben und wird laut der legendarischen Darstellung sozusagen wie der der Archetyp dieses Mönchtums in dem Sinne.
  96. Ja. Ähm zunächst noch Athanasus beschreibt, dass dieser Antonius dann zu seinem geistigen Vater kommt und sagt ähm ich habe eine Eingebung, ich möchte
  97. gerne in der Wüste leben. Und dann sagt der Altvater, es kommt nicht in Frage her, also sagt ist eine Neuerung und da das gibt eigentlich ziemlich
  98. genau das wieder, was wohl die Christinnen und Christen in dieser Zeit gedacht haben von dieser Idee. Das ist das gehört sich nicht. Christentum legt
  99. sich in Gemeinschaft nicht alleine und nicht in die Wüste, sondern das gehört in die Gesellschaft hinein. Und Antonius geht trotzdem, obwohl sein sein
  100. geistlicher Vater dagegen ist. Das ist auch noch so ein Element, das das wichtig ist. Mhm. Er zieht sich dann zunächst in eine
  101. Höhle zurück, ähm lebt dort für sich, dann kommen auch die ganzen Dämonenkämpfe, die da beschrieben werden, recht ausführlich. Ähm jetzt für
  102. unser Thema ist wichtiger, dass er dann eben plötzlich mit Leuten in Kontakt kommt, realisiert die Wüste ist nicht leer.
  103. Mhm. Da gibt es ähm geflohene Legionäre, entlaufene Sklaven. Da gibt's Leute, die Steuer nicht bezahlen können. Es gibt
  104. kriminelle Schmuggler. Ähm es gibt Frauen, die sich prostituieren. Einfach dieses Milie von den Leuten, die sowieso schon aus der Gesellschaft rausgefallen
  105. sind und die eben sehr zahlreich sind in der Zeit. Und Antonius beginnt mit denen zu leben, zu diskutieren und ähm über
  106. Gerechtigkeit, das Evangelium und was das mit heute zu tun hat und die beginnen dann kleine Gruppen zu bilden, ähm wie sie zusammenleben sollen und was
  107. sehr schnell kommt und das ist auch im Text sehr schön beschrieben, so diese Idee, die heute wird man Alternativgemeinschaft,
  108. Alternativgesellschaft dazu sagen, ein Reich für sich, man ist nicht mehr im römischen Reich, sondern ist eben in einem neuen Reich. wo neue Regeln gelten
  109. und zwar nur die des Evangeliums. Mhm. Mhm. Und das ist eigentlich der Kerngedanke
  110. des Mönchtums. Wir machen eine neue Gesellschaft außerhalb der gängengesellschaft. Wir sind nicht mehr in der Welt, wir sind nur noch für Gott
  111. da. Mhm. Und du hast gesagt, die haben sich eigentlich aus der Gesellschaft zurückgezogen. In Ägypten heißt es aber
  112. auch, man hat sich abgeschnitten äh von Wasser, abgeschnitten von Lebensmittel. Das wächst ja alles dort beim Nil. Wir haben die überlebt.
  113. Das ist zunächst wichtig ist, es gibt keine Regel, es gibt keine Vorgaben. Es ist eine Reihe Leihenbewegung, es ist eine Jugendbewegung. Ähm das es sind vor
  114. allem junge Leute, die halt einfach weggehen können, weil die näm Kindern das ist auch so ein Thema, das vielfach kommt, wenn du Kinder hast, wenn du eine
  115. Frau kannst, dann kannst du nicht, dann geht das nicht. Ja, das geht für junge Leute, die nicht gebunden sind und die gehen dann in die
  116. Wüste, machen auch Gegengesellschaft. Also eine lustige Vorstellung von, du sagst Jugendbewegung. Ich stell mir d noch vor Jugendliche sagen, die sagen ja
  117. ab in die Wüste. Alustige spezielle Jugendbewegung. Ja, ich vergleiche in der Vorlesung immer gerne mit den 68er Jahren mit der
  118. Hippbewegung. Ähm weil die wollten auch Gegenesellschaft machen und es sind junge Leute und genauso muss man sich auch diese
  119. Wüstenfettbewegung vorstellen. Es ist eine es gibt keine Regeln. Jeder macht wie er will. Es gibt auch Leute, die mit der ganzen Familie in die Wüste gehen.
  120. Das gibt's auch. Es gibt Leute, die den heimatlichen Hof zum Kloster erklären. Es gibt auch alles. Es gibt wirklich sehr, sehr bunt alle möglichen Formen
  121. und man haust da irgendwie zusammen oder alleine. Aber getrieben von diesem Anliegen ein dem Evangelium gemäßes Leben zu leben
  122. und zu führen. Eine Gemeinschaft, eine neue Form von Gemeinschaft. Genau. Es ist in der es ist innerhalb der römischen Gesellschaft nicht möglich
  123. als Christben, also steige ich aus und mache das außerhalb. Und das ist das, was dann auch sehr passiert am Anfang. Wenn man ähm es gibt diese berühmten
  124. Apophekmapum, diese Geschichten der Wüstenväter, Aussprüche der Wüstenväter. Äh, wenn man die ältesten Texte anschaut, habe ich genau dieses klein
  125. kriminelle Milieu. Ähm, wenn ich die aufzählen würde, da Makarius der Große waren Mörder und äh Moses hat eine Räubebande gehabt und Paiert.
  126. auch dieses kriminelle Kleinmilieö ähm das waren ist die erste Generation und die zweite Generation sind dann einfach junge Leute auf Hom Nil, die ähm aus
  127. ihren gesellschaftlichen Zwängen davon laufen und sich diese Wüstenbeweg Vbewegung anschließen und die dann ähm alle machen, wie sie wollen. Ähm diese
  128. Idee von Altvater setzt sich nach wie vor fort. Man sucht sich in der Wüste ein Altvater, bei dem ich lerne, was mich selbst kennenlerne, aber auch ganz
  129. praktisch. Wo finde ich Wasser? Wie organisiere ich Nahrungsmittel? Wie lagere ich das, wie überlebe ich in der Wüste?
  130. Und das ist in Ägypten insofern recht einfach, weil die Grenze zwischen Wüste und ähm Nil ist recht scharf. Ähm, ich habe wirklich links und rechts vom Nil
  131. das Gebiet, das äh überschwemmt wird, wo das sehr fruchtbar ist und dann kommt eine scharfe Grenze, dann kommen ähm 2 300 m lang oder hoch die Gräber, die
  132. alten, die sich schon ideal anbieten, wo man als Mönch leben kann. Ähm und je weit ich in die Wüste geben, desto isolierter bin ich einfach. Die meisten
  133. leben am Rande ähm in diesen Höhlen. Also schönes Beispiel, dass man das Grab von Tuttenchamun ausgegraben hat, musste man zunächst durch die
  134. Hinterlassenschaften dieser Mönisväter durchgraben, bis man dann wirklich zu den alttägyptischen Sachen gekommen sind, weil die Hausen alle da.
  135. Oh wow. Okay. Ja. Und das ist eigentlich der, also es gibt ein paar wenige Leute, die wirklich ganz in der Wüste leben. Das sind ein paar ganz exotische Leute,
  136. aber die meisten leben da am Rand und dann bin ich 2 3 km Fußmarsch und dann bin ich am Nil ähm kann ich Wasser holen, ich kann als Ernte Helfer
  137. mithelfen und nehme ein bisschen trockenes Brot mit in die Wüste und dann bin ich wieder besorgt für eine Zeit lang. Mhm.
  138. Mhm. Mhm. Und es war ja auch nicht selten, dass diese Wüstenväter dann auch Einsiedler waren. Also es hat irgendwie auch dazu gehört, manchmal in
  139. Gemeinschaft, manchmal allein, hast du schon gesagt, aber es gab keine Regel. Genau.
  140. Es war noch jeder konnte ein bisschen machen, wie er wollte oder wie der Altvater gesagt hat. Ähm, wann kam dann die Regel auf? Die wird ja immer
  141. wichtiger. Ja, genau. Zunächst einmal ist es sehr sehr chaotisch, ähm, die ganze Angelegenheit und es ist eine
  142. Leihinbewegung, ähm der Bischof hat nichts zu sagen. Also es ist man ist stolz auf die Kirche, man man ist stolz aufs Christin, man würde das auch nie
  143. sagen, wir sind es gegen Konstantin irgendetwas, das spielt überhaupt keine Rolle. Aber man ist, man ist Christ natürlich, aber man würde nicht
  144. behaupten, ähm, man ist nicht geweiht, man gehört nicht zum Ord. Es gibt natürlich manche einzelne Leute, die das sind, aber eigentlich die absolute
  145. Mehrheit sind reine Lei ist eine reine Leihenbewegung. Ja, die Idee das zu strukturieren, ähm das
  146. liegt eigentlich auf der Hand, wenn ich da als Wüstenvater lebe, was passiert, wenn ich alt bin? Was wenn ich krank bin? Wenn ich nicht mehr an den Nil
  147. gehen kann, um zu arbeiten, wie soll ich dann überleben? Und ähm das hängt Frau mit einem Menschen zusammen, der heißt Pachomius.
  148. ist ein typisch koptischer Name, heißt der Falke. Ähm, der hatte heidische Eltern, kommt aus dem Süden von Ägypten, ähm
  149. ist eingezogen worden in die römische Armee, war eine Zeit lang Rekrut und das hat ihm eigentlich auch ganz gut gefallen in der römischen Armee, weil es
  150. regelmäßig zu essen gibt, wenn man so weit, wenn man weiß, was man zu tun hat. Also eine gewisse Freude ähm als Legionär hat dann als Rekrut irgendwas
  151. ausgefressen, wir wissen leider nicht was. und hat dann scharfen Arrest bekommen und sitzt dann in der Zelle und erhält Besuch von Christen, die die
  152. Gefangenen besuchen und diese Begegnung mit Christen, die Essen bringen und zwar nicht nur den Blutsverwandten, das sonst üblich ist, sondern allen, die da sind,
  153. das hat ihn so tief berührt, dass er sich dann bekehrt, ähm wird dann unehrenhaft entlasten, würde man heute sagen. Ähm, und schließt sich der
  154. Wüstenfäht Bewegung an. Mhm. hat dann einen Altvater, der viel meditiert, viel betet und darüber auch gerne das Essen vergisst.
  155. Hygiene ist auch nicht groß geschrieben. Mibonius den berühmten Ausspruch, was ist eine Mönchskute, also was ist was ist ein
  156. gängiges Kleid für einen Mönch? Und äh Antonius sagt, gängiges Kleid für Mönch ist ein Gewand, dass du eine Woche lang auf dem Marktplatz liegen lassen kannst
  157. und keine Cloud es. Oh wow. Ja, und das ist auch ganz typisch, weil ähm eben es gibt keine Strukturen, keine
  158. Regeln, es gibt keine Kuten. All das kommt eben jetzt mit diesem Bachomius, dem passt es nämlich überhaupt nicht. Also diese mangelnde Hygiene und der
  159. Altvater, der ständig betet und darüber das Essen vergisst und ja und irgendwann sitzt da am Nil, wäscht sich die Füße und überlegt sich, wo war ich glücklich?
  160. natürlich in der Armee und die große Idee ist eigentlich diese Armeeerfahrung mit der chaotischen Wüstenväter Hippierfahrung zu fusionieren. Das ist
  161. eigentlich so der Urgedanke des Mönchtums. Und er macht das genauso. In der Legende ist es dann ein Engel, der immer erscheint und sagt, ja, mache es
  162. so und so. Und dann habe ich eigentlich so die drei Kernelemente von Armee, die übernommen werden. Natürlich gewaltlos, keine Waffen, aber ich habe eine Kaserne
  163. mit einer Mauer außenrum, das drin und draußen unterscheidet nur ähm Leute dazugehören dürfen rein, das das Kloster, die Klausur dann
  164. später die Kloster Klausur. Ganz genau. Dann natürlich die Kleidung. Ähm Pachomi schreibt vor, dass sie alle die Kleidung eines ähm Wanderphilosophen tragen
  165. sollen, also eine Melote, eine Kutte, wie das damals üblich ist. Eben, ich habe v von Asketen schon geredet. Ähm, wenn man den Leuten damals erklären
  166. muss, das machen wir, dann sagen sie alle, wir leben wie die Wanderphilosophen, wir leben asketisch und dann war für die Leute klar, was es
  167. ist. Und darum erhalten die auch das Gewand alle eines Wanderphilosophen, aber mit der Struktur der römischen Armee, das ist dann wird dann
  168. aufgestickt, wer welchen Rang hat und zwar zunächst entlang des griechischen Alphabets, also ein Alpha ist der Chef das Alphatier und dann
  169. geht's bis zum Omega und dann XI sind eher die kompliziert denkenden und ein Joda sind eher die simpeln Leute und das geht dann nicht, weil es aus Namen aus
  170. allen Näten platzt und dann übernimmt er die Organisationsform der römischen Armee. Also es gibt Zenturien und Kururien die ganze Hierarchie wird
  171. aufgebaut. Das sind die drei Punkte. Drei Punkte. Dienstreglement habe ich vergessen. Das Wichtigste am ganzen
  172. eigentlich eine klare Regel, wie das funktioniert. Und wenn man dieses Ding liest heute Hieronymus hat es glücklicherweise auf
  173. Latein übersetzt für seine Frauengemeinschaften. Ähm das riecht schon stark nach Rekrutenschule. Ja,
  174. also wenn Trompete schalt alle Mönche antreten und dann in Kolone ab in die Kirche. Äh und dann sitzt man da und flechtet Körbe und Matten und einer
  175. steht vorne und betet vor und die Mönche singen Halleluja zwischendurch, aber dann wird gearbeitet und dann wir halt auch sehr gewachsen in der Regel. Ähm es
  176. geht ums Essen, es geht um ähm Krankenstation spielt eine große Rolle. Man merkt auch, wo viele Regeln sind, gab's viele Diskussionen und das hat man
  177. dann auch vermehrt. Es gibt z.B. nach dem Essen ein Dessert, also so äh Studentenfutter sagt man auf Schweizerdeutsch, weiß nicht,
  178. trockene Nüsse und Datteln und Rosinen sowas. Und da gibt's eine ganze Serie von Gesetzen dazu. Ähm niemand darf selber sich nehmen. Ähm alle sollen
  179. etwas beten, wenn sie bekommen. Man darf sich nicht die Kapuze füllen. Man darf keinen Handel treiben, man darf sich kein Lager in der Zelle anhäufen. Al
  180. spannend quasi das sind Indizien, da wo es mehr Regeln dazu gibt, da muss man vermuten, dass viel diskutiert, dass es anders zu Diskussionen gab.
  181. Genau. Ganz genau. Und eine gewachsene Regel, das ist auch wichtig. Und es gibt einen Strafanhang. Mhm. Ähm und man hat den ein liest der
  182. gute Pachomis hat sein Leben lang nichts anderes gemacht als Prügel ausgeteilt für Mönche, die sie nicht anständig betragen haben. Aber muss auch sagen, in
  183. dieser, ich habe vorhin schon erzählt, diese unsichere Zeit, das war Himmel auf Erden. Ähm regelmäßig zu essen, du weißt, was du in 10 Jahren machst, wenn
  184. du krank bist. Gibt's eine Krankenstation. In der Krankenstation gibt's Wein und Fleisch. Die Mönche essen sonst vegetarisch. Ähm, aber in
  185. der Krankenstation gibt's Fleisch und Wein. Das ist schon unglaublich. Ist schon toll. Mhm. Hatten die auch schon die geregelten
  186. Gebetszeiten? Also fünf oder sieben, oder war das noch anders? Ähm, Pachomus spricht von dem frast nichts.
  187. Okay, also es hat wirklich nichts mit Benedikt zu tun. Wenn man das Gefühl hat, man möchte jetzt geistig erbaut werden und
  188. diese Regel rieest, dann muss man wird man schwer enttäuscht. Okay, es ist einfach wirklich nur was passiert, wenn ein Mönch sich die Füße
  189. nicht sauber wäscht oder wenn ein Mönch den Strick seiner Kutte verliert und dann gibt's Kollektivstrafen und wie es ist wirklich Rekrutenschule. Wer da mal
  190. war, wird sich sehr zu Hause fühlen. Ähm und für alle anderen ist es eher nichts. Ja. Ja, aber das ist quasi mal so ein Anfang,
  191. der Regeln, gewisse Spielregeln definiert, wie sich so eine Gemeinschaft organisieren muss, wie da wo worauf dann spätere Regeln auch wieder aufbauen
  192. können und das dann auch anfühlen mit mit stärker geistlicher Praxis. Ja, genau. Ähm zwei Dinge sind vielleicht noch wichtig. Ähm Pachomius
  193. macht eine Sammlung von Einsiedeleien. Also die Mönche haben ihre Zellen, die leben alle in ihren Zellen. Es ist nicht ein Benediktinklos, wo die Leute ein
  194. Schlafsaal haben, sondern Mikroeinsiedeleien quasi alle nebeneinander und dann leben sie so zusammen. Sind eine Leinbewegung. Es
  195. gibt zwar eine Kirche, aber es gibt keine Priester. Am Sonntag geht man ins benachbte Dorf, um am Gottesdienst teilzunehmen und sonst arbeitet man
  196. zusammen in diese Kirche. Eine betet vor und alle flöchten an ihren Körben und Matten und das führt auch dazu, dass das Kloster recht schnell reich ist, wenn
  197. man einfach unglaublich billig produzieren kann. Paachumis sagt zwar, wir wollen nicht reich werden, darum soll man die
  198. Materialien billige verkaufen, dass das sonst üblich ist, was jetzt recht dazu führt, dass man reich wird. Das ist so dieser IKEA, das ist ein Punkt und es
  199. ist ihm auch wichtig, ähm es gibt auch Geschichten, wo dann ganze Warenlager abbrennen lässt, weil die Leute zu viel gearbeitet haben, weil man eben so reich
  200. wird, aber es ist dennoch das, was passiert. Mhm. Wir haben jetzt mehrfach schon ähm Benedikt angesprochen und seine Regeln.
  201. Aber bevor wir zu ihm kommen, vielleicht wie hat sich von Pachomios aus entwickelt bis zu Benedikt? Gibt es da noch andere wichtige Regeln, die da
  202. reingespielt haben? Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Ähm, das Problem ist, ich habe schon erzählt, Jean-Claude Kies hat immer gesagt, äh es
  203. gibt keine wundersamen Entstehungen im Mönchtum. Mönchtum funktioniert immer im Dialog mit dem Kontext und diese erste Form des Mönchtums ist
  204. entstanden in einem Kontext, der sehr feindlich dem Christentum gegenüber ist. Und dann bleibt mir nichts anders übrig als das Gesellschaft auszusteigen und
  205. gegen Gesellschaft zu machen. Und 50 Jahre nach ähm diese nächsten Gründungen hat sich ja das römische Reich bekanntlich stark gewandelt. Konstantin
  206. war dann schon durch und wir haben jetzt christliche Kaiser und das Christentum ist quasi in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
  207. Und ein ganz wichtiger Name ist Basilius, der ähm in der Mitte des vierten Jahrhunderts diese Klöster besucht von Bachomius.
  208. Es gefällt ihm, wie die Leute da auf der Suche nach Gott sind, aber er kritisiert es auch ganz stark. Ähm, einerseits, weil die Frage nach Gebet überhaupt
  209. keine Rolle spielt. Also, hab die geistliche Frage null, nichts. Und das zweite, was mir nicht gefällt, ist diese Vorstellung der
  210. Gegengesellschaft. Ähm, jetzt ist man in der Mitte der Gesellschaft angekommen, also muss das Mönchtum auch in der Mitte der Gesellschaft existieren.
  211. Mhm. Und als er dann zurückkommt, ähm versucht er diesen Gedanken aufleben zu lassen. Also, ein Beispiel ist äh das Krankenlager. Es gibt dieses
  212. Krankenlager, dieses Lazarett in den pchomianischen Klöstern, wo man sich eben pflegen lassen kann, aber nur die Mönche. Mhm.
  213. Und Basilius sagt, das geht nicht. Ihr könnt nicht einfach nur für euch da in der Wüste euer Ding machen und alle anderen sind euch egal. Jetzt wo die
  214. Gesellschaft christlich geworden ist, der kommt dann zurück zu sich nach Cesarea und das erste, was er macht, ist er gründet eine Gemeinschaft, die ein
  215. Krankenlager unterhält, aber offen für alle und dann können eben alle Leute kommen, die krank sind, die Reichen bezahlen was, die Armen können sich
  216. umsonst pflegen lassen und dann wird man bepflegt, bis man entweder gestorben ist oder gesund ist. Und das ist das erste Spital in der Antike.
  217. Spannend. Und das ist so ein Element, das eben ganz ganz wichtig ist. Ähm, das Mönchum muss in die Gesellschaft hineinwirken.
  218. Das Mönchum muss ein Denkmal für das Evangelium sein. Mhm. Wie merkt, schalten wir auf diesem Kanal keine Werbung. Wer kann und will,
  219. darf uns aber gerne unterstützen. Den Link dazu findet ihr in den Showotes oder in der Description. Vielen Dank. Also eine enorm spannende Entwicklung,
  220. die hier oder eine Verschiebung, eine Weichenstellung, die quasi da passiert von diesen Gemeinschaften äh die quasi deren selbst sie einfach ihr eigener
  221. Selbstzweck zu existieren, eine Weichenstellung hinzu, was ist quasi sind ist die Kapazität oder das Potenzial dieser Gemeinschaften, die
  222. dann das wieder zurückwirken kann in die Gesellschaft. Also später wird es ja dann wahrscheinlich auch noch Bildung. Es kommen dann weitere Aufgaben noch
  223. dazu. Ja, genau. Und ich glaube, der Schlüssel dazu ist immer der Kontext. Mhm.
  224. In was für Kontext lebe ich und welche christliche Gemeinschaft ist in diesem Kontext hinein wichtig? Mhm. Und es ist immer es sind immer
  225. Gründungen, die genau eine Antwort auf diesen Kontext geben, die dann reusieren. Und eben das war ja auch die Idee vom ähm ähm Basilius. Ähm wir haben
  226. jetzt eine andere Gesellschaft. Jetzt sind wir in der Mittegesellschaft angekommen. Jetzt müssen wir in der Mitte der Gesellschaft sein. Und darum
  227. auch die Idee, ähm in die Vereien um den Priester herum soll es quasi eine Basisgemeinschaft geben, ähm, die monastisch organisiert ist, einmal für
  228. Männer und einmal für Frauen und dann für Familien etas weiter. Basil macht quasi aus allen Christen, allen Christinnen Mönche.
  229. Hm. Schreibt dann eine Regel, die heißt so ist aber eigentlich keine Regel. ist auch von ihm nicht so überschrieben
  230. worden. Ähm ist eigentlich eine Art FAQ, wie soll ich als Christ als Christin leben? Und zwar nur basierend aufs Evangelium.
  231. Ja. Und für alle. Also die Idee schon, dass ich trenne zwischen Leute, die Mönch sind und
  232. Leute, die das nicht sind ihm völlig absurd. Macht s genau das, was dann Luther später auch wieder machen wird. Mhm. sind alle berufen in nach ihren
  233. Möglichkeiten da mitzuleben. Und das ist auch der Schluss Schlüssel zu einem Text, der später Regel heißt, aber eigentlich gar keine Regel ist.
  234. Mhm. Und später wandelt sich dann der Kontext wieder. Wir haben im römischen Reich Umbrüche und ähm alles ist ähm steht
  235. irgendwie Kopf. Und in diese Situation kommt dann Benedikt vorher noch gibt's noch eine wichtige eine wichtige Figur als Augustinus. Ja.
  236. Ähm Augustinus das ist schon Anfang Völkerwanderungszeit. Augustinus stirbte dann während die Vandalen sein
  237. Hipporegius belagern. Ähm und er kritisiert Basilus quasi in dieser Idee, dass er Basilus aus allen Mönche Nonnen machtm
  238. und sagt es Mönch, du musst eine spezielle Berufung innerhalb der Kirche sein. Ähm es ist nicht etwas mit Gegengesellschaft, wie das Paachomis
  239. macht, aber es ist eine spezielle Berufung innerhalb der K nicht eine bessere Berufung, aber einfach manche sind berufen dazu. Und Hintergrund ist
  240. wieder der Kontext Völkerwanderungszeit. Es bricht alles zusammen. Es funktioniert nichts mehr. Und für ihn ist quasi Mönchtum eine Wohngemeinschaft
  241. für diejenigen, die äh führen, leiten, bilden sollen. Das ist so seine Idee. Und er schreibt dann auch eine Regel dazu: Äh, wie können solche Alphattiere
  242. zusammenleben ohne Streit zu bekommen? Das ist auch das Motto der Regel. Ja, und das was wir also da zwei Punkte sind
  243. wichtig. Das erste ist im griechischen Osten richten sich auch die Mönche heute noch alle nur am Basilius aus. Obwohl sie faktisch nicht das machen, was
  244. passieren ist, wollte. Also diese Idee, Klöße zu machen, die sich ab, sondern das hängt dann später mit ähm Entwicklungen innerhalb der
  245. griechen Kirche zusammen. Esusiasmus und Paramismus spielt dann eine große Rolle. Ähm das ist nicht was Basilius wollt, aber wenn ich einen äh griechen Mönch
  246. heute frage, welcher Orden bist du, dann schauen die zuerst ein bisschen komisch und dann sagen sie: "Ja, natürlich f mir Basilius, was denn sonst?"
  247. Das was ich jetzt beschreibe ist das, was im Westen passiert. Denn im Westen ist es so, dass ich diese drei Mutterregeln habe eben Basilius,
  248. Augustinus und ähm Benedikt. Pachomius habe ich schon gesagt. Ja,
  249. Benedikt kommt später. Aber was man macht ist, dass man mischt also mit Pachomius gegen Gesellschaft, mit Basilius in der Mitte der Gesellschaft
  250. oder mit Augustinus zum Leiten und zum Führen. Und je nach Zeitgeschichte in Kontext ich habe, nehme ich halt ein bisschen mehr
  251. Pachomius oder ein bisschen mehr Basilius oder ein bisschen mehr Augustinus. Und das sieht man auch sehr schön mit beiden Abhängigkeiten ähm von
  252. den Regeln, die mischen dann einfach bunt. Mhm. Ähm brauche ich mir das, brauche ich mir
  253. das, brauche ich mir das. Und ähm was dann passiert ist, dass die Regeln einfach immer dicker werden, weil sie halt voneinander abschreiben und
  254. sich ähm und das ist dann die Größe. Benedikt sieht da, wenn man die ganzen Abhängigkeiten anschaut, sitzt da
  255. mittendrin und die Größe von Benedikt ist einfach zu sagen, ich regle nur das, was ich unbedingt muss. Mm. Auch er ist abhängig von Pachomius, ähm weil es ist
  256. gerade die Zeit der Gotenkriege, als er lebte und seinen Kloster hatte, also eher gegengesellschaft. Das Kloster muss eigentlich alles anbieten, weil es
  257. nichts mehr gibt, nichts funktioniert. Also muss ich viel selber machen. Wer nimmt dennoch von Basilius ähm die Bildung ist wichtig, äh die geistige
  258. Entwicklung ist wichtig, äh nimmt da vieles auf, aber er regelt nur das absolut notwendigste. Und er schreibt do am Schluss: "Wenn ihr mehr wissen wollt,
  259. dann lest Basilius, dann lest Augustinus, da steht alles, was ihr wissen müsst, Kassian." Ähm ja, aber ich regel nur alles, was absolut notwendig
  260. ist und alles andere könnt ihr auch selbst machen. Also er gibt dann eine Regel, wo es um die Psalmen geht und dann sagt er genau an welchem Tag
  261. welcher Psalm zu beten ist. Am Schluss sagt er, wenn ihr es anders machen wollt, dann macht's halt anders. Aber ihr seid Mönche müsst beten.
  262. Ja, das ist ganz typisch für ihn auch. Kleider ist genauso. Ähm es ist ihm klar, wenn du im Norden bist, brauchst
  263. du andere Kleider als wenn du im Süden bist, wo es warm ist. Ja. Mhm. Man regelt nur das, was absolut notwendig ist und das zentrale ist, wir
  264. sind eine Schule im Dienst des Herrn. Mm. Und das macht wahrscheinlich seine spezifische Regel auch so einflussreich
  265. und weil sie so adaptierbar ist, weil sie diesen Spielraum lässt für durch die Jahrhunderte das zu regeln, was nötig ist und die anderen Sachen quasi dem
  266. Kontext anzupassen. Ganz genau. Das ist die Größe von Benedikt. Genau. Ja. Mm.
  267. Wenn wir jetzt in die Gegenwart springen, ähm wir werden in den nächsten in den nächsten ähm Folgen auch noch mit Menschen sprechen, die selbst in diesen
  268. Traditionen drin sind, die sich da selbst drin verordnen, also mit Benediktinen und Zisziensen und wenn wir da alles noch interviewen werden. Ähm
  269. vielleicht noch eine Grundunterscheidung, weil es gibt ja scheinbar einen Unterschied zwischen einem Mönchen und jemandem, der
  270. einfach in einem Orden lebt. Das ist ja nicht genau das gleiche. Könntest du uns das kurz erklären? Ja, das tauchen wir in katholische
  271. Sachen ein. Ich glaub ganz grundsätzlich ist ein Christ ohne Gemeinschaft gibt es nicht. Ähm, es gibt das berühmte Wort, dass man
  272. Tertulian zuschreibt. Ein Christ ist kein kein Christ. Ähm, das ist so das, was dahinter steht. Und darum ist die ganze Frage nach den Mönchen und den
  273. Ordensregeln nicht einfach was katholisch, sondern es geht uns alle an. Das ist der erste Punkt. Aber natürlich hat sich das dann herauskristallisiert,
  274. was eigentlich Augustinus nicht gepasst hat, was auch Pasilius nicht gepasst hat, nämlich eine Trennung zwischen den Leihen und den Mönchen. Und innerhalb
  275. des Mönchtums dann auch wieder Unterscheidungen. Dann gibt es diejenigen, die auch noch Priester sind, das sind die Patres. Ähm und dann gibt
  276. es die Leen und ganz verschiedene Möglichkeiten. Und wenn man aber die Geschichte des Mönchtums anschaut, habe ich ganz
  277. unterschiedliche Aufbrüche, unterschiedliche Gruppierungen. Und das was du ansprichst, ist eigentlich letztlich
  278. immer nur die Kirche, die dann hinterher hächelt hinter diesen Gruppierungen, um die dann versucht irgendwie einzufangen und irgendwie geregelt zu bekommen, weil
  279. es natürlich auch da gibt's alle möglichen Pflänzchen und man ist halt einfach auch unkraut und muss ausgerissen werden und dann versucht man
  280. das zu regeln, also muss man irgendwie ähm Strukturen schaffen, wo man äh Ordensregeln prüft, wo man schaut, dass
  281. kein Missbrauch passiert, einfach all diese Dinge und ähm das ist wichtig. und richtig, aber der Kerngedanke ist, wir alle gehören in eine Gemeinschaft, wenn
  282. wir aus Christ als Christ leben wollen. Mhm. Und und aber wo landet man dann quasi in dieser Regelung? Was was ist jetzt quasi
  283. dies etablierte Vokabular, um zu sagen, das sind Mönche und das sind Orten? Also, einerseits habe ich ähm ein geregeltes Zusammenleben ähm von Leuten,
  284. die auch das ist etwas, das der nächsten 6. Jahrhundert aufkommt die Idee, dass ich ein Noviziat mache, dass ich ähm schlussendlich in einen Kloster
  285. eintritte, dass ich ähm Profess ablege und dann verspreche diesem in diesen Regeln zu gehor und dann bin ich drin. Auch das ist etwas, was ich am Anfang
  286. nicht hatte. Am Anfang bin ich einfach eine Zeit lang bei Pachomis gewesen und dann bin ich wieder nach Hause gegangen. Ich konnte auch bleiben, wenn ich
  287. wollte, aber es gibt nicht die Idee der Aufnahme und das sind auch zuerst Frauenklöstern, die das entwickelt haben, weil man die mehr regeln wollte.
  288. Das war sowieso immer so, Frauen ist immer gefährlich, wenn die zu viel sind. Ähm, dann hat man die strenge geregelt, hat danach ähm Aufnahmerituale gemacht,
  289. die man dann später auch auf die Männerklöster ausgedehnt hat. M und das Leute die in einem Koster leben und diese ewige abgelegt haben, die
  290. gehören ganz dazu und die anderen schwiren rund herum. Und soweit ich das verstanden habe, würde man sagen, jemand ist ein Mönch,
  291. wenn er in der kontemplativen Tradition steht. Also z.B. ein Benediktiner oder ein Ziszienser. Aber ein Franziskaner ist nicht klassischerweise ein Mönch,
  292. sondern jemand in einem Orden. Ja, genau. Auch das ist eine schwierige Unterscheidung. ähm hängt mit der Begriffsgeschichte von Mönch zusammen.
  293. Ähm das gilt auch bei Nonnen. Also Mönch ähm kommt eigentlich vom Wort Monos. Alleine ist jemand, der alleine lebt. Das ist die ursprüngliche Idee auch bei
  294. Antonius gewesen und dann Bach Homius dann aufgenommen worden, aber schon in der Antike wundert man sich drüb nennen sich Einzelgänger Monache und wohnen da
  295. zu tausenden zusammen. Also es ist schon ziemlich absurd. Ja. Ähm und diese Unterscheidung wird man gemacht, aber ist nicht sehr scharf.
  296. Mhm. Okay. Ja. V allum die Jesuiten legen großen Wert drauf, dass eben keine Mönche sind. Genau. Ja. Genau. Ähm, dann würde ich
  297. etwas gerne ausprobieren und zwar zu Beginn dieser eben Serie über Ortstraditionen so ganz kurz eine Landkarte zeichnen, vielleicht von von
  298. den wichtigsten Orten ganz kurz, wofür sind die bekannt? Und das muss jetzt auch überhaupt nicht irgendwie in jedem Fall ganz spezifisch sein, sondern es
  299. kann auch sein von dir her als einfach als Katholik. Wo wofür sind diese Orten bekannt? Ähm z.B. die Benediktiner, was macht die aus?
  300. Ich würde es glaube ich anders aufdröseln wollen, wenn ich das darf. Du darfst. Du darfst. Ähm, wenn ich die Geschichte des Mönchtums anschaue, habe
  301. ich große Aufbruchszeiten und große Umbruchszeiten. Mhm. Die jese große Aufbruchszeit ist natürlich drittes, vies Jahrhundert, wo
  302. die ganze Bewegung überhaupt entsteht. Also angefangen mit Antonius gegen Gesellschaft und dann Basilius in der Gesellschaft und dann Augustinus am
  303. Schluss. Ähm gerade anschließend habe ich die erste Umbruchszeit, wo die Oströmischen Kaiser versuchen das Mönchtum in ihren Staatsapparat zu
  304. integrieren. Also äh man versucht zu kontrollieren. Der Bischof ist eigentlich der Herr über diese Minsgemeinschaften und nur was der
  305. Bischof akzeptiert darf existieren und niemand darf ohne das Zustimmen des Bischofs mch werden. All diese Dinge kommen in diesen Raum ist vor allem im
  306. Osten wichtig und man gibt den Mönchen auch Aufgabe. Also, die sollen sich für die Widmen und Weisen zuständig, für die Kranken sollen sie zuständig sein, was
  307. dann aber auch dazu führt, dass das Mönchum stark reglementiert und kontrolliert wird. Dasselbe habe ich dann auch im 8. Jahrhundert im Westen.
  308. Ähm dort wird vorgegeben, dass alle Mönche im Karolinischen Reich ähm Benediktinne sein sollen. Also alle anderen Regeln werden quasi abgeschafft
  309. zu Gunsten von Benedikt und Benedikt bekommt, also die Benediktin kommen in dieser Zeit viele Aufgaben zugewiesen, was dann zu führt, dass sie eben Schulen
  310. haben müssen, spiteller haben müssen. Ähm das ist so die erste Periode. Die zweite große Aufbruchszeit ist ähm 11.12.
  311. Jahrhundert. Ähm, die Franziskaner gehören dazu, die Dominikaner gehören dazu. Petrus Waldes gehört auch dazu, wo das Denken eine große Rolle spielt. Also
  312. raus aus diesen Klöstern. Die Armut spielt eine große Rolle. Ähm wieder zu den Anfängen zurück, wieder wie Jesus das gemacht hat, äh wieder
  313. unterwegs zu sein ohne Obdach. Ähm auch die Kritik am Reichtum und Luxus spielt da eine große Rolle. Eine weitere große Umbruchszeit ist dann
  314. die Reformation, wo wo äh eben die Haltung von Martin Luther und den anderen Reformatoren, die das Mönchtum dann eigentlich ganz abschaffen
  315. zugunsten der Idee, dass doch alle eigentlich berufen sind, das umzusetzen. Ähm das Denken spielt eine große Rolle. Ähm da gehören die Jesuiten hin, die
  316. Usulinen, aber eben auch die reformatorischen Burschenschaften, Kollegien ähm blassen eigentlich haben, selbe Ideen, die da eine große Rolle
  317. spielen. Mhm. Und dann habe ich das 20. Jahrhundert, wo die etablierten Mönningsgruppierungen
  318. die Aufgaben, die sie da im 9. Jahrhundert im Westen bekommen haben, wieder weggenommen wird. Also keine Schulen mehr für Mön Orden, keine
  319. Spiteller mehr. Die Sekularisierung spielt da eine große Rolle und das führt dann auch wieder zu großer Umbruchszeit
  320. ähm wo die Menzingerschwestern und die Baldecker Schwestern und die Ursolinen all die Aufgaben verlieren, mit denen sie eigentlich groß geworden sind und
  321. das ist wir stehen im Prinzip am Ende dieses Prozesses. Darum lehren sie auch die Klöster heute so, weil die quasi ihre Aufgaben verloren haben
  322. und damit auch ihre Identität und ihre Daseinsberechtigung sind. Ganz genau. Und dann darum stehen wir auch wieder ein Moment eine Umbruchszeit, wo vieles
  323. in Frage ist und was wir eigentlich brauchen ist eine neue Aufbruchszeit, wo man wieder eine Lösung findet, wie man mit dem Kontext, in dem wir stehen, eine
  324. Gemeinschaft gründen kann, das ähm quasi so Synergien schaffen kann und Lösungen bieten kann auf die Probleme der Zeit. Sehr spannender Punkt und vor allem, was
  325. wir jetzt ja in den nächsten Folgen machen, ist wir schauen noch ein bisschen zurück. Wir reden mit Leuten aus der Gegenwart, die sich in einer
  326. soll in einer bestimmten Tradition verstehen und darin auch leben. Und gleichzeitig die Frage hinter dieser Serie ist natürlich immer auch welche
  327. welches Mönchtstum quasi braucht unsere Zeit und welche welche Form Form von geistlichem Leben und Gemeinschaften braucht der Kontext in dem wir aktuell
  328. leben? Was wenn würdest du was wäre so deine These, was braucht unsere Zeit und was brauchen wir heute jetzt einfach mal?
  329. Es ist eine These ist ja keine abgeschlossene ähm also Argumentation. Ja, genau. Vielleicht ein dein Gefühl oder deine
  330. Intuition. Was mir auffällt ist diese alten Strukturen, wo es wichtig war hinzugehen, dann zwei Jahre da zu sein und dann Professor abzulegen und dann
  331. bis zum Lebensende da zu sein. Diese Strukturen haben sich in dieser schnelllewigen Zeit heute recht überholt. Ich glaube, es geht hin zu
  332. kleinen Gruppen, die sich um Lagerfeuer scharen und dann zusammen ihren Gottesdienst, ihr Christin teilen, solche Dinge. ähm die Fresh Expressions
  333. die Kirche neu. Das Problem ist ja diese Frage nach Gemeinschaft trifft nicht nur jetzt Mönchtum im engen Sinne. Letztlich
  334. ist jede Parei auch so eine Form von Gemeinschaft und die lebt auch ganz stark vom Kontext und die katholischen und reformierten Gemeinden sind
  335. letztlich Kinder des 19. Jahrhunderts. Natürlich gab's vorher schon Kirchenggemeinden, die funktionieren aber etwas anders. Mhm. Und jetzt diese
  336. Strukturen des katholisch seits in diesem katholischen Milieö, wo der Turnverein katholisch war und die Sparkasse Reifeisenkasse katholisch und
  337. ähm die Kholische Arbeiterbewegung, wo alles quasi ähm durchaorganisiert und das bricht heute weg, das implodiert. Und die große Frage ist, was kommt
  338. danach? Welche Form von Gemeinschaft funktioniert? Und ich glaube, das ist etwas, was sehr wichtig sein wird,
  339. Gemeinschaft neu zu leben, neu zu strukturieren. Mhm. Aber das ist auch schon ein Gedanke, der Basilius hatte, wenn ich
  340. mich taufen lasse, dann werde ich Teil des Leibes Christi, das Leib Christi Gemeinschaft. Also ich werde immer auch Teil einer Kirche und Teil der Kirche
  341. werden heißt Teil einer Gemeinschaft werden, heißt Teil einer ziemlich unsicheren Gemeinschaft werden. Also eine Bekehrung ist eine Bekehrung zu
  342. Gott, ist Beehrung zur Kirche, ist eine Bekehrung zur Welt, aber auch zur Unsicherheit. Und ich glaube diese Gedanke von Basilius aus dem vierten
  343. Jahrhundert spielt heute weniger auch ganz große Rolle. Mhm. Das ist doch ein sehr schönes
  344. Schlusswort. Vielen Dank, Gregor, dass du hier bei uns warst. gerne. Anung.
  345. เฮ [Musik]

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