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Der Neapolitaner | #neapolitaner #musiktheorie #musikgeschichte #tonsatz #musikentdecken
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 31 Zeilen
- Heute geht es um den Neapolitaner präziser den neapolitanischen Sechakkord. Zunächst eine eher an der Funktionstheorie orientierte Herleitung.
- Wenn wir in eine Kadenz einsteigen, die etwa so beginnen mag, [musik] dann kennen wir als Vertreter der
- Subdominante nicht nur den Grundakkord über der vierten Skalenstufe, sondern auch den sogenannten S6, der anstelle der Quinte des Grundakkordes
- die leitereigene Sechte bringt. [musik] Diese wiederum kann tief alteriert werden, wodurch der sogenannte
- Neapolitana entsteht. [musik] Warum der so heißt und welche Bedeutungsebenen in der Regel mit ihm
- konnotiert werden, schauen wir uns am Ende des Videos an. Wenn man nun die Standardkadenz mit diesem Akkord ausführt, [musik]
- entsteht zwischen diesen beiden Tönen eine verminderte Terz, die den Namen Hiatus, also lateinisch für Kluft,
- erhalten hat. Zudem entsteht ein Querstand. Insgesamt ist diese Fortschreitung also eine, die durchaus hinterfragenswert
- ist. Ähm, warum der Hatus jetzt Hatus heißt, ähm habe ich auch damals alle meine Dozenten gefragt, ohne wirklich eine befriedigende Antwort ähm erhalten
- zu haben. Ähm, die mir plausibel erscheinende Erklärung ist, dass wir trotz dieser relativen Nähe der Töne, nämlich diese zwei Halbtonschritte,
- ähm eine Terz notieren und dass wir trotz einer gewissen Nähe eine gewisse Tiefe auch haben, die dazwischen liegt und deshalb eben Kluft. Aber wer da
- genauso weiß, gerne in die Kommentare. Ähm wird mich sehr interessieren. Historisch hat sich diese direkte Führung in die Dominante des
- Neapolitanas, [musik] also dieses hier relativ spät entwickelt und das liegt eben an diesem Hiatus, der
- als unsanglich galt. Zuvor wurde sie über den kadenzierenden Quart 6 Akkord vermittelt, der die je
- nach musikhistorischen Kontext verbotene verminderet Herz in zwei Halbtonschritte bzw. kleine Sekunden auflöst,
- [musik] wobei sich dieses halbtönige Streben [musik]
- wiederum auch schon historisch früher finden lässt, wenn diese verminderte Sechste etwa als Wechselnote wie diesem Beispiel Vorhalt ähnlich
- in die Quinte des Grundakkordes der Subdominante auflöst. [musik]
- [musik] Hier unten sind also die Schritte einer historischen Entwicklung abgebildet, wobei anzumerken ist, dass die Varianten
- jeweils hinzutreten und das zuvorgängige nicht verdrängen. aus einer Figuration
- entsteht also eine Variante eines Akkords, die zunächst noch vermittelt werden muss,
- bis diese Vermittlung schließlich auch entfallen kann. [musik]
- Und dieser Vorgang, eine Figuration, die sich im Laufe der Zeit emanzipiert, lässt sich bei vielen uns ja heute als selbstverständlich erscheinenden
- charakteristischen Dissonanzen beobachten. Man denke an den Septimdurchgang oder den Nonvorhalt. Neapolitana heißt dieser
- Akkord nun, weil er wohl besonders prominent zuerst im Rahmen der neapolitanischen Operia des 18. Jahrhunderts eingesetzt wurde zu dem
- Komponisten wie Skalati und Pergolesi, die in bzw. Also bei Neapel geboren wurden, diesen verwendeten und popularisierten.
- Vor allem die Variante mit der Vorheitsbildung ist allerdings wohl wesentlich länger bekannt und nachzuweisen.
- Ähm wie gesagt, es geht dann wahrscheinlich darum, dass ähm von Neapel ausgehend dieser Akkord sich wirklich etablierte.
- Ja, das war's von mir. Wünsche und Gedanken gerne in die Kommentare, gerne abonnieren und so weiter. Ja, das war eine Wunsch, der äh mir vor kurzem live
- bei einem Konzert von euch zugetragen wurde. M ich versuche darauf natürlich dann immer zu reagieren. Also, wer noch irgendwelche Fragen hat, die er geklärt
- haben möchte, ja, fühlt euch frei. gebin möglichstes dem zu entsprechen.
Zum Nachlesen
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