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Kladogramm erstellen + analysieren [Biologie, Evolution, Oberstufe]

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Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 57 Zeilen
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  1. [musik] In diesem Video geht es um die Frage, was man unter einem Clanogramm versteht,
  2. wie man es erstellt und auswertet. Ein Kladogramm sieht im Grunde aus wie ein verzweigtes Diagramm. Es ist ein Stammbaum, der stammesgeschichtliche
  3. Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppen abbildet, wie z.B. hier exemplarisch die der Wirbeltiere. Ein solcher Stammbaum kann theoretisch die
  4. Entwicklungsgeschichte aller Lebensform darstellen, der Stammbaum des Lebens sozusagen, aber auch die einer großen Entwicklungslinie wie z.B. der
  5. Wirbeltiere oder auch die Geschichte einzelner Individuen oder Population innerhalb einer Art. Egal, welche Gruppen abgebildet sind, ein Kladogramm
  6. liest sich immer gleich. Auf der X-Achse ist die Zeit abgebildet. Weil es in einem Kladogramm keine absolute Zeitachse gibt, sind die Zeitangaben
  7. relativ. Es lässt sich sagen, dass diese Aufgabelung weiter links früher stattgefunden hat, als diese Aufgabelung weiter rechts in dem Kladogramm, aber es
  8. lässt sich nicht genau sagen wann. Ein Kladogramm basiert auf der Evolution von Merkmal, hier dargestellt als rote Punkte. Die auftretenden Knotenpunkte
  9. sind als gemeinsam abgeleitete Merkmale sogenannte Synapomorphin definiert. Was bedeutet das genau? Beispielsweise kam es irgendwann zu einem bestimmten
  10. Zeitpunkt zur Evolution eines Merkmals, z.B. der Wirbelsäule. Dieses Merkmal hat für alle nachfolgenden Organismengruppen Gültigkeit. Deshalb gehören all diese
  11. Gruppen zur Gruppe, fachsprachlich Taxon genannt der Wirbeltiere. Ein Merkmal, das evolviert und ein Charakteristikum für alle nachfolgenden
  12. Gruppen ist, wird in einem Cladogramm als Knotenpunkt dargestellt. Bei jedem dieser Knotenpunkte sind also abgeleitete
  13. neue [musik] Merkmale, sogenannte Synapomorphin entstanden, die bei allen Vertretern der nachfolgenden Organismengruppen auftreten und als
  14. Hinweis auf eine gemeinsame Abstammung gelten. Gleichzeitig grenzt der Knotenpunkt auch die Gruppen, die dieses Merkmal
  15. gemeinsam erworben haben, von allen übrigen Organismengruppen ab, die dieses Merkmal nicht besitzen. So können wir feststellen, dass das Lanzettfischchen
  16. im Gegensatz zu allen Wirbeltieren keine Wirbelsäule besitzt. Gleiches gilt für jeden weiteren Knotenpunkt, an dem es zur Evolution eines Merkmals gekommen
  17. ist. Die Lunge als Atemorgan evolvierte irgendwann zu etwa diesem Zeitpunkt. Als gemeinsam neu erworbenes Merkmal gilt für alle nachfolgenden Gruppen, dass sie
  18. eine Lunge besitzen, nicht jedoch für die Gruppen von Barsch und das Land Setettfischen. Haare oder Milchdrüsen sind Merkmale, die evolvierten und für
  19. die Maus und den Menschen gelten, nicht jedoch für die übrigen Organismengruppen. Wenn man feststellt, dass Gruppen
  20. gemeinsam neue Merkmale aufweisen, die nur für sie gelten, dann gibt man ihnen häufig Namen. Die Maus und der Mensch gehören zur Gruppe zum Taxon der
  21. Säugetiere, denn diese besitzen unter anderem alle die Merkmale Haare und Milchdrüßen. Moss und Mensch stehen exemplarisch für zwei der insgesamt
  22. deutlich zahlreicheren Säugetiarten und auch die merkmale Haare und Milchdrüsen sind exemplarisch zwei Synapomorphin der Säugetiere, die neben diesen Merkmal
  23. noch weiter aufweisen. Jede Gruppe von Arten, die einen Name zugeordnet ist, bezeichnet man als Taxon bzw. Also im Plural als Taxa. In diesem
  24. Stammbaum stellen z.B. Mensch, Säugetiere, Landwirbeltiere und Wirbeltiere jeweils Taxada. Dabei gehört das Taxon Mensch zum nächsten
  25. umfangreicheren Taxon der Säugetiere. Dieses ist wiederum Teil des noch umfassenderen Taxons der Landwirbeltiere und schließlich der Wirbeltiere. Aber
  26. nicht nur die Frage, ob stammesgeschichtliche Verwandtschaft zwischen Arten vorliegt, sondern auch wie eng diese Verwandtschaft ist, lässt
  27. sich anhand eines Sklaudogramms ableiten. Mäuse und Menschen, die beiden einzigen verglichenen Tiere mit Fell und Milchdrüsen, haben einen gemeinsamen
  28. Vorfahren, der jünger ist als der letzte gemeinsame Vorfahrer von Maus mit Tauben und Krokodilen. Anders formuliert, Maus und Mensch sind untereinander näher
  29. verwandt als jeweils mit Taube oder Krokodil. Die Tatsache, dass ein Kladogramm auf Synapomorphin, also gemeinsam abgeleiteten Merkmalen
  30. basiert, ermöglicht es auch abzuleiten, wie eng verwandtschaftliche Verhältnisse sind und dies ist auch die Grundlage für die Rekonstruktion eines Cladogramms.
  31. Oft ist dafür eine sogenannte Merkmalstabelle gegeben, die für die einzelnen Organismengruppen angibt, ob ein jeweiliges Merkmal vorhanden ist
  32. durch ein Plus ausgedrückt oder fehlt durch ein Minus ausgedrückt. Wie gelangt man von so einer Tabelle zu einem Cladogramm?
  33. Zunächst identifiziert man die Außengruppe. Noch mal zur Erinnerung, in phylogenetischen Untersuchungen bezeichnet man die Organismengruppe, die
  34. im Mittelpunkt der Analyse steht. Hier also die Wirbeltiere als Innengruppe. Um ihre Merkmale einordnen zu können, wird sie mit einer Außengruppe verglichen.
  35. Dabei handelt es sich um eine möglichst nah verwandte Art bzw. Gruppe, die jedoch nicht zur Inruppe gehört. In dieser Tabelle ist das der Land
  36. Setfisch, der als einzige Gruppe alle Merkmale mit Minus aufweist. Das bedeutet, alle hier betrachteten Merkmale gelten zunächst als nicht
  37. vorhanden. Ursprünglich folglich ist die Außengruppe ganz zu Beginn des Stammbaums zu positionieren. Im nächsten Schritt schaut man sich an, welches
  38. Merkmal als erstes auftritt, also bei möglichst vielen Gruppen fahen ist, aber nicht bei der Außengruppe. Das hier ist der Kiefer. Bis auf den
  39. Land Setfisch besitzen alle anderen Gruppen dieses Merkmal. Das bedeutet, der erste Knotenpunkt im Kladogramm ist die Evolution des Kiefers. Alle anderen
  40. Gruppen gehören damit zu den Kiefermäulern. Nun sucht man das nächste gemeinsame Merkmal, das eine kleinere Gruppe verbündet, die Lunge. Der Barsch
  41. als Fisch besitzt sie noch nicht, alle anderen schon. Der zweite Knotenpunkt ist also die Lunge. Der Barsch zweigt vorher ab. Jetzt geht man auf diese Art
  42. und Weise einfach weiter. Krallen oder Nägel aus Alphakeratin existieren bei den Organismengruppen ab der Eidechse. Dies ist der nächste Knotenpunkt und der
  43. Salamanda zweigt vorher ab. So wie wir bisher vorgegangen sind, können wir bei der Rekonstruktion des Stammbaums nicht weiter vorgehen. Schließlich ist das
  44. nächste evolvierte Merkmal, nämlich der Kropf, hier im Sinne einer dehnbaren Speiseröhre verstanden, nicht bei allen Organismengruppen bis auf der Eidechse
  45. vorhanden, sondern nur bei Krokodil und Taube. Das bedeutet, wir haben hier keine einfache Stufenfolge mehr, sondern müssen den Stammbaum aufspalten. Im
  46. nächsten Schritt sucht man daher nach Merkmalen, die die verbleibenden Gruppen in sinnvolle Teilgruppen gliedern. Betrachtet man die Tabelle genauer,
  47. fällt auf, Eidechse, Krokodil und Taube besitzen Schuppen aus Bettergeratin. Die Maus und Menschen besitzen stattdessen Haare und Milchdrüsen. Hier liegt also
  48. eine klare Aufteilung in zwei Gruppen mit jeweils eigenen Synapomorophienformen. Das hat eine wichtige Konsequenz für das
  49. Kladogramm. Ab dem letzten gemeinsamen Knotenpunkt, den Landwirbeltieren mit Krallen oder Nägeln, verzweigt sich der Stammbaum in zwei Linien. Die erste
  50. Linie, die Eidechse, Krokodile und Taube umfasst und die zweite Linie, die Maus und Mensch umfasst. Ihr solltet euch also merken, wenn keine
  51. durchgehende Stufenfolge von Merkmalen mehr erkennbar ist, gruppiert man die Organismen nach gemeinsamen Synapomorphin und setzt an dieser Stelle
  52. eine Verzweigung im Kladogramm. Innerhalb der Gruppe von Eidechse, Krokodil und Taube geht man nun wieder so vor wie davor auch. Ein Kopf besitzt
  53. nur Krokodil und Taube. Die Linie der Eidechse zweigt vorher ab. Das Merkmal Federn besitzen nur Tauben, die eine eigene Linie der Vögel bilden. Die Linie
  54. der Krokodile zweigt vorher ab. Haar und Milchdrüsen gibt es nur bei Maus und Mensch. Diese Synapomorphin bilden also wieder einen gemeinsamen Knotenpunkt und
  55. bilden die Säugetiere als Gruppe. So viiel zur Rekonstruktion von Kladogrammen und ihrer Interpretation. Das deutlich umfassendere Video zu
  56. phylogenetischen Stammbäumen seht ihr an dieser Stelle noch einmal verlinkt. In diesem werden auch weitere wichtige Fachbegriffe erläutert, wie z.B. was es
  57. mit den Begriffen monophyletisch, paraphyletisch und polyphyletisch auf sich hat.

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