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Das politische System Deutschlands

Sozi&Bio Abitur8:50 260 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 60 Zeilen
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  1. Das politische System Deutschlands. Puh, klingt erstmal ziemlich kompliziert, oder? Aber keine Sorge, dahinter steckt eigentlich ein ziemlich cleverer Plan,
  2. eine Art Bauplan für eine stabile Demokratie. Und genau diesen Plan schauen wir uns jetzt mal gemeinsam an, von den Grundmauern bis hoch ins
  3. Dachgeschoss. Um zu verstehen, wie Deutschland heute tickt, müssen wir uns eigentlich nur zwei Daten merken. Da ist zum einen der 23. Mai 1949.
  4. Das ist quasi die Geburtsstunde, als das Grundgesetz unterzeichnet wurde. Und dann natürlich der 3. Oktober 1990, der Tag der deutschen Einheit. Diese beiden
  5. Momente haben das Land geformt, das wir heute kennen. Okay, hier ist unsere Roadmap. Wir fangen beim Fundament an, dem Grundgesetz. Dann schauen wir uns
  6. an, wer die Gesetze macht, die Legislative und wer sie umsetzt, die Exekutive. Danach kommt die Kontrolle, also die Judikative und zum Schluss, wie
  7. die Macht im Land verteilt ist. Legen wir los. So, wir starten also beim Fundament und das ist in Deutschland das Grundgesetz. Wichtig ist hier, dass es
  8. nicht einfach nur irgendeine Verfassung, nein, es ist eine ganz bewusste Antwort auf die deutsche Geschichte, auf das Chaos und das Scheitern der Weimaraer
  9. Republik und natürlich auf die Schrecken der NSD. Stabilität, das war das oberste Ziel. Und wenn man das Grundgesetz auf seinen
  10. Kern reduziert, dann landet man bei diesen vier Prinzipien hier. Die stehen in Artikel 20 und sind sozusagen unantastbar.
  11. Deutschland ist eine Demokratie, klar, ein Rechtsstaat, wo also nicht Willkür herrscht, sondern das Gesetz, ein Sozialstaat, der sich um die Schwächeren
  12. kümmert und ein Bundesstaat, wo die Macht eben nicht nur in Berlin liegt. Diese vier Säulen, die kann man nicht einfach so ändern. Und das hier, dieser
  13. eine Satz aus Artikel 20 bringt alles auf den Punkt. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Das klingt so einfach, ist aber revolutionär. Es bedeutet
  14. nämlich nicht, der Staat oder die Regierung haben die Macht. Nein, wir, die Bürgerinnen und Bürger sind der Souverän. Die Macht kommt von unten,
  15. nicht von oben. Das Grundgesetz schützt natürlich auch unsere Grundrechte und da gibt es eine ganz wichtige Unterscheidung. Auf der einen Seite
  16. haben wir die Menschenrechte, z.B. die Meinungsfreiheit. Die gilt für absolut jeden, egal woher er kommt, solange er in Deutschland ist. Und dann gibt's die
  17. Bürgerrechte, wie die Versammlungsfreiheit. Die sind speziell für deutsche Staatsbürger gedacht, weil sie direkt mit der politischen
  18. Mitbestimmung zusammenhängen. Okay, schöne Prinzipien, aber wie wird daraus jetzt handfeste Politik? Wie werden aus diesen Ideen Gesetze, die unser Leben
  19. regeln? Tja, genau dafür gibt es die Legislative. Also die gesetzgebende Gewalt. Schauen wir uns die mal an. Und im Zentrum der Legislative steht
  20. natürlich der Bundestag. Das ist wirklich das Herzstück unserer Demokratie, denn es ist das einzige Bundesorgang, das wir alle direkt
  21. wählen. Hier sitzt also die Vertretung des Volkes. Wie kommen die Abgeordneten da rein? Nun, das System ist schon ein bisschen
  22. speziell. Wir haben ja alle zwei Stimmen bei der Bundestagswahl. Mit der Erststimme wählt man eine konkrete Person aus dem eigenen Wahlkreis. Wer da
  23. gewinnt, zieht direkt in den Bundestag ein. Aber die eigentlich wichtigere Stimme, das ist die Zweitstimme. Damit wählt man eine Partei und entscheidet,
  24. wie stark die Parteien insgesamt im Bundestag vertreten sind. Das bestimmt am Ende die Machtverhältnisse. Und was macht der Bundestag den ganzen Tag?
  25. ziemlich viel Wichtiges. Also zuallererst er wählt den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin, dann verabschiedet er natürlich die Gesetze
  26. für ganz Deutschland. Er nickt den Haushalt ab, entscheidet also, wofür der Staat sein Geld ausgibt und ganz wichtig, er kontrolliert die Regierung.
  27. Er schaut ihr also genau auf die Finger. Aber Moment mal, der Bundestag ist nicht der einzige, der bei Gesetzen mitredet. Es gibt da noch den Bundesrat. Man
  28. könnte ihn als die zweite Kammer bezeichnen und hier sitzen nicht gewählte Abgeordnete, sondern Vertreter der 16 Landesregierungen.
  29. Der Bundesrat ist sozusagen die Stimme der Länder in Berlin und sorgt dafür, dass ihre Interessen gehört werden. Das ist Föderalismus in Aktion. Und wie wird
  30. jetzt aus einer Idee eingesetzt? Das ist ein ziemlich durchdachter Prozess. Es fängt mit einem Vorschlag an. Dann wird im Bundestag debattiert und abgestimmt
  31. oft in mehreren Runden. Danach geht's zum Bundesrat. Wenn der zustimmen muss und nicht will, muss der Vermittlungsausschuss ran und einen
  32. Kompromiss finden. Das Ganze dauert manchmal, aber es stellt sicher, dass Gesetze nicht einfach so durchgewunken werden. So, jetzt haben wir also
  33. Gesetze, aber die stehen ja erstmal nur auf dem Papier. Wer sorgt dafür, dass sie auch umgesetzt werden? Wer regiert das Land im Alltag? Genau das ist der
  34. Job der Exekutive, der ausführenden Gewalt. Die Spitze der Exekutive ist die Bundesregierung, also der Kanzler und seine Minister. Und deren Zusammenarbeit
  35. funktioniert nach drei Regeln. Erstens, der Kanzler oder die Kanzlerin bestimmt die grobe Richtung. Zweitens, jeder Minister ist für sein eigenes Haus
  36. selbstverantwortlich und drittens, wenn es mal Streit gibt, dann entscheidet das ganze Kabinett gemeinsam. Eine ziemlich klare Aufteilung, oder? Jetzt müssen wir
  37. aber ganz klar unterscheiden. Der Kanzler ist der Regierungschef. der macht die Tagespolitik. Aber wir haben ja auch noch einen Bundespräsidenten,
  38. der ist das Staatsoberhaupt. Seine Aufgabe ist es über den Parteien zu stehen und das Land zu repräsentieren. Das ist eine ganz bewusste Lehre aus der
  39. Weimara Republik, wo der Reichspräsident damals viel zu viel Macht hat. Aber der Bundespräsident ist jetzt nicht nur zum Händeschütteln da, er hat schon ein paar
  40. wichtige Aufgaben. Er vertritt Deutschland im Ausland, klar, aber er ernt auch Minister und Richter und ganz wichtig, er unterschreibt die Gesetze.
  41. Bevor er das tut, prüft er, ob sie auch verfassungsgemäß sind und in ganz seltenen Krisensituationen kann er sogar den Bundestag auflösen. Er ist also eine
  42. Art Notbremse im System. Okay, wir haben jetzt also die die Gesetze machen und die die sie ausführen. Aber was ist, wenn eine von beiden über die Stränge
  43. schlägt? Wer kontrolliert die Kontrolleure? Dafür brauchen wir eine dritte Kraft, die Judikative, also die Gerichte und ein System der
  44. gegenseitigen Kontrolle. Dieses Schaubild hier zeigt das ganz gut. Wir haben in Deutschland keine super strikte Trennung der Gewalten. Bei uns spricht
  45. man von Gewalten, Verschränkung. Das heißt, die verschiedenen Institutionen sind miteinander verflochten und kontrollieren sich gegenseitig. Der
  46. Bundestag wählt die Regierung, die Regierung bringt Gesetze in den Bundestag ein und die Gerichte können am Ende beide überprüfen. So hält man sich
  47. gegenseitig im Gleichgewicht. Und die oberste Instanz in diesem Kontrollennetzwerk, der absolute Wächter über das Grundgesetz, das ist das
  48. Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Und die Macht dieser Richterinnen und Richter ist wirklich gewaltig. Die können Gesetze einfach kippen, wenn sie
  49. gegen das Grundgesetz verstoßen. Die schlichten Streit zwischen Regierung und Parlament, sie können sogar Parteien verbieten. Und das Beste, jeder einzelne
  50. von uns kann sich an dieses Gericht wenden, wenn er glaubt, dass der Staat seine Grundrechte verletzt. Ein extrem starkes Instrument. So, zum Schluss
  51. zoomen wir noch mal raus und schauen uns an, wie die Macht nicht nur horizontal in Berlin, sondern auch vertikal im ganzen Land verteilt ist. Und w kommen
  52. wir zum letzten großen Prinzip, dem Föderalismus. Der Föderalismus bedeutet im Grunde, dass nicht alles von Berlin aus entschieden wird. Die Aufgaben sind
  53. aufgeteilt. Der Bund kümmert sich um die großen Dinge wie Außenpolitik oder Verteidigung. Die 16 Bundesländer sind z.B. für Schulen und die Polizei
  54. zuständig und ganz unten die Kommunen kümmern sich um das, was direkt vor unserer Haustür passiert. Das verhindert, dass sich zu viel Macht an
  55. einem Ort beiden. Und am Ende des Tages führt alles wieder zum Anfang zurück, nämlich zu uns, dem Volk. Denn all diese Macht, egal ob im Rathaus, im Landtag
  56. oder im Bundestag, ist nur geliehen. Ihre Legitimation bekommt sie einzig und allein durch Wahlen und die müssen allgemein unmittelbar, frei, gleich und
  57. geheim sein. Das ist der Kern der Volksouveränität. Man sieht also, dieses ganze System wurde mit einem klaren Ziel entworfen, Stabilität. Man wollte um
  58. jeden Preis die Fehler der Vergangenheit vermeiden, aber und das ist die große Frage, die bleibt, dieses auf Stabilität und Ausgleich getrimmte komplexe System,
  59. wie gut kann es eigentlich mit den völlig neuen schnellen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umgehen? Ist diese Blaupause flexibel genug für die
  60. Zukunft?

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