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32 Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung - Telekolleg Mathematik

kdrzgml25:27 18.368 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 126 Zeilen
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  1. [Musik] guten Tag liebe Zuschauer sie sehen wir haben heute noch einmal das
  2. strömungsmodell aus der letzten Sendung aufgebaut es führt uns heute zu einem der wichtigsten Sätze der Analysis nämlich dem Hauptsatz der Differential
  3. und Integralrechnung erinnern wir uns an die letzte Sendung dort hatten wir mit Hilfe dieses Messgerätes hier die strömungsstärke
  4. gemessen und daraus das Volumen eines Wasserbehälters zu einem beliebigen Zeitpunkt bestimmt wir wollen heute einmal die
  5. Fragestellung umkehren und dazu gehen wir davon aus dass wir kein Messgerät hier besitzen bzw das ist defekt ist
  6. stattdessen können wir aber das Volumen in diesem Wasserbecken hier gut bestimmen
  7. und wir fragen jetzt einmal wie kann man mit Hilfe solcher volumenmessungen auf die strömungsstärke hier in diesem Leitungssystem schließen die umgekehrte
  8. Fragestellung fassen wir die Problemstellung noch einmal genauer es ging in der letzten Folge darum dass wir ausgingen von der
  9. strömungstärke und dann das Wasservolumen bestimmten das heißt wir gingen aus von einer Funktion kleinen FX und bestimmten groß
  10. F0 von X sie erinnern sich und die mathematische Operation die uns dazu geführt hat von diesem kleinen FX zu diesem groß F0 von X war wie Sie
  11. wissen das integrieren heute wie gesagt die umgekehrte Fragestellung wir gehen aus von einem
  12. gegebenen Wasservolumen und suchen die strömungsstärke das heißt wir gehen von diesem groß F0 von X aus
  13. und wollen dieses kleine FX wissen die strömungsstärke und wir fragen welche mathematische Operation führt uns hier zurück
  14. und darum geht es in dieser Sendung und bevor wir uns jetzt im einzelnen mit diesen Sachverhalten beschäftigen zunächst ein Versuch der uns in diese
  15. Problematik einführen wird bringen wir zunächst einmal den Versuch in die Ausgangssituation
  16. und wir nehmen an dass bei dem folgenden punktvorgang die strömungsstärke konstant sein und um sie zu bestimmen messen wir einmal zu zwei verschiedenen
  17. Zeitpunkten sagen wir nach 10 Sekunden und nach 30 Sekunden die hier in diesem Behälter eingeschlossene Wassermenge
  18. Achtung los wir lesen ab nach 10 Sekunden
  19. jetzt und haben 0,23 Liter und dann lesen wir wieder ab bei 30 Sekunden
  20. Achtung doch und wir haben
  21. 0,68 Liter und die beiden Volumina die wir jetzt gemessen hatten zu den Zeitpunkten 10 Sekunden und 30 Sekunden die tragen wir
  22. jetzt einmal in eine Tabelle ein also zum Zeitpunkt 10 Sekunden hatten wir die Wassermenge 0,23 Liter
  23. und zum Zeitpunkt 30 Sekunden betrug die Wassermenge 0,68 Liter um die strömungsstärke zu bestimmen
  24. bildet man die Differenz das heißt die zugeflossene Wassermenge in Delta x Sekunden bei uns in 20 Sekunden ist die Differenz der beiden Zahlen
  25. also 0,45 Liter so viel in 20 Sekunden dividiert man nun durch die Zeit Delta x das heißt durch 20 Sekunden so erhält
  26. man die strömungsstärke in Liter pro Sekunde also 0,45 durch 20 das ergibt
  27. 0,022 Liter pro Sekunde und wie solch eine Rechnung ganz allgemein aussieht das zeigt uns
  28. grafisch dargestellt der folgende kleine Trickfilm hier das Koordinatensystem und wir tragen wie schon bekannt auf der
  29. x-Achse die Zeit ab und auf der Y-Achse die strömungsstärke die strömungsstärke ist konstant aber unbekannt
  30. die Fläche unter dem Graphen gibt ein Maß für das Volumen des Wassers an halt dieses Volumen hier haben wir zum
  31. Zeitpunkt x0 gemessen jetzt weiter Stopp und die gesamte blaue Fläche stellt das Volumen zur Zeit x0 plus
  32. Delta x da die Differenz ist nun die Wassermenge die in der Zeit Delta x zugeflossen ist
  33. sie wird durch dieses Rechteck dargestellt weil dies ein Rechteck ist mit bekanntem Flächeninhalt kann man nun die Breite
  34. ausrechnen dazu muss man den Flächeninhalt durch die Länge Delta x dividieren und bekommt so die Breite des Rechtecks
  35. nämlich fx0 und das ist die gesuchte strömungsstärke was haben wir gemacht fassen wir zusammen
  36. wir bestimmten zum Zeitpunkt x0 das Volumen nämlich F0 von x0 und ebenso bestimmten wir das Volumen
  37. zum Zeitpunkt x0 plus Delta x danach bildeten wir die Differenz
  38. und dividierten schließlich durch Delta x unterhalten somit diesen Ausdruck und ihn wollen wir uns jetzt einmal genauer
  39. anschauen er kommt Ihnen sicher bekannt vor und zwar aus der Differentialrechnung
  40. im nächsten Beispiel wird das noch deutlicher zunächst wieder die Ausgangssituation
  41. und wir nehmen für den folgenden Versuch an dass die strömungsstärke nicht mehr konstant ist
  42. bis hierhin der Verlauf des Graphen könnte hier etwas so aussehen hier das Koordinatensystem die strömungsstärke nimmt zunächst zu
  43. dann wieder ab wir wollen wissen wie groß sie zu einem Zeitpunkt x0 ist und das herauszufinden verfahren wir wie im Fall konstanter
  44. strömungsstärke wir bestimmen zunächst das Volumen zu einem Zeitpunkt x0 und dann bestimmen wir es zu einem Zeitpunkt x0 plus Delta x
  45. die Volumen Differenz wird durch diese Fläche hier dargestellt und gesucht ist diese Seite der Fläche
  46. man kann jetzt nicht mehr einfach durch die Länge Delta x dividieren denn die Fläche ist ja kein Rechteck mehr um ein Rechteck zu erhalten müssten
  47. wir so tun als ob in der Zeit Delta x die strömungsstärke konstant wäre dann würde das Bild hier so aussehen
  48. wir machen allerdings einen deutlich erkennbaren Fehler wenn wir für die Volumenänderung die Rechteckfläche nehmen
  49. statt der tatsächlichen nämlich dieser krumlinie nicht begrenzten Fläche und zwar ist der Fehler dieses Stück hier
  50. aber man kann den Fehler immer kleiner machen wenn man nur Delta x hinreichend klein macht
  51. und bei hinreichend kleinem Delta x darf man dann die tatsächliche Fläche durch die rechtecksfläche ersetzen und aus dem Rechteck erhält man durch
  52. die Vision durch Delta x die andere Seite nämlich den Funktionswert
  53. von x0 das heißt die augenblickliche strömungsstärke zum Zeitpunkt x0
  54. das heißt wir können jetzt genauso rechnen wie in unserem Beispiel vorhin wir bilden diese Differenz hier und dividieren durch Delta x
  55. müssen allerdings jetzt noch ergänzen und zwar durch Delta x klein machen das heißt mathematisch exakt wir bilden den Grenzwert für Delta x gegen Null
  56. unterhalten schließlich den Funktionswert klein f an der Stelle x0
  57. schauen wir uns das hier unten einmal genau an wir haben hier den Limes für Delta x gegen 0 von einem Differenzenquotienten und zwar
  58. Differenzenquotienten gebildet mit unserer Funktion groß f und wenn wir den Limes von einem Differenzenquotienten bilden bekommen
  59. wir den Differentialquotienten oder einfache gesprochen die Ableitung das heißt wenn wir unsere Funktion groß F4 ableiten also Limes Delta x gegen
  60. Null bilden erhalten wir klein f an der Stelle x0 und kehren wir jetzt einmal zu der Ausgangsstellung unserer Sendung zurück
  61. ihr fragten nach der mathematischen Operation die uns von diesem groß F0 von X zu kleinen FX führt und wir haben eben erkannt
  62. wenn man die Funktion groß F ableitet also differenziert erhält man dieses klein f wir können das hier also jetzt ersetzen
  63. durch differenzieren und aus dieser Grafik erkennen Sie jetzt einen außerordentlich überraschenden und sehr wichtigen Zusammenhang
  64. das differenzieren ist die Umkehrung des integrierens oder anders ausgedrückt das Integrieren
  65. ist die Umkehrung des differenzierens und diese Sachverhalt bildet den wichtigen Kern des Hauptsatzes der Differential und Integralrechnung
  66. man muss natürlich einen so wichtigen Satz in der Mathematik beweisen und bevor wir uns überhaupt einmal an eine Beweis Idee heranwagen muss vorher noch
  67. genauer geklärt werden was dieser Sachverhalt eigentlich bedeutet dass differenzieren ist die Umkehrung des integrierens schauen wir uns das an der
  68. folgenden Grafik an nun gegeben ist eine randfunktion klein f dazu betrachtet man die Integralfunktion groß FA bezüglich einer festen unteren
  69. Grenze a der Funktionswert an einer beliebigen Stelle x
  70. wir schreiben dafür groß FA von x ist zahlenmäßig so groß wie die Fläche zwischen a und x unter dem Graphen der randfunktion klein f
  71. der Hauptsitz sagt nun groß FA ist eine differenzierbare Funktion
  72. und es gilt die Ableitung von Groß Fa ist klein f
  73. also groß FA Strich gleich klein s den genauen Wortlaut des Hauptsatzes sowie den Beweis finden Sie in Ihrem Begleitmaterial
  74. machen wir uns das Wesentliche des Hauptsatzes an bekannten Beispielen bewusst bei dem Messvorgang mit der
  75. Schraubenfeder war klein f die Kraft und groß F0 von X die Arbeit die aufgewendet werden musste um die Feder aus der Nulllage auf die Länge x zu
  76. denen die Kraft genügte dem Gesetz von X = x die Arbeit ergab sich zu groß F0 von X gleich einhalb x Quadrat
  77. differenziert man die Funktion groß F0 also einhalb x Quadrat nach bekannten Regeln so ergibt sich groß f0-
  78. gleich x gleich klein FX
  79. also die kraftfunktion klein f oder dieses Beispiel es sollte der Flächeninhalt unterhalb
  80. des gekrümmten Teils der Eisenbahnlinie bestimmt werden die Eisenbahnlinie verlief wie eine Parabel die Funktionsgleichung der randfunktion
  81. lautete klein FX = x Quadrat dies hier war die Fläche unter diesem Graphen von 0 bis X
  82. der Flächeninhalt betrug groß F0 von X gleich ein Drittel x hoch 3 dies ist die Integralfunktion
  83. differenziert man nun die Integralfunktion also bildet man groß f0-
  84. so ergibt sich nach den bekannten Regeln ein Drittel mal 3x² das ergibt x Quadrat
  85. ist also gleich klein FX also die ursprüngliche randfunktion groß F abgeleitet ergibt klein f
  86. der Hauptsatz ist eine fundamentale mathematische Aussage denn er stellt eine Beziehung hier zwischen den zwei großen Gebieten der Analysis der
  87. Differentialrechnung und der Integralrechnung und seine überragende Bedeutung liegt jetzt nicht nur im inner mathematischen Bereich vielmehr lassen
  88. sich mit Hilfe des Hauptsatzes auch einfache Regeln für das Integrieren komplizierter Funktionen erstellen er liefert also wenn man eine
  89. anwendungsorientierte Mathematik betreibt praktische Rechnung Regeln und darauf soll es uns in den folgenden Beispielen ankommen
  90. sie erinnern sich wir hatten mehrere Problemstellungen die auf die Bestimmung der Integralfunktion führten bei vorgegebener randfunktion da waren
  91. zunächst einmal die Konstanten oder stückweise linearen Funktionen dort war das Aufstellen der Integralfunktion überhaupt kein Problem denn die
  92. Flächenstücke waren ja einfach zu berechnen viel schwieriger war das Aufstellen der Integralfunktion schon bei der
  93. Normalparabel denn dort war ja die randfunktion krumlinisch wir mussten dort Unterteilung vornehmen dann mit Ober- und untersummen rechnen
  94. dann verfeinern die grenzwertbildung vornehmen bis wir schließlich die Integralfunktion herausgefunden hatten das war ein großer Rechenaufwand
  95. ähnlich groß wäre der Rechenaufwand wenn wir bei folgender randfunktion die Integralfunktion bestimmen wollten zum Beispiel bei kleinen FX gleich x
  96. hoch 4 wir suchen zu dieser randfunktion die Integralfunktion groß F0 von x
  97. um sie zu bestimmen müssten wir jetzt intervallunterteilung vornehmen dann Rechtecke bilden dann summieren und schließlich
  98. verfeinern das heißt Grenzwert bilden also einen ziemlich großen Rechenaufwand betreiben wenn es nicht den Hauptsatz gäbe
  99. der Hauptsatz sagt die Ableitung von Groß f ist klein f
  100. das heißt für unser Beispiel groß f' gleich x hoch 4
  101. wir suchen also eine Funktion groß f von der wir wissen dass sie differenziert x hoch 4 ergibt
  102. es geht somit zunächst um einen differenzierungsprozess ihn soll und diese Maschine symbolisieren wenn wir nun zum Beispiel die Funktion y
  103. = 3x Quadrat durch die Maschine laufen lassen dann wird sie differenziert und es ergibt sich y Strich gleich 6x nun zu unserem Problem
  104. jetzt ist die Ableitung y-x^4 gegeben und die ursprüngliche Funktion gesucht wir müssen den Vorgang des
  105. differenzierens umkehren moment mal hier erhalten wir ja eine ganze Menge von Funktionen was ist hier
  106. los die differenzieren wir einmal zur Probe diese Funktionen zum Beispiel die hier ein Fünftel x^5 -4 sie wird gliedweise
  107. differenziert und man erhält als Ableitung x^4 oder bei dieser Funktion hier
  108. wird differenzieren x^4 oder wenn wir diese Funktion differenzieren erhalten wir auch x^4
  109. die Umkehrung des differenzierens ist also nicht eindeutig schauen wir uns das nochmals an
  110. alle diese Funktionen hier ergeben differenziert x^4 man nennt diese Funktionen Stammfunktionen von x^4 sie
  111. unterscheiden sich nur in dem Summanden hinter dem ein Fünftel x hoch 5 sie erkennen zu y Strich gleich x hoch 4 gibt es unendlich viele Stammfunktionen
  112. eine davon ist unsere gesuchte Integralfunktion groß f jetzt hat die gesuchte Integralfunktion groß F noch eine besondere Eigenschaft
  113. wenn nämlich x0 wird dann ist auch der Flächeninhalt 0 das heißt groß F an der Stelle 0 ist gleich
  114. null wir haben somit eine zusätzliche Bedingung für die Integralfunktion gefunden und wir wollen einmal schauen
  115. ob wir mit dieser zusätzlichen Bedingungen groß F an der Stelle 0 gleich 0 aus der Menge der Stammfunktionen die
  116. Integralfunktion herausfinden also diese Bedingung muss für die Integralfunktion gelten
  117. der Funktionswert an der Stelle 0 ist 0 untersuchen wir einmal diese Stammfunktion daraufhin wenn wir x gleich 01 setzen erhalten wir als
  118. Funktionswert 3 das ist also nicht die Integralfunktion ist das bei dieser Stammfunktion für x = 0 ist der Funktionswert
  119. -2 das ist auch nicht die Integralfunktion jetzt diese Stammfunktion für x = 0 ist hier der Funktionswert 0
  120. diese Stammfunktion erfüllt diese Bedingung es ist die gesuchte Integralfunktion denn alle anderen Stammfunktionen haben ja auch hier einen
  121. Summanden erfüllen also diese Bedingung nicht damit haben wir die Integralfunktion zu dieser Funktion kleinen F gefunden ein Fünftel x^5
  122. fassen wir hier einmal zusammen bei der Suche nach der Integralfunktion zu einer vorgegebenen Funktion kleinen F stellen sich einem zwei Aufgaben
  123. erstens Stammfunktionen zu gegebener Funktion klein f bestimmen zweitens
  124. Integralfunktion in der Menge der Stammfunktionen suchen zum ersten Punkt
  125. finden Sie im Begleitmaterial Übungsbeispiele mit verschiedenen Funktionen und der zweite Punkt hier wird uns dann in der nächsten Folge
  126. beschäftigen in leicht veränderter Form damit verabschieden wir uns von ihnen auf Wiedersehen

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