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Bertolt Brecht: Exillyrik | Deutsch | Autoren

sofatutor: Deutsch einfach erklärt3:38 20.689 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 18 Zeilen
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  1. Deutschland, 1933. Anfang des Jahres wird Bertolt Brechts Drama “Die Maßnahme” aufgeführt.
  2. Doch mitten in der Vorstellung unterbricht die Polizei das Theaterstück und erteilt ein Weiterspielverbot.
  3. Nach Hitlers Machtergreifung hat eine Verfolgung von Menschen mit abweichenden politischen oder religiösen Einstellungen begonnen.
  4. Wie über 2.000 andere Autoren flieht Brecht als überzeugter Sozialist daraufhin aus Deutschland ins Exil.
  5. Mit Familie und Freunden geht es über Prag, Wien, Zürich und Paris nach Dänemark zu einer befreundeten Schriftstellerin.
  6. Dort bleiben sie für 5 Jahre. 1939, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, flüchtet Brecht nach Schweden und schließlich über
  7. Finnland und Russland in die USA. Erst 1948 kehrt er nach Deutschland zurück.
  8. Wie viele andere ausgewanderte Autoren schreibt Brecht im Exil weiter - vor allem über das Exil. Brecht ist es wichtig, nicht als Emigrant, sondern als Exilant bezeichnet zu werden.
  9. Denn Emigranten wandern freiwillig aus. Ein Exilant aber sei jemand, der aufgrund seiner politischen oder religiösen Gesinnung
  10. gezwungen werde, seine Heimat zu verlassen. Ein Vertriebener, der auf seine Befreiung durch Änderung des politischen Systems im
  11. Heimatland wartet. In den Jahren 1933 bis 1947 verfasst Brecht neben Dramen und Prosa auch zahlreiche Gedichte:
  12. die sogenannte Exillyrik. In seinem Gedicht “Über die Bezeichnung Emigranten” schrieb Brecht:
  13. Unruhig sitzen wir so, möglich nahe den Grenzen, Wartend des Tages des Rückkehr, jede kleinste Veränderung Jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling
  14. Eifrig befragend, nichts vergessend uns nicht aufgebend. Die Exilliteratur und Exillyrik befasst sich also zum großen Teil mit der Situation im Exil.
  15. Die Exilanten schildern ihre Erfahrungen und Gefühle im neuen Heimatland. Ihre Leben war geprägt durch die permanente Furcht vor Abschiebung, die Bedrohung durch
  16. NS-Agenten, die Ablehnung durch die Bevölkerung und den Entzug der schriftstellerischen Existenzgrundlage. Das vorherrschende Gefühl war Heimweh, die Sehnsucht nach dem Mutterland.
  17. Niemand verstand ihre Sprache oder was sie schrieben. Sie hatten teilweise keine Staatsbürgerschaft mehr und wurden nur geduldet ohne Arbeitserlaubnis.
  18. Die Folge: Heimat- und Identitätsverlust sowie Entwurzelung. Brecht schrieb sehr offen und reflektiert über das Exil - wie im Gedicht...

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