Bertolt Brecht: Exillyrik | Deutsch | Autoren sofatutor: Deutsch einfach erklärt https://www.youtube.com/watch?v=LB-KpnxEmnU Transkript (automatisch erstellt) 0:15 Deutschland, 1933. Anfang des Jahres wird Bertolt Brechts Drama “Die Maßnahme” aufgeführt. 0:23 Doch mitten in der Vorstellung unterbricht die Polizei das Theaterstück und erteilt ein Weiterspielverbot. 0:33 Nach Hitlers Machtergreifung hat eine Verfolgung von Menschen mit abweichenden politischen oder religiösen Einstellungen begonnen. 0:41 Wie über 2.000 andere Autoren flieht Brecht als überzeugter Sozialist daraufhin aus Deutschland ins Exil. 0:49 Mit Familie und Freunden geht es über Prag, Wien, Zürich und Paris nach Dänemark zu einer befreundeten Schriftstellerin. 0:58 Dort bleiben sie für 5 Jahre. 1939, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, flüchtet Brecht nach Schweden und schließlich über 1:16 Finnland und Russland in die USA. Erst 1948 kehrt er nach Deutschland zurück. 1:23 Wie viele andere ausgewanderte Autoren schreibt Brecht im Exil weiter - vor allem über das Exil. Brecht ist es wichtig, nicht als Emigrant, sondern als Exilant bezeichnet zu werden. 1:37 Denn Emigranten wandern freiwillig aus. Ein Exilant aber sei jemand, der aufgrund seiner politischen oder religiösen Gesinnung 1:44 gezwungen werde, seine Heimat zu verlassen. Ein Vertriebener, der auf seine Befreiung durch Änderung des politischen Systems im 1:51 Heimatland wartet. In den Jahren 1933 bis 1947 verfasst Brecht neben Dramen und Prosa auch zahlreiche Gedichte: 2:07 die sogenannte Exillyrik. In seinem Gedicht “Über die Bezeichnung Emigranten” schrieb Brecht: 2:18 Unruhig sitzen wir so, möglich nahe den Grenzen, Wartend des Tages des Rückkehr, jede kleinste Veränderung Jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling 2:30 Eifrig befragend, nichts vergessend uns nicht aufgebend. Die Exilliteratur und Exillyrik befasst sich also zum großen Teil mit der Situation im Exil. 2:44 Die Exilanten schildern ihre Erfahrungen und Gefühle im neuen Heimatland. Ihre Leben war geprägt durch die permanente Furcht vor Abschiebung, die Bedrohung durch 2:54 NS-Agenten, die Ablehnung durch die Bevölkerung und den Entzug der schriftstellerischen Existenzgrundlage. Das vorherrschende Gefühl war Heimweh, die Sehnsucht nach dem Mutterland. 3:11 Niemand verstand ihre Sprache oder was sie schrieben. Sie hatten teilweise keine Staatsbürgerschaft mehr und wurden nur geduldet ohne Arbeitserlaubnis. 3:21 Die Folge: Heimat- und Identitätsverlust sowie Entwurzelung. Brecht schrieb sehr offen und reflektiert über das Exil - wie im Gedicht...