Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Nie wieder Krieg!? - Vortrag Prof. Dr. Wolfgang Huber - 17.04.2023

Evangelische Kirchengemeinde Eningen1:53:04 1.252 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 500 Zeilen
Herunterladen
  1. [Musik] [Applaus]
  2. wie lieblich sind die boten die den Frieden verkündigen vielen Dank für eure Einstimmung heute Abend der Posaunenchor mit gewisser Verstärkung und Leitung von
  3. Kathrin Kilian danke im Namen der vier Kirchengemeinden die diesen Abend gemeinsam veranstalten also im Namen der Eninger Ökumene darf ich sie alle
  4. willkommen heißen bevor Professor Dr Huber zu uns spricht darf ich Ihnen unseren Referenten der extra für uns aus Berlin angereist ist
  5. mit einigen Worten vorstellen Wolfgang Huber wurde in Straßburg geboren er wuchs wenn ich es recht weiß als jüngster von fünf Brüdern im
  6. Schwarzwald und in Freiburg im Breisgau auf nach dem Abitur studierte er in Heidelberg Göttingen und Tübingen evangelische Theologie er promovierte
  7. 1966 und wurde 1972 habilitiert seine kirchliche Laufbahn startete er sie wissen dass vielleicht
  8. 1966 als WK in Betzingen da ja besonders
  9. das ist gerade mal acht Kilometer von hier entfernt auf der anderen Seite von Reutlingen das schwäbische Milieu ist ihm also durchaus vertraut
  10. schon 1973 wurde er Mitglieder der Kammer veröffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Deutschland es folgten Professoren in Marburg und
  11. Heidelberg 1985 leitete er als Präsidentin Kirchentag in Düsseldorf 1994 Trader das Amt als Bischof der
  12. evangelischen Kirche Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz so die heutige Bezeichnung an 2003 wurden sie zum
  13. Ratsvorsitzenden der EKD gewählt und waren damit höchster Repräsentant von damals 25 Millionen evangelischen in Deutschland
  14. 2006 erschien das von ihnen maßgeblich geprägt Impulspapier ich habe das hier mitgebracht Kirche der Freiheit vor allem ihre Forderung nach
  15. Leistungsbereitschaft und Qualitätsbewusstsein hat fast reflexartigen Widerspruch hervorgerufen
  16. mit mir persönlich gefallen bis heute die in ihrem damaligen Vorwort genannten vier Leitlinien sie gefallen mir so gut dass
  17. ich sie hier zitieren möchte die Kirche so schrieben sie braucht geistliche Profilierung statt undeutliche Aktivität Schwerpunktsetzung statt Vollständigkeit
  18. Beweglichkeit in den Formen statt Klammern eine Strukturen Außenorientierung statt selbst Genügsamkeit
  19. bis 2009 waren sie Bischof und Ratsvorsitzender 2010 und 2012 als er schon offiziell im Ruhestand waren sie im Gespräch als
  20. Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten verheiratet sind sie seit dem Betzinger Zeiten mit Kara huber-
  21. und sechs Enkelkinder heute widmen sie sich vor allem der Wertevermittlung in Wirtschaft und Gesellschaft
  22. als digitale Mustergemeinde zu der wir vor anderthalb Jahren ausgewählt wurden interessiert uns natürlich auch ihr ich glaube das ist das neueste Buch zur
  23. Ethik der Digitalisierung es findet sich auch hinten auf dem Büchertisch seit dem 24 Februar 2022 beschäftigt und der Ukraine Krieg der eigentlich schon
  24. acht Jahre vorher mit der Besetzung der Krim begann seit über einem Jahr beten wir Christen aus verschiedenen Konfessionen gemeinsam
  25. jeden Freitag für den Frieden im Winter Halbjahr sind wir immer um diesen wunderbaren Welten Leuchte gestanden seit der Zeitumstellung wieder am Termin
  26. im Freien wie viele andere sind wir ratlos wie dieser Konflikt gelöst werden könnte
  27. wir freuen uns sehr dass wir als Eninger Ökumene Sie Herr Professor Dr Wolfgang Huber gewinnen konnten heute zu uns zu sprechen
  28. ihre Zeit in ihrer Zeit als Ratsvorsitzender haben sie die friedensdenkschritte EKD
  29. maßgeblich begleitet sie gelten als ehemaliges Mitglied im Nationalen Ethikrat und im deutschen Ethikrat als eine gewichtige Stimme in
  30. ethischen Fragen und in ethischen Streitfragen ihr Thema lautet heute nie wieder Krieg Friedensethik in der Zeitenwende
  31. seien sie uns herzlich Willkommen wir sind gespannt was sie uns zu sagen haben [Applaus]
  32. ja noch eins in jeder Bankreihe gibt es so Zettel und Stifte dort können Sie Fragen notieren wenn sie jetzt schon haben auch jetzt
  33. schon aber vielleicht auch während des Vortrags und am Ende des Vortrags wird noch mal Musikstück zu hören sein und dann
  34. sammeln wir diese Fragen ein und versuchen Sie so ein bisschen zu bündeln und unserem Referenten zum Beantworten zu geben aber jetzt sind wir gespannt
  35. auf ihren Vortrag danke vielen herzlichen Dank liebe Herr Eisler für diese freundliche Begrüßung die in
  36. mir tatsächlich ein Stück Heimatgefühl auch vermittelt hat in der Tat war die waren die zwei Jahre die meine Frau und ich und dann nach einiger
  37. Zeit auch unser ältester Sohn in acht Kilometer von hier verbracht haben in Reutlingen Betzingen das können Sie sich vorstellen eine prägende Zeit sie ist
  38. lang genug her dass ich sagen kann eine prägende Zeit für unser ganzes Leben für mich war nach dem Studium in Tübingen die Tatsache dass die
  39. württembergische Landeskirche mich freundlich aufgenommen hat ursprünglich war ich in Baden beheimatet bis zum heutigen Tag sehr wichtig ich
  40. gebe ehrlich und freiwillig zu dass ich seitdem mit der evangelischen Kirche in Württemberg ganz besonders nahe und dankbarer und solidarische Gefühle habe
  41. deswegen gab es keinen Zweifel daran dass ich diese Einladung heute auch sehr gerne wahrnehmen würde
  42. als ich von Reutlingen Bettingen aufgebrochen bin nach Heidelberg habe ich das getan weil ich an einem kirchlichen Forschungsinstitut mich
  43. beteiligen durfte an einem Forschungsprojekt mit dem Titel der Beitrag von Theologie und Kirche zum Frieden
  44. das war im Jahre 1968 kurz nach der Epoche machendenkschrift der evangelischen Kirche zum Verhältnis Deutschlands zu seinen östlichen
  45. Nachbarn der sogenannten ostdenkschrift der evangelischen Kirche die bis zum heutigen Tag von manchen als der wichtigste unmittelbare Beitrag der
  46. Evangelischen Kirche in Deutschland zur Gestaltung des Friedens angesehen wurde mit der Überzeugung dass man mit den östlichen
  47. Nachbarn Frieden wirklich gestalten muss und das dazu gehört dass wir die Konsequenzen anerkennen die sich aus dem von Deutschland
  48. in Gang gebrachten Zweiten Weltkrieg ergeben haben auch der Verzicht auf die Teile Deutschlands östlich von Oder und Neiße das waren die
  49. großen Themen die die evangelische Kirche in Deutschland damals behandelt hat womit sie wichtige politische Schritte
  50. auch mit vorbereitet hat die sich anschließend ergeben haben ich sage das auch deswegen weil es ja gar nicht so klar ist in welchen Situationen wie als
  51. Kirche eigentlich die Möglichkeit haben auf politische Entwicklungen die friedensfördernd sind auch selber etwas
  52. zu tun und wenn wir das auf unsere heutige Situation übertragen dann wissen wir dass wir
  53. eingestehen müssen dass wir in dieser sehr bedrückenden Situation vor allem auch Gefühle von Ratlosigkeit entwickeln und ich glaube dass im
  54. kirchlichen Bereich auch dafür Raum sein muss dass wir nicht von vornherein denken dass wir für alles eine Lösung haben und wenn es dann unterschiedliche
  55. Lösungen sind dann entsteht Konflikt sondern dass wir zunächst einmal auch in Ruhe sagen und uns wechselseitig eingestehen
  56. dass wir mehr offene Fragen als geklärte Antworten haben aber natürlich kann es bei den offenen Fragen nicht bleiben wir müssen uns auch
  57. solidarisch beteiligen und zwar nicht nur die Kirche als Institution sondern wir als Christinnen und Christen die wir zur gleich Staatsbürgerinnen und
  58. Staatsbürger sind und deswegen uns an der politischen Meinungsbildung auch auf diesem Weg beteiligen müssen und das angesichts einer
  59. sehr beunruhigenden Situation zwar teile ich die Auffassung nicht
  60. dass wir es mit dem Beginn des Ukraine Kriegs so klingt es beim in manchen Ohren zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten
  61. Weltkriegs mit einem Krieg zu tun hätten der uns in irgendeiner Weise persönlich betrifft ich jedenfalls bin der Überzeugung dass
  62. die Krieger auf dem Ball kam und genauso unmittelbar betroffen haben ich finde auch dass kriegerische Situationen in Syrien oder in
  63. Afghanistan in vielen Teilen in Afrikas unserem Nachbar Kontinenten nicht gleichgültig sein können ich bin vor einiger Zeit in Ruanda gewesen wovor
  64. unseren Augen eine der größten Völkermorde stattgefunden hat nach dem Zweiten Weltkrieg also man muss sich klar machen dass
  65. nicht jetzt zum ersten Mal Krieg stattfindet sondern Gott sei es geklagt an vielen Orten und in großer
  66. Zahl das
  67. unterstreiche ich auch im Blick auf die Ukraine noch einmal unter einem anderen Gesichtspunkt die kriegerische kriegerischen Eingriffe Russlands in das
  68. Gebiet der Ukraine haben nicht erst am 23 Februar 2022 angefangen dem ist vorausgegangen nicht nur die Okkupation
  69. der Krim sondern auch schon militärische Eingriffe in den Bereich des Landes im Osten der Ukraine und wir müssen uns schon die Frage
  70. stellen ob wir eigentlich die vorausgehenden die beginnenden Schritte ernst genug genommen haben
  71. aber damit leugne ich nicht dass wir als Christen eine große Aufgabe darin haben
  72. deutlich zu machen wie es der die erste Vollversammlung des ökumenischen Rats der Kirchen 1948 in Amsterdam gesagt hat Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein
  73. in dem Sinn nie wieder Krieg bloß wenn wir das aussprechen müssen wir eben ganz klar sagen dass wir auch schon vor dem Ukraine Krieg und der Frage
  74. intensiver hätten zuwenden müssen was können wir denn beitragen um Kriege zu vermeiden wie können wir dazu etwas
  75. beitragen das gewaltfreie Beiträge zur Lösung von Konflikten eine größere Rolle spielen und häufiger auch geachtet und
  76. eingesetzt werden mit diesen Überlegungen bestreite ich nicht dass es mir genauso ging wie
  77. vielen dass der Angriff auf die Ukraine noch einmal eine neue Qualität hatte und das deswegen sich sehr schnell erstaunlich schnell auch die Frage
  78. gestellt hat was wir in Deutschland was wir in Europa was wir in der westlichen Staatengemeinschaft dazu beitragen können um diesem Angriffskrieg möglichst
  79. schnell und möglichst wirksam ein Ende zu setzen schon in den ersten Tagen nach dem Ausbruch dieses Krieges nämlich am 27
  80. Februar 2022 hat Bundeskanzler Olaf Scholz vor dem Deutschen Bundestag die Formel von der Zeitenwende
  81. verwendet wir erleben eine Zeitenwende und das bedeutet die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor er sprach von einer Zeitenwende in der
  82. Geschichte unseres Kontinents die sich durch den Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine vollzogen habe daraus leitete er eine gemeinsame
  83. europäische Verpflichtung ab er unterstrich dass die Stärke freier Demokratien auch in dieser Zeitenwende und darüber hinaus
  84. Bestand haben muss in der Debatte nahm der 1973 geborene SPD-Abgeordnete Nils Schmidt der hier aus der Region stammt die Rede von der
  85. Zeitenwende in der Form einer Steigerung auf es sei so sagte er nicht nur eine Zeitenwende eingetreten sondern offenbar
  86. mehr diese Zuspitzung erläuterte er mit folgenden Worten es ist auch das Ende der Hoffnung einer ganzen Generation
  87. die nicht von 68 und der Nachrüstungsdebatte geprägt ist sondern von der Zeitenwende 89 und dem Aufbruch hin zu unseren
  88. osteuropäischen Partnern deshalb ist dieses Ereignis dieser Einschnitt in unserer europäische Geschichte so bitter für viele aus
  89. meiner Generation ich habe einen Augenblick gebraucht um die Reichweite dieser Äußerung von Nils
  90. Schmidt zu verstehen und sie ist damals in der Berichterstattung über diese Bundestagsdebatte leider auch zu sehr untergegangen
  91. aber für mich auch biografisch von meiner eigenen Lebensgeschichte her kann ich das sehr gut nachvollziehen was Nils Schmidt da gesagt hat
  92. wie steht es um die Hoffnung die wir mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Ost-West-Konflikts verbunden haben und das ist doch die Hoffnung die wir
  93. gehabt haben 1989 90 wo ist diese Hoffnung geblieben soll dieser Krieg am Ende zur Folge haben dass wir einen vergleichbaren
  94. ost-west- 1990 hatten bekommen wir eine neue
  95. weltgeschichtliche Situation in der Blöcke sich wieder so gegeneinander stellen wie wir das nach 1945 zu lange erlebt hatten und wovon
  96. wir meinten dass wir es 1990 überwunden hatten man muss diese Vorgänge auch einmal in diesen größeren Zusammenhang Rücken und
  97. im übrigen dann auch den Mut haben diese Frage mit der Rolle Chinas und im Verhältnis zwischen China und Russland ins Verhältnis zu setzen und dann spürt
  98. man das hinter diesem und zum Augenblick besonders bedrängten Krieg gleichzeitig große Fragen anstehen die die Frage aller jetzt lebenden
  99. Generationen in unserem Land in Europa und darüber hinaus betreffen auf welche politische Zukunft gehen unsere Enkel zu
  100. die Frage ist nicht so abwegig aber dann wird klar was auf dem Spiel steht nämlich dass wir Frieden langfristig und nachhaltig denken müssen
  101. und dass wir in der Konflikt in dem klare Sprache notwendig ist gleichzeitig doch auch mit denken müssen wie kann man aus diesem Konflikt wieder
  102. rauskommen so dass nicht eine nächste kriegerische Auseinandersetzung sich mit innerer Notwendigkeit daran anschließt ich habe Verständnis dafür dass
  103. Politiker die am gegenwärtigen Konflikt unmittelbar beteiligt sind zurückhaltend sind darin solche längerfristigen Fragen zu stellen
  104. aber insgesamt bin ich davon überzeugt dass wir diese Fragen überhaupt nicht ignorieren dürfen insofern sind wir nicht nur
  105. mitverantwortlich dafür wie der Ukraine Konflikt ein friedliches Ende finden kann sondern wir sind auch daran beteiligt
  106. uns zu überlegen wie kann es denn überhaupt mit dieser Welt weitergehen so dass nicht ein Krieg auf den anderen folgt
  107. in diesen Horizont will ich will ich die Frage die uns heute Abend beschäftigt einordnen und ich will auf diesem
  108. Hintergrund in einem nächsten Schritt etwas zu der Frage sagen haben wir als christliche Kirchen eigentlich eine eigene Position
  109. und worin besteht diese Position die erste und in gewisser Weise elementarste
  110. Frage die Christen still wenn sie sich mit seiner solchen Frage konfrontiert sehen ist die Frage was sagt die Heilige Schrift was sagen
  111. das Alte und Neue Testament was sagt die biblische Überlieferung zu diesem Thema lassen Sie mich in der notwendigen kurze versuchen dazu
  112. zwei drei Gesichtspunkte zu sagen der erste wir haben in den letzten Jahrzehnten
  113. die große Bedeutung der biblischen Friedensbotschaft gerade auch im Blick auf den Beitrag des Alten Testaments der hebräischen Bibel
  114. thematisiert weil sie in so eindrucksvoller Form eine Vision des Friedens dargestellt hat die für die Entwicklung in unserem
  115. eigenen Land eine sehr große Rolle gespielt hat weil sie zusammengefasst in der Aussage des Jesaja
  116. das Schwert hat zu klugscharen und Sperre zu winzermessener gemacht werden weil wir diese große Vision der
  117. Umwandlung von kriegsgeräten zu Instrumenten des Friedens so eindringlich vor Augen geführt haben als dieser Grundgedanke eine Rolle große
  118. Rolle gespielt hat bei der Vorbereitung der friedlichen Revolution im Osten Europas und im Ostteil Deutschlands und wir von daher auch eine Erfahrung
  119. haben die sagt ja es gibt Situationen in denen die Absage an die Gewalt tatsächlich Geschichte verändern kann denn das was die christlichen
  120. Friedensgruppen in der großen Bürgerbewegung in der DDR 1989 getan haben war dass sie sich eingemischt haben in die großen
  121. Kundgebungen mit dem Satz nur keiner Gewalt und das hat auch Wirkung gehabt segensreiche Wirkung
  122. von daher ist diese Botschaft des Alten Testaments von großer Bedeutung sie hat uns in den Kirchen dazu ermutigt
  123. uns am Leitfaden des Gerechten Friedens des biblischen schalomen im umfassenden Sinn zu orientieren und zu versuchen daraus
  124. Konsequenzen zu ziehen ist eine große Schritt nach vorne gewesen
  125. allerdings muss man zugleich sagen dass diese alttestamentliche Vision als solche noch keine
  126. Anleitung dafür in sich enthält wie man das denn nun machen soll Frieden organisieren ohne Gewalt deswegen
  127. wendet sich die Frage in einem nächsten Schritt dahin ob wir eigentlich im Neuen Testament konkreteres darüber erfahren können wie
  128. Christen sich zur Aufgabe des Friedens verhalten und da haben wir auf der einen Seite natürlich die große und großartiger
  129. Herausforderung durch die Bergpredigt selig sind die Friedenstifter denn sie werden Gottes Kinder heißen wieder und Lieder versuche ich zu betonen
  130. Friedensstifter heißt es da friedensmacher sogar wenn man es wörtlich übersetzt nicht etwa wie manche es übersetzen die
  131. Friedfertigen obwohl in diesem Wort ursprünglich auch steht Frieden machen den fertigen ist ja wie alle Handwerker wissen nichts
  132. anderes als etwas machen aber daraus ist ja in unserem Denken geworden friedfertig bedeutet die Hände in den Schoß legen und andere machen lassen so
  133. ist es in der Bergpredigt nicht gemeint und deswegen geht Jesus in der Bergpredigt noch einen Schritt weiter und dieser Schritt ist
  134. praktisch zu zeigen dass es Möglichkeiten gewaltfreien Handeln es gibt die die Situation verändern
  135. Jesus wählt dafür die Form der Beispiels Erzählungen der knappen Beispiels Erzählungen und ich muss Ihnen die drei kurz in Erinnerung rufen weil sie sehr
  136. häufig zu klischeehaft dargestellt werden
  137. die erste heißt wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt halte ihm auch die Linke hin
  138. wir interpretieren das immer so als dass man aufgefordert wäre auf Gewalt so zu reagieren dass man hinnimmt wenn die Gewalt noch einmal verdoppelt wird
  139. das ist aber nicht der präzise Sinn dieser beispielsgeschichte um den zu erfassen muss man sich einen Augenblick überlegen was bedeutet das
  140. denn wenn gesagt wird jemandem werde auf die rechte Backe geschlagen das schon zur Zeit Jesu wie bis zum heutigen Tag die Mehrheit der Menschen
  141. Rechtshänder sind muss man davon ausgehen dass die der Schlag mit der rechten Hand gemacht wird wenn man mit der rechten Hand einen
  142. anderen Menschen schlägt dann schlägt man ihm als mit dem rechten Hand auf die rechte Seite schlägt dann schlägt man ihm mit
  143. dem Handrücken auf die Backe ja hier ist meine rechte Hand der andere steht mir gegenüber seine rechte Backe
  144. erreiche ich nur wenn ich ihn so schlagen das galt schon in biblischen Zeiten als ehrenrührige Handlungsweise
  145. wenn einer das macht dann halte ihm wenigstens die Linke hin damit er wenigstens dran denkt wenn schon schlagen dann mit offener Hand mit
  146. offenem Visier sozusagen ehrlich von Mensch zu Mensch also die Gewalttat durch eine überraschende Reaktion überwinden
  147. nämlich denk doch mal nach was du tust wenn schon dann mach es mit offener Hand die zweite beispielsgeschichte handelt davon dass
  148. jemand der Schulden hat von seinem Gläubiger aufgefordert wird die Schulden zu
  149. begleichen er kann es nicht daraufhin nimmt der Gläubiger das Kostbarste was der arme Menschen noch
  150. hat nämlich seinen Mantel er tut damit etwas was er überhaupt nicht darf denn
  151. in den Mittelmeerländern mit ihren kalten Nächten braucht man den Mantel nicht nur um Tags umher zu gehen sondern zugleich als Decke um sich nachts vor
  152. der Kälte zu schützen der Gläubiger macht etwas was wir heute als menschenrechtswidrig ansehen würden
  153. die Menschen vor dem Menschen den elementarsten schützen und der Rat geht dahin zeige ihm die Absurdität seines Handelns
  154. in dem du noch einen Schritt weiter gehst gib ihm dein Kleid dein Kleidungsstück zeig ihm dass er dich praktisch nackt
  155. dahin stellt damit er sein Verhalten versteht und verändert
  156. und die dritte Beispiels Erzählung die Jesus wählt ist die Situation zwischen einem Israeliten und Soldaten Soldaten der
  157. römischen Besatzungsmacht der nutzt den Israeliten zu spannendsten aus
  158. so gefordert wird er soll das Gepäck des anderen tragen hat mehrere Möglichkeiten wie er sich verhalten kann er kann versuchen sich dem zu verweigern mit
  159. allen Risiken die er da läuft in der Auseinandersetzung mit der römischen Besatzungsmacht er kann seine Beteiligung auf das
  160. Minimum reduzieren also eine Meile mitgehen dann kann der sich nicht beschweren schweigend und grimmig neben ihm
  161. hergehen und dann sagen hier hast du deine Sachen wieder oder in sozusagen zu überrumpeln
  162. indem er nicht nur eine Meile sondern zwei ja sogar drei Meilen mit ihm geht ihn zu überraschen und was liegt näher als das aus dieser
  163. Überraschung ein Gespräch entsteht etwas Neues entsteht Versöhnung möglich wird das sind die drei Beispiele
  164. die ich außerordentlich spannend aus der Situation der damaligen Zeit heraus entwickelt finde und die klar machen dass Jesus in der Bergpredigt nicht
  165. wie es immer gesagt wird ein abstraktes Prinzip der Gewaltlosigkeit den Menschen vor Augen stellt sondern er zeigt dass
  166. Gewaltlosigkeit möglich ist und dass die Situation zu verändern vermag also nicht ein allgemeines Prinzip der Gewaltlosigkeit sondern der konkrete
  167. Vorrang der Gewaltlosigkeit vor allen Mitteln der Gewalt aber unter dem Gesichtspunkt dass diese Gewaltlosigkeit auch etwas bewirkt
  168. das führt schließlich zu der Frage ob eigentlich diese Einladung zur Gewaltlosigkeit so wichtig sie ist
  169. so beeindruckend ihre geschichtlichen Wirkungen sind der beste Leser der Bergpredigt Jesu war der Hindu Mahatma Gandhi der auf seine
  170. Weise gezeigt hat dass Gewaltlosigkeit die Situation wirklich verändern kann man nehme das Beispiel des salzmarsch mit dem man hat man dann die auf absolut
  171. friedliche Weise das britische Salzmonopol durchbrochen und damit den Anfang zur Befreiung Indiens von der Kolonialherrschaft
  172. Englands gesetzt hat und es kein Zufall übrigens dass Dietrich Bonhoeffer den wir auch kennen als einen Anwalt der Gewaltlosigkeit
  173. außerordentlich viel Gewicht darauf gelegt hat dass er damit nicht einen abstraktes Prinzip meinte sondern eine konkrete Situation in der man hier mit
  174. auch wirklich etwas bewegen kann das führt zu der Frage ob eigentlich im Neuen Testament andere Situationen
  175. in den Gewaltlosigkeit möglicherweise nicht das erbringt was man erhofft ob das Neue Testament auch andere Hinweise dafür bekommt dass die
  176. Bändigung der Gewalt möglicherweise auch auf andere Weise zu Wege gebracht wird bleiben wir auch an diesem Punkt bei den
  177. Aussagen und Hinweisen Jesu dann haben wir jedenfalls zwei die ein gewisses nachdenken aber rufen durften das eine ist das berühmte der berühmte
  178. Satz gibt im Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist ein vorbehaltloses ja zur
  179. politischen Herrschaft die auch damals die Eindämmung von Gewalt gegebenenfalls mit den Mitteln der
  180. Gewalt vorgesehen hat und es gibt wieder Heidelberger neue testamentler Tyson
  181. deutlich gemacht hat darüber hinaus bei Jesus und auch an anderen Stellen des Neuen Testaments erstaunliche Beispiele für die
  182. Anerkennung des Soldaten Berufs der Hauptmann von Kapern um wird nicht weggeschickt mit seinem Wunsch dass ein Kind wieder
  183. gesund gemacht wird der Hauptmann Kornelius in der Apostelgeschichte ist der erste Mensch außerhalb des jüdischen Volkes der zum
  184. Christen getauft wird da wird natürlich nicht kritiklos Verhalten gut geheißen aber es ist wichtig
  185. zu sehen dass politische Herrschaft mit der Aufgabe Gewalt zu bändigen
  186. dass diese politische Herrschaft bejaht wird aber es gibt einen Horizont der als drittes schließlich genannt werden muss
  187. in einem Geist und in einer Atmosphäre die vom Gebot der Feindesliebe geprägtes jesus sagt das deutlich genug der
  188. Apostel Paulus sagt es ausdrücklich an der Stelle an der er zugleich ähnlich wie Jesus gibt im Kaiser was das Kaisers ist und Gott was Gottes ist die
  189. politische Herrschaft bejaht und ihre Pflicht für Recht und Ordnung zu sorgen bestätigt aber genau im selben
  190. Zusammenhang das Gebot der Feindesliebe als ein besonderes christliches Gebot in den Vordergrund stellt
  191. was lehrt uns das dieser wie ich zugeben muss sehr bedrängte aber vielleicht doch nicht unwichtige Blick darauf was wir aus den biblischen Texten lernen können
  192. das Leitbild des Friedens die Vision des Friedens als die bestimmende Aufgabe den Vorrang der Gewaltfreiheit vor allen
  193. Mitteln der Gewalt die Orientierung am Gebot der Feindesliebe auch im Konflikt aber zugleich
  194. die politische Aufgabe Mittel zur Verfügung zu stellen die Gewalt eindämmen und beenden können wir haben also schon in der biblischen
  195. Tradition eine komplementäre Verhältnisbestimmung zwischen dem
  196. Vorrang der Gewaltfreiheit und der Anerkennung dessen dass die politische Herrschaft zur Bändigung der Gewalt im äußersten Notfall auch selbst
  197. Gewalt einsetzen kann die evangelische Kirche in Deutschland hat
  198. aus dieser Komplementarität innerhalb der christlichen Friedensethik eine Folgerung gezogen in ihrer
  199. friedensdenkschaft von 2007 dass sie gesagt hat wir müssen uns die Fragen in denen es äußersten falls zum
  200. Einsatz von Gewalt um des Rechts und des Friedens willen kommen kann im Zusammenhang anschauen und sie ethisch gemeinsam beurteilen
  201. vier solche Fälle werden unterschieden ich gehe mal von vom kleineren zum größeren vor das kleinere
  202. obwohl in der Situation des Einzelnen ist die Situation der Notwehr
  203. die Situation der Notwehr ist daran gebunden dass jemand bedroht wird lebensgefährlich bedroht wird und dass er die Möglichkeit sieht und auch von
  204. ihr Gebrauch macht dem durch gegen Gewalt ein Ende zu machen es ist allgemeiner moralischer Konsens dass das zwar ein
  205. bitterer Konflikt ist aber niemanden würde man deswegen verurteilen weil er eine solche Notwehrhandlung begangen hat und niemandem würde man man unterstellen
  206. dass er überhaupt keinen Sinn für den Vorrang der Gewaltfreiheit hat wenn er in einer solchen Situation der Notwehr oder der Nothilfe etwas anderes getan
  207. hätte und in diesem Fall gilt der
  208. berühmte Satz Dietrich Bonhoeffers der im Gefängnis die Situation beschrieben hat wenn ein Autofahrer auf dem Kurfürstendamm in
  209. Berlin auf den Bürgersteig fährt und Fußgänger zu gefährden gefährdet dann kann ich als
  210. Pfarrer nicht daneben stehen und anschließend die Toten beerdigen sondern da muss ich versuchen dazwischen zu kommen und der Sache ein Ende zu machen
  211. ich hatte sehr berührt dass vor einem Jahr in Berlin am Kurfürstendamm sozusagen genau an der von dietrich-bonhoeffer beschriebenen Stelle
  212. genauso ein Fall eingetreten ist und niemand war da der helfen konnte oder zu helfen wusste und eine hessische Schulklasse ist der größte Lebensgefahr
  213. gekommen und es hat Verletzte und Tote gegeben das ist die Situation von Notwehr und Nothilfe
  214. die nächste Situation ist die Situation der Polizei Polizisten sind bewaffnet und wir halten es für richtig dass sie
  215. bewaffnet sind die Benutzung der Waffe ist strengen Regeln unterworfen und es gibt bisweilen sehr belastende und schwierige Prozesse
  216. gegen Polizisten darüber ob sie ihre Waffe in rechtmäßig eingesetzt haben oder nicht also ganz klar die Aussage nur als
  217. äußerstes Mittel darf es eingesetzt werden aber wir haben keine größere Diskussion in diesem Land darüber dass Polizisten Waffen tragen und dass sie in
  218. schwierigen Situationen diese Waffen auch einsetzen
  219. dann haben wir als drittes die Situation des Staatsstreichs der Diktatur wir wissen wie schwierig es ist eine solche Situation mit Gewalt zu beenden
  220. und wir haben alle das misslungene Beispiel das missglückte Beispiel des 20 Juli 1944 vor Augen
  221. aber ich habe immer auch vor Augen wie viele Menschen leben gerettet worden wären wenn dieser
  222. Staatsstreich etwas bewirkt hätte wenn diese dieser Widerstand zum Erfolg gekommen wären Millionen von Menschen die in den
  223. letzten Kriegsmonaten also nach dem 20 Juli 1944 ums Leben gebracht worden sind und die Denkschrift der Evangelischen Kirche in
  224. Deutschland sagt wir müssen die militärische Gewalt in diesen Zusammenhang einordnen und unter dem gleichen Kriterium nämlich einer der
  225. Einsatz von Gewalt zur Wiederherstellung des Rechts zur und das heißt dass der Einsatz von Gewalt als äußerste Mittel zur Beendigung der
  226. Gewalt das ist in der Linie dieser vier Beispiele das Ergebnis also auch wieder eine Komplementarität
  227. die den klaren Vorrang der Gewaltlosigkeit festhält die den Einsatz der Gewalt nur als äußerst
  228. Notfall nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und klar unter dem Gesichtspunkt dass es zum Frieden führen kann und soll eingesetzt wird
  229. das ist die das Ergebnis dieser dieser Denkschrift der EKD
  230. um Gottes Frieden beten für gerechten Frieden sorgen und ich glaube wir sind mit diesem dieser Entscheidung diese vier Formen
  231. von Gewaltanwendung nach ein und denselben ethischen Kriterien zu behandeln sind wir einen entscheidenden Schritt weitergekommen
  232. und mein Vorschlag heißt das was wir gegenwärtig im Zusammenhang der Ukraine Kriege Krise erleben und das Kriegs erleben auch tatsächlich in diesem
  233. Zusammenhang also die Komplementarität christlicher Friedensethik anzuwenden
  234. dafür ist es notwendig dass die Gewaltlosigkeit eine Stimme hat und deswegen sage ich mit großer Klarheit und großem Nachdruck dass es in
  235. unserer Kirche diejenigen gibt die dafür eintreten das Wege gesucht werden auch diesen Konflikt ohne Gewalt zu beenden hat meine
  236. Unterstützung doch jeder der für sich selbst daraus ableitet ich beteilige mich nicht an Gewaltanwendung und ich befürworte es
  237. nicht das Waffen in die Ukraine gegeben werden dessen persönliches Zeugnis ist wichtig und doch muss er sich fragen
  238. ob er dies zum zur Leitlinie des politischen Verhaltens eines ganzen Landes machen kann
  239. und ob er die Tatsache dass militärische Gewalt angewendet wird im Unterschied zu den drei anderen Beispielen die ich genannt habe damit
  240. beantwortet dass er sagt ja da wird Gewalt angewendet aber ich beteilige mich nicht an dem Versuch dieses diese Gewalt auch wieder zu beenden
  241. das ist ein schwieriges Argument an man denn man kann auch immer sagen die der Einsatz von gegen Gewalt führt nicht immer mit verlässlicher
  242. Gewissheit dazu dass dadurch die Gewalt auch wirklich beendet wird sondern es kann auch dazu führen dass der Krieg sich verlängert und an Grausamkeit
  243. gewinnt das ist eine politische Abwägung bei der unterschiedliche Stimmen auch Ihr Gewicht halten ich will nur sagen die
  244. persönliche Entscheidung auch in einer solchen Situation für sich selber einen prinzipiellen Gewalt Verzicht zu vertreten
  245. bedeutet nicht automatisch dass man sagt das ist auch die nachvollziehbare praktikable dann auch von der Mehrheit einer Bevölkerung mitgetragene
  246. parlamentarisch abgesicherter Handlungsweise eines ganzen Landes wenn ich die Situation im Blick auf die Ukraine richtig einschätze
  247. dann ist meine persönliche Überzeugung dass folgende folgender
  248. Grundsituation da war wir haben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
  249. mit der Gründung der Vereinten Nationen und mit ihrer Karte eine völkerrechtlich neue Situation bekommen
  250. das neue an dieser völkerrechtlichen Situation besteht darin dass das internationale Völkerrecht den Staaten untersagt hat
  251. politische Interessen Erweiterung des eigenen Staatsgebiets Beseitigung einer Regierung in einem anderen Land
  252. Eingriff in die in einem anderen Land vorhandenen wirtschaftswirtschaftsgüter
  253. dass das alles schlechterdings verboten ist eine absolute Ächtung
  254. der Verwendung militärischer Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele das ist die große Botschaft nach den Schrecken in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts
  255. und nach dieser Klarstellung folgt wenn ein Staat diese
  256. diese Verpflichtungen nicht wahrnimmt wenn er gegen diese klare völkerrechtliche Regelung verstößt gibt es selbstverständlich
  257. ein individuelles wie kollektives Selbstverteidigungsrecht also begründungspflichtig ist der Angriff
  258. und für ihn gibt es keine rechtliche Begründung denn er ist rechtlich geächtet begründungspflichtig ist dagegen nicht
  259. sondern selbst evident in der Denkweise der Kater der Vereinten Nationen dass wenn jemand so angegriffen wird es ein selbstverständliches Recht der
  260. Selbstverteidigung individuell wie Kollektiv gibt das führt ja auch dazu soweit ich die deutsche Debatte richtig verfolge dass
  261. nur wie relativ wenig Leute sagen die Ukraine hätte kein Selbstverteidigungsrecht
  262. sondern unsere Debatte konzentriert sich auf die Frage gibt es eine
  263. eine Pflicht gibt es eine recht diese Selbstverteidigung der Ukraine mit Unterstützung durch Waffen zu stärken das ist unsere hauptdiskussion gewesen
  264. und dabei sind zwei Argumente in den Vordergrund gerückt worden die einen waren pragmatisch und haben gesagt also es wäre besser wir würden uns nicht
  265. daran beteiligen dann wäre das Risiko dass wir irgendwas hineingezogen werden für uns geringer also sozusagen ein ganz nationaler
  266. Gedanke wir ziehen Gefahren auf uns indem wir andere unterstützen und die andere Argumentation die gesagt
  267. hat ja dass es westliche Länder wie Frankreich und andere gibt die die Ukraine unterstützen das kann man ja verstehen und auch vertreten aber für
  268. uns in Deutschland gelten andere Regeln denn wir haben durch Waffengewalt so viel Unglück auf dieses auf diese Welt gebracht dass
  269. wir ein für alle Mal mit Waffen eigentlich gar nichts zu tun haben sollten
  270. ich finde an dieser Argumentation freimütig gesagt haben schwierigsten dass die Waffenlieferung durch andere befürwortet wird
  271. und die Beteiligung des eigenen Landes abgewiesen wird und zwar mit einer Begründung die sich bezieht auf die Anwendung von Waffen durch unser
  272. Land die ein Willkürakt genau ein Willkürakt war und genau in denjenigen Ländern oder auch in demjenigen Land viele Menschen
  273. Leben gekostet hat die jetzt um ihre Freiheit und ihr Leben kämpfen deswegen bin ich selber davon überzeugt die Debatte muss bei uns kritisch
  274. geführt und kritisch weitergeführt werden aber dass wir eine sonderethik für Deutschland einführen die aus dem Einsatz von Waffen
  275. in früherer Zeit herleitet dass wir deswegen jetzt zum Schutz derselben Menschen die damals unter deutschen Waffen gelitten haben
  276. das jetzt zu deren Schutz nicht mehr dasjenige getan werden darf was von einem erheblichen Teil der Weltgemeinschaft als notwendig angesehen
  277. werden kann es ändert nichts daran dass ich für die persönlichen Entscheidungen die dahinter
  278. stehen große Respekt habe ich halte fest an der Notwendigkeit der
  279. komplementären Friedensethik die
  280. ihren wichtigsten Ausdruck darin gefunden hat dass wir innerhalb dieser Friedensethik die
  281. Problematik jedes militärischen Einsatzes dadurch unterstrichen haben dass wir nicht mehr wie das in früheren Jahrhunderten der Fall war von einem
  282. gerechten Krieg reden die Behauptung es gäbe einen gerechten Krieg wird in der evangelischen Friedensethik nicht mehr vertreten das
  283. einzige was gerecht sein kann ist ein gerechter Frieden und die Aufgabe die in diesem Zusammenhang
  284. militärischen Einsätzen allenfalls zukommen kann wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt ist die Voraussetzung dafür zu schaffen
  285. das gerechter Frieden möglich wird aber nicht für die Gewalttaten als solche die im Krieg Geschehen in Anspruch zu nehmen dass
  286. diese Gericht wären diese Unterscheidung muss glaube ich eine Lehre aus der Kriegsgeschichte der Neuzeit bis in unsere Gegenwart hinein sein
  287. lassen sich die Fragen die mich beschäftigen auch persönlich sehr beschäftigen am Schluss noch mal an einem biblischen
  288. Zusammenhang verdeutlichen den ich bisher ausgespart habe ich habe nicht über die Frage geredet welches Gebot
  289. oder welche Bedeutung das Gebot du sollst nicht töten für die Zusammenhänge hat die uns beschäftigen viele
  290. leiden aus dem Gebote sollst nicht töten mit guten Gründen ab es sei dem Menschen verwehrt gegenüber anderen Menschen Gewalt auszuüben
  291. das Gebot ist aber nicht wirklich Aussage stark im Blick auf die Frage was ist denn wenn jemand vor mir steht an dem Gewalt geübt wird
  292. sagt dann das Gebot du sollst nicht töten dass ich das geschehen lassen soll sie haben an den vier Beispielen die ich vorher verwendet habe
  293. gemerkt dass es da eine Aporie gibt in bonhoeffersdeutung war er mit schuldig wenn er einfach nur dabei stand
  294. und hat daraus den Konsequenz der Beteiligung am Widerstand gezogen was ist mit dem der dabei steht und sieht wie Menschen leben
  295. zu Ende gehen weil niemand eingreift muss man nicht das Gebote sollst nicht töten auch im dem Sinn verstehen dass es das Gebot einstellt einschließt du
  296. sollst nicht töten lassen du sollst es nicht einfach hinnehmen das andere getötet werden
  297. unabhängig davon dass wir für sich selbst diese Bevölkerung zieht das er sagt nein ich kann das nicht auch wenn ein anderes menschliches Leben
  298. in Gefahr ist kann ich nicht dadurch dass ich ein weiteres menschliches Leben in Gefahr bringe dieser Sache ein Ende machen noch einmal wäre so denkt hat
  299. Respekt verdient aber als eine politische Linie die ein ganzes Volk sich zu Eigen macht
  300. hat man dann doch gewisse Zweifel und fragt sich muss dieses Gebot du sollst nicht töten lassen doch einschließen dass man Vorkehrungen
  301. dagegen trifft dass Menschen getötet werden dass man nach eingreifmöglichkeiten sucht um dem ein
  302. Ende zu machen und bei aller bewussten Bejahung dass dabei gewaltfreie Mittel denn Vorrang haben
  303. und das von denen im Ukraine Konflikt tatsächlich leider nicht die Rede ist daraus doch nicht schließen kann dass sie auf diese Unterstützung ganz
  304. verzichtet wird ich sag das auch deswegen weil ich in dieser Debatte
  305. einfach auch ein Stück weit um Respekt vor für diejenigen werden möchte die den schwierigen Weg den und zu sagen ja ich
  306. beteilige mich an dem Versuch es nicht zuzulassen dass Menschen getötet werden und ich sehe dabei auch
  307. die Aufgabe einer Verteidigungsmöglichkeit meines eigenen Landes als einen Beitrag dazu an
  308. und Beja das auch dann wenn ich mich selber daran nicht beteilige weil ich mich selbst anders Gebot der Gewaltlosigkeit gebunden fühle
  309. müssten wir nicht gerade auch in einer so bedrängenden Situation wie wir sie jetzt erleben darin auch ein Stück ins Freie gehen können dass wir diese
  310. wechselseitigen Überzeugungen diese komplementären Überzeugungen wechselseitig mit Achtung anschauen und dabei die politischen Aufgaben um die es
  311. geht mit einem zu beziehen in unsere persönlichen Überzeugungen die uns zur gegebenenfalls zum Gewaltverzicht
  312. selbst veranlassen dies alles noch einmal und zum Schluss gesagt unter der Perspektive dass wenn es wie jetzt
  313. in der Ukraine leider zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung kommt auch da nicht die Rede von einem gerechten Krieg sein kann sondern
  314. gerecht nur der Frieden sein kann der hoffentlich hoffentlich auf diesen Krieg eines nicht zu fernen Tages kommen möge herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
  315. und ihr zuhören ich bin gespannt auf die Fragen und das Gespräch [Applaus]
  316. während du Musik schafe können sicher Weiden sammeln wir Ihre Fragen ein wenn sie die in Richtung Gang Mitte durchgeben dann können wir sie
  317. einsamen und dem Referenten weiterleiten [Musik] [Applaus]
  318. [Musik] Professor Dr Huber fiel in herzlichen Dank schon mal für den ersten Teil sage
  319. ich mal für die Ausführungen ich fand das sehr spannend noch mal deins Alte Testament und eine Neue Testament zu gehen vor allem auch mit der bergpredig
  320. und auch da sind nachher einige Fragen noch dabei vielen Dank schon mal auch an sie alle und für die Fragen die sie gestellt haben
  321. ich würde mal mit ein paar gleich mit großen Fragen beginnen wann kann es zufriedensverhandlungen kommen im Ukraine Krieg
  322. da haben wir morgen ja
  323. sie verstehen schon die natürlich müssen Friedensverhandlungen kommen so schnell wie möglich keiner von uns weiß
  324. an welchen Stellen mit welchen Kanälen unter welchen Mitwirkungen es Versuche gibt dafür Voraussetzungen zu schaffen es ist ja wahrscheinlich
  325. zwar irgendwie grundsätzlich nicht erfreulich dass es Geheimverhandlungen gibt aber in so einem Fall ist es auch unvermeidlich
  326. insofern wird auch keiner von uns wissen was es gibt wann und wie ja was soll ich sagen China sich vielleicht doch mal dazu
  327. herbei lässt den den Beitrag zu leisten den man eigentlich gerade von diesem Land gegenwärtig erwarten müsste aber das jetzt mal von mir ein bisschen
  328. freihändig gesagt uns nur klar dass ich da nur etwas gelingen würde wenn es nicht gleich am nächsten Morgen in allen sogenannten sozialen medienstunde
  329. eine eher schnelle beantwortete wahrscheinlich was war die vierte Einschränkung ihrer komplementären
  330. Friedensethik einmal kurz zurück also meinen sie mit den vier mit den vier meinen sie damit die vier Elemente
  331. die ich Unterschieden habe nämlich nur Notwehr und Nothilfe Polizei Staatsstreich
  332. kriegerischer Konflikt das sind die vier vielen Dank und die Frage was verstehen sie unter gerechtem Frieden ich stanne Kompression möglich
  333. ja da ist eine Kommunikation möglich die aber dann immer noch ganz schön allgemein ist gerechter Frieden ist zunächst ein Frieden der auf
  334. Recht gegründet ist das ist die erste Dimension also ein gerechter Frieden setzt voraus dass recht
  335. herrscht und deswegen ist die Aufgabe von des Einsatzes von Gewalt dort wo es nötig ist konsequent daran bemessen dass es dem Recht dient und des gebrochene
  336. recht wieder herstellt das ist also die die erste Dimension die zweite Dimension ist die Dimension einen Fried eine Situation
  337. herzustellen die durch Gewaltfreiheit bestimmt ist also Frieden bedeutet das eine Situation die durch Gewalt geprägt ist abgelöst wird durch eine Situation
  338. in der die Gewalt durch das Recht lebendigt ist die dritte Dimension des übernehme ich jetzt einfach aus der
  339. friedensdenkschrift der EKD diese Dimensionen die dritte Dimension ist die Dimension der Freiheit also das Menschen selber über ihr Leben
  340. verfügen und dass diese Freiheit eine gleiche freiheit ist das heißt dass sie dann Anforderungen der Gerechtigkeit genügt und das vierte ist die Wahrung
  341. und Achtung kultureller Pluralität also die Fähigkeit das Menschen die verschieden sind dass die im Frieden gewaltfrei
  342. unter den Bedingungen eines gemeinsamen rechts miteinander leben
  343. Dankeschön eine Frage die ein Stück weit würde ich sagen daran anschließt allerdings von der Gegenseite und zwar Putin sagt er fühle sich durch den
  344. Westen beschränkt also eingeschränkt letztendlich deshalb muss er sich wehren was wäre hier ihre
  345. ihre Gedanken dazu also der erste Gedanke den ich jetzt bin ich das höre dazu habe er hängt zusammen
  346. mit dieser Friedensgespräche Friedensverhandlungen zusammen wenn Putin sich eingeschränkt fühlt dann soll er einen Versuch machen
  347. zivilisiert über diese Einschränkungen mit den anderen Beteiligten zu reden also ich wäre sehr daran interessiert irgendwie einen Weg zu suchen um diese
  348. seine Behauptung zum Thema eines Gesprächs mit ihm zu machen und das führt natürlich an den Punkt dass ja ich ja schon erwarten muss dass wenn
  349. ich das sage dass dann irgendwo steht Huber hält Putin für einen respektablen Gesprächspartner und das ist doch nicht vereinbar damit dass er
  350. einen absolut illegitimen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen hat von allem anderen
  351. abgesehen dass alles ist mir sehr wohl bewusst wenn ich das sage und trotzdem finde ich sollte man Wege suchen dass eine solche Behauptung von ihm nicht
  352. einfach ohne Diskussion und sei es dass man mit Herrn Labor auf darüber sprechen oder sonst irgendetwas macht also ich bin jetzt nicht der diplomatie-experte
  353. dass ich Ihnen die Lösung die Idee dafür sage aber eigentlich muss es eine muss es eine geben und es ist vernünftig auch von unserer Seite dass
  354. wir uns nicht so verrennen das es überhaupt keine Möglichkeiten mehr gibt eine Veränderung der Situation auch der der emotionalen
  355. Situation herbeizuführen danke eine Frage ja ich stelle sie wieso hat Europa dazu
  356. eingeladen Balkanländer in die NATO aufzunehmen schwierig zu beantworten in dem Moment
  357. also ich nehme ja nicht anders da jetzt dahinter steht sozusagen ein genereller also eine generelle Herabstufung der Balkanländern zu Ländern zweiter Klasse
  358. das vermutlich nicht hinter der Frage sondern dass die Erweiterung der NATO politisch mit im Blick haben muss das
  359. natürlich Putin daraus ein Argument der Einführung macht obwohl es klar sein muss dass die NATO
  360. eine reine defensiv vereinbar Veranstaltung ist und nach ihren eigenen Regeln überhaupt nur eingreifen darf wenn ein NATO statt
  361. angegriffen ist und das ja auch im übrigen so konsequent betreibt das niemand von uns sagt die NATO solle oder durfte in diesen Ukraine Krieg
  362. einbezogen werden und dass wir in der gegenwärtigen Situation einen Beitrag dazu leisten dass möglichst viele potenziell
  363. Betroffene dagegen geschützt werden dass sie selber zum Gegenstand eines kriegerischen Angriffs werden haben wir ja daran gezeigt dass wir bereit sind
  364. Finnland und Schweden in die NATO aufzunehmen da Wolle gefärbte neutrale die in der jetzigen Situation um diese Aufnahme
  365. gebeten haben und nach denselben Regeln müssen natürlich auch bei Balkanstaaten die Möglichkeiten bestehen das zu prüfen der will ich jetzt gar nicht über das
  366. Ergebnis spekulieren aber das die Situation in der wir jetzt sind ganz Europa betrifft und nicht nur Teile
  367. davon und je näher diese Teile an Russland sind desto dringender sind sie auch beteiligt das muss man ja ganz nüchtern sehen
  368. eine persönliche Frage noch mal wie stehen Sie zu der Friedensinitiative von Margot Käßmann ehrlich gesagt kenne ich eine
  369. Friedensinitiative von Margot Käßmann nicht ich kenne ihre persönliche Meinung dazu auch so wie sie sie bei der letzten Kundgebung in Hannover vorgetragen hat
  370. das daraus eine Friedensinitiative im politischen Sinn des Wortes irgendwo herausleuchtet ist mir nicht deutlich geworden dann habe ich es vielleicht
  371. übersehen jedenfalls kann ich die Frage nicht beantworten danke wir nennen uns Schwestern und Brüder auf beiden Seiten der Front gibt es Christen
  372. und Kirchen wie können wir damit umgehen das ist ein ja das das Stichwort wird zu Recht schon gewann das ist angesichts
  373. der Rolle der russisch-orthodoxen Kirche ein Riesenproblem
  374. ich hatte gehofft dass die Vollversammlung des ökumenischen Rats der Kirchen im vergangenen September hier ganz in der Nähe in Karlsruhe dazu
  375. etwas wirklich wegweisendes sagen würde ich sag's mal zugespitzt so dass einzig
  376. wegweisende war die Auftritt Antritts die die Eröffnungsrede des Bundespräsidenten Frank-Walter
  377. Steinmeier der darauf hingewiesen hat welches Unglück entsteht wenn [Musik]
  378. christliche Kirchen ihren eigenen Glauben missbrauchen um Gewalt und Unfrieden zu verbreiten
  379. und er hat das in dieser Rede an unserem eigenen deutschen Beispiel illustriert nämlich darin dass aus Gründen des Glaubens
  380. Jüdinnen und Juden von Kirchen und Christen diskriminiert wurden bis dahin das Christen meinten es sei vorstellbar dass man die Nürnberger Prozesse bejaht
  381. als Christ und hat gesagt daraus müssten wir doch lernen und es ist so
  382. viel zu wenig auch bei uns darauf geachtet worden ist dass es ein Manifest von orthodoxen russisch orthodoxen anderen
  383. also anderen orthodoxen mit Christen aus der ganzen Welt gegeben hat bereits im März des vergangenen Jahres die gesagt haben warum die Unterstützung
  384. von Putin durch die russische orthodoxe Kirche Blasphemie ist Blasphemie nämlich weil aus Gründen des
  385. Glaubens Menschen unterschiedlichen Klassifizierungen zugeordnet werden genau das was wir in unserer eigenen Geschichte mit den Juden getan haben und
  386. zwar in dem Ihnen das Selbstbestimmungsrecht weggenommen wird auch mit der Begründung das doch durch die Taufe des
  387. dies alles ein einziges Volk ist das nach ein und denselben politischen Regeln geleitet werden muss und das ein und derselben Kirche nämlich der
  388. russisch orthodoxen Kirche unter der Leitung des von Cyprian nein für Kyrill Entschuldigung
  389. geleitet wird dies ist Häresie weil es von von der gleichen Würde aller Menschen absieht weil es
  390. davon absieht dass es keine kein Recht dazu gibt man kann noch Südafrika als ein anderes Beispiel dafür in Erinnerung rufen wie um zu zeigen wie
  391. weit verbreitet es ist aus Gründen des Glaubens Menschen zu solche erster zweiter Klasse zu erklären solche die ein Selbstbestimmungsrecht
  392. haben und andere die es nicht haben und das ist auch in der Vollversammlung des ökumenischen Rats der Kirchen Karlsruhe überhaupt nicht aufgenommen worden
  393. sondern er war der die Entscheidung dazu war geprägt von ökumenisch Ökumene politischem
  394. ja ich gebe zu dass auch Ökumene dann und wann was mit Diplomatie zu tun hat sonst wäre manches auch nicht zustande gekommen will ich gar nicht ignorieren
  395. aber ein an einer Stelle an der es um das christliche Bekenntnis geht in der es darum geht dass Häresie auf dem Spiel steht mit
  396. eminenten politischen Folgen dass man da dann einfach nur sagt naja uns irgendwie durch das geht nach meiner Meinung nicht und deswegen war ich über
  397. diesen Vorgang betrübt traurig sehr traurig in diese Richtung ich lese trotzdem noch gingen auch zwei Fragen die eine eben
  398. kann die weltweite ausdrücklichem einschließender russisch-orthodoxen Kirche einen Beitrag zu Beendigung des Konfliktes beitragen
  399. ausschließen also man kann darüber ja
  400. sich lange Gedanken machen ob die Mitgliedschaft und die weitergeführte Mitgliedschaft der russischen orthodoxen Kirche im rumänischen Rat der Kirchen
  401. die Möglichkeiten Tacheles miteinander zu reden stärkt oder schwächt und da kann ich schon diejenigen verstehen die sagen also wenn
  402. sie drin sind hat man mehr Möglichkeiten mit ihnen zu reden als wenn sie draußen sind nur hätte man trotzdem nach meiner Meinung ein klares Zeichen dafür setzen
  403. müssen dass man bereit ist öffentlich mit ihnen Tacheles zu reden und deswegen bin ich der Meinung die Chance dazu ist in hohem Maß dadurch
  404. verspielt dass man in Karlsruhe so diplomatisch geredet hat mit Verlaub gesagt beinahe ist es das erste Mal dass eine
  405. vollversammlungserklärung vor allem diplomatisch sein soll die soll doch das jedenfalls die Art von Ökumene gerade auch von vom
  406. Ökumenischen Rat der Kirchen mit der ich aufgewachsen bin ja da haben Sie ja eine Theologie der Revolution gemacht und haben erklärt warum gegen die Apartheit
  407. auch Gewalt eingesetzt werden muss als letztes Mittel ja mit ja und ein besonderes Programm zur Überwindung des Rassismus aufgerufen jetzt mit solchen
  408. dramatischen Vorgängen aus dem Raum das Ökumenischen Rat der Kirchen bin ich mit Verlaub gesagt aufgewachsen ja das kann man sagen jetzt wird er
  409. nostalgisch weil er an die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist können wir auch nichts dafür dass er so alt ist aber ich will es nur deutlich machen
  410. wenn man diese Geschichte damit hat oder die wesentlich spätere Geschichte dass der ökumenische Rat der Kirchen mit dem konziliaren Prozess für Gerechtigkeit
  411. Frieden und die Bewahrung der Schöpfung doch viele von uns im Blick auf die Zusammengehörigkeit dieser Dimension wach gemacht hat und man zugeben muss
  412. wenn wir in Deutschland nicht vollkommen am Nullpunkt der der Bereitschaft sich in Fragen des Klimawandels einzusetzen sind braucht
  413. man doch nicht zu verstecken dass daran auch die ökumenische Bewegung ihren Anteil hatte und dass wir da von der weltweiten Ökumene für uns selber was
  414. gelernt haben und wenn ich dann noch sage dass die Bürgerrechtsbewegungen in der DDR diejenigen waren die diesen Impuls in
  415. die Ökumene überhaupt reingebracht haben dann müssen sie schon verstehen dass ich ein bisschen nostalgisch werde wissen
  416. das bei früheren Vollversammlungen des ökumenischen Rats vergleichbares möglich war und bisschen verdauernd vergleichbares Signal diesmal gegeben
  417. hat aber das nächste Mal in der Hoffnung geben wir weiter bevor die letzte Frage bezüglich altem
  418. Testament kommt wir kommen nicht leider nicht ganz durch mit den Fragen aber vielleicht gibt es noch einen Raum auch anderweitig
  419. noch eine Frage könnte es Aufgabe von Christen sein zu Verbreitung von Verbreitung von Wissen um gewaltfreie Lösungen in Konflikten beizutragen wie
  420. schöne wet unter anderem im Buch resistance works zusammengetragen hat oder haben also ohne jeden Zweifel ist es eine eine
  421. große Aufgabe und wenn ich vorhin erzählt habe dass ich von Betzingen aus nach Heidelberg gegangen bin und mich der Frage gewidmet hat was Theologie und
  422. Kirche zum Frieden tun können war das natürlich von Anfang an ein großes Feld und hat auch dazu beigetragen dass auch ich selber mich
  423. dann auch später als als Bischof und als Mitglied des Rats der EKD sehr eingesetzt habe dafür dass Strukturen für zivilen Friedensdienst aufgebaut
  424. worden sind und dass man die Situationen in denen das auch praktische Wirkungen hat dass man die genau verfolgt hat ich habe damals intensiv mit Herrn Koschnick
  425. zusammengearbeitet der ja genau das im zerfallenen ähm Jugoslawien gemacht hat in den Nachfolge starten die mehr Hoffnung auf
  426. gewaltfreies Handeln zu setzen zeigen dass es praktisch geht und ich halte die zivilen Friedensdienste an denen ja viele viele Christen beteiligt
  427. sind in denen auch kirchliche Institutionen beteiligt sind für eines der großen Hoffnungszeichen und das muss man ja an einem Tag an dem man über
  428. einen Vorgang redet der alles andere als ein Hoffnungszeichen ist muss man das ja auch ausdrücklich sagen es gibt diese Hoffnungszeichen und wir müssen auch mit
  429. ganz anderen nachdruck auch bekannt machen was da was da passiert was da gelingt und was versucht wird und den Menschen Mut zu machen da weiter zu
  430. machen und die letzte Frage Gewalt im Alten Testament ist nicht reduziert auf die
  431. großen prophetischen friedensvisionen sondern Kind auch Gewalt im Namen Gottes sogar die Beschreibung eines Gottes der selbst Gewalt ist wir sind diese
  432. Zeugnisse zum Beispiel in die Samuel Bücher in das Zeugnis unserer heiligen Schriften einzuordnen also für mich nur in der Form dass
  433. die hebräische Bibel ja selbst eine Geschichte wiedergibt und dass diese Geschichte auch geprägt ist wie es einmal ein
  434. großartiger alltestermittler gesagt hat von einer allmählichen
  435. Distanzierung Gottes von der Gewalt denn das ist es was wir da erleben ja wir sehen Situationen der Gewalt sie haben zum Teil auch schon früh ein
  436. trotzdem problematisches Distanzieren von der Gewalt hinter sich also das einmal ein
  437. Vater aufgefordert wird seinen Sohn als Opfer hinzugeben [Musik]
  438. und dass das dann im allerletzten Augenblick durch einen Engel verhindert wird ändert ja zunächst nichts an der Grausamkeit Gottes die da vor Augen
  439. gestellt wird diesen diesen dieses Menschenopfer zu verlangen und das dann Leute sagen ja das ist ein symbolisches Darstellung für die Verabschiedung der
  440. Menschenopfer ich muss zugeben das tröstet mich jedes Mal wenn ich mit diesem Text aus der Genesis wieder zu tun haben tröstet mich
  441. das nur in Grenzen ich hadere mit diesem Gott der das Abraham diesen Auftrag gibt und so ist es auch zu sagen dass wir natürlich die
  442. Züge des heiligen kriegs nicht nur in der Tradition des Islam zu beklagen haben sondern aus unserer eigenen Tradition auch kennen und dies im
  443. übrigen dann nicht nur aus dem Alten Testament sondern auch aus der Tradition der Kreuzzüge und anderen Traditionen in denen
  444. von Menschen gemacht Kriege als heilige Kriege ausgegeben worden sind und deswegen heißt meine generelle Schlussfolgerung daraus dass
  445. es eine Friedensfähigkeit der Religionen unsere eigene eingeschlossen natürlich nur geben kann auf der Basis einer Bereitschaft zur Selbstkritik
  446. zur Buße und zu Umkehr die wir nicht nur als einzelne brauchen sondern wie die wir auch als kirchenkollektiv brauchen
  447. und deswegen bin ich davon überzeugt dass die Botschaft von der Rechtfertigung des Sünders
  448. nicht nur den einzelnen Christen gilt die Sie hören sondern auch der Kirche als Institution gilt die ja auch hören muss
  449. und das Dietrich Bonhoeffer ein Schuldbekenntnis der Kirche geschrieben hat mitten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs ist ein
  450. Lichtblick aber es gibt natürlich noch viele Folgerungen die daraus gezogen werden müssen und
  451. aller Solidarität sage ich auch das was wir als missbrauchen Problem auf den Kirchen gemeinsam Lasten sehen auch wenn die Geschichten in denen das sich
  452. vollzogen hat sehr unterschiedlich sind dann spüren wir doch deutlich dass die strukturellen Veränderungen die da notwendig sind die
  453. wieder die Linderung des Leids das damit verbunden ist dass das eine Umkehr der Kirche erforderlich macht und jeden Tag den das nicht vorangeht jeder derartige
  454. Tag quält mich und somit ein nicht Hände in den Schoß legen wo man wieder beim Anfang sind vielen herzlichen Dank Herr Professor
  455. Doktor Huber [Applaus] sie dürfen hier gerade noch stehen bleiben und es wird ihnen noch mal Dank
  456. ausgesprochen von anderer Seite so blickt mir jetzt noch ein paar Schlussworte zu sprechen
  457. ich möchte aber zuerst dass ich es am Schluss nicht vergessen darauf hinweisen auf unsere friedenskerze die da vorne steht die mit
  458. Lügen 1998 gegossen wurde und seither immer bei besonderen Anlässen so nach und nach runterbrennt dadurch gerne im Anschluss wenn alles
  459. vorbei ist am Welten Leuchten noch oder an der friedenskerze eine Kerze anzünden und so auch für den Frieden einstehen das machen wir beim Friedensgebet dieses
  460. schon angesprochen hat an jedem Freitag im Moment wieder am Turm Lee ja der Vortrag war für mich auch sehr spannend auch der Blick ins All die ins
  461. Neue Testament hinein dieses sags mal so dass absurdum führen mache ich gerne auch in meinem Beruf wenn ich ihn Verhandlungen trete mit Baufirmen
  462. oder nachtragsverhandlungen da mache ich gerne so dass ich ein bisschen übers Ziel hinausschieße dann und ich nenne das gerne immer
  463. gesprächsgrundlagen schaffen ich denke dieses Gespräch zu suchen dieses Gespräch zu führen ist im kleinen und im großen ein ganz wichtiger Schritt um
  464. Konflikte schon im Vorfeld zu vermeiden sie sprachen von Zeichen erkennen schon im Vorhinein im Straßenverkehr nennt man das
  465. vorausschauen des fahren man blickt voraus man sieht was kommt und man kann sich darauf einstellen so habe ich das auch empfunden diese Zeichen schon
  466. frühzeitig zu erkennen und dann zu handeln also vielen Dank für diese ganz tollen Gedanken die sie uns gegeben haben wir versuchen Sie
  467. anzunehmen und in unser Leben einzubauen ich möchte Ihnen jetzt Herr Professor Dr Huber noch einmal im Namen der eh nicht Ökumene und ich denke auch
  468. stellvertretend aller die hier sind alle die zu Hause am Computer sitzen ihnen herzlichen Dank sagen für diesen guten spannenden und wichtigen Vortrag zu
  469. diesem Top-Thema Frieden ich darf Ihnen auch noch im Namen der Ökumene kleines Geschenk überreichen und
  470. klitzekleines Geschenk nicht viel da ist drin Sturmbock Pralinen heißen die
  471. es sind Sturmtruppe Pralinen der Reutlinger Konditorei Sommer also ganz nahe bei Betzingen
  472. die haben was mit in Klammer unklammer zu frieden zu tun da sich beim sturmburg um eine Kriegswaffe des Mittelalters gehandelt hat solch ein Sturmbock hat in
  473. der alten Reichsstadt Reutlingen eine merkwürdige Berühmtheit erlangt sie haben aber auch etwas mit dem Dank an Gott zu tun aber und diese Geschichte
  474. ist dabei den Pralinen dabei dürfen sie dann gerne nachlesen und zum anderen handelt es sich um ein Walnussöl
  475. ein Walnussöl das hiesigen Messenger Thomas Büdner stellt aus Walnüssen er ist glaub schon weit über die Grenzen
  476. und ja hier jenigen gibt es entgegen dem allgemeinen Trend den Gebrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren dank unseres Thomas eine florierende Ölwirtschaft
  477. genießen Sie die Köstlichkeiten aus unserer Region und denken dabei gerne an die Zeit in Ehningen zurück noch einmal herzlichen Dank für ihren fort
  478. [Applaus] es steht auf dem Programm für mich noch ein paar Worte mit auf den Weg zu geben so war der Ablauf und noch einen Segen
  479. zu spenden bevor dann im Anschluss dann noch einmal der Posaunenchor spielen wenn ich es richtig verstanden habe mit uns zusammen dass wir Mitsingen genau
  480. und dann steht hinten noch eine Spendenbox wir haben ja die Veranstaltung ohne Eintritt gemacht dürfte gerne
  481. eine solche etwas wäre das etwas hineinlegen es kommt dann derjenige Ökumene zugute
  482. der Blick soll bei diesem Wort auch in das Neue Testament gehen und es zeigt auch mit dem Frieden zusammen das eine oder andere Gedanke ist auch im Vortrag
  483. schon gekommen Jesus Christus als Mittelpunkt unseres schönen und heilbringenden Glaubens der uns auch eine schöne und gesegnete ökumenische
  484. Gemeinschaft hier in Ehningen beschert war ein Verfechter der Gewaltlosigkeit ein schönes Beispiel ist seine Gefangennahme als er seinen Gewalt
  485. bereiten ja sogar Gewalt ausübenden Freund petrus zurechtbar ist und sogar dem der ihn Gefangenen Gutes tut indem er seine Verletzung heilt
  486. wir wollen uns daran ein Beispiel nehmen dann war Jesus Christus nicht nur die Gewaltlosigkeit wichtig sondern der Friede der noch weit darüber hinausgeht
  487. Jesus Christus sehe begegnete seinen Jüngern mit dem Friedensgruß in besonders schwer Situation der Jünger er sagte einer Frau nachdem er sie
  488. geheilt hatte dass sie ihn Frieden gehen soll er lehrte selig sind die Frieden stiften die Frieden machen so haben wir es
  489. gehört denn sie werden Gottes Kinder heißen Jesus Christus weiß da braucht darauf hin dass sein Friede mehr ist als der
  490. irdische Friede er sagt Frieden lasse ich euch meinen Frieden gebe ich euch Apostel des paulus beschreibt diesen Frieden in seinem Brief an die Philipper
  491. so dass der Friede Gottes höher ist als alle Vernunft ja der Friede muss manches Mal höher sein als alle Vernunft wir wollen diesen besonderen Frieden aus
  492. Jesus Christus annehmen und wenn wir unseren nächsten gegenübertreten den Frieden dorthin mitnehmen und wirken lassen und dabei sind Taten deutlich
  493. wichtiger als Worte lass uns nur noch den Segen Gottes empfangen
  494. der Herr segne alle die den Frieden suchen und für den Frieden aktiv eintreten der Herr segne alle die sich mit Jesus
  495. Christus verbinden ihn in den Mittelpunkt stellen und sich gemeinsam auf seinen Weg machen und da sind friedvolle miteinander
  496. der Herr segne alle die in irgendeiner Art für die Gesellschaft eintreten und in der Gesellschaft aktiv sind und somit zum Frieden beitragen
  497. der Herr segne dich und behüte dich der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir
  498. Frieden [Musik] [Applaus]
  499. vielen Dank noch mal den Posaunenchor und ihnen Gutes nach Hause kommen gehen Sie am Büchertisch vorbei Prof dr Huber ist auch bereit zu signieren kommen sie
  500. gut nach Hause

Zum Nachlesen