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Friedensethik | Religion einfach erklärt | Grundlagen Abitur

Religion verstehen6:00 458 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 42 Zeilen
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  1. Heute geht es um ein Thema, das aktueller kaum sein könnte. Es geht um Frieden und um das, was die Kirche dazu zu sagen hat. Tja, Leute, so ist das mit
  2. aktuellen Themen. Ich bin mit dem Schneiden des Videos noch gar nicht fertig. Da kommt von der EKD eine neue Denkschrift heraus, genau zum Thema
  3. Friedensethik. Da sind am Anfang wichtige Punkte zusammengefasst. Die Punkte und die Link Verlinkung findet ihr unter dem Video.
  4. Und jetzt weiter im Text. Und los geht's. Also, Ethik ist die Lehre vom richtigen Verhalten und es geht jetzt um die Frage der christlichen
  5. Friedensethik. Also im Grunde um die Frage, was bedeutet es für Christinnen und Christen friedlich zu leben und was sollen sie tun, wenn Konflikte oder
  6. sogar Kriege entstehen und wie steht die Kirche dazu? Gucken wir gut protestantisch in die Bibel. Friede sei mit dir ist der
  7. häufigste Satz in der Bibel. 365 mal soll er da stehen. Ob das stimmt, weiß ich nicht so genau, aber vom Prinzip ist es ein schöner Wunsch, jeden Tag im Jahr
  8. einmal den Wunsch Friede sei mit dir zu lesen. Frieden ist im Alten Testament nicht nur ein politischer Zustand, sondern eine umfassende von Gott
  9. gewollte Ordnung des Lebens. Der hebräische Begriff Shalom steht dafür. Frieden ist nicht passiv, sondern muss aktiv gesucht und erarbeitet werden. Es
  10. ist ein ethischer Imperativ, der den Gläubigen persönlich betrifft. Frieden ist eine Aufgabe. Auch im neuen Testament wird die
  11. Aufforderung zum Frieden deutlich. Selind die Friedensstifter und liebet eure Feinde sind zentrale Forderungen der Bergpredigt. Dann natürlich das
  12. Doppelgebot der Liebe und auch der paulinische Aufruf zur Gewaltlosigkeit und Versöhnungsbereitschaft. Die Messlatte liegt hoch, aber was haben
  13. die Kirchen daraus gemacht? Im Mittelalter haben namhafte Theologen wie Augustinus und Thomas von Aquien darüber nachgedacht, dass Frieden kein
  14. dauernder Zustand ist und wann Krieg erlaubt sein könnte. Daraus entstand die sogenannte Lehre vom gerechten Krieg. Das klingt erstmal komisch, war aber ein
  15. Versuch, Krieg moralisch zu betrachten. Krieg sollte Regeln haben. Er sollte nur als letztes Mittel eingesetzt werden, nur mit einem gerechten Grund geführt
  16. werden und nur von einer legitimen Autorität, also Staat oder König, auch begonnen werden. Die Kreuzzüge haben bereits gezeigt,
  17. dass die Regeln nicht immer beachtet wurden. Hier und in den folgenden Jahrhunderten haben sich Kirche und Kirch christliche Herrscher
  18. gleichermaßen schuldig gemacht. Ich habe einige wichtige Kriege aufgeführt, die offiziell im Namen und im Interesse des Christentums geführt wurden, bei denen
  19. aber meist andere Motive mindestens genauso wichtig waren. Und wie ging es weiter? Im ersten Weltkrieg segneten Geistliche die Waffen
  20. der Wehrmacht und im Dritten Reich kam es zu einer weiteren unheiligen Allianz zwischen Kirche und Staat, bei der die Grundsätze der Friedensethik, wie sie in
  21. der Bibel propagiert wurden, keine Rolle spielten. Und heute die Lehre vom gerechten Krieg ist an ihre Grenzen gekommen. Deshalb
  22. der Wandel. Heute sagen evangelische und katholische Kirchen natürlich nicht mehr, dass Krieg ein normales Mittel der Politik ist. Statt gerechter Krieg heißt
  23. es jetzt gerechter Frieden. Und das bedeutet ganz konkret Konflikte gewaltfrei lösen, Ursachen von Gewalt bekämpfen sowie Armut oder soziale
  24. Ungleichheit, Frieden aktiv gestalten durch Diplomatie, Versöhnung oder Prävention. Friedensethik zeigt sich in der Politik
  25. und im Handeln von Kirchen. Hier ein paar historische und aktuelle Beispiele. Unterstützung bei friedlicher Konfliktlösung, Kampf gegen Armut und
  26. Unrecht. Friedensbewegung in der DDR und die Rolle der Kirche bei der Revolution 1989. Hierzu habe ich auch zwei Videos schon gemacht. Christliche Stimmen gegen
  27. Atomwaffen und gegen Aufrüstung. Einsatz für den Klimaschutz in Umweltkrisen führen zu sozialen Spannungen und Konflikten. Die evangelische Kirche in
  28. Deutschland, also die EKD, sieht Gewaltfreiheit als oberstes Ziel. Aber ist militärische Gewalt für Sie grundsätzlich ausgeschlossen?
  29. Nein, sie schließt militärische Gewalt nicht kategorisch aus. In extremen Ausnahmefällen, z.B. einem völkerrechtswidrigen Angriff oder zum
  30. Schutz von Menschenleben, kann Waffengewalt als tragisch notwendig, aber tatsächlich als erforderlich angesehen werden. Die Forderung der
  31. Forderung Jesu folgend kann ich also selber die andere Wange hinhalten, wenn mir Unrecht geschieht. Wenn sich das Unrecht aber gegen andere
  32. richtet, kann oder muss ich dem Rat in die Speichen fallen, wie Dietrich Bonhöfer es mal formuliert hatte. Wichtig ist, militärische Gewalt darf
  33. nicht Selbstzweck sein. Sie muss rechtlich legitimiert sein, z.B. durch eine UN-Karter und sie bleibt immer ethisch problematisch, auch wenn sie für
  34. notwendig gehalten wird. Und was sagt die EKD zum Krieg in der Ukraine? In einem Beschluss hat sie sich solidarisch mit der Ukraine erklärt und
  35. erkennt das Recht auf Selbstverteidigung an. Das bedeutet, die EKD unterstützt grundsätzlich die Ukraine. Gleichzeitig mahn sie zur Begrenzung der Gewalt, zur
  36. Prüfung aller diplomatischen Mittel und zur Verantwortung. Und jetzt ist es an euch, selbst ethisch zu denken, welche Haltung ihr gegenüber
  37. der aktuellen Diskussion zur Wiedereinführung der Wehrpflicht habt oder zum Ukrainekrieg. schreibt es gerne in die Kommentare.
  38. Christliche Friedensethik ist also insgesamt mehr als nur kein Krieg. Sie soll sich auch ganz konkret in unserem Verhalten zeigen. Jesus ruft in der
  39. Bergpredigt zur Feindnisliebe und zum Gewaltverzicht auf. Das bedeutet nicht Passivität, sondern aktives Bemühen um Versöhnung.
  40. Und das heißt ganz klar, Verantwortung übernehmen, gewaltfrei handeln, aber auch Ungerechtigkeit nicht ignorieren. Frieden beginnt bei dir, aber er hört
  41. nicht bei dir auf. Nicht wegsehen und schweigen, sondern aktiv für mehr Menschlichkeit eintreten. Und an der Stelle höre ich auf. Bis zum
  42. nächsten Mal und bleib friedlich.

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