Nie wieder Krieg!? - Vortrag Prof. Dr. Wolfgang Huber - 17.04.2023 Evangelische Kirchengemeinde Eningen https://www.youtube.com/watch?v=KPphYKEAUWM Transkript (automatisch erstellt) 4:03 [Musik] [Applaus] 6:46 wie lieblich sind die boten die den Frieden verkündigen vielen Dank für eure Einstimmung heute Abend der Posaunenchor mit gewisser Verstärkung und Leitung von 6:59 Kathrin Kilian danke im Namen der vier Kirchengemeinden die diesen Abend gemeinsam veranstalten also im Namen der Eninger Ökumene darf ich sie alle 7:10 willkommen heißen bevor Professor Dr Huber zu uns spricht darf ich Ihnen unseren Referenten der extra für uns aus Berlin angereist ist 7:20 mit einigen Worten vorstellen Wolfgang Huber wurde in Straßburg geboren er wuchs wenn ich es recht weiß als jüngster von fünf Brüdern im 7:30 Schwarzwald und in Freiburg im Breisgau auf nach dem Abitur studierte er in Heidelberg Göttingen und Tübingen evangelische Theologie er promovierte 7:42 1966 und wurde 1972 habilitiert seine kirchliche Laufbahn startete er sie wissen dass vielleicht 7:54 1966 als WK in Betzingen da ja besonders 8:05 das ist gerade mal acht Kilometer von hier entfernt auf der anderen Seite von Reutlingen das schwäbische Milieu ist ihm also durchaus vertraut 8:15 schon 1973 wurde er Mitglieder der Kammer veröffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Deutschland es folgten Professoren in Marburg und 8:25 Heidelberg 1985 leitete er als Präsidentin Kirchentag in Düsseldorf 1994 Trader das Amt als Bischof der 8:36 evangelischen Kirche Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz so die heutige Bezeichnung an 2003 wurden sie zum 8:45 Ratsvorsitzenden der EKD gewählt und waren damit höchster Repräsentant von damals 25 Millionen evangelischen in Deutschland 8:55 2006 erschien das von ihnen maßgeblich geprägt Impulspapier ich habe das hier mitgebracht Kirche der Freiheit vor allem ihre Forderung nach 9:06 Leistungsbereitschaft und Qualitätsbewusstsein hat fast reflexartigen Widerspruch hervorgerufen 9:15 mit mir persönlich gefallen bis heute die in ihrem damaligen Vorwort genannten vier Leitlinien sie gefallen mir so gut dass 9:25 ich sie hier zitieren möchte die Kirche so schrieben sie braucht geistliche Profilierung statt undeutliche Aktivität Schwerpunktsetzung statt Vollständigkeit 9:39 Beweglichkeit in den Formen statt Klammern eine Strukturen Außenorientierung statt selbst Genügsamkeit 9:49 bis 2009 waren sie Bischof und Ratsvorsitzender 2010 und 2012 als er schon offiziell im Ruhestand waren sie im Gespräch als 9:58 Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten verheiratet sind sie seit dem Betzinger Zeiten mit Kara huber- 10:08 und sechs Enkelkinder heute widmen sie sich vor allem der Wertevermittlung in Wirtschaft und Gesellschaft 10:16 als digitale Mustergemeinde zu der wir vor anderthalb Jahren ausgewählt wurden interessiert uns natürlich auch ihr ich glaube das ist das neueste Buch zur 10:26 Ethik der Digitalisierung es findet sich auch hinten auf dem Büchertisch seit dem 24 Februar 2022 beschäftigt und der Ukraine Krieg der eigentlich schon 10:43 acht Jahre vorher mit der Besetzung der Krim begann seit über einem Jahr beten wir Christen aus verschiedenen Konfessionen gemeinsam 10:51 jeden Freitag für den Frieden im Winter Halbjahr sind wir immer um diesen wunderbaren Welten Leuchte gestanden seit der Zeitumstellung wieder am Termin 11:03 im Freien wie viele andere sind wir ratlos wie dieser Konflikt gelöst werden könnte 11:13 wir freuen uns sehr dass wir als Eninger Ökumene Sie Herr Professor Dr Wolfgang Huber gewinnen konnten heute zu uns zu sprechen 11:22 ihre Zeit in ihrer Zeit als Ratsvorsitzender haben sie die friedensdenkschritte EKD 11:32 maßgeblich begleitet sie gelten als ehemaliges Mitglied im Nationalen Ethikrat und im deutschen Ethikrat als eine gewichtige Stimme in 11:43 ethischen Fragen und in ethischen Streitfragen ihr Thema lautet heute nie wieder Krieg Friedensethik in der Zeitenwende 11:55 seien sie uns herzlich Willkommen wir sind gespannt was sie uns zu sagen haben [Applaus] 12:11 ja noch eins in jeder Bankreihe gibt es so Zettel und Stifte dort können Sie Fragen notieren wenn sie jetzt schon haben auch jetzt 12:22 schon aber vielleicht auch während des Vortrags und am Ende des Vortrags wird noch mal Musikstück zu hören sein und dann 12:31 sammeln wir diese Fragen ein und versuchen Sie so ein bisschen zu bündeln und unserem Referenten zum Beantworten zu geben aber jetzt sind wir gespannt 12:42 auf ihren Vortrag danke vielen herzlichen Dank liebe Herr Eisler für diese freundliche Begrüßung die in 12:51 mir tatsächlich ein Stück Heimatgefühl auch vermittelt hat in der Tat war die waren die zwei Jahre die meine Frau und ich und dann nach einiger 13:03 Zeit auch unser ältester Sohn in acht Kilometer von hier verbracht haben in Reutlingen Betzingen das können Sie sich vorstellen eine prägende Zeit sie ist 13:15 lang genug her dass ich sagen kann eine prägende Zeit für unser ganzes Leben für mich war nach dem Studium in Tübingen die Tatsache dass die 13:26 württembergische Landeskirche mich freundlich aufgenommen hat ursprünglich war ich in Baden beheimatet bis zum heutigen Tag sehr wichtig ich 13:38 gebe ehrlich und freiwillig zu dass ich seitdem mit der evangelischen Kirche in Württemberg ganz besonders nahe und dankbarer und solidarische Gefühle habe 13:51 deswegen gab es keinen Zweifel daran dass ich diese Einladung heute auch sehr gerne wahrnehmen würde 14:01 als ich von Reutlingen Bettingen aufgebrochen bin nach Heidelberg habe ich das getan weil ich an einem kirchlichen Forschungsinstitut mich 14:11 beteiligen durfte an einem Forschungsprojekt mit dem Titel der Beitrag von Theologie und Kirche zum Frieden 14:19 das war im Jahre 1968 kurz nach der Epoche machendenkschrift der evangelischen Kirche zum Verhältnis Deutschlands zu seinen östlichen 14:32 Nachbarn der sogenannten ostdenkschrift der evangelischen Kirche die bis zum heutigen Tag von manchen als der wichtigste unmittelbare Beitrag der 14:43 Evangelischen Kirche in Deutschland zur Gestaltung des Friedens angesehen wurde mit der Überzeugung dass man mit den östlichen 14:54 Nachbarn Frieden wirklich gestalten muss und das dazu gehört dass wir die Konsequenzen anerkennen die sich aus dem von Deutschland 15:09 in Gang gebrachten Zweiten Weltkrieg ergeben haben auch der Verzicht auf die Teile Deutschlands östlich von Oder und Neiße das waren die 15:21 großen Themen die die evangelische Kirche in Deutschland damals behandelt hat womit sie wichtige politische Schritte 15:29 auch mit vorbereitet hat die sich anschließend ergeben haben ich sage das auch deswegen weil es ja gar nicht so klar ist in welchen Situationen wie als 15:43 Kirche eigentlich die Möglichkeit haben auf politische Entwicklungen die friedensfördernd sind auch selber etwas 15:53 zu tun und wenn wir das auf unsere heutige Situation übertragen dann wissen wir dass wir 16:04 eingestehen müssen dass wir in dieser sehr bedrückenden Situation vor allem auch Gefühle von Ratlosigkeit entwickeln und ich glaube dass im 16:18 kirchlichen Bereich auch dafür Raum sein muss dass wir nicht von vornherein denken dass wir für alles eine Lösung haben und wenn es dann unterschiedliche 16:28 Lösungen sind dann entsteht Konflikt sondern dass wir zunächst einmal auch in Ruhe sagen und uns wechselseitig eingestehen 16:43 dass wir mehr offene Fragen als geklärte Antworten haben aber natürlich kann es bei den offenen Fragen nicht bleiben wir müssen uns auch 16:55 solidarisch beteiligen und zwar nicht nur die Kirche als Institution sondern wir als Christinnen und Christen die wir zur gleich Staatsbürgerinnen und 17:06 Staatsbürger sind und deswegen uns an der politischen Meinungsbildung auch auf diesem Weg beteiligen müssen und das angesichts einer 17:20 sehr beunruhigenden Situation zwar teile ich die Auffassung nicht 17:30 dass wir es mit dem Beginn des Ukraine Kriegs so klingt es beim in manchen Ohren zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten 17:39 Weltkriegs mit einem Krieg zu tun hätten der uns in irgendeiner Weise persönlich betrifft ich jedenfalls bin der Überzeugung dass 17:50 die Krieger auf dem Ball kam und genauso unmittelbar betroffen haben ich finde auch dass kriegerische Situationen in Syrien oder in 18:01 Afghanistan in vielen Teilen in Afrikas unserem Nachbar Kontinenten nicht gleichgültig sein können ich bin vor einiger Zeit in Ruanda gewesen wovor 18:15 unseren Augen eine der größten Völkermorde stattgefunden hat nach dem Zweiten Weltkrieg also man muss sich klar machen dass 18:27 nicht jetzt zum ersten Mal Krieg stattfindet sondern Gott sei es geklagt an vielen Orten und in großer 18:39 Zahl das 18:45 unterstreiche ich auch im Blick auf die Ukraine noch einmal unter einem anderen Gesichtspunkt die kriegerische kriegerischen Eingriffe Russlands in das 18:57 Gebiet der Ukraine haben nicht erst am 23 Februar 2022 angefangen dem ist vorausgegangen nicht nur die Okkupation 19:12 der Krim sondern auch schon militärische Eingriffe in den Bereich des Landes im Osten der Ukraine und wir müssen uns schon die Frage 19:23 stellen ob wir eigentlich die vorausgehenden die beginnenden Schritte ernst genug genommen haben 19:36 aber damit leugne ich nicht dass wir als Christen eine große Aufgabe darin haben 19:46 deutlich zu machen wie es der die erste Vollversammlung des ökumenischen Rats der Kirchen 1948 in Amsterdam gesagt hat Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein 20:00 in dem Sinn nie wieder Krieg bloß wenn wir das aussprechen müssen wir eben ganz klar sagen dass wir auch schon vor dem Ukraine Krieg und der Frage 20:14 intensiver hätten zuwenden müssen was können wir denn beitragen um Kriege zu vermeiden wie können wir dazu etwas 20:26 beitragen das gewaltfreie Beiträge zur Lösung von Konflikten eine größere Rolle spielen und häufiger auch geachtet und 20:41 eingesetzt werden mit diesen Überlegungen bestreite ich nicht dass es mir genauso ging wie 20:53 vielen dass der Angriff auf die Ukraine noch einmal eine neue Qualität hatte und das deswegen sich sehr schnell erstaunlich schnell auch die Frage 21:09 gestellt hat was wir in Deutschland was wir in Europa was wir in der westlichen Staatengemeinschaft dazu beitragen können um diesem Angriffskrieg möglichst 21:23 schnell und möglichst wirksam ein Ende zu setzen schon in den ersten Tagen nach dem Ausbruch dieses Krieges nämlich am 27 21:35 Februar 2022 hat Bundeskanzler Olaf Scholz vor dem Deutschen Bundestag die Formel von der Zeitenwende 21:46 verwendet wir erleben eine Zeitenwende und das bedeutet die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor er sprach von einer Zeitenwende in der 21:59 Geschichte unseres Kontinents die sich durch den Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine vollzogen habe daraus leitete er eine gemeinsame 22:10 europäische Verpflichtung ab er unterstrich dass die Stärke freier Demokratien auch in dieser Zeitenwende und darüber hinaus 22:21 Bestand haben muss in der Debatte nahm der 1973 geborene SPD-Abgeordnete Nils Schmidt der hier aus der Region stammt die Rede von der 22:35 Zeitenwende in der Form einer Steigerung auf es sei so sagte er nicht nur eine Zeitenwende eingetreten sondern offenbar 22:46 mehr diese Zuspitzung erläuterte er mit folgenden Worten es ist auch das Ende der Hoffnung einer ganzen Generation 22:57 die nicht von 68 und der Nachrüstungsdebatte geprägt ist sondern von der Zeitenwende 89 und dem Aufbruch hin zu unseren 23:08 osteuropäischen Partnern deshalb ist dieses Ereignis dieser Einschnitt in unserer europäische Geschichte so bitter für viele aus 23:18 meiner Generation ich habe einen Augenblick gebraucht um die Reichweite dieser Äußerung von Nils 23:27 Schmidt zu verstehen und sie ist damals in der Berichterstattung über diese Bundestagsdebatte leider auch zu sehr untergegangen 23:38 aber für mich auch biografisch von meiner eigenen Lebensgeschichte her kann ich das sehr gut nachvollziehen was Nils Schmidt da gesagt hat 23:51 wie steht es um die Hoffnung die wir mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Ost-West-Konflikts verbunden haben und das ist doch die Hoffnung die wir 24:03 gehabt haben 1989 90 wo ist diese Hoffnung geblieben soll dieser Krieg am Ende zur Folge haben dass wir einen vergleichbaren 24:15 ost-west- 1990 hatten bekommen wir eine neue 24:24 weltgeschichtliche Situation in der Blöcke sich wieder so gegeneinander stellen wie wir das nach 1945 zu lange erlebt hatten und wovon 24:37 wir meinten dass wir es 1990 überwunden hatten man muss diese Vorgänge auch einmal in diesen größeren Zusammenhang Rücken und 24:49 im übrigen dann auch den Mut haben diese Frage mit der Rolle Chinas und im Verhältnis zwischen China und Russland ins Verhältnis zu setzen und dann spürt 25:03 man das hinter diesem und zum Augenblick besonders bedrängten Krieg gleichzeitig große Fragen anstehen die die Frage aller jetzt lebenden 25:20 Generationen in unserem Land in Europa und darüber hinaus betreffen auf welche politische Zukunft gehen unsere Enkel zu 25:33 die Frage ist nicht so abwegig aber dann wird klar was auf dem Spiel steht nämlich dass wir Frieden langfristig und nachhaltig denken müssen 25:47 und dass wir in der Konflikt in dem klare Sprache notwendig ist gleichzeitig doch auch mit denken müssen wie kann man aus diesem Konflikt wieder 26:00 rauskommen so dass nicht eine nächste kriegerische Auseinandersetzung sich mit innerer Notwendigkeit daran anschließt ich habe Verständnis dafür dass 26:14 Politiker die am gegenwärtigen Konflikt unmittelbar beteiligt sind zurückhaltend sind darin solche längerfristigen Fragen zu stellen 26:26 aber insgesamt bin ich davon überzeugt dass wir diese Fragen überhaupt nicht ignorieren dürfen insofern sind wir nicht nur 26:37 mitverantwortlich dafür wie der Ukraine Konflikt ein friedliches Ende finden kann sondern wir sind auch daran beteiligt 26:48 uns zu überlegen wie kann es denn überhaupt mit dieser Welt weitergehen so dass nicht ein Krieg auf den anderen folgt 27:01 in diesen Horizont will ich will ich die Frage die uns heute Abend beschäftigt einordnen und ich will auf diesem 27:11 Hintergrund in einem nächsten Schritt etwas zu der Frage sagen haben wir als christliche Kirchen eigentlich eine eigene Position 27:27 und worin besteht diese Position die erste und in gewisser Weise elementarste 27:40 Frage die Christen still wenn sie sich mit seiner solchen Frage konfrontiert sehen ist die Frage was sagt die Heilige Schrift was sagen 27:53 das Alte und Neue Testament was sagt die biblische Überlieferung zu diesem Thema lassen Sie mich in der notwendigen kurze versuchen dazu 28:08 zwei drei Gesichtspunkte zu sagen der erste wir haben in den letzten Jahrzehnten 28:19 die große Bedeutung der biblischen Friedensbotschaft gerade auch im Blick auf den Beitrag des Alten Testaments der hebräischen Bibel 28:34 thematisiert weil sie in so eindrucksvoller Form eine Vision des Friedens dargestellt hat die für die Entwicklung in unserem 28:46 eigenen Land eine sehr große Rolle gespielt hat weil sie zusammengefasst in der Aussage des Jesaja 28:58 das Schwert hat zu klugscharen und Sperre zu winzermessener gemacht werden weil wir diese große Vision der 29:10 Umwandlung von kriegsgeräten zu Instrumenten des Friedens so eindringlich vor Augen geführt haben als dieser Grundgedanke eine Rolle große 29:25 Rolle gespielt hat bei der Vorbereitung der friedlichen Revolution im Osten Europas und im Ostteil Deutschlands und wir von daher auch eine Erfahrung 29:36 haben die sagt ja es gibt Situationen in denen die Absage an die Gewalt tatsächlich Geschichte verändern kann denn das was die christlichen 29:52 Friedensgruppen in der großen Bürgerbewegung in der DDR 1989 getan haben war dass sie sich eingemischt haben in die großen 30:03 Kundgebungen mit dem Satz nur keiner Gewalt und das hat auch Wirkung gehabt segensreiche Wirkung 30:16 von daher ist diese Botschaft des Alten Testaments von großer Bedeutung sie hat uns in den Kirchen dazu ermutigt 30:29 uns am Leitfaden des Gerechten Friedens des biblischen schalomen im umfassenden Sinn zu orientieren und zu versuchen daraus 30:41 Konsequenzen zu ziehen ist eine große Schritt nach vorne gewesen 30:50 allerdings muss man zugleich sagen dass diese alttestamentliche Vision als solche noch keine 31:03 Anleitung dafür in sich enthält wie man das denn nun machen soll Frieden organisieren ohne Gewalt deswegen 31:15 wendet sich die Frage in einem nächsten Schritt dahin ob wir eigentlich im Neuen Testament konkreteres darüber erfahren können wie 31:29 Christen sich zur Aufgabe des Friedens verhalten und da haben wir auf der einen Seite natürlich die große und großartiger 31:39 Herausforderung durch die Bergpredigt selig sind die Friedenstifter denn sie werden Gottes Kinder heißen wieder und Lieder versuche ich zu betonen 31:52 Friedensstifter heißt es da friedensmacher sogar wenn man es wörtlich übersetzt nicht etwa wie manche es übersetzen die 32:01 Friedfertigen obwohl in diesem Wort ursprünglich auch steht Frieden machen den fertigen ist ja wie alle Handwerker wissen nichts 32:11 anderes als etwas machen aber daraus ist ja in unserem Denken geworden friedfertig bedeutet die Hände in den Schoß legen und andere machen lassen so 32:21 ist es in der Bergpredigt nicht gemeint und deswegen geht Jesus in der Bergpredigt noch einen Schritt weiter und dieser Schritt ist 32:33 praktisch zu zeigen dass es Möglichkeiten gewaltfreien Handeln es gibt die die Situation verändern 32:44 Jesus wählt dafür die Form der Beispiels Erzählungen der knappen Beispiels Erzählungen und ich muss Ihnen die drei kurz in Erinnerung rufen weil sie sehr 32:57 häufig zu klischeehaft dargestellt werden 33:06 die erste heißt wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt halte ihm auch die Linke hin 33:18 wir interpretieren das immer so als dass man aufgefordert wäre auf Gewalt so zu reagieren dass man hinnimmt wenn die Gewalt noch einmal verdoppelt wird 33:32 das ist aber nicht der präzise Sinn dieser beispielsgeschichte um den zu erfassen muss man sich einen Augenblick überlegen was bedeutet das 33:44 denn wenn gesagt wird jemandem werde auf die rechte Backe geschlagen das schon zur Zeit Jesu wie bis zum heutigen Tag die Mehrheit der Menschen 33:54 Rechtshänder sind muss man davon ausgehen dass die der Schlag mit der rechten Hand gemacht wird wenn man mit der rechten Hand einen 34:07 anderen Menschen schlägt dann schlägt man ihm als mit dem rechten Hand auf die rechte Seite schlägt dann schlägt man ihm mit 34:18 dem Handrücken auf die Backe ja hier ist meine rechte Hand der andere steht mir gegenüber seine rechte Backe 34:27 erreiche ich nur wenn ich ihn so schlagen das galt schon in biblischen Zeiten als ehrenrührige Handlungsweise 34:38 wenn einer das macht dann halte ihm wenigstens die Linke hin damit er wenigstens dran denkt wenn schon schlagen dann mit offener Hand mit 34:46 offenem Visier sozusagen ehrlich von Mensch zu Mensch also die Gewalttat durch eine überraschende Reaktion überwinden 34:58 nämlich denk doch mal nach was du tust wenn schon dann mach es mit offener Hand die zweite beispielsgeschichte handelt davon dass 35:13 jemand der Schulden hat von seinem Gläubiger aufgefordert wird die Schulden zu 35:26 begleichen er kann es nicht daraufhin nimmt der Gläubiger das Kostbarste was der arme Menschen noch 35:36 hat nämlich seinen Mantel er tut damit etwas was er überhaupt nicht darf denn 35:45 in den Mittelmeerländern mit ihren kalten Nächten braucht man den Mantel nicht nur um Tags umher zu gehen sondern zugleich als Decke um sich nachts vor 35:59 der Kälte zu schützen der Gläubiger macht etwas was wir heute als menschenrechtswidrig ansehen würden 36:09 die Menschen vor dem Menschen den elementarsten schützen und der Rat geht dahin zeige ihm die Absurdität seines Handelns 36:22 in dem du noch einen Schritt weiter gehst gib ihm dein Kleid dein Kleidungsstück zeig ihm dass er dich praktisch nackt 36:34 dahin stellt damit er sein Verhalten versteht und verändert 36:42 und die dritte Beispiels Erzählung die Jesus wählt ist die Situation zwischen einem Israeliten und Soldaten Soldaten der 36:54 römischen Besatzungsmacht der nutzt den Israeliten zu spannendsten aus 37:06 so gefordert wird er soll das Gepäck des anderen tragen hat mehrere Möglichkeiten wie er sich verhalten kann er kann versuchen sich dem zu verweigern mit 37:19 allen Risiken die er da läuft in der Auseinandersetzung mit der römischen Besatzungsmacht er kann seine Beteiligung auf das 37:28 Minimum reduzieren also eine Meile mitgehen dann kann der sich nicht beschweren schweigend und grimmig neben ihm 37:38 hergehen und dann sagen hier hast du deine Sachen wieder oder in sozusagen zu überrumpeln 37:48 indem er nicht nur eine Meile sondern zwei ja sogar drei Meilen mit ihm geht ihn zu überraschen und was liegt näher als das aus dieser 37:59 Überraschung ein Gespräch entsteht etwas Neues entsteht Versöhnung möglich wird das sind die drei Beispiele 38:12 die ich außerordentlich spannend aus der Situation der damaligen Zeit heraus entwickelt finde und die klar machen dass Jesus in der Bergpredigt nicht 38:25 wie es immer gesagt wird ein abstraktes Prinzip der Gewaltlosigkeit den Menschen vor Augen stellt sondern er zeigt dass 38:37 Gewaltlosigkeit möglich ist und dass die Situation zu verändern vermag also nicht ein allgemeines Prinzip der Gewaltlosigkeit sondern der konkrete 38:51 Vorrang der Gewaltlosigkeit vor allen Mitteln der Gewalt aber unter dem Gesichtspunkt dass diese Gewaltlosigkeit auch etwas bewirkt 39:03 das führt schließlich zu der Frage ob eigentlich diese Einladung zur Gewaltlosigkeit so wichtig sie ist 39:15 so beeindruckend ihre geschichtlichen Wirkungen sind der beste Leser der Bergpredigt Jesu war der Hindu Mahatma Gandhi der auf seine 39:28 Weise gezeigt hat dass Gewaltlosigkeit die Situation wirklich verändern kann man nehme das Beispiel des salzmarsch mit dem man hat man dann die auf absolut 39:41 friedliche Weise das britische Salzmonopol durchbrochen und damit den Anfang zur Befreiung Indiens von der Kolonialherrschaft 39:53 Englands gesetzt hat und es kein Zufall übrigens dass Dietrich Bonhoeffer den wir auch kennen als einen Anwalt der Gewaltlosigkeit 40:03 außerordentlich viel Gewicht darauf gelegt hat dass er damit nicht einen abstraktes Prinzip meinte sondern eine konkrete Situation in der man hier mit 40:13 auch wirklich etwas bewegen kann das führt zu der Frage ob eigentlich im Neuen Testament andere Situationen 40:26 in den Gewaltlosigkeit möglicherweise nicht das erbringt was man erhofft ob das Neue Testament auch andere Hinweise dafür bekommt dass die 40:42 Bändigung der Gewalt möglicherweise auch auf andere Weise zu Wege gebracht wird bleiben wir auch an diesem Punkt bei den 40:55 Aussagen und Hinweisen Jesu dann haben wir jedenfalls zwei die ein gewisses nachdenken aber rufen durften das eine ist das berühmte der berühmte 41:09 Satz gibt im Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist ein vorbehaltloses ja zur 41:22 politischen Herrschaft die auch damals die Eindämmung von Gewalt gegebenenfalls mit den Mitteln der 41:35 Gewalt vorgesehen hat und es gibt wieder Heidelberger neue testamentler Tyson 41:47 deutlich gemacht hat darüber hinaus bei Jesus und auch an anderen Stellen des Neuen Testaments erstaunliche Beispiele für die 41:59 Anerkennung des Soldaten Berufs der Hauptmann von Kapern um wird nicht weggeschickt mit seinem Wunsch dass ein Kind wieder 42:13 gesund gemacht wird der Hauptmann Kornelius in der Apostelgeschichte ist der erste Mensch außerhalb des jüdischen Volkes der zum 42:24 Christen getauft wird da wird natürlich nicht kritiklos Verhalten gut geheißen aber es ist wichtig 42:37 zu sehen dass politische Herrschaft mit der Aufgabe Gewalt zu bändigen 42:51 dass diese politische Herrschaft bejaht wird aber es gibt einen Horizont der als drittes schließlich genannt werden muss 43:02 in einem Geist und in einer Atmosphäre die vom Gebot der Feindesliebe geprägtes jesus sagt das deutlich genug der 43:16 Apostel Paulus sagt es ausdrücklich an der Stelle an der er zugleich ähnlich wie Jesus gibt im Kaiser was das Kaisers ist und Gott was Gottes ist die 43:27 politische Herrschaft bejaht und ihre Pflicht für Recht und Ordnung zu sorgen bestätigt aber genau im selben 43:37 Zusammenhang das Gebot der Feindesliebe als ein besonderes christliches Gebot in den Vordergrund stellt 43:48 was lehrt uns das dieser wie ich zugeben muss sehr bedrängte aber vielleicht doch nicht unwichtige Blick darauf was wir aus den biblischen Texten lernen können 44:03 das Leitbild des Friedens die Vision des Friedens als die bestimmende Aufgabe den Vorrang der Gewaltfreiheit vor allen 44:14 Mitteln der Gewalt die Orientierung am Gebot der Feindesliebe auch im Konflikt aber zugleich 44:26 die politische Aufgabe Mittel zur Verfügung zu stellen die Gewalt eindämmen und beenden können wir haben also schon in der biblischen 44:40 Tradition eine komplementäre Verhältnisbestimmung zwischen dem 44:50 Vorrang der Gewaltfreiheit und der Anerkennung dessen dass die politische Herrschaft zur Bändigung der Gewalt im äußersten Notfall auch selbst 45:06 Gewalt einsetzen kann die evangelische Kirche in Deutschland hat 45:21 aus dieser Komplementarität innerhalb der christlichen Friedensethik eine Folgerung gezogen in ihrer 45:32 friedensdenkschaft von 2007 dass sie gesagt hat wir müssen uns die Fragen in denen es äußersten falls zum 45:47 Einsatz von Gewalt um des Rechts und des Friedens willen kommen kann im Zusammenhang anschauen und sie ethisch gemeinsam beurteilen 46:02 vier solche Fälle werden unterschieden ich gehe mal von vom kleineren zum größeren vor das kleinere 46:18 obwohl in der Situation des Einzelnen ist die Situation der Notwehr 46:30 die Situation der Notwehr ist daran gebunden dass jemand bedroht wird lebensgefährlich bedroht wird und dass er die Möglichkeit sieht und auch von 46:42 ihr Gebrauch macht dem durch gegen Gewalt ein Ende zu machen es ist allgemeiner moralischer Konsens dass das zwar ein 46:55 bitterer Konflikt ist aber niemanden würde man deswegen verurteilen weil er eine solche Notwehrhandlung begangen hat und niemandem würde man man unterstellen 47:07 dass er überhaupt keinen Sinn für den Vorrang der Gewaltfreiheit hat wenn er in einer solchen Situation der Notwehr oder der Nothilfe etwas anderes getan 47:18 hätte und in diesem Fall gilt der 47:26 berühmte Satz Dietrich Bonhoeffers der im Gefängnis die Situation beschrieben hat wenn ein Autofahrer auf dem Kurfürstendamm in 47:40 Berlin auf den Bürgersteig fährt und Fußgänger zu gefährden gefährdet dann kann ich als 47:50 Pfarrer nicht daneben stehen und anschließend die Toten beerdigen sondern da muss ich versuchen dazwischen zu kommen und der Sache ein Ende zu machen 48:03 ich hatte sehr berührt dass vor einem Jahr in Berlin am Kurfürstendamm sozusagen genau an der von dietrich-bonhoeffer beschriebenen Stelle 48:12 genauso ein Fall eingetreten ist und niemand war da der helfen konnte oder zu helfen wusste und eine hessische Schulklasse ist der größte Lebensgefahr 48:25 gekommen und es hat Verletzte und Tote gegeben das ist die Situation von Notwehr und Nothilfe 48:37 die nächste Situation ist die Situation der Polizei Polizisten sind bewaffnet und wir halten es für richtig dass sie 48:50 bewaffnet sind die Benutzung der Waffe ist strengen Regeln unterworfen und es gibt bisweilen sehr belastende und schwierige Prozesse 49:04 gegen Polizisten darüber ob sie ihre Waffe in rechtmäßig eingesetzt haben oder nicht also ganz klar die Aussage nur als 49:17 äußerstes Mittel darf es eingesetzt werden aber wir haben keine größere Diskussion in diesem Land darüber dass Polizisten Waffen tragen und dass sie in 49:31 schwierigen Situationen diese Waffen auch einsetzen 49:40 dann haben wir als drittes die Situation des Staatsstreichs der Diktatur wir wissen wie schwierig es ist eine solche Situation mit Gewalt zu beenden 50:02 und wir haben alle das misslungene Beispiel das missglückte Beispiel des 20 Juli 1944 vor Augen 50:13 aber ich habe immer auch vor Augen wie viele Menschen leben gerettet worden wären wenn dieser 50:23 Staatsstreich etwas bewirkt hätte wenn diese dieser Widerstand zum Erfolg gekommen wären Millionen von Menschen die in den 50:36 letzten Kriegsmonaten also nach dem 20 Juli 1944 ums Leben gebracht worden sind und die Denkschrift der Evangelischen Kirche in 50:52 Deutschland sagt wir müssen die militärische Gewalt in diesen Zusammenhang einordnen und unter dem gleichen Kriterium nämlich einer der 51:05 Einsatz von Gewalt zur Wiederherstellung des Rechts zur und das heißt dass der Einsatz von Gewalt als äußerste Mittel zur Beendigung der 51:20 Gewalt das ist in der Linie dieser vier Beispiele das Ergebnis also auch wieder eine Komplementarität 51:33 die den klaren Vorrang der Gewaltlosigkeit festhält die den Einsatz der Gewalt nur als äußerst 51:44 Notfall nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und klar unter dem Gesichtspunkt dass es zum Frieden führen kann und soll eingesetzt wird 51:58 das ist die das Ergebnis dieser dieser Denkschrift der EKD 52:08 um Gottes Frieden beten für gerechten Frieden sorgen und ich glaube wir sind mit diesem dieser Entscheidung diese vier Formen 52:19 von Gewaltanwendung nach ein und denselben ethischen Kriterien zu behandeln sind wir einen entscheidenden Schritt weitergekommen 52:31 und mein Vorschlag heißt das was wir gegenwärtig im Zusammenhang der Ukraine Kriege Krise erleben und das Kriegs erleben auch tatsächlich in diesem 52:43 Zusammenhang also die Komplementarität christlicher Friedensethik anzuwenden 52:53 dafür ist es notwendig dass die Gewaltlosigkeit eine Stimme hat und deswegen sage ich mit großer Klarheit und großem Nachdruck dass es in 53:06 unserer Kirche diejenigen gibt die dafür eintreten das Wege gesucht werden auch diesen Konflikt ohne Gewalt zu beenden hat meine 53:21 Unterstützung doch jeder der für sich selbst daraus ableitet ich beteilige mich nicht an Gewaltanwendung und ich befürworte es 53:34 nicht das Waffen in die Ukraine gegeben werden dessen persönliches Zeugnis ist wichtig und doch muss er sich fragen 53:47 ob er dies zum zur Leitlinie des politischen Verhaltens eines ganzen Landes machen kann 54:01 und ob er die Tatsache dass militärische Gewalt angewendet wird im Unterschied zu den drei anderen Beispielen die ich genannt habe damit 54:12 beantwortet dass er sagt ja da wird Gewalt angewendet aber ich beteilige mich nicht an dem Versuch dieses diese Gewalt auch wieder zu beenden 54:25 das ist ein schwieriges Argument an man denn man kann auch immer sagen die der Einsatz von gegen Gewalt führt nicht immer mit verlässlicher 54:37 Gewissheit dazu dass dadurch die Gewalt auch wirklich beendet wird sondern es kann auch dazu führen dass der Krieg sich verlängert und an Grausamkeit 54:46 gewinnt das ist eine politische Abwägung bei der unterschiedliche Stimmen auch Ihr Gewicht halten ich will nur sagen die 54:57 persönliche Entscheidung auch in einer solchen Situation für sich selber einen prinzipiellen Gewalt Verzicht zu vertreten 55:07 bedeutet nicht automatisch dass man sagt das ist auch die nachvollziehbare praktikable dann auch von der Mehrheit einer Bevölkerung mitgetragene 55:18 parlamentarisch abgesicherter Handlungsweise eines ganzen Landes wenn ich die Situation im Blick auf die Ukraine richtig einschätze 55:31 dann ist meine persönliche Überzeugung dass folgende folgender 55:40 Grundsituation da war wir haben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 55:50 mit der Gründung der Vereinten Nationen und mit ihrer Karte eine völkerrechtlich neue Situation bekommen 56:02 das neue an dieser völkerrechtlichen Situation besteht darin dass das internationale Völkerrecht den Staaten untersagt hat 56:15 politische Interessen Erweiterung des eigenen Staatsgebiets Beseitigung einer Regierung in einem anderen Land 56:30 Eingriff in die in einem anderen Land vorhandenen wirtschaftswirtschaftsgüter 56:40 dass das alles schlechterdings verboten ist eine absolute Ächtung 56:48 der Verwendung militärischer Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele das ist die große Botschaft nach den Schrecken in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts 57:01 und nach dieser Klarstellung folgt wenn ein Staat diese 57:10 diese Verpflichtungen nicht wahrnimmt wenn er gegen diese klare völkerrechtliche Regelung verstößt gibt es selbstverständlich 57:22 ein individuelles wie kollektives Selbstverteidigungsrecht also begründungspflichtig ist der Angriff 57:35 und für ihn gibt es keine rechtliche Begründung denn er ist rechtlich geächtet begründungspflichtig ist dagegen nicht 57:45 sondern selbst evident in der Denkweise der Kater der Vereinten Nationen dass wenn jemand so angegriffen wird es ein selbstverständliches Recht der 57:58 Selbstverteidigung individuell wie Kollektiv gibt das führt ja auch dazu soweit ich die deutsche Debatte richtig verfolge dass 58:10 nur wie relativ wenig Leute sagen die Ukraine hätte kein Selbstverteidigungsrecht 58:19 sondern unsere Debatte konzentriert sich auf die Frage gibt es eine 58:28 eine Pflicht gibt es eine recht diese Selbstverteidigung der Ukraine mit Unterstützung durch Waffen zu stärken das ist unsere hauptdiskussion gewesen 58:44 und dabei sind zwei Argumente in den Vordergrund gerückt worden die einen waren pragmatisch und haben gesagt also es wäre besser wir würden uns nicht 58:53 daran beteiligen dann wäre das Risiko dass wir irgendwas hineingezogen werden für uns geringer also sozusagen ein ganz nationaler 59:04 Gedanke wir ziehen Gefahren auf uns indem wir andere unterstützen und die andere Argumentation die gesagt 59:14 hat ja dass es westliche Länder wie Frankreich und andere gibt die die Ukraine unterstützen das kann man ja verstehen und auch vertreten aber für 59:29 uns in Deutschland gelten andere Regeln denn wir haben durch Waffengewalt so viel Unglück auf dieses auf diese Welt gebracht dass 59:43 wir ein für alle Mal mit Waffen eigentlich gar nichts zu tun haben sollten 59:52 ich finde an dieser Argumentation freimütig gesagt haben schwierigsten dass die Waffenlieferung durch andere befürwortet wird 1:00:07 und die Beteiligung des eigenen Landes abgewiesen wird und zwar mit einer Begründung die sich bezieht auf die Anwendung von Waffen durch unser 1:00:23 Land die ein Willkürakt genau ein Willkürakt war und genau in denjenigen Ländern oder auch in demjenigen Land viele Menschen 1:00:35 Leben gekostet hat die jetzt um ihre Freiheit und ihr Leben kämpfen deswegen bin ich selber davon überzeugt die Debatte muss bei uns kritisch 1:00:48 geführt und kritisch weitergeführt werden aber dass wir eine sonderethik für Deutschland einführen die aus dem Einsatz von Waffen 1:01:03 in früherer Zeit herleitet dass wir deswegen jetzt zum Schutz derselben Menschen die damals unter deutschen Waffen gelitten haben 1:01:14 das jetzt zu deren Schutz nicht mehr dasjenige getan werden darf was von einem erheblichen Teil der Weltgemeinschaft als notwendig angesehen 1:01:26 werden kann es ändert nichts daran dass ich für die persönlichen Entscheidungen die dahinter 1:01:33 stehen große Respekt habe ich halte fest an der Notwendigkeit der 1:01:45 komplementären Friedensethik die 1:01:53 ihren wichtigsten Ausdruck darin gefunden hat dass wir innerhalb dieser Friedensethik die 1:02:03 Problematik jedes militärischen Einsatzes dadurch unterstrichen haben dass wir nicht mehr wie das in früheren Jahrhunderten der Fall war von einem 1:02:15 gerechten Krieg reden die Behauptung es gäbe einen gerechten Krieg wird in der evangelischen Friedensethik nicht mehr vertreten das 1:02:26 einzige was gerecht sein kann ist ein gerechter Frieden und die Aufgabe die in diesem Zusammenhang 1:02:37 militärischen Einsätzen allenfalls zukommen kann wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt ist die Voraussetzung dafür zu schaffen 1:02:47 das gerechter Frieden möglich wird aber nicht für die Gewalttaten als solche die im Krieg Geschehen in Anspruch zu nehmen dass 1:02:58 diese Gericht wären diese Unterscheidung muss glaube ich eine Lehre aus der Kriegsgeschichte der Neuzeit bis in unsere Gegenwart hinein sein 1:03:13 lassen sich die Fragen die mich beschäftigen auch persönlich sehr beschäftigen am Schluss noch mal an einem biblischen 1:03:27 Zusammenhang verdeutlichen den ich bisher ausgespart habe ich habe nicht über die Frage geredet welches Gebot 1:03:40 oder welche Bedeutung das Gebot du sollst nicht töten für die Zusammenhänge hat die uns beschäftigen viele 1:03:54 leiden aus dem Gebote sollst nicht töten mit guten Gründen ab es sei dem Menschen verwehrt gegenüber anderen Menschen Gewalt auszuüben 1:04:10 das Gebot ist aber nicht wirklich Aussage stark im Blick auf die Frage was ist denn wenn jemand vor mir steht an dem Gewalt geübt wird 1:04:23 sagt dann das Gebot du sollst nicht töten dass ich das geschehen lassen soll sie haben an den vier Beispielen die ich vorher verwendet habe 1:04:33 gemerkt dass es da eine Aporie gibt in bonhoeffersdeutung war er mit schuldig wenn er einfach nur dabei stand 1:04:45 und hat daraus den Konsequenz der Beteiligung am Widerstand gezogen was ist mit dem der dabei steht und sieht wie Menschen leben 1:05:03 zu Ende gehen weil niemand eingreift muss man nicht das Gebote sollst nicht töten auch im dem Sinn verstehen dass es das Gebot einstellt einschließt du 1:05:19 sollst nicht töten lassen du sollst es nicht einfach hinnehmen das andere getötet werden 1:05:32 unabhängig davon dass wir für sich selbst diese Bevölkerung zieht das er sagt nein ich kann das nicht auch wenn ein anderes menschliches Leben 1:05:42 in Gefahr ist kann ich nicht dadurch dass ich ein weiteres menschliches Leben in Gefahr bringe dieser Sache ein Ende machen noch einmal wäre so denkt hat 1:05:54 Respekt verdient aber als eine politische Linie die ein ganzes Volk sich zu Eigen macht 1:06:08 hat man dann doch gewisse Zweifel und fragt sich muss dieses Gebot du sollst nicht töten lassen doch einschließen dass man Vorkehrungen 1:06:20 dagegen trifft dass Menschen getötet werden dass man nach eingreifmöglichkeiten sucht um dem ein 1:06:30 Ende zu machen und bei aller bewussten Bejahung dass dabei gewaltfreie Mittel denn Vorrang haben 1:06:41 und das von denen im Ukraine Konflikt tatsächlich leider nicht die Rede ist daraus doch nicht schließen kann dass sie auf diese Unterstützung ganz 1:06:56 verzichtet wird ich sag das auch deswegen weil ich in dieser Debatte 1:07:05 einfach auch ein Stück weit um Respekt vor für diejenigen werden möchte die den schwierigen Weg den und zu sagen ja ich 1:07:18 beteilige mich an dem Versuch es nicht zuzulassen dass Menschen getötet werden und ich sehe dabei auch 1:07:31 die Aufgabe einer Verteidigungsmöglichkeit meines eigenen Landes als einen Beitrag dazu an 1:07:43 und Beja das auch dann wenn ich mich selber daran nicht beteilige weil ich mich selbst anders Gebot der Gewaltlosigkeit gebunden fühle 1:07:56 müssten wir nicht gerade auch in einer so bedrängenden Situation wie wir sie jetzt erleben darin auch ein Stück ins Freie gehen können dass wir diese 1:08:06 wechselseitigen Überzeugungen diese komplementären Überzeugungen wechselseitig mit Achtung anschauen und dabei die politischen Aufgaben um die es 1:08:18 geht mit einem zu beziehen in unsere persönlichen Überzeugungen die uns zur gegebenenfalls zum Gewaltverzicht 1:08:30 selbst veranlassen dies alles noch einmal und zum Schluss gesagt unter der Perspektive dass wenn es wie jetzt 1:08:41 in der Ukraine leider zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung kommt auch da nicht die Rede von einem gerechten Krieg sein kann sondern 1:08:52 gerecht nur der Frieden sein kann der hoffentlich hoffentlich auf diesen Krieg eines nicht zu fernen Tages kommen möge herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit 1:09:07 und ihr zuhören ich bin gespannt auf die Fragen und das Gespräch [Applaus] 1:09:24 während du Musik schafe können sicher Weiden sammeln wir Ihre Fragen ein wenn sie die in Richtung Gang Mitte durchgeben dann können wir sie 1:09:36 einsamen und dem Referenten weiterleiten [Musik] [Applaus] 1:10:06 [Musik] Professor Dr Huber fiel in herzlichen Dank schon mal für den ersten Teil sage 1:14:39 ich mal für die Ausführungen ich fand das sehr spannend noch mal deins Alte Testament und eine Neue Testament zu gehen vor allem auch mit der bergpredig 1:14:48 und auch da sind nachher einige Fragen noch dabei vielen Dank schon mal auch an sie alle und für die Fragen die sie gestellt haben 1:14:58 ich würde mal mit ein paar gleich mit großen Fragen beginnen wann kann es zufriedensverhandlungen kommen im Ukraine Krieg 1:15:10 da haben wir morgen ja 1:15:23 sie verstehen schon die natürlich müssen Friedensverhandlungen kommen so schnell wie möglich keiner von uns weiß 1:15:36 an welchen Stellen mit welchen Kanälen unter welchen Mitwirkungen es Versuche gibt dafür Voraussetzungen zu schaffen es ist ja wahrscheinlich 1:15:49 zwar irgendwie grundsätzlich nicht erfreulich dass es Geheimverhandlungen gibt aber in so einem Fall ist es auch unvermeidlich 1:16:02 insofern wird auch keiner von uns wissen was es gibt wann und wie ja was soll ich sagen China sich vielleicht doch mal dazu 1:16:14 herbei lässt den den Beitrag zu leisten den man eigentlich gerade von diesem Land gegenwärtig erwarten müsste aber das jetzt mal von mir ein bisschen 1:16:25 freihändig gesagt uns nur klar dass ich da nur etwas gelingen würde wenn es nicht gleich am nächsten Morgen in allen sogenannten sozialen medienstunde 1:16:38 eine eher schnelle beantwortete wahrscheinlich was war die vierte Einschränkung ihrer komplementären 1:16:45 Friedensethik einmal kurz zurück also meinen sie mit den vier mit den vier meinen sie damit die vier Elemente 1:16:57 die ich Unterschieden habe nämlich nur Notwehr und Nothilfe Polizei Staatsstreich 1:17:08 kriegerischer Konflikt das sind die vier vielen Dank und die Frage was verstehen sie unter gerechtem Frieden ich stanne Kompression möglich 1:17:22 ja da ist eine Kommunikation möglich die aber dann immer noch ganz schön allgemein ist gerechter Frieden ist zunächst ein Frieden der auf 1:17:31 Recht gegründet ist das ist die erste Dimension also ein gerechter Frieden setzt voraus dass recht 1:17:42 herrscht und deswegen ist die Aufgabe von des Einsatzes von Gewalt dort wo es nötig ist konsequent daran bemessen dass es dem Recht dient und des gebrochene 1:17:58 recht wieder herstellt das ist also die die erste Dimension die zweite Dimension ist die Dimension einen Fried eine Situation 1:18:11 herzustellen die durch Gewaltfreiheit bestimmt ist also Frieden bedeutet das eine Situation die durch Gewalt geprägt ist abgelöst wird durch eine Situation 1:18:24 in der die Gewalt durch das Recht lebendigt ist die dritte Dimension des übernehme ich jetzt einfach aus der 1:18:35 friedensdenkschrift der EKD diese Dimensionen die dritte Dimension ist die Dimension der Freiheit also das Menschen selber über ihr Leben 1:18:47 verfügen und dass diese Freiheit eine gleiche freiheit ist das heißt dass sie dann Anforderungen der Gerechtigkeit genügt und das vierte ist die Wahrung 1:18:59 und Achtung kultureller Pluralität also die Fähigkeit das Menschen die verschieden sind dass die im Frieden gewaltfrei 1:19:12 unter den Bedingungen eines gemeinsamen rechts miteinander leben 1:19:19 Dankeschön eine Frage die ein Stück weit würde ich sagen daran anschließt allerdings von der Gegenseite und zwar Putin sagt er fühle sich durch den 1:19:30 Westen beschränkt also eingeschränkt letztendlich deshalb muss er sich wehren was wäre hier ihre 1:19:40 ihre Gedanken dazu also der erste Gedanke den ich jetzt bin ich das höre dazu habe er hängt zusammen 1:19:51 mit dieser Friedensgespräche Friedensverhandlungen zusammen wenn Putin sich eingeschränkt fühlt dann soll er einen Versuch machen 1:20:02 zivilisiert über diese Einschränkungen mit den anderen Beteiligten zu reden also ich wäre sehr daran interessiert irgendwie einen Weg zu suchen um diese 1:20:13 seine Behauptung zum Thema eines Gesprächs mit ihm zu machen und das führt natürlich an den Punkt dass ja ich ja schon erwarten muss dass wenn 1:20:28 ich das sage dass dann irgendwo steht Huber hält Putin für einen respektablen Gesprächspartner und das ist doch nicht vereinbar damit dass er 1:20:39 einen absolut illegitimen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen hat von allem anderen 1:20:47 abgesehen dass alles ist mir sehr wohl bewusst wenn ich das sage und trotzdem finde ich sollte man Wege suchen dass eine solche Behauptung von ihm nicht 1:20:59 einfach ohne Diskussion und sei es dass man mit Herrn Labor auf darüber sprechen oder sonst irgendetwas macht also ich bin jetzt nicht der diplomatie-experte 1:21:08 dass ich Ihnen die Lösung die Idee dafür sage aber eigentlich muss es eine muss es eine geben und es ist vernünftig auch von unserer Seite dass 1:21:19 wir uns nicht so verrennen das es überhaupt keine Möglichkeiten mehr gibt eine Veränderung der Situation auch der der emotionalen 1:21:32 Situation herbeizuführen danke eine Frage ja ich stelle sie wieso hat Europa dazu 1:21:43 eingeladen Balkanländer in die NATO aufzunehmen schwierig zu beantworten in dem Moment 1:21:53 also ich nehme ja nicht anders da jetzt dahinter steht sozusagen ein genereller also eine generelle Herabstufung der Balkanländern zu Ländern zweiter Klasse 1:22:03 das vermutlich nicht hinter der Frage sondern dass die Erweiterung der NATO politisch mit im Blick haben muss das 1:22:16 natürlich Putin daraus ein Argument der Einführung macht obwohl es klar sein muss dass die NATO 1:22:26 eine reine defensiv vereinbar Veranstaltung ist und nach ihren eigenen Regeln überhaupt nur eingreifen darf wenn ein NATO statt 1:22:36 angegriffen ist und das ja auch im übrigen so konsequent betreibt das niemand von uns sagt die NATO solle oder durfte in diesen Ukraine Krieg 1:22:47 einbezogen werden und dass wir in der gegenwärtigen Situation einen Beitrag dazu leisten dass möglichst viele potenziell 1:22:58 Betroffene dagegen geschützt werden dass sie selber zum Gegenstand eines kriegerischen Angriffs werden haben wir ja daran gezeigt dass wir bereit sind 1:23:09 Finnland und Schweden in die NATO aufzunehmen da Wolle gefärbte neutrale die in der jetzigen Situation um diese Aufnahme 1:23:21 gebeten haben und nach denselben Regeln müssen natürlich auch bei Balkanstaaten die Möglichkeiten bestehen das zu prüfen der will ich jetzt gar nicht über das 1:23:32 Ergebnis spekulieren aber das die Situation in der wir jetzt sind ganz Europa betrifft und nicht nur Teile 1:23:42 davon und je näher diese Teile an Russland sind desto dringender sind sie auch beteiligt das muss man ja ganz nüchtern sehen 1:23:51 eine persönliche Frage noch mal wie stehen Sie zu der Friedensinitiative von Margot Käßmann ehrlich gesagt kenne ich eine 1:24:01 Friedensinitiative von Margot Käßmann nicht ich kenne ihre persönliche Meinung dazu auch so wie sie sie bei der letzten Kundgebung in Hannover vorgetragen hat 1:24:13 das daraus eine Friedensinitiative im politischen Sinn des Wortes irgendwo herausleuchtet ist mir nicht deutlich geworden dann habe ich es vielleicht 1:24:21 übersehen jedenfalls kann ich die Frage nicht beantworten danke wir nennen uns Schwestern und Brüder auf beiden Seiten der Front gibt es Christen 1:24:34 und Kirchen wie können wir damit umgehen das ist ein ja das das Stichwort wird zu Recht schon gewann das ist angesichts 1:24:49 der Rolle der russisch-orthodoxen Kirche ein Riesenproblem 1:24:59 ich hatte gehofft dass die Vollversammlung des ökumenischen Rats der Kirchen im vergangenen September hier ganz in der Nähe in Karlsruhe dazu 1:25:11 etwas wirklich wegweisendes sagen würde ich sag's mal zugespitzt so dass einzig 1:25:24 wegweisende war die Auftritt Antritts die die Eröffnungsrede des Bundespräsidenten Frank-Walter 1:25:33 Steinmeier der darauf hingewiesen hat welches Unglück entsteht wenn [Musik] 1:25:42 christliche Kirchen ihren eigenen Glauben missbrauchen um Gewalt und Unfrieden zu verbreiten 1:25:54 und er hat das in dieser Rede an unserem eigenen deutschen Beispiel illustriert nämlich darin dass aus Gründen des Glaubens 1:26:07 Jüdinnen und Juden von Kirchen und Christen diskriminiert wurden bis dahin das Christen meinten es sei vorstellbar dass man die Nürnberger Prozesse bejaht 1:26:20 als Christ und hat gesagt daraus müssten wir doch lernen und es ist so 1:26:30 viel zu wenig auch bei uns darauf geachtet worden ist dass es ein Manifest von orthodoxen russisch orthodoxen anderen 1:26:42 also anderen orthodoxen mit Christen aus der ganzen Welt gegeben hat bereits im März des vergangenen Jahres die gesagt haben warum die Unterstützung 1:26:57 von Putin durch die russische orthodoxe Kirche Blasphemie ist Blasphemie nämlich weil aus Gründen des 1:27:08 Glaubens Menschen unterschiedlichen Klassifizierungen zugeordnet werden genau das was wir in unserer eigenen Geschichte mit den Juden getan haben und 1:27:20 zwar in dem Ihnen das Selbstbestimmungsrecht weggenommen wird auch mit der Begründung das doch durch die Taufe des 1:27:33 dies alles ein einziges Volk ist das nach ein und denselben politischen Regeln geleitet werden muss und das ein und derselben Kirche nämlich der 1:27:46 russisch orthodoxen Kirche unter der Leitung des von Cyprian nein für Kyrill Entschuldigung 1:27:58 geleitet wird dies ist Häresie weil es von von der gleichen Würde aller Menschen absieht weil es 1:28:10 davon absieht dass es keine kein Recht dazu gibt man kann noch Südafrika als ein anderes Beispiel dafür in Erinnerung rufen wie um zu zeigen wie 1:28:21 weit verbreitet es ist aus Gründen des Glaubens Menschen zu solche erster zweiter Klasse zu erklären solche die ein Selbstbestimmungsrecht 1:28:30 haben und andere die es nicht haben und das ist auch in der Vollversammlung des ökumenischen Rats der Kirchen Karlsruhe überhaupt nicht aufgenommen worden 1:28:40 sondern er war der die Entscheidung dazu war geprägt von ökumenisch Ökumene politischem 1:28:51 ja ich gebe zu dass auch Ökumene dann und wann was mit Diplomatie zu tun hat sonst wäre manches auch nicht zustande gekommen will ich gar nicht ignorieren 1:29:02 aber ein an einer Stelle an der es um das christliche Bekenntnis geht in der es darum geht dass Häresie auf dem Spiel steht mit 1:29:15 eminenten politischen Folgen dass man da dann einfach nur sagt naja uns irgendwie durch das geht nach meiner Meinung nicht und deswegen war ich über 1:29:27 diesen Vorgang betrübt traurig sehr traurig in diese Richtung ich lese trotzdem noch gingen auch zwei Fragen die eine eben 1:29:43 kann die weltweite ausdrücklichem einschließender russisch-orthodoxen Kirche einen Beitrag zu Beendigung des Konfliktes beitragen 1:29:53 ausschließen also man kann darüber ja 1:30:01 sich lange Gedanken machen ob die Mitgliedschaft und die weitergeführte Mitgliedschaft der russischen orthodoxen Kirche im rumänischen Rat der Kirchen 1:30:13 die Möglichkeiten Tacheles miteinander zu reden stärkt oder schwächt und da kann ich schon diejenigen verstehen die sagen also wenn 1:30:25 sie drin sind hat man mehr Möglichkeiten mit ihnen zu reden als wenn sie draußen sind nur hätte man trotzdem nach meiner Meinung ein klares Zeichen dafür setzen 1:30:35 müssen dass man bereit ist öffentlich mit ihnen Tacheles zu reden und deswegen bin ich der Meinung die Chance dazu ist in hohem Maß dadurch 1:30:45 verspielt dass man in Karlsruhe so diplomatisch geredet hat mit Verlaub gesagt beinahe ist es das erste Mal dass eine 1:30:56 vollversammlungserklärung vor allem diplomatisch sein soll die soll doch das jedenfalls die Art von Ökumene gerade auch von vom 1:31:08 Ökumenischen Rat der Kirchen mit der ich aufgewachsen bin ja da haben Sie ja eine Theologie der Revolution gemacht und haben erklärt warum gegen die Apartheit 1:31:20 auch Gewalt eingesetzt werden muss als letztes Mittel ja mit ja und ein besonderes Programm zur Überwindung des Rassismus aufgerufen jetzt mit solchen 1:31:30 dramatischen Vorgängen aus dem Raum das Ökumenischen Rat der Kirchen bin ich mit Verlaub gesagt aufgewachsen ja das kann man sagen jetzt wird er 1:31:40 nostalgisch weil er an die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist können wir auch nichts dafür dass er so alt ist aber ich will es nur deutlich machen 1:31:50 wenn man diese Geschichte damit hat oder die wesentlich spätere Geschichte dass der ökumenische Rat der Kirchen mit dem konziliaren Prozess für Gerechtigkeit 1:32:02 Frieden und die Bewahrung der Schöpfung doch viele von uns im Blick auf die Zusammengehörigkeit dieser Dimension wach gemacht hat und man zugeben muss 1:32:14 wenn wir in Deutschland nicht vollkommen am Nullpunkt der der Bereitschaft sich in Fragen des Klimawandels einzusetzen sind braucht 1:32:26 man doch nicht zu verstecken dass daran auch die ökumenische Bewegung ihren Anteil hatte und dass wir da von der weltweiten Ökumene für uns selber was 1:32:35 gelernt haben und wenn ich dann noch sage dass die Bürgerrechtsbewegungen in der DDR diejenigen waren die diesen Impuls in 1:32:46 die Ökumene überhaupt reingebracht haben dann müssen sie schon verstehen dass ich ein bisschen nostalgisch werde wissen 1:32:57 das bei früheren Vollversammlungen des ökumenischen Rats vergleichbares möglich war und bisschen verdauernd vergleichbares Signal diesmal gegeben 1:33:07 hat aber das nächste Mal in der Hoffnung geben wir weiter bevor die letzte Frage bezüglich altem 1:33:18 Testament kommt wir kommen nicht leider nicht ganz durch mit den Fragen aber vielleicht gibt es noch einen Raum auch anderweitig 1:33:26 noch eine Frage könnte es Aufgabe von Christen sein zu Verbreitung von Verbreitung von Wissen um gewaltfreie Lösungen in Konflikten beizutragen wie 1:33:36 schöne wet unter anderem im Buch resistance works zusammengetragen hat oder haben also ohne jeden Zweifel ist es eine eine 1:33:47 große Aufgabe und wenn ich vorhin erzählt habe dass ich von Betzingen aus nach Heidelberg gegangen bin und mich der Frage gewidmet hat was Theologie und 1:33:57 Kirche zum Frieden tun können war das natürlich von Anfang an ein großes Feld und hat auch dazu beigetragen dass auch ich selber mich 1:34:08 dann auch später als als Bischof und als Mitglied des Rats der EKD sehr eingesetzt habe dafür dass Strukturen für zivilen Friedensdienst aufgebaut 1:34:20 worden sind und dass man die Situationen in denen das auch praktische Wirkungen hat dass man die genau verfolgt hat ich habe damals intensiv mit Herrn Koschnick 1:34:31 zusammengearbeitet der ja genau das im zerfallenen ähm Jugoslawien gemacht hat in den Nachfolge starten die mehr Hoffnung auf 1:34:42 gewaltfreies Handeln zu setzen zeigen dass es praktisch geht und ich halte die zivilen Friedensdienste an denen ja viele viele Christen beteiligt 1:34:52 sind in denen auch kirchliche Institutionen beteiligt sind für eines der großen Hoffnungszeichen und das muss man ja an einem Tag an dem man über 1:35:01 einen Vorgang redet der alles andere als ein Hoffnungszeichen ist muss man das ja auch ausdrücklich sagen es gibt diese Hoffnungszeichen und wir müssen auch mit 1:35:09 ganz anderen nachdruck auch bekannt machen was da was da passiert was da gelingt und was versucht wird und den Menschen Mut zu machen da weiter zu 1:35:19 machen und die letzte Frage Gewalt im Alten Testament ist nicht reduziert auf die 1:35:26 großen prophetischen friedensvisionen sondern Kind auch Gewalt im Namen Gottes sogar die Beschreibung eines Gottes der selbst Gewalt ist wir sind diese 1:35:37 Zeugnisse zum Beispiel in die Samuel Bücher in das Zeugnis unserer heiligen Schriften einzuordnen also für mich nur in der Form dass 1:35:49 die hebräische Bibel ja selbst eine Geschichte wiedergibt und dass diese Geschichte auch geprägt ist wie es einmal ein 1:36:00 großartiger alltestermittler gesagt hat von einer allmählichen 1:36:07 Distanzierung Gottes von der Gewalt denn das ist es was wir da erleben ja wir sehen Situationen der Gewalt sie haben zum Teil auch schon früh ein 1:36:22 trotzdem problematisches Distanzieren von der Gewalt hinter sich also das einmal ein 1:36:36 Vater aufgefordert wird seinen Sohn als Opfer hinzugeben [Musik] 1:36:43 und dass das dann im allerletzten Augenblick durch einen Engel verhindert wird ändert ja zunächst nichts an der Grausamkeit Gottes die da vor Augen 1:36:56 gestellt wird diesen diesen dieses Menschenopfer zu verlangen und das dann Leute sagen ja das ist ein symbolisches Darstellung für die Verabschiedung der 1:37:10 Menschenopfer ich muss zugeben das tröstet mich jedes Mal wenn ich mit diesem Text aus der Genesis wieder zu tun haben tröstet mich 1:37:19 das nur in Grenzen ich hadere mit diesem Gott der das Abraham diesen Auftrag gibt und so ist es auch zu sagen dass wir natürlich die 1:37:35 Züge des heiligen kriegs nicht nur in der Tradition des Islam zu beklagen haben sondern aus unserer eigenen Tradition auch kennen und dies im 1:37:46 übrigen dann nicht nur aus dem Alten Testament sondern auch aus der Tradition der Kreuzzüge und anderen Traditionen in denen 1:37:56 von Menschen gemacht Kriege als heilige Kriege ausgegeben worden sind und deswegen heißt meine generelle Schlussfolgerung daraus dass 1:38:09 es eine Friedensfähigkeit der Religionen unsere eigene eingeschlossen natürlich nur geben kann auf der Basis einer Bereitschaft zur Selbstkritik 1:38:23 zur Buße und zu Umkehr die wir nicht nur als einzelne brauchen sondern wie die wir auch als kirchenkollektiv brauchen 1:38:32 und deswegen bin ich davon überzeugt dass die Botschaft von der Rechtfertigung des Sünders 1:38:39 nicht nur den einzelnen Christen gilt die Sie hören sondern auch der Kirche als Institution gilt die ja auch hören muss 1:38:48 und das Dietrich Bonhoeffer ein Schuldbekenntnis der Kirche geschrieben hat mitten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs ist ein 1:38:58 Lichtblick aber es gibt natürlich noch viele Folgerungen die daraus gezogen werden müssen und 1:39:06 aller Solidarität sage ich auch das was wir als missbrauchen Problem auf den Kirchen gemeinsam Lasten sehen auch wenn die Geschichten in denen das sich 1:39:18 vollzogen hat sehr unterschiedlich sind dann spüren wir doch deutlich dass die strukturellen Veränderungen die da notwendig sind die 1:39:30 wieder die Linderung des Leids das damit verbunden ist dass das eine Umkehr der Kirche erforderlich macht und jeden Tag den das nicht vorangeht jeder derartige 1:39:44 Tag quält mich und somit ein nicht Hände in den Schoß legen wo man wieder beim Anfang sind vielen herzlichen Dank Herr Professor 1:39:53 Doktor Huber [Applaus] sie dürfen hier gerade noch stehen bleiben und es wird ihnen noch mal Dank 1:40:16 ausgesprochen von anderer Seite so blickt mir jetzt noch ein paar Schlussworte zu sprechen 1:40:39 ich möchte aber zuerst dass ich es am Schluss nicht vergessen darauf hinweisen auf unsere friedenskerze die da vorne steht die mit 1:40:50 Lügen 1998 gegossen wurde und seither immer bei besonderen Anlässen so nach und nach runterbrennt dadurch gerne im Anschluss wenn alles 1:41:02 vorbei ist am Welten Leuchten noch oder an der friedenskerze eine Kerze anzünden und so auch für den Frieden einstehen das machen wir beim Friedensgebet dieses 1:41:13 schon angesprochen hat an jedem Freitag im Moment wieder am Turm Lee ja der Vortrag war für mich auch sehr spannend auch der Blick ins All die ins 1:41:24 Neue Testament hinein dieses sags mal so dass absurdum führen mache ich gerne auch in meinem Beruf wenn ich ihn Verhandlungen trete mit Baufirmen 1:41:39 oder nachtragsverhandlungen da mache ich gerne so dass ich ein bisschen übers Ziel hinausschieße dann und ich nenne das gerne immer 1:41:51 gesprächsgrundlagen schaffen ich denke dieses Gespräch zu suchen dieses Gespräch zu führen ist im kleinen und im großen ein ganz wichtiger Schritt um 1:42:03 Konflikte schon im Vorfeld zu vermeiden sie sprachen von Zeichen erkennen schon im Vorhinein im Straßenverkehr nennt man das 1:42:14 vorausschauen des fahren man blickt voraus man sieht was kommt und man kann sich darauf einstellen so habe ich das auch empfunden diese Zeichen schon 1:42:24 frühzeitig zu erkennen und dann zu handeln also vielen Dank für diese ganz tollen Gedanken die sie uns gegeben haben wir versuchen Sie 1:42:35 anzunehmen und in unser Leben einzubauen ich möchte Ihnen jetzt Herr Professor Dr Huber noch einmal im Namen der eh nicht Ökumene und ich denke auch 1:42:45 stellvertretend aller die hier sind alle die zu Hause am Computer sitzen ihnen herzlichen Dank sagen für diesen guten spannenden und wichtigen Vortrag zu 1:42:55 diesem Top-Thema Frieden ich darf Ihnen auch noch im Namen der Ökumene kleines Geschenk überreichen und 1:43:05 klitzekleines Geschenk nicht viel da ist drin Sturmbock Pralinen heißen die 1:43:16 es sind Sturmtruppe Pralinen der Reutlinger Konditorei Sommer also ganz nahe bei Betzingen 1:43:25 die haben was mit in Klammer unklammer zu frieden zu tun da sich beim sturmburg um eine Kriegswaffe des Mittelalters gehandelt hat solch ein Sturmbock hat in 1:43:37 der alten Reichsstadt Reutlingen eine merkwürdige Berühmtheit erlangt sie haben aber auch etwas mit dem Dank an Gott zu tun aber und diese Geschichte 1:43:46 ist dabei den Pralinen dabei dürfen sie dann gerne nachlesen und zum anderen handelt es sich um ein Walnussöl 1:43:57 ein Walnussöl das hiesigen Messenger Thomas Büdner stellt aus Walnüssen er ist glaub schon weit über die Grenzen 1:44:11 und ja hier jenigen gibt es entgegen dem allgemeinen Trend den Gebrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren dank unseres Thomas eine florierende Ölwirtschaft 1:44:22 genießen Sie die Köstlichkeiten aus unserer Region und denken dabei gerne an die Zeit in Ehningen zurück noch einmal herzlichen Dank für ihren fort 1:44:31 [Applaus] es steht auf dem Programm für mich noch ein paar Worte mit auf den Weg zu geben so war der Ablauf und noch einen Segen 1:44:55 zu spenden bevor dann im Anschluss dann noch einmal der Posaunenchor spielen wenn ich es richtig verstanden habe mit uns zusammen dass wir Mitsingen genau 1:45:05 und dann steht hinten noch eine Spendenbox wir haben ja die Veranstaltung ohne Eintritt gemacht dürfte gerne 1:45:14 eine solche etwas wäre das etwas hineinlegen es kommt dann derjenige Ökumene zugute 1:45:26 der Blick soll bei diesem Wort auch in das Neue Testament gehen und es zeigt auch mit dem Frieden zusammen das eine oder andere Gedanke ist auch im Vortrag 1:45:36 schon gekommen Jesus Christus als Mittelpunkt unseres schönen und heilbringenden Glaubens der uns auch eine schöne und gesegnete ökumenische 1:45:46 Gemeinschaft hier in Ehningen beschert war ein Verfechter der Gewaltlosigkeit ein schönes Beispiel ist seine Gefangennahme als er seinen Gewalt 1:45:56 bereiten ja sogar Gewalt ausübenden Freund petrus zurechtbar ist und sogar dem der ihn Gefangenen Gutes tut indem er seine Verletzung heilt 1:46:08 wir wollen uns daran ein Beispiel nehmen dann war Jesus Christus nicht nur die Gewaltlosigkeit wichtig sondern der Friede der noch weit darüber hinausgeht 1:46:20 Jesus Christus sehe begegnete seinen Jüngern mit dem Friedensgruß in besonders schwer Situation der Jünger er sagte einer Frau nachdem er sie 1:46:31 geheilt hatte dass sie ihn Frieden gehen soll er lehrte selig sind die Frieden stiften die Frieden machen so haben wir es 1:46:41 gehört denn sie werden Gottes Kinder heißen Jesus Christus weiß da braucht darauf hin dass sein Friede mehr ist als der 1:46:51 irdische Friede er sagt Frieden lasse ich euch meinen Frieden gebe ich euch Apostel des paulus beschreibt diesen Frieden in seinem Brief an die Philipper 1:47:04 so dass der Friede Gottes höher ist als alle Vernunft ja der Friede muss manches Mal höher sein als alle Vernunft wir wollen diesen besonderen Frieden aus 1:47:15 Jesus Christus annehmen und wenn wir unseren nächsten gegenübertreten den Frieden dorthin mitnehmen und wirken lassen und dabei sind Taten deutlich 1:47:28 wichtiger als Worte lass uns nur noch den Segen Gottes empfangen 1:47:39 der Herr segne alle die den Frieden suchen und für den Frieden aktiv eintreten der Herr segne alle die sich mit Jesus 1:47:48 Christus verbinden ihn in den Mittelpunkt stellen und sich gemeinsam auf seinen Weg machen und da sind friedvolle miteinander 1:47:58 der Herr segne alle die in irgendeiner Art für die Gesellschaft eintreten und in der Gesellschaft aktiv sind und somit zum Frieden beitragen 1:48:09 der Herr segne dich und behüte dich der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir 1:48:22 Frieden [Musik] [Applaus] 1:52:44 vielen Dank noch mal den Posaunenchor und ihnen Gutes nach Hause kommen gehen Sie am Büchertisch vorbei Prof dr Huber ist auch bereit zu signieren kommen sie 1:52:56 gut nach Hause