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Der Gang nach Canossa - Geschichte | Duden Learnattack

Duden Learnattack4:08 683 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 26 Zeilen
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  1. Vielleicht hast du schon einmal von dem Sprichwort den Gang nach Kanossa antreten gehört, wenn eine unangenehme Situation bevorsteht und gelöst werden
  2. muss. Aber wusstest du auch, dass dieses Sprichwort sein Ursprung im Konflikt zwischen Kaiser Heinrich dem vier und Papst Gregor dem VI hatte? Warum dieser
  3. Streit so bedeutsam war, dass er bis heute als Sprichwort genutzt wird, erfährst du in diesem Video.
  4. Um die Bedeutung des Konflikts besser zu verstehen, wäre es gut, wenn du dich schon ein bisschen mit den Grundlagen zum Heiligen Römischen Reich, der
  5. Lehensherrschaft und dem Investiturstreit auskennen würdest. Dazu haben wir auch eigene Videos. Grund des Konflikts während des 11.
  6. Jahrhunderts war die Frage, ob der weltliche Herrscher, also der Kaiser oder der geistliche Machthaber, also der Papst, Bischhöfe einsetzen konnte. Das
  7. Einsetzen von Bischhöfen wird Investitur genannt. Bischöfe unterstanden zwar zum einen dem Papst auf einer kirchlichen Ebene, waren aber auch Vasallen des
  8. Königs oder des Kaisers. Ein Vasal ist ein Freier, der einem Herrn gehorsam folgt und von ihm im Gegenzug Schutz und Land bekommt. Die
  9. Frage, wer nun die Bildschöfe einsetzen konnte, war über die Jahre immer wieder ein Streitthema zwischen den geistlichen und weltlichen Machthabenden.
  10. Und dieser Streit erreichte seinen Höhepunkt zwischen Kaiser Heinrich dem vi aus der Familie der Salia und Papst Gregor dem VI.
  11. Im Jahre 107 setzte der Kaiser in Mailand einen neuen Bischof ein und zwar ohne dies zuvor mit dem Papst abzusprechen.
  12. Der Streit gipfelte im sogenannten Kirchenbank der Exkommunikation des Kaisers. Dies bedeutete den Ausschluss aus der
  13. Kirche. Die Folge: Die Kurfürsten des Reiches stellten Heinrich eine Frist von einem Jahr, um den Kirchenbann wieder
  14. loszuwerden, sonst würden sie einen neuen Kaiser wählen. Notgedrungen machte sich Heinrich im Dezember des Jahres 1076 auf den Weg
  15. über die Alpen in die oberitalienische Stadt Kanossa. Gregor VI war Heinrich auf halbem Wege entgegengekommen und wartete in einer
  16. Festung bei der Stadt Kanossa auf den Kaiser. Der Legende nach soll Heinrich im Januar 1077 allein barfuß und in Büserkleidung vor
  17. die Tore der Festung getreten sein, um sich dem Papst zu unterwerfen. Er wartete dort drei Tage und Nächte in der Kälte, damit der Papst ihn wieder in die
  18. Kirche aufnehmen und als Kaiser akzeptieren würde. Dieses Ereignis ging als der Gang nach Kanossa in die Geschichte ein und beendete den
  19. Investiturstreit, zumindest vorübergehend. Obwohl unklar ist, ob der Gang nach Kanossa tatsächlich so stattgefunden
  20. hat, ist er bis heute berühmt. Die Unterwerfung des Kaisers unter den Papst nur im Büser Gewand bekleidet, ist der Höhepunkt der Auseinandersetzung um die
  21. Vormachtstellung der beiden mittelalterlichen Mächte. Kaiser und Papst.
  22. Im Laufe des 11. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Konflikten zwischen den geistlichen und weltlichen Machthabenden.
  23. Diese Konflikte gipfelten im sogenannten Investiturstreit zwischen Kaiser Heinrich dem vi und Papst Gregor dem VI. bei dem der Papst
  24. den Kaiser aus der Kirche ausschloss. Der Streit ließ sich vorübergehend lösen, weil sich Heinrich als Büßer auf den Weg nach Kanossa machte, um sich dem
  25. Papst zu unterwerfen. Dieses Ereignis ging als der Gang nach Kanossa in die Geschichte ein und bis heute werden unangenehme oder erniedrigende Bitten
  26. mit diesem Sprichwort bezeichnet. Ja.

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