Der Gang nach Canossa - Geschichte | Duden Learnattack Duden Learnattack https://www.youtube.com/watch?v=Evhtrk1GTjM Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Vielleicht hast du schon einmal von dem Sprichwort den Gang nach Kanossa antreten gehört, wenn eine unangenehme Situation bevorsteht und gelöst werden 0:09 muss. Aber wusstest du auch, dass dieses Sprichwort sein Ursprung im Konflikt zwischen Kaiser Heinrich dem vier und Papst Gregor dem VI hatte? Warum dieser 0:20 Streit so bedeutsam war, dass er bis heute als Sprichwort genutzt wird, erfährst du in diesem Video. 0:29 Um die Bedeutung des Konflikts besser zu verstehen, wäre es gut, wenn du dich schon ein bisschen mit den Grundlagen zum Heiligen Römischen Reich, der 0:37 Lehensherrschaft und dem Investiturstreit auskennen würdest. Dazu haben wir auch eigene Videos. Grund des Konflikts während des 11. 0:46 Jahrhunderts war die Frage, ob der weltliche Herrscher, also der Kaiser oder der geistliche Machthaber, also der Papst, Bischhöfe einsetzen konnte. Das 0:56 Einsetzen von Bischhöfen wird Investitur genannt. Bischöfe unterstanden zwar zum einen dem Papst auf einer kirchlichen Ebene, waren aber auch Vasallen des 1:06 Königs oder des Kaisers. Ein Vasal ist ein Freier, der einem Herrn gehorsam folgt und von ihm im Gegenzug Schutz und Land bekommt. Die 1:16 Frage, wer nun die Bildschöfe einsetzen konnte, war über die Jahre immer wieder ein Streitthema zwischen den geistlichen und weltlichen Machthabenden. 1:24 Und dieser Streit erreichte seinen Höhepunkt zwischen Kaiser Heinrich dem vi aus der Familie der Salia und Papst Gregor dem VI. 1:35 Im Jahre 107 setzte der Kaiser in Mailand einen neuen Bischof ein und zwar ohne dies zuvor mit dem Papst abzusprechen. 1:45 Der Streit gipfelte im sogenannten Kirchenbank der Exkommunikation des Kaisers. Dies bedeutete den Ausschluss aus der 1:54 Kirche. Die Folge: Die Kurfürsten des Reiches stellten Heinrich eine Frist von einem Jahr, um den Kirchenbann wieder 2:02 loszuwerden, sonst würden sie einen neuen Kaiser wählen. Notgedrungen machte sich Heinrich im Dezember des Jahres 1076 auf den Weg 2:12 über die Alpen in die oberitalienische Stadt Kanossa. Gregor VI war Heinrich auf halbem Wege entgegengekommen und wartete in einer 2:21 Festung bei der Stadt Kanossa auf den Kaiser. Der Legende nach soll Heinrich im Januar 1077 allein barfuß und in Büserkleidung vor 2:32 die Tore der Festung getreten sein, um sich dem Papst zu unterwerfen. Er wartete dort drei Tage und Nächte in der Kälte, damit der Papst ihn wieder in die 2:42 Kirche aufnehmen und als Kaiser akzeptieren würde. Dieses Ereignis ging als der Gang nach Kanossa in die Geschichte ein und beendete den 2:51 Investiturstreit, zumindest vorübergehend. Obwohl unklar ist, ob der Gang nach Kanossa tatsächlich so stattgefunden 3:01 hat, ist er bis heute berühmt. Die Unterwerfung des Kaisers unter den Papst nur im Büser Gewand bekleidet, ist der Höhepunkt der Auseinandersetzung um die 3:12 Vormachtstellung der beiden mittelalterlichen Mächte. Kaiser und Papst. 3:19 Im Laufe des 11. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Konflikten zwischen den geistlichen und weltlichen Machthabenden. 3:26 Diese Konflikte gipfelten im sogenannten Investiturstreit zwischen Kaiser Heinrich dem vi und Papst Gregor dem VI. bei dem der Papst 3:35 den Kaiser aus der Kirche ausschloss. Der Streit ließ sich vorübergehend lösen, weil sich Heinrich als Büßer auf den Weg nach Kanossa machte, um sich dem 3:46 Papst zu unterwerfen. Dieses Ereignis ging als der Gang nach Kanossa in die Geschichte ein und bis heute werden unangenehme oder erniedrigende Bitten 3:55 mit diesem Sprichwort bezeichnet. Ja.