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Die Entwicklung des Feudalismus und das Leben der Bauern im Mittelalter

Fabian Lehr1:08:00 11.625 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 453 Zeilen
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  1. bei uhren stellten im vormodernen europa immer etwa 90 bis 95 prozent der bevölkerung bäuerliches leben weil die normale
  2. existenz fast aller menschen und ihre arbeit ernährte alle anderen trotzdem liegt der fokus der meisten darstellungen mittelalterlichen lebens
  3. auf den malerischen leben der ritter und fürsten auf ihren burgen oder der manche bischöfe in ihren klöstern und palästen wenn das leben der bäuerlichen riesigen
  4. mehrheit der mittelalterlichen bevölkerung so viel weniger interesse und beachtung findet dann einerseits weil man sich häufiger monotonen
  5. uninteressant andererseits weil man sich als statisch ohne entwicklung vorstellt und bäuerliches leben scheint immer gleich gewesen es scheint geschichtslos
  6. zu sein das aber ist eine ganz falsche vorstellung in die bäuerlichen lebens verhältnisse haben sich im laufe des mittelalters mehrmals drastisch
  7. verändert die welt der europäischen bauern im frühmittelalter sich ganz anders aus dem hochmittelalter und im hochmittelalter ganz anders aus dem
  8. spätmittelalter schauen wir uns die chronologische entwicklung etwas näher an der feudalismus hatte sich bereits im
  9. römischen reich abgezeichnet als einen ersten beiden nachchristlichen jahrhunderten die großen römischen eroberungskriege endeten geriet das
  10. system der antike slawen wirtschaft in einer krise die römischen grossgrundbesitzer hat mir nachschub an slavin bisher aus zwei quellen bezogen
  11. erstens aus den maßen von kriegsgefangenen die nach jedem neuen eroberungs trägers darwin verkauft worden waren
  12. andererseits von slawen händlerinnen die private raubzüge im ganzen mittelmeerraum unternahmen um menschen einzufangen und mit italien als sklaven
  13. zu verkaufen beide optionen begann ab dem ersten jahrhundert nach christus langsam wegzufallen
  14. dadurch dass das imperium den gesamten mittelmeerraum annektiert und eine römische provinzen umwandelte standen und dessen gesamte zwar nicht zur
  15. römischen bürgern aber doch zu untertanen des reiches gewordene bevölkerung unter deren schutz der römischen gesetze und durfte nicht
  16. einfach gekippt und die sklaverei verkauft werden wie es bisher mit nicht reichs angehörigen personen legal gewesen war
  17. andererseits wurden als das reich langsam eine gewisse territoriale sättigung ja überdehnung erreicht hatte auch immer weniger kriegsgefangener
  18. gemacht die die slawen märkte hätten füllen können die kriege kaiser trajan es auf dem balkan und im mittleren osten zu beginn
  19. des zweiten jahrhunderts nach christus waren die letzten großen römischen eroberungskriege es kamen also immer weniger neues leben auf dem markt und
  20. folglich wurden slawen seltener und teurer die zeit der stets massenhaft verfügbaren billig sladen war vorbei
  21. immer teurer werdende slavin einzukaufen um sie als unqualifizierte arbeitskräfte plantagen einzusetzen wurde für die römischen grundbesitzer also immer
  22. weniger rentabel auf diese entwicklung reagiert nicht laden halt auf zwei arten einerseits indem sie ihre kostbare gewordenen slawen pfleglicher behandelt
  23. und sie zu höherer produktivität zu motivieren versuchten ab dem ersten jahrhundert nach christus wird es üblich dass die mehrheit aller sklavin wenn sie
  24. immer brav und fleißig waren nach einigen jahrzehnten freigelassen werden diese perspektive nach einiger zeit ein freier bürger werden zu können wenn man
  25. sich jetzt aber gut bewährte sollte ein anreiz für die slawen seinen möglichst produktiven vorbildlich zu arbeiten gleichzeitig wurden die
  26. lebensbedingungen der sklaven verbessert er sie durften jetzt für einen tag der ersehnten freilassung geld sparen und sondereigentum besetzen das sogenannte
  27. pico jung und sklavin körperlich schwer zu misshandeln oder gar zu töten wurde gesellschaftlich geächtet und war ab dem zweiten jahrhundert nach christus
  28. schließlich auch gesetzlich verboten seit tagen rar und teuer wurden konnte man sie nicht mehr als einem wegwerfartikel barren gewinn der späten
  29. republik sondern musste darauf achten ihre lebenserwartung ihren gesundheitszustand zu steigern das alles war nur symptombehandlung
  30. revolutionär war dagegen eine andere antwort auf die krise das laden wirtschaft der übergang von das laden wirtschaft einem ganz anderen
  31. wirtschaftssystem dem sogenannten kolonat kolonat bedeutet dass ein großgrundbesitzer seine ländereien nicht
  32. mehr als einheitlich geführten plantagen von einem heer kassel animierter slavin bearbeiten lässt sondern sondern lernen kleine parzellen aufgeteilt die jeweils
  33. eine familie persönlich freier bäuerlicher pächter den so genannten kommunen übergeben werden diese cologne
  34. bewirtschaften irland stück in eigene regie und zahlen dem grundbesitzer für dessen nutzung eine regelmäßige pachtgebühr entweder in form von geld
  35. oder in form eines bestimmten prozentualen anteils der ernte ist lovin nachschub mochte seltener und teurer werden aber arme freie die
  36. liebend gerne landparzelle brachten wollten gab es reichlich und noch dazu hatten die ein viel größeres interesse als sklavin daran dass lahm zu intensiv
  37. wie möglich zu bearbeiten denn je fleißiger sie arbeiteten desto stärker stieg der eigene lebensstandard solche cologne wirtschaften hat es hier
  38. bereits in der späten republik gegeben aber in der mittleren und späten kaiserzeit wurden sie nun zur vorherrschenden wirtschaftsform im
  39. ganzen römischen europa und nun veränderte sich auch der charakter des verhältnisses zwischen pächter und runter dieses verhältnis war natürlich
  40. ein anfang an ein ungleiches gewesen der grundherr war der ausbau der seiner pächter aber der pächter blieb juristisch ein freier mann das kolonat
  41. verhältnis war ein rein privatwirtschaftlich das vertragsverhältnis dass man auch wieder beenden konnte diese freiheit der
  42. pächter wird er beim er mehr zu einer fiktion und der späteren täter dann noch formell aufgehoben kaiser konstantin der große lässt im frühen vierten
  43. jahrhundert nach christus ein gesetz wonach cologne an die schule gebunden werden ihre bauern stelle ohne einwilligung ihres grundherren nicht
  44. mehr aufgeben und im falle einer flucht wie slavin gefahren und in ketten zurückgebracht werden dürfen von freien pächtern sind die kommunen
  45. damit de facto zu leibeigenen geworden diese entwicklung wird auch dadurch betont dass der einzelne bauer der staat jetzt nicht mehr in einem direkten
  46. verhältnis zueinander stehen sondern der grundherr als zwischen instanz mit hoheitlichen befugnissen dazwischen tritt nicht mehr der einzelne bauer
  47. zahlt steuern an die staatlichen finanzbehörden sondern der grundherr zahlt pauschal für die bewohner seiner gesamten ländereien und treibt das geld
  48. dann seinerseits bei seinen bauern wieder ein gleichzeitig werden die großen landgüter dem verwaltungsbereich der städte
  49. herausgetrennt und zur eigenen verwaltungseinheiten in denen der grundherr gewisse polizeiliche und juristische befugnisse gegenüber seinen
  50. bauern ausübt der grund erst jetzt lassen nicht mehr nur der ökonomische ausbeute der cologne er wird auch administrativ und politisch
  51. zu ihrem herrn und unterdrücker im spät römischen reich des vierten und fünften jahrhunderts nach christus hat das kolonat sich also bereits zu einer
  52. art von der gesellschaft im embryonalstadium entwickelt als der westteil des reiches im zuge der völkerwanderung im fünften jahrhundert
  53. zerfällt und von einer reihe germanischer königreich ersetzt wird ändert sich an diesem gesellschaftssystem kaum etwas
  54. fundamental des stammes adel der germanischen eroberer passt sich nicht nur kultur und sitten der etablierten romanischen grossgrundbesitzer an
  55. sondern fügt sich auch bereit wir legen ihr soziales system die germanischen adligen beschlagnahmen ein teil des landes werden dort selbst zu grundherren
  56. die ökologen für sich arbeiten lassen germanische und romanische grossgrundbesitzer verschmelzen zu einer gemeinsamen klasse von feudalherren
  57. die größte veränderungen die die germanischen in versionen mit sich bringen besteht darin dass sie noch einmal ein zustrom von freien bauern mit
  58. sich bringt frage aber nicht adlige angehörige der eroberer stämme eignen sich einen eroberten römischen territorien
  59. zigtausendfach ein stück land und begründen dort eine unabhängige freie bauern existenz ohne irgend einem herrn untertan zu sein außerdem könig selbst
  60. dem sie steuern zahlen und heeres dienst leisten müssen als die fronten zwischen dem 6 im neunten jahrhundert ein großteil westeuropas
  61. wieder zu einem reich vereinigen symbolisiert durch die kaiserkrönung karls des großen am weihnachtstag des jahres 800 da bestehen in diesem
  62. fränkischen europa verschiedene haben bäuerliche arbeit nebeneinander das sind einerseits immer noch ein recht großer zahl sklaven den unterkünften auf
  63. dem landsitz ihres herrn leben und dessen felder und das an der direkt nach anleitung bearbeiten beziehungsweise unter der seiner verwaltung
  64. andererseits gibt es eine menge bauern die zwar unfreien dann die schule gebunden sind aber außerhalb des herren hofes ihre landparzellen eigenregie
  65. bearbeiten ein eigenes haus bewohnen und ihrem herrn ein teil ihrer ernte abliefern und regelmäßig frondienste führen leisten das heißt unbezahlt alle
  66. möglichen arbeiten für ihn verrichten müssen die stellung dieser unfreien bauern entspricht weitgehend der der
  67. spätantiken cologne dritten server gibt es auch eine sehr große zahl freier bauern die besitzer ihres hofes und ihrer felder sind keinen feudalherren
  68. unterstehen nur dem könig untertan sind diese freien bauern die den könig zur steuerzahlung und heeres dienst verpflichtet sind mitten im kriegsfall
  69. als infanteristen das rückgrat des fränkischen heeres die masse der fränkischen truppen sind keine berufs krieger sondern solche bauern soldaten
  70. die auf befehl des königs für ein paar monate den krieg ziehen um dann wieder auf ihren hof zurückzukehren die königliche regierung dienen diesen
  71. freien bauern eine zentrale stütze ihrer macht hat schützt er in freiheit gegen übergriffe der adligen grossgrundbesitzer die immer wieder
  72. versuchen freie bauern in hörigkeit zu bringen im achten und der ersten hälfte des neunten jahrhunderts üben die
  73. fränkischen könige eine relativ strafe herrschaft über ihr reich auch überall werden boden us-stützpunkte königlicher macht gebaut
  74. und so genannte königs boten die missio mini pc ständig als reisender repräsentanten der regierung das land um überall die königliche autoritäten
  75. erinnerung zu rufen und die einhaltung der von könig erlassenen gesetze zu überwachen mitte des 19 jahrhunderts zerfällt das
  76. fränkische reicher mann mehrere teilbereiche die sich gegenseitigen erbitterten bürgerkriegen bekämpfen und unter diesen chaotischen zuständen
  77. erodiert die königliche autorität stark teil war es so stark dass das königtum besonders im vest rheinischen reich zu einem bloßen schatten wird in den
  78. provinzen kaum noch reale macht besitzt mit diesem verfall der königlichen macht steigt der autonomie der grossgrundbesitzer und der feudalismus
  79. erreicht seine voller ausprägung die grossgrundbesitzer machen sich nun von keiner zentralregierung mehr gehindert endgültig zur unumschränkten
  80. herren auf ihrem gebiet die grundherren machen auf ihren ländereien und ihre eigenen gesetze die ihre bewaffneten milizen durchsetzen und ihre autorität
  81. zwingen sie jetzt auch einen bisher freien bauern auf angesichts der unkontrollierten macht der adligen grossgrundbesitzer wird die
  82. unterscheidung zwischen freien und unfreien bauern immer mehr zur fiktion alle bauern im machtbereich eines herrn müssen abgaben leisten frondienste für
  83. in verrichten und ihn auch politisch als ehrenherren anerkennen vielerorts machen sich auch die kommandanten einziger königlicher burgen
  84. selbstständig und begründen ihre eigene kleine freude alle grund herrschaft im bereich ihrer burg das einstige fränkische reich zerfällt in einen
  85. flickenteppich tausende kleiner feudaler territorien deren herren zwar formal noch ein könig ihres jeweiligen teil reiches als ober hernan erkennen mögen
  86. de facto aber in ihrem gebiet nach belieben schalten und walten wie es ihm passt in diese vertiefung der adligen macht auch gegenüber den bisher freien
  87. bauern ist aber kein bloßer gewaltakt der herren gegen die bauern es sind auch oft die bauern selbst die um den schutz eines adligen herrn ansuchen
  88. seit dem zusammenbruch der zentralen komitees das leben in westeuropa nämlich gewalttätig und gefährlicher geworden die tausenden kleineren und größeren
  89. feudalherren bekämpfen sich untereinander in ständigen fäden und raubzügen und auf solchen raubzügen selbstständige freie bauern die
  90. leichteste und wehrlose beute wenn ein bauer sich nun an die abhängigkeit von einem mächtigen grundherren begibt dann findet im krisenfall mit seiner familie
  91. unserem beweglichen besitz zuflucht in der burg des herrn und diese an seine milizionäre verteidigen auch seinen hof gegen marodierende einträgen länger
  92. dazu kommt dass mittel- und westeuropa seit dem kollaps der fränkischen königs gewalt von einer welle neuer invasion heimgesucht werden im neunten
  93. jahrhundert richten see fahren die skandinavische räuber beamten die wir heute wikinger nennen auf ihren streifzügen bis tief ins landesinnere
  94. entsetzliche verwüstungen in ganz nord westeuropa an und etwas später beginnt von osten her die invasionen es aus asien nach europa eingewanderten
  95. nomadischen reiter volkes der ungarn in solchen zeiten hat die existenz als isolierter freie kleinbauer kaum zukunftsaussichten immer mehr bisher
  96. freie bauern sind bereit einen grossgrundbesitzer sich an herrn anzuerkennen und dem abgaben und dienste zu leisten wenn dieser im gegenzug den
  97. schutz seiner person und seines hofes verspricht die typische form adliger grund herrschaft die sich so neunzehnten
  98. jahrhundert ausbilder ist die sogenannte medikations oder fronhof verfassung im mittelpunkt einer solchen fronhof wirtschaft steht der namensgebende große
  99. hof des grundbesitzers der dort mit seiner familie und seinen dienst leuten lebt und einen großen teil seines bodens als eigenen land bewirtschaftet als
  100. sogenanntes domani aland der teil seines landes der nicht als eigenen land bewirtschaftet wird ist in kleine parzellen aufgeteilt die jeweils
  101. eine leibeigene bauernfamilie bewirtschaftet diese leibeigenen bauern familien leben in kleinen höfen die locker und den gutshof ihres herrn herum
  102. verstreut sind die bauern müssen ihrem herrn einerseits ein teil ihrer ernte abliefern zusammen mit dem zehnten den sie in die kirche zu entrichten haben
  103. bleibt nach diesem portal abgaben oft kaum noch genug übrig um die familie halbwegs ernähren zu können zu den regulären feudal abgaben kommen noch
  104. diverse regional verschiedene sonderabgaben die bauern müssen ihrem herrn zusätzliche naturalien liefern beispielsweise wenn eine hochzeit
  105. stattfindet oder ein kind geboren wird und besonders drücken dass die totale abgabe wenn ein familienvater stirbt darf der herr sich dessen wertvollste
  106. besitz stücke insbesondere 4 am eigenen bevor den hof zu nutzen an einen erben übergibt der aufbau des bescheidenen wohlstandes durch sparen und vererbung
  107. es damit unmöglich zweitens müssen sie im herrn frondienste leisten das heißt unbezahlt für ihn arbeiten
  108. im system der fronhof verfassung ist ein großer teil des adligen grundgesetzes wie gesagt nicht an bauernfamilien vergeben sondern wird von herrn als
  109. große agrarbetriebe in eigenregie bearbeitet natürlich nehmen die grossgrundbesitzer den herren aber nicht persönlich hackl und flug in die hand um
  110. irland zu bestellen das müssen die um ihr gut herum angesiedelten leibeigenen bauern familien tun oft sind die bauern verpflichtet an drei oder sogar vier
  111. tagen pro woche auf den feldern ihres herrn zu arbeiten oder alle möglichen sonstigen dienste zu verrichten im haushalt helfen das vieh versorgen
  112. bauarbeiten durchführen usw diese frondienste die die mit ihrem eigenen hof eigentlich schon genügend ausgelasteten bauern mitarbeiter
  113. überhäufen lasten auf den kleinen bauern wirtschaften oft viel schwerer als die freude an abgaben säumigkeit beim leisten der frondienste
  114. wird von herrn auf drakonisch bestraft überhaupt kann der grund besitzenden herren einer solchen fronhof sweatshirt mit seinen bauern im grunde machen was
  115. er will eine handlungsfähige königliche zentralregierung wie in karolingischer zeit die die willkür kleinen und mittleren adligen wirksam begrenzen
  116. könnte gibt es nicht mehr und schließlich wird die allmacht der herren auf ihren gütern als gewohnheitsrecht allgemein akzeptiert und das
  117. selbstverständlich hingenommen der herr darf seine bauern schlagen wenn sie frech werden oder nicht motiviert genug arbeiten er darf sie einsperren
  118. und natürlich die häufig von den weiblichen familienmitgliedern der leibeigenen erwartet dass sie dem herrn sexuell zu diensten zu sein haben
  119. während in karolingischer zeit die freien bauern das rückgrat der armee darstellten herrscht nun für die leibeigenen bauern im gegenteil ein
  120. verbot waffen zu besitzen nur die herren und ihre loyalen dienst leute dürfen jetzt noch waffen tragen die hehre dieser zeit sind jetzt nicht
  121. mehr in erster linie infanterie herre wie in karolingischer zeit sondern kavallerie her aus adligen tanzer reitern dem die infanterie oft noch
  122. hilfsfunktionen erfüllt diese entwicklung war teil seiner äußeren notwendigkeit geschuldet die im neunten jahrhundert einsetzenden bereits
  123. erwähnten in version hat man eine weiterentwicklung der europäischen kriegführung erforderlich gemacht und die bildung immer schwerer gepanzerte
  124. reiter hatte sich als effektiv erwiesen der unterhalt von pferden und besonders die anschaffung von einem hellen kettenhemden langen schwertern usw war
  125. angesichts der sehr niedrigen produktivität des bergbaus und damit der großen kostbarkeit von metall aber sehr sehr teuer viel zu teuer das eine
  126. einzelne bauernfamilie der fette stemmen können die einzige möglichkeit große herre gepanzerte reiter zu unterhalten bestand darin dass mehrere dutzend
  127. bauernfamilien mit ihren ernte überschüssen gemeinsam die ausrüstungen den lebensunterhalt eines einzigen reiters finanzierten der sich von jeder
  128. arbeit befreit im idealfall ganz seiner kriegerischen vervollkommnung wittmann konnte die großen feudalherren betrafen herzöge
  129. und könige schufen deswegen dieser zeit einen neuen dienst adel loyale dienst leute der großen herren erhielten von diesen stücken mit einigen
  130. dutzend bis einigen hundert leibeigenen bauern familie die ihnen den lebensunterhalt und ihre militärische ausrüstung finanzieren mussten dieser
  131. dienst adel führt auf kosten seiner bauern den großteil des jahres ein komfortables arbeits freies leben musste dafür aber als panzer reiter für sein
  132. ober herrn bei bedarf in den krieg ziehen nach ihrem militärischen funktion nannte man diesen neuen dienst adel rita also reiter
  133. das rittertum war geboren und damit die klassische vor italiens pyramide an der spitze dieses alliance pyramide steht ein könig mancher orts erblich
  134. mancherorts von der aristokratie gewählt mal mit mehr mal mit weniger machten den provinzen unter dem könig gestanden die herzöge und großen grafen die im könig
  135. treue schwören und ihren herren anerkennen mussten zumindest theoretisch in der praxis agierten herr zögern graphen auf ihrem gebiet sehr oft das
  136. souveräne herren die die königliche autorität höchstens formell anerkennen in dieser großen feudalherren wiederum haben unter sich ein kleindienst adel
  137. von tausenden rittern diesen ihrem ober herren eine bohr content 100 bauernwirtschaften das leben erhalten und dafür für ihren herrn krieg führen
  138. müssen das volk sehr der fränkischen zeit hatte sich nach ihrer berufs krieger verwandelt die rolle der herzog und grafen das große feudale ausbeuter
  139. kommt natürlich auch kirchliche würdenträger spielen die kirche war der größte grundbesitzer des mittelalters und bischöfe große koester beherrschten
  140. auf den territorien mit zehntausenden leibeigenen und auch bisse von der äbte haben eigene ritterliche basalen unter sich
  141. sowohl weltliche also kirchliche feudalherren vergeben aber nicht alles lahm dann ritterliche vasallen sondern behalten einteiler direkt in ihrer hand
  142. große herren die ausgedehnten grundbesitz in verschiedenen gegenden besitzen und ihrer wirtschaft nicht allein beaufsichtigen können richten
  143. verschiedene sogenannte x höhe verein wohin von ihnen eingesetzte verwalter die eigenen wirtschaft leitet und beaufsichtigt dass die bauern dagegen
  144. ihre abgaben korrekt abliefern in dieses system der leibeigenschaft beruhenden fronhof wirtschaft ist im system der mangelwirtschaft mit abwärme
  145. nicht niedriger produktivität in vielen regionen ernten die bauern pro ausgesäten getreidekorn kaum drei körner das leben der bauern das elend und kurz
  146. die kindersterblichkeit ungeheuer groß sobald das wetter in einem jahr mal um günstig ausfällt herrscht massenhafte schwere unternehmen ein
  147. bevölkerungswachstum gibt es unter diesen bedingungen europa fast gar nicht auch sonst herrscht stagnation in der gesellschaftlichen entwicklung städte
  148. gibt es nur wenige und die party es gibt sind fast alle klein und ohne sonderlich lebhafte wirtschaftliche aktivität überregionalen handel gibt es kaum außer
  149. für den transport einiger hochwertiger luxus gewitter für den bedarf der prozent adligen kirchlicher herren gemünzt das geld wird nur sehr wenig
  150. verwendet die masse der bäuerlichen bevölkerung lebt fast völlig autark von ihrer eigenproduktion und kauft oder verkauft nur selten einmal etwas auf dem
  151. nächsten städtischen markt in dieser hartl primitive welt der fronhof verfassung bleibt zwei drei jahrhunderte lang stabil ungefähr vom 9
  152. bis zum 11 jahrhundert dann kommt es zaghaft beginnende im zehnten und fahrt aufnehmen dem elften jahrhundert seiner reihe von fortschritten in der
  153. entwicklung der produktivkräfte die revolutionäre auswirken und das leben der gesamten mittelalterlichen gesellschaft und insbesondere der bauern
  154. haben mehrere innovationen führen besonders ab dem elften jahrhundert zu einer drastischen steigerungen der agrarischen
  155. produktivität in die erste dieser innovation der übergang vom harten flug zum betrug in der antike und im frühmittelalter war
  156. fast überall in europa der leichte sogenannte harten flug verwendet wurden diese harten flug war geeignet für die leichteren sandigen böden des
  157. mittelmeerraums aber nur eingeschränkt leistungsfähige bei den schwereren feuchteren böden mittel und westeuropas die eine oberflächliche auf rees statt
  158. sie tief um zu wenden in diesem mit dem harten flug nur oberflächlich aufgerissene neckar ging das ausgesäte getreide nicht so gut auf
  159. und folglich konnte man pro ausgesäten korn nur wenige kenner ernten im elften jahrhundert beginnt sich in mittel und westeuropa nun hat eine neue flug
  160. konstruktion durchzusetzen eben der schwere pflug der raffinierter konstruiert war und den boden vollständig um wendete statt ihn nur
  161. aufzureißen dadurch wurde das ausgesäte getreide nicht nur besser vom boden aufgenommen auch wurde der wuchs und unkraut verhindert und nährstoffreichen
  162. humus aus tieferen bodenschichten nach oben geholt so dass die fruchtbarkeit des bodens starke anstieg und man pro hektar viel mehr getreide ernten konnte
  163. als bisher um die vorzüge des betruges voll nutzen zu können brauchte man aber mehr zugkraft als die bisher fast
  164. ausschließlich als zugtiere verwendeten achsen liefern konnten pferde sind zwar zugtiere leistungsstärker als ochsen bisher waren
  165. sie dafür bei nicht einsetzbar gewesen weil das antiker und frühmittelalterlicher zaumzeug werden so sehr auf den hals drückte dass sie beim
  166. ziel schwerer lasten kaum noch luft bekam im elften jahrhundert setzte sich nun aber eine neue art von zug geschirr durch das seinen körperbau von pferden
  167. angepasste q.met mit dessen hilfe sie an das hocheffiziente zugtiere einsetzbaren im ersten und zwölften jahrhundert werden die ochsen dank dieser innovation
  168. mehr und mehr von pferden verdrängt die bedeutendste agrarische innovation zentralen ist aber wahrscheinlich die in dieser zeit stattfindende durchsetzung
  169. des systems der dreifelderwirtschaft in der antike und im frühmittelalter hat es vor allem zwei systeme der feldbestellung gegeben einmal die
  170. primitive brandrodung man brennt ein stück wald niedernberger das von der branche gedüngte land durchgehend bis seine fruchtbarkeit nach ein paar jahren
  171. erschöpft ist und man an eine andere stelle weiter ziehen muss andererseits die fortschrittlichere zwei felder wirtschaft man beackert jeweils
  172. die hälfte seines landes ein bis zwei jahre lang lässt es dann ein bis zwei jahre lang brach liegen damit seine frucht sich wieder erholen man wieder
  173. von vorne beginnen kann in diesem business elfte jahrhundert vor herrschenden system der zwei felder wirtschaft sind also immer nur 50
  174. prozent des landes nutzbar im hochmittelalter verbreitet sich nun aber die entdeckung dass man die notwendige zeit zur regenerierung des bodens
  175. wesentlich verkürzen kann wenn man auf einem acker verschiedene sorten von getreide anbaut bei der dreifelderwirtschaft vietnam
  176. rotationsverfahren auf einem drittel des landes eine sorte von sommergetreide angebaut auf einem drittel eine sorte von wintergetreide und das letzte
  177. drittel liegt brach während bei der zwei felder wirtschaft also nur die hälfte des landes nutzbar ist sind es bei der dreifelderwirtschaft zwei drittel in
  178. besonders ausgeklügelten varianten der dreifelderwirtschaft kann sogar die brachfläche noch ohne erschöpfung des bodens für den anbau anderer
  179. nahrungspflanzen genutzt werden beispielsweise linsen die dreifelderwirtschaft steigert also nicht nur sehr stark den maximal möglichen
  180. ertrag pro jahr sie verringert auch stark die gefahr einer schweren hungersnot weil wetterkatastrophen wie orkane hagelstürme dürren usw jetzt nur
  181. noch eine von zwei teile ernten gefährden stadt die gesamte ernte winter zwei felder wirtschaft in dieser ganzen landwirtschaftlichen
  182. innovationen die sich mir elfter und zwölfter jahrhundert voll entfalten und über europa verbreiten werden manchmal das agrarische revolution des
  183. hochmittelalters bezeichnet und ihre auswirkungen sind tatsächlich revolutionär die enorme steigerung der
  184. landwirtschaftlichen produktivität führt erstens zu einer bevölkerungsexplosion zwischen dem 11 dem vierzehnten jahrhundert wächst die bevölkerung fast
  185. aller europäischen ländern das zwei bis vierfache die gesteigerte produktivität bedeutet aber auch dass man weniger bauern
  186. braucht um dieselbe menge an lebensmitteln zu produzieren und das heißt dann immer größerer anteil der bevölkerung kann freigesetzt werden für
  187. nicht bäuerliche tätigkeit als spezialisierte handwerker kaufleute und so weiter folglich nimmt das städte wesen einen
  188. enormen aufschwung die bestehenden städte wachsen und tausende neue städte werden gegründet die bewohnerinnen dieser städte kaufen ihre lebensmittel
  189. gegen gemünzt das geld bei den bauern der umgebung und verkaufen diesen wiederum handwerks erzeugnisse textilien usw deren vielfalt und qualität umso
  190. höher steigen je mehr handwerker es gibt die sich ganz auf die verfolgung und spezialisierungen ihres handwerks konzentrieren kann die bauern werden
  191. dadurch in die geldwirtschaft hineingezogen die verwendung von gemünzten geld wird in allen bevölkerungsschichten alltäglich
  192. so beeindrucken die entwicklung des städte wesen zum hochmittelalter auch sein mag die große mehrheit der bevölkerung bleibt bauern und das heißt
  193. das enorme bevölkerungswachstum dieser jahrhunderte führt nicht nur zur entstehung zahlloser neuer städte sondern vor allem auch zu einer massiven
  194. bäuerlichen siedlung bewegung überall in europa werden die wälder gerodet um neues ackerland für neue bauern stellen zu schaffen am ende dieses prozesses im
  195. vierzehnten jahrhundert sind die waldflächen in mitteleuropa auf ein kleineres maß zusammengeschrumpft als heute im einundzwanzigsten jahrhundert
  196. und diese bauliche siedlungs- bewegung ist es die zu einer tiefgreifenden verwandlung der mittelalterlichen sozialstruktur und zum ende von fronhof
  197. wirtschaften die eigenschaft führt wie kam es dazu als sehe ich im zuge der rs enormen bevölkerungswachstums hunderttausende
  198. von bauern söhnen auf den weg machten irgendwo in der ferne eine eigene bürgerliche existenz zu begründen da begannen die großen feudalherren die
  199. könige herzog grafen miteinander darum zu konkurrieren wer die meisten dieser siedler abbekommt bis zum elften jahrhundert bestand der großteil europas
  200. aus unbesiedelten über wäldern aus heutiger perspektive ökologisch reizvoll aus perspektive der damaligen feudalherren aber nutzloses land wenn
  201. neu angekommene bäuerliche siedler dieser urwälder nun roden und dort neue bauern siedlung neue märkte neue städte errichten dann steigert das durch den
  202. anstieg von bevölkerung steueraufkommen agrarischer und handwerklicher produktion gemacht und den reichtum des freude an reiches auf dessen territorium
  203. sie entstehen die feudalherren hatten also ein lebhaftes interesse daran möglichst viele siedlungs- willige bauernsöhne
  204. gerade für irland anzuwerben und das taten sie dann noch reichlich besonders auf dem zwölften jahrhundert üblicherweise engagiert ein größerer
  205. feudalherr ein herzog grafen bischof oder habt dafür sogenannte lock autoren deren aufgabe darin bestand zunächst einmal die anlage neuer treffern bisher
  206. unbesiedelten gebiete zu planen und dann durch europa zu reisen um bauernsöhne als siedler für den neuen hof parzellen anzuwerben und unter vertrag zu nehmen
  207. da nun jede menge vor der herren möglichst viele siedler haben wollten waren sie gezwungen den angeworbenen neubauern möglichst vorteilhafte
  208. bedingungen zuzugestehen damit sie sich gerade bei ihnen niederlassen und nicht bei anderen herren und der wichtigste anreiz dafür bei die gewährung
  209. persönlicher freiheit die angeworbenen siedlern den neuen dörfern waren keine leibeigenen mehr sondern freie männer die zwar für die nutzung ihres land
  210. stücks ein teil der ernte abliefern und steuern zahlen mussten aber keine frohen dienste zu leisten hatten ihre hofwirtschaft ohne einmischung eines
  211. herrn oder seiner verwalter selbstständig führten und die auch die freiheit besaßen ihren hof wieder aufgeben und wegziehen zu dürfen
  212. dadurch entstand vor allem zwölften und dreizehnten jahrhundert ein neues schicht von hunderttausenden persönlich freien bauernfamilien deren verhältnis
  213. zum örtlichen feudalherren nur noch den charakter eines vertraglichen pachtverhältnisses trug das wiederum hat auch massive soziale
  214. rückwirkungen auf die etablierten alten siedlungsgebiete durch die siedlungs- bewegung und die anlage zigtausender neuer dörfer mit sehr vorteilhaften
  215. bedingungen war es für die bauern plötzlich nicht mehr alternativlos sich der willkür seines herrn auf den friedhöfen beugen zu müssen
  216. wenn ein herr seine bauern zu sehr auspressen oder misshandelte dann konnten diese jetzt ihre sachen packen und eine neue bürgerliche existenz unter
  217. viel besseren bedingungen in einem der neuen siedlungsgebiete beginnen oder aber an die ständig wachsenden städte abwandern dort ein leben als
  218. lohnarbeiter und irgendwann vielleicht einmal selbstständige handwerker der kleinhändler für denn den langen kämpfen
  219. mit den feudalen gewalten meist mehr oder weniger autonom gewordenen städte garantierten zugewanderten bauern nach verstreichen einer bestimmten zeit ihre
  220. freiheit ein herr der seine macht gegenüber den bauern zuseher missbrauchte musste jetzt also damit rechnen dass seine güter
  221. menschenleeren damit nutzlos wurden und eine solche abwanderungsbewegung von den alten fronhofen fand vielerorts stadt um ihre bauern zu halten mussten die herren
  222. hier regime also lockern und den bauern immer mehr freiheiten zugestehen ab dem zwölften jahrhundert beginnt sich die leibeigenschaft in west und
  223. mitteleuropa damit aufzulösen die bauern müssen kaum noch frondienste leisten sondern fast nur noch abgaben und steuern leisten und oft erhalten sie
  224. formell ihre persönliche freiheit zugesprochen weil nach gegen zahlung einer ablöse in geld schließlich lag der übergang von der
  225. fronhof wirtschafts an renten wirtschaft auch immer mehr in ökonomischem eigeninteresse der herren selbst zur erinnerung von der spätantike bis etwa
  226. ins elfte jahrhundert spielte günstiges geld in europa nur eine sehr untergeordnete rolle der handel bei unterentwickelt städtische märkte waren
  227. selten und sie boten nur eine geringe vielfalt von produkten an die wirtschaft war fast gänzlich regional und autark die bauern versorgten sich selbst mit
  228. ihren eigenen erzeugnissen um die grundherren lebten davon dass sie sich ein teil des bäuerlichen arbeits produkte an eignen es gab gar nicht so
  229. viel was man anders so primitiven wirtschaftsordnung mit geld anfangen konnte und folglich war es für die feudalherren auch nicht oberste
  230. priorität möglichst viel gemünzt das geld zusammenzubekommen das ändert sich aber jetzt im
  231. hochmittelalter ab dem elften jahrhundert mit dem enormen aufschwung des städte wesens und des harmlosen mit dem aufkommen eines bankwesen nimmt geld
  232. dann immer größere rolle ein und vor allem gibt es immer mehr was man mit geld anfangen kann in dem maße in dem der handel an wächst es immer mehr
  233. spezialisierte handwerker gibt und immer mehr wachsende städte mit allen möglichen urbanen vergnügung gibt es eine immer größere bandbreite von gütern
  234. und dienstleistungen wie man sich für günstiges geld kaufen kann die grundherren wollen deswegen jetzt möglichst viele klingende silbermünzen
  235. in die hand bekommen und das geht am einfachsten und unkompliziertesten indem man statt selbst einen großen agrarbetrieb zu verwalten und sich mit
  236. absatz seiner produkte zu kümmern das land einfach gegen feste geld abgaben wären bauern zu verpachten beginnt deswegen lösen die herren jetzt ab dem
  237. 12 13 jahrhundert ihre frohnhöfer mehr mehr auf und verpachten dass dormann irland ebenfalls als kleinen parzellen an bauern die ihnen dafür geld renten
  238. zahlen müssen oder bei keine frondienste mehr leisten oder fast keine mit der leibeigenschaft löst sich also auch das system des fronhof immer mehr
  239. auf die herren ziehen sich aus dem leben des dorfes zurück und werden rentenbezieher die irgendwo draußen in ihrer burg oder ihrer stadtresidenz
  240. sitzen nun dort die abgaben ihrer bauern verzehren die zeiten in denen der herr persönlich im dorf präsent ist über die felder läuft in einem nachlässigen
  241. bauern einst mit dem stock überzieht sind vorbei mit dem rückzug der herren aus dem alltagsleben des dorfes und der
  242. gewachsenen freiheit der bauern müssen die bauernfamilien ihre angelegenheiten nun selbst in die hand nimmt und eine dörfliche selbstverwaltung aufbau
  243. die dorfgemeinschaft entsteht wie sieht das leben einer solchen typischen hochmittelalterlichen dorfgemeinschaften und konkrete aus hier sehen wir uns
  244. zunächst die äußere gestalt des dorfes an im frühmittelalter waren die bäuerlichen siedlung üblicherweise ist er locker gewesen einzelner freistehende
  245. höfe mit großem abstand untereinander oft um ein herrenhof herum verstreut und mit ihrer parzelle gleich hinter dem hof im hochmittelalter verdichten sich diese
  246. weiler immer mehr zur kompakten dörfer in denen die bauern häuser dicht an dicht stehen es gibt zwar auch im hoch- und spätmittelalter immer noch auch
  247. isolierte einzel höfe und lockere weiler aber das dichte haufen dorf setzt sich immer mehr normalfall durch in diesen haufen dörfern sind nun wohnungen fällt
  248. der bauern räumlich getrennt das typische hochmittelalterliche dorf gliedert sich in drei zonen die innerste zone das eigentliche dorf besteht dass
  249. den dicht beieinander stehenden wohnhäusern der bauern der kirche eventuell ein paar handwerksbetrieben ab dem spätmittelalter immer öfter auch
  250. einer dorfschänke üblicherweise ist jedes bäuerliche wohnhaus in einem kleinen umzäunten garten umgeben in dem die bauernfamilie
  251. etwas obst gemüse oder hülsenfrüchte anbau um die eintönige getreide nahrung durch etwas vitaminreiche beigaben zu ergänzen
  252. das ganze dorf wiederum ist von einem hohen zaun umgeben dem sogenannten etr dieser etr schützt das dorf gegen wilde tiere und unbefugte eindringen länge und
  253. erhält sich in manchen teilen europas bis ins neunzehnte jahrhundert jenseits des vom etwa umschlossenen dorfes kommt das zweite zone das
  254. ackerland auf dem getreide als hauptereignis angebaut wird dort wo sich die dreifelderwirtschaft schon durchgesetzt hat ist dieses
  255. ackerland in drei so genannte zählten unterteilt auf der einzellige wird sommer getreide angebaut auf einer wintergetreide und die dritte liegt
  256. brach jeder bauernfamilie des dorfes verfüge innerhalb jeder dieser zellen über eine eigene landparzelle deren ertrag ihr gehört die
  257. dreifelderwirtschaft des hochmittelalters ist also eine interessante mischung aus kollektiver und individueller wirtschaft in
  258. einerseits hat jeder bauernfamilie ihre eigenen landparzellen deren ertrag ihr gehört andererseits hat sie ihre landstücke
  259. aber auch nicht bebauung wie sie will sondern muss sich an die verordnung des dorfes halten dh zu einem festgesetzten zeitpunkt zusammen mit allen anderen
  260. familien nach ihren parzellen die vorgeschriebenen sorten schon getreide aus sein und ernten weil die einzelnen familien parzellen
  261. innerhalb einer zelle üblicherweise sehr schmal sind und direkt aneinander grenzen wäre eine effiziente dreifelderwirtschaft nämlich unmöglich
  262. wenn jede familie ihre parzelle an bord was sie will und wann sie will damit der boden sich planmäßig regenerieren kann muss auf der gesamten zelle gleichzeitig
  263. dasselbe angebaut werden nach belieben individuell wirtschaften darf die bauernfamilien uhr im kleinen haus garten nicht aber draußen auf dem acker
  264. jenseits der getreideacker schließlich kommt die dritte zone die allmende die allmende ist das land das allen mitgliedern der dorfgemeinschaft
  265. gleichermaßen gehört und dass jede familie kostenlos für den eigenbedarf nutzen darf ein typischer weise besteht die allmende aus einer großen
  266. wiesenfläche an die sich am waldsaum anschließt die wiese dient dem zug für den ochsen und pferden als futter weiter der wald hat eine ganze menge funktion
  267. dort wird durch das fällen von bäumen bau und brennholz gewonnen dorthin treibt man die schweine damit sie sich an eicheln bucheckern oder kastanien
  268. meisten und dort sammelt man beeren pilze kräuter und wurzeln als willkommene zusatznahrung der verwaltung dieses systems dienen die
  269. institutionen der dorfgemeinschaft die dorfgemeinschaft ist eine basisdemokratische gemeinschaft deren wichtigste institution die regelmäßige
  270. volker samen aller familienoberhäupter darstellt auf diesen dort versammlungen wird über die wichtigsten aktuellen angelegenheiten diskutiert hier werden
  271. die termine für aussaat und ernte auf den zellen festgelegt hier wird bestimmt wie viel holz man im wald entnehmen und wlan sind vierten dorf beiden beiden
  272. lassen darf um übernutzung der allmende zu verhindern und hier werden die funktionsträger der dorfgemeinde gewählt der wichtigste davon ist der
  273. dorfvorsteher der regionale eine menge verschiedener amtsbezeichnung trägt norddeutschland heißt oft dorfschulze in süddeutschland schultheiß diese
  274. dorfvorsteher hat eine doppelfunktion einerseits als demokratisch gewählter repräsentant der dorfgemeinschaft andererseits aber auch als vertreter des
  275. freiherrn in der dorfvorsteher nämlich hat die pflicht die abgaben die jede familien dem portal herrn schuldig ist ein zusammen und dem herrn oder einem
  276. seiner dienst leute zu übergeben wenn eine familie nicht zahlt und damit die gesamtsumme nicht stimmt haftet dafür das ganze dorf der dorfvorsteher muss
  277. die bauern also ammann pünktlich und korrekt ihre abgaben zu zahlen auch hat der dorfvorsteher die pflicht darauf zu achten dass innerhalb des
  278. dorfes die gesetze des örtlichen feudalherren eingehalten werden und bagatelldelikte wie beleidigung leichte körperverletzung oder kleine diebstähle
  279. werden von ihm untersucht und gerichtet oft zusammen mit einem mehrköpfigen dorf gericht dass solche geringen delikten ohne einmischung von außen selbst regeln
  280. darf durch die ermahnungen geldbußen oder sonstige strafen begeht ein mitglied der dorfgemeinschaft dagegen ein schwerverbrechen muss es den
  281. feudalherren ausgeliefert werden um von ihm gerichtet zu werden eine andere gewählte funktion ist beispielsweise dieses dorf hirten der das 4 aller
  282. familien auf die allman betreibt und dort bewacht eine weitere wichtige figur im leben des dorfes ist natürlich der pfarrer der
  283. zwar nicht von den dorfbewohnern gewählt sondern von außen eingesetzt wird der üblicherweise in hama mann war deren alltag und die sorgen der bauern halte
  284. die zehnten die bauern an die kirche zu zahlen hatten landeten den kassen der bischofspalast an der großen klöster aber kaum in hütten der dorfpfarrer die
  285. um zu überleben oft selbst etwas landwirtschaft für den eigenbedarf treiben mussten in den spätmittelalterlichen bauernaufstände
  286. standen die dort fahrer dann noch sehr oft auf der seite der aufständischen die dorfgemeinschaft ist aber nicht nur eine rein ökonomische
  287. zweckgemeinschaft sondern auch eine soziale kulturelle gemeinschaft mir regelmäßig etwa zum namenstag des dorf heiligen oder im kirchbautag fanden
  288. kollektiv veranstaltete fest der dorfgemeinschaft statt am sonntag sei es das ganze dorf gemeinsam der kirche und es war selbstverständlich dass die der
  289. familie zur feier einer hochzeit an der taufe oder zu einer beerdigung das ganze dorf einzuladen und zu bewerten hatte jede familie war darüber auf dem
  290. laufenden was in jeder anderen familie gerade vorgeht eine intimität die an vielen orten so weit ging das ist normal war dass ich nach einer hochzeitsfeier
  291. das dorf um das bett des brautpaares versammelte um zuzuschauen wie gebraut entjungfert und die er damit vollzogen wird und
  292. die dorfgemeinschaft war einige witzige machenschaften wenn beispielsweise ein bauernhaus abbrand was bei der damaligen holzbauweise und beim heizen und kochen
  293. mit offenem feuer recht oft passierte mussten die anderen familien die obdachlosen brandopfer bei sich aufnehmen und die ganze dorfgemeinschaft
  294. baute ihnen gemeinsam ein neues haus sehr oft arbeitete auch das ganze dorf zusammen auf dem feld aus ernte oder heimat waren gemeinschaftliche
  295. ereignisse die diktatorische struktur der alten fronhof wirtschaft hatte der etablierung demokratischer bäuerlicher kommunen platz gemacht
  296. der demokratische charakter der dorfgemeinschaft muss allerdings in zweifacher hinsicht relativiert werden erstens handelt es sich um eine
  297. demokratie der männer gleichberechtigt sind nur die männlichen familienoberhäupter während die frauen innerhalb der dorfgemeinschaft
  298. üblicherweise keinerlei politische rechte besitzen frauen unter stehen bis zu ihrer eheschließung unter mehr oder weniger uneingeschränkten gewalt ihres
  299. vaters und danach der ihres ehemannes die ehre trägt im mittelalter noch unverhüllten ohne ideologische romantisierung und kaschierung den
  300. charakter eines unterwerfung instrument der frauen unter die herrschaft des mahners gehen werden nicht das liebe geschlossen
  301. sondern von den eltern nach sozialen und ökonomischen gesichtspunkten arrangiert ein bauernsohn heiratet nicht um seine seelen gefährten zu finden sondern weil
  302. er die arbeitskraft der frau unbedingt für den betrieb eines bauernhofs brauch und um ihren körper produktionsmittel zur produktion von
  303. kindern zu nutzen kinder sind von vormodernen bauern nämlich doppelt notwendig erstens das unbezahlte hilfsarbeitskräfte in der
  304. bauern wirtschaft andererseits als eine halters versicherung wenn ein bauer alt und gebrechlich wird und nicht mehr arbeiten kann muss er von seinen söhnen
  305. beherbergt und versorgt werden und diese erben dafür als gegenleistung den hof das funktioniert aber nur wenn die kinder zweifelsfrei legitim und von ihm
  306. gezeugt sind und der bassist nicht erbberechtigt und damit auch kaum motiviert oder in der lage im alter für seinen stiefvater zu arbeiten ihr bruch
  307. und die gefahr der geburt unehelicher kinder ist somit eine direkte bedrohung der ökonomischen stellung der bauern und dann seine ehre verletzende angriff auf
  308. sein eigentum dann als sein eigentum betrachtet er seine frau die übergabe der frau vom vater an den ehemann krieg darum den charakter eines
  309. kaufvertrages mancherorts ist es üblich dass die eheschließung symbolisch dadurch besiegelt wird dass der bräutigam seine braut demonstrativ auf
  310. den fuß tritt um zu zeigen dass sie nun in sein eigentum übergegangen ist dann braucht er wohl dass dem bereich des verkaufs stammt in dem entsprechenden
  311. das drakonische unterwerfung der weiblichen sexualität essentiell für die soziale ökonomische position des power und wenn der bauer
  312. ist dabei bewenden lässt seine frau für einen seitensprung nur zu verprügeln konnte sie noch von glück sprechen wenn wir auf ehebruch stehenden strafen an
  313. gerichten der feudalherren waren oft noch viel schlimmer im königreich sizilien unter kaiser friedrich im zweiten beispielsweise das
  314. heute auf das muster eines frühen aufgeklärten status bezeichnet wird stand im dreizehnten jahrhundert auf ehebruch abschneiden der nase und
  315. öffentliche auspeitschung der ehebrecherin ertappte ein mann seine frau auf frischer tat beim ehebruch durfte er sie
  316. und ihren liebhaber legal töten umgekehrt hat männer für ehebruch nur eine moderate geldbuße zu zahlen und angesichts der machtverhältnisse
  317. innerhalb der familie wird es quasi nie vorgekommen sein dass eine ehe brüche germania von seiner frau tatsächlich angeklagt worden wäre
  318. haben das wo differenzierte man ein wenig in england und frankreich beispielsweise durften betrogene ehemann den liebhaber seiner frau nur dann
  319. selbst bestrafen wenn er ihn vorher gewarnt hatte sich seiner frau nicht zu nähern in diesem fall durch der den liebhaber
  320. in frankreich erschlagen während in england immerhin das recht hat ihn eigenhändig zu kastrieren sowohl juristisch als sozial bei
  321. allgemein akzeptiert dass männer außerehelichen sex mit märkten oder prostituierten haben während frauen für außerehelichen sex hart bestraft und
  322. gedemütigt werden in einem tief patriarchalen systems diese doppelmoral logisch denn die frau aus arbeitskraft und produktionsmittel
  323. des mannes der es herrn besitzer an der spitze eines bäuerlichen betriebes steht es versteht sich von selbst dass die ehefrau auch keine ökonomische
  324. verfügungsgewalt über das von ihr arbeitete besaßen die frauen mussten zwar permanent schwer arbeiten nicht nur den haushalt führen
  325. und die kinder groß ziehen sondern auch im bäuerlichen betrieb selbst mitarbeiten das feld bearbeiten das vieh versorgen aber der gesamte ertrag der
  326. von mann und frau gemeinsam betriebenen bäuerlichen wirtschaft gehörte dem mann und dieser durfte darüber frei verfügen diese sklaverei ähnlicher stellung der
  327. frau spiegelt sich auch im erbrecht wieder in manchen regionen waren bürgerliche frauen überhaupt nicht erbberechtigt
  328. in den meisten anderen nur in der viel ungünstigeren bedingungen als männer und einigermaßen frei ist ein selbstbestimmtes leben konnten frauen im
  329. mittelalter nur als between führen wenn sie weder der autorität eines vaters noch der eines ehemannes mehr unterstanden
  330. zweitens wird der demokratische charakter der dorfgemeinschaft durch die zunehmende materielle ungleichheit unter der landbevölkerung eingeschränkt
  331. die lebensverhältnisse der bauern auf einem gutshof oder in einem dorf waren anfangs meist ziemlich egalitär und der alten friedhofs wirtschaft gab es für
  332. die bauern ohnehin keine möglichkeit besitzen zusammen und dadurch eine soziale differenzierung einzuleiten und die neu gegründeten siedlung der
  333. phase der hochmittelalterlichen bevölkerungsexplosion wurden meistens mit der vergabe genau gleich große parzellen an jede neue angesiedelte
  334. familie gegründet im zehnten oder elften jahrhundert hatten die meisten bauernfamilien genug laden zur notdürftigen ernährung aber
  335. kaum jemals wesentlich mehr und umgekehrt gab es auch nur wenige landlose arme im laufe des hochmittelalters und dann
  336. besonders im spätmittelalter werden die materiellen lebensbedingungen aber immer unterschiedlicher erstens war die zunehmende integration
  337. der bauernschaft in markt beziehungen und geldwirtschaft die möglichkeiten individueller bereicherung stark erhöhen mit der im zuge der agrarischen
  338. innovation des hochmittelalters stark gestiegenen produktivität ernten sehr viele bauernfamilien jetzt wesentlich mehr als sie für den eigenbedarf und das
  339. feudale abgab benötigen diese ernte überschüsse können sie individuell auf dem nächsten städtischen markt verkaufen wo die nachfrage der wachsenden
  340. bevölkerung nach lebensmitteln immer mehr steigt getreide und alle anderen landwirtschaftlichen erzeugnisse werden
  341. von 11 bis 14 jahrhundert immer teurer und ermöglichen den bauern damit im laufe der zeit geld vermögen anzusparen umso mehr wenn sie es verstehen sich auf
  342. besondere bedürfnisse des städtischen marktes zu spezialisieren das trifft beispielsweise in klimatisch dafür geeigneten regionen auf beiden bauern zu
  343. den getreideanbau immer mehr zurückstellen und mehr oder weniger reine winzer werden denn nur noch bei 1 für den städtischen markt und den export
  344. produzieren und damit sehr wohlhabend heute werden können es ist auch der fall bei bauern die beispielsweise ja gartenland nutzen um dort bestimmte obst
  345. oder gemüsesorten nur für die stadt anzubauen und schließlich verkaufen die bauern zunehmend auch haus gewerblich hergestellte artikel auf dem markt
  346. häufig lassen die bauern beispielsweise ihre frauen und kinder zu hause textilien herstellen um sie in der stadt zu verkaufen
  347. wenn eine bauernfamilie es geschafft hat dadurch ein kleines geldvermögen zusammenzubekommen kann sie das nutzen in ärmeren nachbarn stücke ihres landes
  348. abzukaufen die eigene anbaufläche zu vergrößern und damit in zukunft noch mehr waren auf den städtischen märkten zu verkaufen
  349. durch vererbung pflanzen sich diese besitze unterschiede unter gerne über generationen hinweg fort werden tendenziell immer größer in besonders
  350. denjenigen regionen in denen das prinzip der vererbung des gesamten hof für seinen ältesten sohn herrscht wie in mittel und ostdeutschland bayern oder
  351. österreich in diesen regionen bildet sich bald eine das dorfleben beherrschende schicht wohlhabender großbauern denn einerseits viele arme
  352. kleinbauern gegenüberstehen andererseits ganz besitzlose menschen die entweder das lohnarbeiter in die stadt gehen oder knechte mägde als dienst leute am hof
  353. eines der großbauern unterkommen müssen und besitzlose knechte haben der dorfgemeinschaft kein politisches mitspracherecht
  354. in westdeutschland oder ein großteil frankreichs herrscht dagegen das prinzip der sogenannten realteilung dh der hof wird nach dem tod eines bauern
  355. gleichmäßig unter all seinen söhnen aufgeteilt wodurch ist erzählt sondern zersplitterung des landbesitzes und der entstehung sehr vieler kleiner oft kaum
  356. lebensfähiger bauern stellen kommt dass bauern zu wirklichem individuellen reichtum gelangen wird dadurch zwar sehr erschwert aber dafür herrschen
  357. realteilung gebieten eine egalitäre demokratischere atmosphäre als einen alleinerben gebieten wo die erbberechtigten ältesten söhne der
  358. großbauern innerhalb des dorfes eine autoritäre fast aristokratisch anmutenden stellung einnehmen der französische soziologe und
  359. historiker emanuel tor vertritt sieht im gegen unterschied zwischen der realteilung zum alleinerben gebieten sogar eine jahrhunderte lange
  360. nachwirkende wurzel für die politische und gesellschaftliche entwicklung bis in die neuzeit in realteilung gebieten in nordfrankreich oder dem westlichen rand
  361. deutschlands wo die bauernsöhne gleichberechtigt aufwuchsen und wo die besitze unterschiede zwischen den bauern gemäßigt war hätten sich liberale
  362. demokratische und egalitäre ideen viel früher entwickelt und viel leichter durchgesetzt als alleinerben gebieten die preußen bayern oder österreich wo
  363. die menschen von kindheit an mit grasser ungleichheit innerhalb der familie wie innerhalb des dorfes aufgewachsen war und wo autoritäre und hierarchische
  364. ideen deswegen wissen die moderne hinein viel stärker gewesen sein dass in westeuropa die tendenz der ökonomischen entwicklung
  365. ging jedenfalls über allen richtung wachsender ungleichheit innerhalb der bauernschaft wer noch mit regional verschiedener intensität
  366. alles in allem aber war die hochmittelalterliche expansions- periode von 11 bis 14 jahrhundert und dabei insbesondere das 12 13 jahrhundert wohl
  367. glücklichste zeit wie das europäische bauern tun bisher erlebt hatte die ernährungslage der bauern war im allgemeinen gut ihre persönliche
  368. freiheiten die innere autonomie des dorfes viel größer als zuvor und viele bauern konnten die konjunktur nutzen und wohlstand erwerben
  369. dieses system aber geriet im vierzehnten jahrhundert eine tiefe krise zunächst weil die expansionen ihrer geographischen wie demografischen
  370. grenzen schließen und die chance kassierten agrar technischen fortschritte hatten die produktivität gegenüber dem frühmittelalter zwar stark
  371. erhöht aber nach dem zwölften jahrhundert gab es keine großen neuen fortschritte mehr um die wachsenden bevölkerungszahl zu
  372. ernähren musste also die ackerfläche immer weiter ausgedehnt werden und das geschah einerseits durch rodung von wäldern und nutzbarmachung von sümpfen
  373. und anderen schwer zugänglichen gebieten innerhalb der bereits besiedelten region andererseits durch eroberung neuer länder auf denen man die einheimische
  374. bevölkerung unterwerfen konnte um auf ihrem gebiet neue siedler anzusetzen im größten umfahren geschah das im heutigen rost deutschland und entlang
  375. der ostseeküste im zehnten jahrhundert endete der deutsche sprach und kulturraum noch an der elbe östlich davon lebten slawischer
  376. meistens nicht christliche stimme unter dem vorwand ihrer christianisierung unternahm expeditionen deutscher rittern und vom zehnten bis
  377. vier zehnten jahrhundert regelmäßige eroberungszüge gegen die islamischen länder um sich auf dem eroberten gebiet selbst neu feudal herrschaften zu zimmer
  378. und dort deutsche bauern hoeneß kolonisten anzusehen ein ganzer ähnlichen charakter trugen die kreuzzüge im nahen osten und die
  379. rekord ist da in spanien wo jeweils christliche ritter truppen islamisches gebiet eroberten und zur stützung ihrer macht christliche siedler heranzogen
  380. die militärischen möglichkeiten des rittertums stießen aber irgendwann an grenzen im nahen osten kollabierten die
  381. kreuzritter starten schon im 13 jahrhundert in ostmitteleuropa kam die deutsche ost kolonisation im vierzehnten jahrhundert weitgehend zum stillstand
  382. und auch in spanien ging direkt kister nur noch im schneckentempo voran erst ende des 15ten jahrhunderts war die ganze iberische halbinsel christlicher
  383. hand den eigenen bevölkerung überschuss in eroberte länder zu exportieren ging also nur noch sehr begrenzt die alternative
  384. war die bienen kolonisation also auch immer schlechter und eigentlich ungeeignete böden in den bereits dicht besiedelten regionen zu erschließen im
  385. späten 13 frühen vierzehnten jahrhundert war auch damit so ziemlich das maximum erreicht auch morastige sandiger oder kage gebirgs böden die für
  386. landwirtschaft eigentlich kaum etwa wurden nun erschlossen und besiedelt und ermöglichten den ansiedler nur noch eine sehr dürftige existenz
  387. die siedlungsdichte in west und mitteleuropa war jetzt höher als jemals vorher oder nachher um 1300 gab es in frankreich oder
  388. deutschland mehr ortschaften das heute der wald war von minimum zurück gedrängt noch mehr rodung konnte man nicht durchführen ohne dass die dörfer
  389. sicherer notwendigen am ende um die aristokratie ihre jagdgründe beraubt hatte und die bevölkerung wuchs weiter wieso
  390. so enorm gewachsene bevölkerung wäre jetzt nur noch durch weitere steigerung der produktivität durch neue technische fortschritte so zu versorgen gewesen in
  391. die aber gab es nicht im frühen vierzehnten jahrhundert kam es erstmals seit vielen generationen wiederzuwählen schwere hungersnöte die zeit ungefähr
  392. von 1300 bis 13 147 war eine zeit der stagnation örtlich auch schon des bevölkerungsrückgangs und der verarmung
  393. und dann kam die pest die 1347 einsetzende große ps des eines der katastrophalsten ereignisse der dokumentierten menschheitsgeschichte
  394. da ich in einem anderen beitrag schon ausführlicher darauf eingegangen bin muss ihre geschichte hier nicht noch einmal erzählt werden es genügt
  395. festzustellen dass die erste große welle etwa ein drittel der gesamten europäischen bevölkerung getötet haben dürfte und dass mehrere weitere best
  396. wellen der zweiten hälfte des vierzehnten jahrhunderts die bevölkerung noch tiefer fallen ließen zu beginn des 15 jahrhunderts hatte sich
  397. die bevölkerung in vielen teilen europas gegenüber dem niveau des frühen 14 jahrhunderts halbiert etwas zynisch könnte man meinen nun ja
  398. das problem der relativen überbevölkerung war damit doch immerhin gelöst jede menge land war nun wieder frei und somit müsste sich die lage der
  399. bauern jetzt doch eigentlich wieder gebessert haben also einfach ist es aber nicht tatsächlich begann mit der pest für die
  400. bauern eine lange zeit tiefer krisen und einer verschärfung des feudalen regimes der demografische kollaps hat die städte wo die menschen dicht an dicht lebt und
  401. sich massenhaft infizierten relativ am schlimmsten erwischt viele städte verloren die hälfte oder gar 2 dreht lehrer bevölkerung die stadt
  402. bewohnerinnen sind habe die wichtigsten käuferinnen agrarischer produkte und mit dem drastischen sinken der stadtbevölkerung sank folglich auch
  403. massiv nachfrage nach lebensmitteln auf den märkten sowohl die bauern also die feudalherren erlitten also enorme einkommenseinbußen
  404. durch die gesunkenen preise für lebensmittel die dadurch noch verschärft wurden dass die ps die lohnkosten für die beschäftigung von hilfsarbeitern
  405. stark erhöhte denn durch die gesunkene bevölkerung über menschliche arbeitskraft knapp und damit teuer geworden
  406. zahlreiche von den feudalen gewalten erlassene gesetze über höchst löhne zur begrenzung der lohnentwicklung waren nur mäßig erfolgreich während die pest also
  407. zu einem starken anstieg des lebensstandards der käufer von agrarprodukten führte bedeutete sie gleichzeitig einen einbruch der
  408. einnahmen der verkäufer von agrarprodukten für die bauern war das zwar unerfreulich aber auch nicht so dramatisch nach wie
  409. vor produzierten die meisten bauernfamilien an großen teil der benötigten güter selbst und ernähren konnte sie sich sowieso aus ihrer
  410. eigenen produktion zumal seitdem die pest dazu geführt hatte dass eine menge frei gewordenen ackerland das günstig verfügbar wurde
  411. die bauern waren nicht zwingend darauf angewiesen möglichst viel gemünzt das geld zu verdienen anders sei das aber bei den feudalen
  412. heraus die sich wie schon skizziert im laufe des hochmittelalters immer mehr zur reinen rentenbeziehern entwickelt hatten die in ihren boden und
  413. stadtpräsidenten die abgaben ihrer bäuerlichen pächter verpassten je weniger ihrer bauern nach der pest noch am leben war und je weniger
  414. münzgeld sind mit dem verkauf ihrer ernte überschüsse noch erzielen konnten desto spärlicher floss auch der strom von silbermünzen von den dörfern in die
  415. kasse der herren in regionalgeschichtlichen studien konnte gezeigt werden dass die renten einnahmen der feudalherren in vielen regionen
  416. europas im vierzehnten und frühen fünfzehnten jahrhundert um zwei drittel und mehr santen zunächst versuchte man es mit tricks wie
  417. einer ständigen verschlechterung der münzen dh an der senkung des edelmetall gehalts um aus einer bestimmten menge silber mehr münzen treten zu können
  418. schnell zeigte sich aber dass die dadurch ein gang gesetzte inflation alles nur noch verschlimmert um den lebensstandard an denen sie sich im
  419. laufe des hochmittelalters gewöhnt hatten einigermaßen halten zu können mussten sie die ausbeute und ihre noch verbliebenen bauern intensivieren und um
  420. die widerstrebenden bauern die sich an günstigere und freiere lebensverhältnisse gewöhnt hatten dazu zwingen zu können sich diesen
  421. gesteigerten forderungen zu beugen mussten die herren danach streben wieder eine direktere herrschaft über das dorf auszuüben
  422. ab dem mittleren vierzehnten jahrhundert versuchen die feudalherren überall die autonomie der dorfgemeinschaft einzuschränken die abgabenlast zu
  423. erhöhen die frondienste wieder einzuführen oder noch bestehende frondienste auszudehnen mancherorts wie in ostdeutschland und
  424. österreich haben sie damit durchschlagenden erfolg und beginnt eine ära der zweiten leibe eigenschaft in ostdeutschland kommt dass im
  425. spätmittelalter in der frühen neuzeit sondern so vollständigen unterwerfung der bauern unter die arme stoke ratti dass die alte fronhof verfassung quasi
  426. wieder hergestellt wird mit allmächtigen despotischen örtlichen feudalherren und rechtlosen leibeigenen bauern hier liegt die wurzel des preußischen junker tun
  427. dass ich als soziale institution erst ab dem 19 jahrhundert wieder aufzulösen beginnt in westeuropa kommen die feudalherren
  428. nicht soweit und schlägt in viel massivere bürgerlicher widerstand gegen die wut der bauern über die neuen zumutung der aristokratie entleiht sich
  429. nicht einigen bauern aufständen in den hundert tausende bauern für die verteidigung ihrer freiheit die waffen ergreifen in der zweiten hälfte des
  430. vierzehnten jahrhunderts in den französischen und englischen bauern kriegen im fünfzehnten jahrhundert in kleinem maße über allen mittel europa
  431. und besonders in böhmen wo die hussiten bewegung religiöse reformation und bäuerlichen widerstand vereint und schließlich als letzter und gewalt texte
  432. aller bauernaufstände der große deutsche bauernkrieg im frühen sechzehnten jahrhundert schon an der schwelle zur neuzeit
  433. alle diese bauernaufstände werden zwar letztlich militärisch niedergeworfen aber die stärke des bürgerlichen widerstandes in westeuropa bremst die
  434. entwicklung derartigen macht ausdehnung doch ab im allgemeinen kann eine rückkehr zur vollen leibeigenschaft hier verhindert werden aber die geschichte
  435. des bäuerlichen widerstandes und der bauernkriege im spätmittelalter ist ein anderes thema als für eine eigene ausführlichere episode
  436. zum abschluss der heutigen episode würde ich noch einige lektüre empfehlung geben für alle die sich mit dem thema näher beschäftigen wollen das erste buch das
  437. ich empfehle wäre werner röers bauern im mittelalter dass meine hauptquelle für diesen beitrag war dass alle hier behandelten aspekte ausführlicher
  438. darstellt und auch aspekte schiller die ich nur gestreift oder auch gar nicht behandelt habe so wer sich mehr beschäftigen will mit dem alltag der
  439. wirtschaftsweise den rechtlichen verhältnissen der bauern im mittelalter werner rosen aus bauern im mittelalter ist ein fantastisches buch dazu als
  440. ergänzung in würde ich noch drei weitere bücher empfehlen die entweder zeitlich etwas andere periode oder andere aspekte des bäuerlichen lebens behandeln das
  441. buch von werner rosener konzentriert sich in erster linie auf die verhältnisse im hochmittelalter also eine hälfte des vierzehnten jahrhundert
  442. wer mehr darüber erfahren wie die bäuerliche wirtschaft im frühmittelalter in karolingischer zeit ausgesehen hat dem würde ich zwei bücher empfehlen von
  443. französischen historiker einmal das großartige buch die welt der karolinger von pierre ich seh das nicht nur bäuerliches leben sondern die gesamte
  444. karolingische gesellschaft im europa des achten und 19 19 jahrhunderts auf eine sehr anschaulichen sehr detailliert weise schildert von kulturellen aspekten
  445. über ökonomische aspekte bis zur politik kriegführung geistesleben das zweite buch ist georges tobis krieger und bauer das etwas später nach die schere ansetzt
  446. und die zeit der klassischen fronhof wirtschaft vom neunten bis elften jahrhundert behandeln und schön zeigt wie durch die auflösung der fränkischen
  447. reichs gewalt in dieser zeit die fronhof wirtschaft der voll entwickelte feudalismus entsteht schließlich als abschluss walhalla dieser autor die
  448. rolle der frauen im mittelalter sehr stiefmütterlich behandeln nur am rande streifen würde ich als ergänzung stark empfehlen schule mieter haas großartiges
  449. buch die frau im mittelalter das nicht nur das leben bäuerlicher frauen sondern aller gesellschaftlichen stände vom neunzehnten jahrhundert bis ins
  450. spätmittelalter sehr anschaulich schildert schulamt ahadi frau im mittelalter sehr empfehlenswert ergänzung wenn man sich nicht nur für
  451. die geschichte der männlichen familienoberhäupter sondern auch der frauen im mittelalter interessiert damit schließe ich für heute die episode des
  452. zu ändern wir hatten den nächsten wochen wahrscheinlich noch einen weiteren historischen beitrag geben zur situation der bäuerlichen bevölkerung im
  453. spätmittelalter in der frühen neuzeit

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