Die Entwicklung des Feudalismus und das Leben der Bauern im Mittelalter Fabian Lehr https://www.youtube.com/watch?v=EJ1mxJU0qtQ Transkript (automatisch erstellt) 0:02 bei uhren stellten im vormodernen europa immer etwa 90 bis 95 prozent der bevölkerung bäuerliches leben weil die normale 0:11 existenz fast aller menschen und ihre arbeit ernährte alle anderen trotzdem liegt der fokus der meisten darstellungen mittelalterlichen lebens 0:20 auf den malerischen leben der ritter und fürsten auf ihren burgen oder der manche bischöfe in ihren klöstern und palästen wenn das leben der bäuerlichen riesigen 0:31 mehrheit der mittelalterlichen bevölkerung so viel weniger interesse und beachtung findet dann einerseits weil man sich häufiger monotonen 0:39 uninteressant andererseits weil man sich als statisch ohne entwicklung vorstellt und bäuerliches leben scheint immer gleich gewesen es scheint geschichtslos 0:50 zu sein das aber ist eine ganz falsche vorstellung in die bäuerlichen lebens verhältnisse haben sich im laufe des mittelalters mehrmals drastisch 0:59 verändert die welt der europäischen bauern im frühmittelalter sich ganz anders aus dem hochmittelalter und im hochmittelalter ganz anders aus dem 1:07 spätmittelalter schauen wir uns die chronologische entwicklung etwas näher an der feudalismus hatte sich bereits im 1:15 römischen reich abgezeichnet als einen ersten beiden nachchristlichen jahrhunderten die großen römischen eroberungskriege endeten geriet das 1:24 system der antike slawen wirtschaft in einer krise die römischen grossgrundbesitzer hat mir nachschub an slavin bisher aus zwei quellen bezogen 1:34 erstens aus den maßen von kriegsgefangenen die nach jedem neuen eroberungs trägers darwin verkauft worden waren 1:41 andererseits von slawen händlerinnen die private raubzüge im ganzen mittelmeerraum unternahmen um menschen einzufangen und mit italien als sklaven 1:49 zu verkaufen beide optionen begann ab dem ersten jahrhundert nach christus langsam wegzufallen 1:57 dadurch dass das imperium den gesamten mittelmeerraum annektiert und eine römische provinzen umwandelte standen und dessen gesamte zwar nicht zur 2:05 römischen bürgern aber doch zu untertanen des reiches gewordene bevölkerung unter deren schutz der römischen gesetze und durfte nicht 2:13 einfach gekippt und die sklaverei verkauft werden wie es bisher mit nicht reichs angehörigen personen legal gewesen war 2:21 andererseits wurden als das reich langsam eine gewisse territoriale sättigung ja überdehnung erreicht hatte auch immer weniger kriegsgefangener 2:30 gemacht die die slawen märkte hätten füllen können die kriege kaiser trajan es auf dem balkan und im mittleren osten zu beginn 2:38 des zweiten jahrhunderts nach christus waren die letzten großen römischen eroberungskriege es kamen also immer weniger neues leben auf dem markt und 2:47 folglich wurden slawen seltener und teurer die zeit der stets massenhaft verfügbaren billig sladen war vorbei 2:55 immer teurer werdende slavin einzukaufen um sie als unqualifizierte arbeitskräfte plantagen einzusetzen wurde für die römischen grundbesitzer also immer 3:04 weniger rentabel auf diese entwicklung reagiert nicht laden halt auf zwei arten einerseits indem sie ihre kostbare gewordenen slawen pfleglicher behandelt 3:15 und sie zu höherer produktivität zu motivieren versuchten ab dem ersten jahrhundert nach christus wird es üblich dass die mehrheit aller sklavin wenn sie 3:24 immer brav und fleißig waren nach einigen jahrzehnten freigelassen werden diese perspektive nach einiger zeit ein freier bürger werden zu können wenn man 3:34 sich jetzt aber gut bewährte sollte ein anreiz für die slawen seinen möglichst produktiven vorbildlich zu arbeiten gleichzeitig wurden die 3:42 lebensbedingungen der sklaven verbessert er sie durften jetzt für einen tag der ersehnten freilassung geld sparen und sondereigentum besetzen das sogenannte 3:51 pico jung und sklavin körperlich schwer zu misshandeln oder gar zu töten wurde gesellschaftlich geächtet und war ab dem zweiten jahrhundert nach christus 4:00 schließlich auch gesetzlich verboten seit tagen rar und teuer wurden konnte man sie nicht mehr als einem wegwerfartikel barren gewinn der späten 4:09 republik sondern musste darauf achten ihre lebenserwartung ihren gesundheitszustand zu steigern das alles war nur symptombehandlung 4:19 revolutionär war dagegen eine andere antwort auf die krise das laden wirtschaft der übergang von das laden wirtschaft einem ganz anderen 4:26 wirtschaftssystem dem sogenannten kolonat kolonat bedeutet dass ein großgrundbesitzer seine ländereien nicht 4:35 mehr als einheitlich geführten plantagen von einem heer kassel animierter slavin bearbeiten lässt sondern sondern lernen kleine parzellen aufgeteilt die jeweils 4:43 eine familie persönlich freier bäuerlicher pächter den so genannten kommunen übergeben werden diese cologne 4:52 bewirtschaften irland stück in eigene regie und zahlen dem grundbesitzer für dessen nutzung eine regelmäßige pachtgebühr entweder in form von geld 5:00 oder in form eines bestimmten prozentualen anteils der ernte ist lovin nachschub mochte seltener und teurer werden aber arme freie die 5:10 liebend gerne landparzelle brachten wollten gab es reichlich und noch dazu hatten die ein viel größeres interesse als sklavin daran dass lahm zu intensiv 5:19 wie möglich zu bearbeiten denn je fleißiger sie arbeiteten desto stärker stieg der eigene lebensstandard solche cologne wirtschaften hat es hier 5:30 bereits in der späten republik gegeben aber in der mittleren und späten kaiserzeit wurden sie nun zur vorherrschenden wirtschaftsform im 5:37 ganzen römischen europa und nun veränderte sich auch der charakter des verhältnisses zwischen pächter und runter dieses verhältnis war natürlich 5:47 ein anfang an ein ungleiches gewesen der grundherr war der ausbau der seiner pächter aber der pächter blieb juristisch ein freier mann das kolonat 5:57 verhältnis war ein rein privatwirtschaftlich das vertragsverhältnis dass man auch wieder beenden konnte diese freiheit der 6:04 pächter wird er beim er mehr zu einer fiktion und der späteren täter dann noch formell aufgehoben kaiser konstantin der große lässt im frühen vierten 6:13 jahrhundert nach christus ein gesetz wonach cologne an die schule gebunden werden ihre bauern stelle ohne einwilligung ihres grundherren nicht 6:21 mehr aufgeben und im falle einer flucht wie slavin gefahren und in ketten zurückgebracht werden dürfen von freien pächtern sind die kommunen 6:30 damit de facto zu leibeigenen geworden diese entwicklung wird auch dadurch betont dass der einzelne bauer der staat jetzt nicht mehr in einem direkten 6:40 verhältnis zueinander stehen sondern der grundherr als zwischen instanz mit hoheitlichen befugnissen dazwischen tritt nicht mehr der einzelne bauer 6:48 zahlt steuern an die staatlichen finanzbehörden sondern der grundherr zahlt pauschal für die bewohner seiner gesamten ländereien und treibt das geld 6:57 dann seinerseits bei seinen bauern wieder ein gleichzeitig werden die großen landgüter dem verwaltungsbereich der städte 7:05 herausgetrennt und zur eigenen verwaltungseinheiten in denen der grundherr gewisse polizeiliche und juristische befugnisse gegenüber seinen 7:12 bauern ausübt der grund erst jetzt lassen nicht mehr nur der ökonomische ausbeute der cologne er wird auch administrativ und politisch 7:21 zu ihrem herrn und unterdrücker im spät römischen reich des vierten und fünften jahrhunderts nach christus hat das kolonat sich also bereits zu einer 7:30 art von der gesellschaft im embryonalstadium entwickelt als der westteil des reiches im zuge der völkerwanderung im fünften jahrhundert 7:39 zerfällt und von einer reihe germanischer königreich ersetzt wird ändert sich an diesem gesellschaftssystem kaum etwas 7:45 fundamental des stammes adel der germanischen eroberer passt sich nicht nur kultur und sitten der etablierten romanischen grossgrundbesitzer an 7:54 sondern fügt sich auch bereit wir legen ihr soziales system die germanischen adligen beschlagnahmen ein teil des landes werden dort selbst zu grundherren 8:04 die ökologen für sich arbeiten lassen germanische und romanische grossgrundbesitzer verschmelzen zu einer gemeinsamen klasse von feudalherren 8:13 die größte veränderungen die die germanischen in versionen mit sich bringen besteht darin dass sie noch einmal ein zustrom von freien bauern mit 8:22 sich bringt frage aber nicht adlige angehörige der eroberer stämme eignen sich einen eroberten römischen territorien 8:29 zigtausendfach ein stück land und begründen dort eine unabhängige freie bauern existenz ohne irgend einem herrn untertan zu sein außerdem könig selbst 8:39 dem sie steuern zahlen und heeres dienst leisten müssen als die fronten zwischen dem 6 im neunten jahrhundert ein großteil westeuropas 8:49 wieder zu einem reich vereinigen symbolisiert durch die kaiserkrönung karls des großen am weihnachtstag des jahres 800 da bestehen in diesem 8:57 fränkischen europa verschiedene haben bäuerliche arbeit nebeneinander das sind einerseits immer noch ein recht großer zahl sklaven den unterkünften auf 9:07 dem landsitz ihres herrn leben und dessen felder und das an der direkt nach anleitung bearbeiten beziehungsweise unter der seiner verwaltung 9:15 andererseits gibt es eine menge bauern die zwar unfreien dann die schule gebunden sind aber außerhalb des herren hofes ihre landparzellen eigenregie 9:24 bearbeiten ein eigenes haus bewohnen und ihrem herrn ein teil ihrer ernte abliefern und regelmäßig frondienste führen leisten das heißt unbezahlt alle 9:32 möglichen arbeiten für ihn verrichten müssen die stellung dieser unfreien bauern entspricht weitgehend der der 9:40 spätantiken cologne dritten server gibt es auch eine sehr große zahl freier bauern die besitzer ihres hofes und ihrer felder sind keinen feudalherren 9:50 unterstehen nur dem könig untertan sind diese freien bauern die den könig zur steuerzahlung und heeres dienst verpflichtet sind mitten im kriegsfall 10:00 als infanteristen das rückgrat des fränkischen heeres die masse der fränkischen truppen sind keine berufs krieger sondern solche bauern soldaten 10:08 die auf befehl des königs für ein paar monate den krieg ziehen um dann wieder auf ihren hof zurückzukehren die königliche regierung dienen diesen 10:17 freien bauern eine zentrale stütze ihrer macht hat schützt er in freiheit gegen übergriffe der adligen grossgrundbesitzer die immer wieder 10:25 versuchen freie bauern in hörigkeit zu bringen im achten und der ersten hälfte des neunten jahrhunderts üben die 10:33 fränkischen könige eine relativ strafe herrschaft über ihr reich auch überall werden boden us-stützpunkte königlicher macht gebaut 10:41 und so genannte königs boten die missio mini pc ständig als reisender repräsentanten der regierung das land um überall die königliche autoritäten 10:51 erinnerung zu rufen und die einhaltung der von könig erlassenen gesetze zu überwachen mitte des 19 jahrhunderts zerfällt das 10:59 fränkische reicher mann mehrere teilbereiche die sich gegenseitigen erbitterten bürgerkriegen bekämpfen und unter diesen chaotischen zuständen 11:08 erodiert die königliche autorität stark teil war es so stark dass das königtum besonders im vest rheinischen reich zu einem bloßen schatten wird in den 11:18 provinzen kaum noch reale macht besitzt mit diesem verfall der königlichen macht steigt der autonomie der grossgrundbesitzer und der feudalismus 11:27 erreicht seine voller ausprägung die grossgrundbesitzer machen sich nun von keiner zentralregierung mehr gehindert endgültig zur unumschränkten 11:36 herren auf ihrem gebiet die grundherren machen auf ihren ländereien und ihre eigenen gesetze die ihre bewaffneten milizen durchsetzen und ihre autorität 11:45 zwingen sie jetzt auch einen bisher freien bauern auf angesichts der unkontrollierten macht der adligen grossgrundbesitzer wird die 11:53 unterscheidung zwischen freien und unfreien bauern immer mehr zur fiktion alle bauern im machtbereich eines herrn müssen abgaben leisten frondienste für 12:03 in verrichten und ihn auch politisch als ehrenherren anerkennen vielerorts machen sich auch die kommandanten einziger königlicher burgen 12:12 selbstständig und begründen ihre eigene kleine freude alle grund herrschaft im bereich ihrer burg das einstige fränkische reich zerfällt in einen 12:21 flickenteppich tausende kleiner feudaler territorien deren herren zwar formal noch ein könig ihres jeweiligen teil reiches als ober hernan erkennen mögen 12:31 de facto aber in ihrem gebiet nach belieben schalten und walten wie es ihm passt in diese vertiefung der adligen macht auch gegenüber den bisher freien 12:40 bauern ist aber kein bloßer gewaltakt der herren gegen die bauern es sind auch oft die bauern selbst die um den schutz eines adligen herrn ansuchen 12:48 seit dem zusammenbruch der zentralen komitees das leben in westeuropa nämlich gewalttätig und gefährlicher geworden die tausenden kleineren und größeren 12:59 feudalherren bekämpfen sich untereinander in ständigen fäden und raubzügen und auf solchen raubzügen selbstständige freie bauern die 13:08 leichteste und wehrlose beute wenn ein bauer sich nun an die abhängigkeit von einem mächtigen grundherren begibt dann findet im krisenfall mit seiner familie 13:17 unserem beweglichen besitz zuflucht in der burg des herrn und diese an seine milizionäre verteidigen auch seinen hof gegen marodierende einträgen länger 13:27 dazu kommt dass mittel- und westeuropa seit dem kollaps der fränkischen königs gewalt von einer welle neuer invasion heimgesucht werden im neunten 13:37 jahrhundert richten see fahren die skandinavische räuber beamten die wir heute wikinger nennen auf ihren streifzügen bis tief ins landesinnere 13:44 entsetzliche verwüstungen in ganz nord westeuropa an und etwas später beginnt von osten her die invasionen es aus asien nach europa eingewanderten 13:53 nomadischen reiter volkes der ungarn in solchen zeiten hat die existenz als isolierter freie kleinbauer kaum zukunftsaussichten immer mehr bisher 14:05 freie bauern sind bereit einen grossgrundbesitzer sich an herrn anzuerkennen und dem abgaben und dienste zu leisten wenn dieser im gegenzug den 14:12 schutz seiner person und seines hofes verspricht die typische form adliger grund herrschaft die sich so neunzehnten 14:20 jahrhundert ausbilder ist die sogenannte medikations oder fronhof verfassung im mittelpunkt einer solchen fronhof wirtschaft steht der namensgebende große 14:31 hof des grundbesitzers der dort mit seiner familie und seinen dienst leuten lebt und einen großen teil seines bodens als eigenen land bewirtschaftet als 14:39 sogenanntes domani aland der teil seines landes der nicht als eigenen land bewirtschaftet wird ist in kleine parzellen aufgeteilt die jeweils 14:49 eine leibeigene bauernfamilie bewirtschaftet diese leibeigenen bauern familien leben in kleinen höfen die locker und den gutshof ihres herrn herum 14:58 verstreut sind die bauern müssen ihrem herrn einerseits ein teil ihrer ernte abliefern zusammen mit dem zehnten den sie in die kirche zu entrichten haben 15:08 bleibt nach diesem portal abgaben oft kaum noch genug übrig um die familie halbwegs ernähren zu können zu den regulären feudal abgaben kommen noch 15:17 diverse regional verschiedene sonderabgaben die bauern müssen ihrem herrn zusätzliche naturalien liefern beispielsweise wenn eine hochzeit 15:25 stattfindet oder ein kind geboren wird und besonders drücken dass die totale abgabe wenn ein familienvater stirbt darf der herr sich dessen wertvollste 15:34 besitz stücke insbesondere 4 am eigenen bevor den hof zu nutzen an einen erben übergibt der aufbau des bescheidenen wohlstandes durch sparen und vererbung 15:44 es damit unmöglich zweitens müssen sie im herrn frondienste leisten das heißt unbezahlt für ihn arbeiten 15:53 im system der fronhof verfassung ist ein großer teil des adligen grundgesetzes wie gesagt nicht an bauernfamilien vergeben sondern wird von herrn als 16:03 große agrarbetriebe in eigenregie bearbeitet natürlich nehmen die grossgrundbesitzer den herren aber nicht persönlich hackl und flug in die hand um 16:11 irland zu bestellen das müssen die um ihr gut herum angesiedelten leibeigenen bauern familien tun oft sind die bauern verpflichtet an drei oder sogar vier 16:21 tagen pro woche auf den feldern ihres herrn zu arbeiten oder alle möglichen sonstigen dienste zu verrichten im haushalt helfen das vieh versorgen 16:29 bauarbeiten durchführen usw diese frondienste die die mit ihrem eigenen hof eigentlich schon genügend ausgelasteten bauern mitarbeiter 16:38 überhäufen lasten auf den kleinen bauern wirtschaften oft viel schwerer als die freude an abgaben säumigkeit beim leisten der frondienste 16:47 wird von herrn auf drakonisch bestraft überhaupt kann der grund besitzenden herren einer solchen fronhof sweatshirt mit seinen bauern im grunde machen was 16:55 er will eine handlungsfähige königliche zentralregierung wie in karolingischer zeit die die willkür kleinen und mittleren adligen wirksam begrenzen 17:04 könnte gibt es nicht mehr und schließlich wird die allmacht der herren auf ihren gütern als gewohnheitsrecht allgemein akzeptiert und das 17:11 selbstverständlich hingenommen der herr darf seine bauern schlagen wenn sie frech werden oder nicht motiviert genug arbeiten er darf sie einsperren 17:20 und natürlich die häufig von den weiblichen familienmitgliedern der leibeigenen erwartet dass sie dem herrn sexuell zu diensten zu sein haben 17:28 während in karolingischer zeit die freien bauern das rückgrat der armee darstellten herrscht nun für die leibeigenen bauern im gegenteil ein 17:36 verbot waffen zu besitzen nur die herren und ihre loyalen dienst leute dürfen jetzt noch waffen tragen die hehre dieser zeit sind jetzt nicht 17:46 mehr in erster linie infanterie herre wie in karolingischer zeit sondern kavallerie her aus adligen tanzer reitern dem die infanterie oft noch 17:54 hilfsfunktionen erfüllt diese entwicklung war teil seiner äußeren notwendigkeit geschuldet die im neunten jahrhundert einsetzenden bereits 18:04 erwähnten in version hat man eine weiterentwicklung der europäischen kriegführung erforderlich gemacht und die bildung immer schwerer gepanzerte 18:11 reiter hatte sich als effektiv erwiesen der unterhalt von pferden und besonders die anschaffung von einem hellen kettenhemden langen schwertern usw war 18:22 angesichts der sehr niedrigen produktivität des bergbaus und damit der großen kostbarkeit von metall aber sehr sehr teuer viel zu teuer das eine 18:32 einzelne bauernfamilie der fette stemmen können die einzige möglichkeit große herre gepanzerte reiter zu unterhalten bestand darin dass mehrere dutzend 18:41 bauernfamilien mit ihren ernte überschüssen gemeinsam die ausrüstungen den lebensunterhalt eines einzigen reiters finanzierten der sich von jeder 18:50 arbeit befreit im idealfall ganz seiner kriegerischen vervollkommnung wittmann konnte die großen feudalherren betrafen herzöge 18:59 und könige schufen deswegen dieser zeit einen neuen dienst adel loyale dienst leute der großen herren erhielten von diesen stücken mit einigen 19:09 dutzend bis einigen hundert leibeigenen bauern familie die ihnen den lebensunterhalt und ihre militärische ausrüstung finanzieren mussten dieser 19:18 dienst adel führt auf kosten seiner bauern den großteil des jahres ein komfortables arbeits freies leben musste dafür aber als panzer reiter für sein 19:26 ober herrn bei bedarf in den krieg ziehen nach ihrem militärischen funktion nannte man diesen neuen dienst adel rita also reiter 19:36 das rittertum war geboren und damit die klassische vor italiens pyramide an der spitze dieses alliance pyramide steht ein könig mancher orts erblich 19:47 mancherorts von der aristokratie gewählt mal mit mehr mal mit weniger machten den provinzen unter dem könig gestanden die herzöge und großen grafen die im könig 19:57 treue schwören und ihren herren anerkennen mussten zumindest theoretisch in der praxis agierten herr zögern graphen auf ihrem gebiet sehr oft das 20:06 souveräne herren die die königliche autorität höchstens formell anerkennen in dieser großen feudalherren wiederum haben unter sich ein kleindienst adel 20:16 von tausenden rittern diesen ihrem ober herren eine bohr content 100 bauernwirtschaften das leben erhalten und dafür für ihren herrn krieg führen 20:24 müssen das volk sehr der fränkischen zeit hatte sich nach ihrer berufs krieger verwandelt die rolle der herzog und grafen das große feudale ausbeuter 20:35 kommt natürlich auch kirchliche würdenträger spielen die kirche war der größte grundbesitzer des mittelalters und bischöfe große koester beherrschten 20:44 auf den territorien mit zehntausenden leibeigenen und auch bisse von der äbte haben eigene ritterliche basalen unter sich 20:52 sowohl weltliche also kirchliche feudalherren vergeben aber nicht alles lahm dann ritterliche vasallen sondern behalten einteiler direkt in ihrer hand 21:02 große herren die ausgedehnten grundbesitz in verschiedenen gegenden besitzen und ihrer wirtschaft nicht allein beaufsichtigen können richten 21:09 verschiedene sogenannte x höhe verein wohin von ihnen eingesetzte verwalter die eigenen wirtschaft leitet und beaufsichtigt dass die bauern dagegen 21:17 ihre abgaben korrekt abliefern in dieses system der leibeigenschaft beruhenden fronhof wirtschaft ist im system der mangelwirtschaft mit abwärme 21:28 nicht niedriger produktivität in vielen regionen ernten die bauern pro ausgesäten getreidekorn kaum drei körner das leben der bauern das elend und kurz 21:38 die kindersterblichkeit ungeheuer groß sobald das wetter in einem jahr mal um günstig ausfällt herrscht massenhafte schwere unternehmen ein 21:48 bevölkerungswachstum gibt es unter diesen bedingungen europa fast gar nicht auch sonst herrscht stagnation in der gesellschaftlichen entwicklung städte 21:57 gibt es nur wenige und die party es gibt sind fast alle klein und ohne sonderlich lebhafte wirtschaftliche aktivität überregionalen handel gibt es kaum außer 22:07 für den transport einiger hochwertiger luxus gewitter für den bedarf der prozent adligen kirchlicher herren gemünzt das geld wird nur sehr wenig 22:16 verwendet die masse der bäuerlichen bevölkerung lebt fast völlig autark von ihrer eigenproduktion und kauft oder verkauft nur selten einmal etwas auf dem 22:26 nächsten städtischen markt in dieser hartl primitive welt der fronhof verfassung bleibt zwei drei jahrhunderte lang stabil ungefähr vom 9 22:36 bis zum 11 jahrhundert dann kommt es zaghaft beginnende im zehnten und fahrt aufnehmen dem elften jahrhundert seiner reihe von fortschritten in der 22:46 entwicklung der produktivkräfte die revolutionäre auswirken und das leben der gesamten mittelalterlichen gesellschaft und insbesondere der bauern 22:53 haben mehrere innovationen führen besonders ab dem elften jahrhundert zu einer drastischen steigerungen der agrarischen 23:01 produktivität in die erste dieser innovation der übergang vom harten flug zum betrug in der antike und im frühmittelalter war 23:12 fast überall in europa der leichte sogenannte harten flug verwendet wurden diese harten flug war geeignet für die leichteren sandigen böden des 23:21 mittelmeerraums aber nur eingeschränkt leistungsfähige bei den schwereren feuchteren böden mittel und westeuropas die eine oberflächliche auf rees statt 23:30 sie tief um zu wenden in diesem mit dem harten flug nur oberflächlich aufgerissene neckar ging das ausgesäte getreide nicht so gut auf 23:39 und folglich konnte man pro ausgesäten korn nur wenige kenner ernten im elften jahrhundert beginnt sich in mittel und westeuropa nun hat eine neue flug 23:49 konstruktion durchzusetzen eben der schwere pflug der raffinierter konstruiert war und den boden vollständig um wendete statt ihn nur 23:57 aufzureißen dadurch wurde das ausgesäte getreide nicht nur besser vom boden aufgenommen auch wurde der wuchs und unkraut verhindert und nährstoffreichen 24:07 humus aus tieferen bodenschichten nach oben geholt so dass die fruchtbarkeit des bodens starke anstieg und man pro hektar viel mehr getreide ernten konnte 24:16 als bisher um die vorzüge des betruges voll nutzen zu können brauchte man aber mehr zugkraft als die bisher fast 24:24 ausschließlich als zugtiere verwendeten achsen liefern konnten pferde sind zwar zugtiere leistungsstärker als ochsen bisher waren 24:34 sie dafür bei nicht einsetzbar gewesen weil das antiker und frühmittelalterlicher zaumzeug werden so sehr auf den hals drückte dass sie beim 24:42 ziel schwerer lasten kaum noch luft bekam im elften jahrhundert setzte sich nun aber eine neue art von zug geschirr durch das seinen körperbau von pferden 24:51 angepasste q.met mit dessen hilfe sie an das hocheffiziente zugtiere einsetzbaren im ersten und zwölften jahrhundert werden die ochsen dank dieser innovation 25:02 mehr und mehr von pferden verdrängt die bedeutendste agrarische innovation zentralen ist aber wahrscheinlich die in dieser zeit stattfindende durchsetzung 25:11 des systems der dreifelderwirtschaft in der antike und im frühmittelalter hat es vor allem zwei systeme der feldbestellung gegeben einmal die 25:21 primitive brandrodung man brennt ein stück wald niedernberger das von der branche gedüngte land durchgehend bis seine fruchtbarkeit nach ein paar jahren 25:29 erschöpft ist und man an eine andere stelle weiter ziehen muss andererseits die fortschrittlichere zwei felder wirtschaft man beackert jeweils 25:39 die hälfte seines landes ein bis zwei jahre lang lässt es dann ein bis zwei jahre lang brach liegen damit seine frucht sich wieder erholen man wieder 25:47 von vorne beginnen kann in diesem business elfte jahrhundert vor herrschenden system der zwei felder wirtschaft sind also immer nur 50 25:55 prozent des landes nutzbar im hochmittelalter verbreitet sich nun aber die entdeckung dass man die notwendige zeit zur regenerierung des bodens 26:04 wesentlich verkürzen kann wenn man auf einem acker verschiedene sorten von getreide anbaut bei der dreifelderwirtschaft vietnam 26:12 rotationsverfahren auf einem drittel des landes eine sorte von sommergetreide angebaut auf einem drittel eine sorte von wintergetreide und das letzte 26:21 drittel liegt brach während bei der zwei felder wirtschaft also nur die hälfte des landes nutzbar ist sind es bei der dreifelderwirtschaft zwei drittel in 26:31 besonders ausgeklügelten varianten der dreifelderwirtschaft kann sogar die brachfläche noch ohne erschöpfung des bodens für den anbau anderer 26:38 nahrungspflanzen genutzt werden beispielsweise linsen die dreifelderwirtschaft steigert also nicht nur sehr stark den maximal möglichen 26:46 ertrag pro jahr sie verringert auch stark die gefahr einer schweren hungersnot weil wetterkatastrophen wie orkane hagelstürme dürren usw jetzt nur 26:56 noch eine von zwei teile ernten gefährden stadt die gesamte ernte winter zwei felder wirtschaft in dieser ganzen landwirtschaftlichen 27:05 innovationen die sich mir elfter und zwölfter jahrhundert voll entfalten und über europa verbreiten werden manchmal das agrarische revolution des 27:13 hochmittelalters bezeichnet und ihre auswirkungen sind tatsächlich revolutionär die enorme steigerung der 27:20 landwirtschaftlichen produktivität führt erstens zu einer bevölkerungsexplosion zwischen dem 11 dem vierzehnten jahrhundert wächst die bevölkerung fast 27:30 aller europäischen ländern das zwei bis vierfache die gesteigerte produktivität bedeutet aber auch dass man weniger bauern 27:38 braucht um dieselbe menge an lebensmitteln zu produzieren und das heißt dann immer größerer anteil der bevölkerung kann freigesetzt werden für 27:46 nicht bäuerliche tätigkeit als spezialisierte handwerker kaufleute und so weiter folglich nimmt das städte wesen einen 27:54 enormen aufschwung die bestehenden städte wachsen und tausende neue städte werden gegründet die bewohnerinnen dieser städte kaufen ihre lebensmittel 28:04 gegen gemünzt das geld bei den bauern der umgebung und verkaufen diesen wiederum handwerks erzeugnisse textilien usw deren vielfalt und qualität umso 28:13 höher steigen je mehr handwerker es gibt die sich ganz auf die verfolgung und spezialisierungen ihres handwerks konzentrieren kann die bauern werden 28:22 dadurch in die geldwirtschaft hineingezogen die verwendung von gemünzten geld wird in allen bevölkerungsschichten alltäglich 28:29 so beeindrucken die entwicklung des städte wesen zum hochmittelalter auch sein mag die große mehrheit der bevölkerung bleibt bauern und das heißt 28:38 das enorme bevölkerungswachstum dieser jahrhunderte führt nicht nur zur entstehung zahlloser neuer städte sondern vor allem auch zu einer massiven 28:46 bäuerlichen siedlung bewegung überall in europa werden die wälder gerodet um neues ackerland für neue bauern stellen zu schaffen am ende dieses prozesses im 28:56 vierzehnten jahrhundert sind die waldflächen in mitteleuropa auf ein kleineres maß zusammengeschrumpft als heute im einundzwanzigsten jahrhundert 29:05 und diese bauliche siedlungs- bewegung ist es die zu einer tiefgreifenden verwandlung der mittelalterlichen sozialstruktur und zum ende von fronhof 29:14 wirtschaften die eigenschaft führt wie kam es dazu als sehe ich im zuge der rs enormen bevölkerungswachstums hunderttausende 29:23 von bauern söhnen auf den weg machten irgendwo in der ferne eine eigene bürgerliche existenz zu begründen da begannen die großen feudalherren die 29:31 könige herzog grafen miteinander darum zu konkurrieren wer die meisten dieser siedler abbekommt bis zum elften jahrhundert bestand der großteil europas 29:42 aus unbesiedelten über wäldern aus heutiger perspektive ökologisch reizvoll aus perspektive der damaligen feudalherren aber nutzloses land wenn 29:52 neu angekommene bäuerliche siedler dieser urwälder nun roden und dort neue bauern siedlung neue märkte neue städte errichten dann steigert das durch den 30:00 anstieg von bevölkerung steueraufkommen agrarischer und handwerklicher produktion gemacht und den reichtum des freude an reiches auf dessen territorium 30:09 sie entstehen die feudalherren hatten also ein lebhaftes interesse daran möglichst viele siedlungs- willige bauernsöhne 30:17 gerade für irland anzuwerben und das taten sie dann noch reichlich besonders auf dem zwölften jahrhundert üblicherweise engagiert ein größerer 30:27 feudalherr ein herzog grafen bischof oder habt dafür sogenannte lock autoren deren aufgabe darin bestand zunächst einmal die anlage neuer treffern bisher 30:37 unbesiedelten gebiete zu planen und dann durch europa zu reisen um bauernsöhne als siedler für den neuen hof parzellen anzuwerben und unter vertrag zu nehmen 30:47 da nun jede menge vor der herren möglichst viele siedler haben wollten waren sie gezwungen den angeworbenen neubauern möglichst vorteilhafte 30:56 bedingungen zuzugestehen damit sie sich gerade bei ihnen niederlassen und nicht bei anderen herren und der wichtigste anreiz dafür bei die gewährung 31:04 persönlicher freiheit die angeworbenen siedlern den neuen dörfern waren keine leibeigenen mehr sondern freie männer die zwar für die nutzung ihres land 31:13 stücks ein teil der ernte abliefern und steuern zahlen mussten aber keine frohen dienste zu leisten hatten ihre hofwirtschaft ohne einmischung eines 31:21 herrn oder seiner verwalter selbstständig führten und die auch die freiheit besaßen ihren hof wieder aufgeben und wegziehen zu dürfen 31:29 dadurch entstand vor allem zwölften und dreizehnten jahrhundert ein neues schicht von hunderttausenden persönlich freien bauernfamilien deren verhältnis 31:39 zum örtlichen feudalherren nur noch den charakter eines vertraglichen pachtverhältnisses trug das wiederum hat auch massive soziale 31:47 rückwirkungen auf die etablierten alten siedlungsgebiete durch die siedlungs- bewegung und die anlage zigtausender neuer dörfer mit sehr vorteilhaften 31:57 bedingungen war es für die bauern plötzlich nicht mehr alternativlos sich der willkür seines herrn auf den friedhöfen beugen zu müssen 32:05 wenn ein herr seine bauern zu sehr auspressen oder misshandelte dann konnten diese jetzt ihre sachen packen und eine neue bürgerliche existenz unter 32:13 viel besseren bedingungen in einem der neuen siedlungsgebiete beginnen oder aber an die ständig wachsenden städte abwandern dort ein leben als 32:22 lohnarbeiter und irgendwann vielleicht einmal selbstständige handwerker der kleinhändler für denn den langen kämpfen 32:28 mit den feudalen gewalten meist mehr oder weniger autonom gewordenen städte garantierten zugewanderten bauern nach verstreichen einer bestimmten zeit ihre 32:37 freiheit ein herr der seine macht gegenüber den bauern zuseher missbrauchte musste jetzt also damit rechnen dass seine güter 32:45 menschenleeren damit nutzlos wurden und eine solche abwanderungsbewegung von den alten fronhofen fand vielerorts stadt um ihre bauern zu halten mussten die herren 32:56 hier regime also lockern und den bauern immer mehr freiheiten zugestehen ab dem zwölften jahrhundert beginnt sich die leibeigenschaft in west und 33:05 mitteleuropa damit aufzulösen die bauern müssen kaum noch frondienste leisten sondern fast nur noch abgaben und steuern leisten und oft erhalten sie 33:14 formell ihre persönliche freiheit zugesprochen weil nach gegen zahlung einer ablöse in geld schließlich lag der übergang von der 33:23 fronhof wirtschafts an renten wirtschaft auch immer mehr in ökonomischem eigeninteresse der herren selbst zur erinnerung von der spätantike bis etwa 33:32 ins elfte jahrhundert spielte günstiges geld in europa nur eine sehr untergeordnete rolle der handel bei unterentwickelt städtische märkte waren 33:41 selten und sie boten nur eine geringe vielfalt von produkten an die wirtschaft war fast gänzlich regional und autark die bauern versorgten sich selbst mit 33:51 ihren eigenen erzeugnissen um die grundherren lebten davon dass sie sich ein teil des bäuerlichen arbeits produkte an eignen es gab gar nicht so 33:59 viel was man anders so primitiven wirtschaftsordnung mit geld anfangen konnte und folglich war es für die feudalherren auch nicht oberste 34:07 priorität möglichst viel gemünzt das geld zusammenzubekommen das ändert sich aber jetzt im 34:14 hochmittelalter ab dem elften jahrhundert mit dem enormen aufschwung des städte wesens und des harmlosen mit dem aufkommen eines bankwesen nimmt geld 34:23 dann immer größere rolle ein und vor allem gibt es immer mehr was man mit geld anfangen kann in dem maße in dem der handel an wächst es immer mehr 34:32 spezialisierte handwerker gibt und immer mehr wachsende städte mit allen möglichen urbanen vergnügung gibt es eine immer größere bandbreite von gütern 34:41 und dienstleistungen wie man sich für günstiges geld kaufen kann die grundherren wollen deswegen jetzt möglichst viele klingende silbermünzen 34:50 in die hand bekommen und das geht am einfachsten und unkompliziertesten indem man statt selbst einen großen agrarbetrieb zu verwalten und sich mit 34:58 absatz seiner produkte zu kümmern das land einfach gegen feste geld abgaben wären bauern zu verpachten beginnt deswegen lösen die herren jetzt ab dem 35:08 12 13 jahrhundert ihre frohnhöfer mehr mehr auf und verpachten dass dormann irland ebenfalls als kleinen parzellen an bauern die ihnen dafür geld renten 35:18 zahlen müssen oder bei keine frondienste mehr leisten oder fast keine mit der leibeigenschaft löst sich also auch das system des fronhof immer mehr 35:28 auf die herren ziehen sich aus dem leben des dorfes zurück und werden rentenbezieher die irgendwo draußen in ihrer burg oder ihrer stadtresidenz 35:36 sitzen nun dort die abgaben ihrer bauern verzehren die zeiten in denen der herr persönlich im dorf präsent ist über die felder läuft in einem nachlässigen 35:46 bauern einst mit dem stock überzieht sind vorbei mit dem rückzug der herren aus dem alltagsleben des dorfes und der 35:54 gewachsenen freiheit der bauern müssen die bauernfamilien ihre angelegenheiten nun selbst in die hand nimmt und eine dörfliche selbstverwaltung aufbau 36:03 die dorfgemeinschaft entsteht wie sieht das leben einer solchen typischen hochmittelalterlichen dorfgemeinschaften und konkrete aus hier sehen wir uns 36:13 zunächst die äußere gestalt des dorfes an im frühmittelalter waren die bäuerlichen siedlung üblicherweise ist er locker gewesen einzelner freistehende 36:23 höfe mit großem abstand untereinander oft um ein herrenhof herum verstreut und mit ihrer parzelle gleich hinter dem hof im hochmittelalter verdichten sich diese 36:34 weiler immer mehr zur kompakten dörfer in denen die bauern häuser dicht an dicht stehen es gibt zwar auch im hoch- und spätmittelalter immer noch auch 36:44 isolierte einzel höfe und lockere weiler aber das dichte haufen dorf setzt sich immer mehr normalfall durch in diesen haufen dörfern sind nun wohnungen fällt 36:54 der bauern räumlich getrennt das typische hochmittelalterliche dorf gliedert sich in drei zonen die innerste zone das eigentliche dorf besteht dass 37:04 den dicht beieinander stehenden wohnhäusern der bauern der kirche eventuell ein paar handwerksbetrieben ab dem spätmittelalter immer öfter auch 37:13 einer dorfschänke üblicherweise ist jedes bäuerliche wohnhaus in einem kleinen umzäunten garten umgeben in dem die bauernfamilie 37:22 etwas obst gemüse oder hülsenfrüchte anbau um die eintönige getreide nahrung durch etwas vitaminreiche beigaben zu ergänzen 37:30 das ganze dorf wiederum ist von einem hohen zaun umgeben dem sogenannten etr dieser etr schützt das dorf gegen wilde tiere und unbefugte eindringen länge und 37:41 erhält sich in manchen teilen europas bis ins neunzehnte jahrhundert jenseits des vom etwa umschlossenen dorfes kommt das zweite zone das 37:51 ackerland auf dem getreide als hauptereignis angebaut wird dort wo sich die dreifelderwirtschaft schon durchgesetzt hat ist dieses 37:59 ackerland in drei so genannte zählten unterteilt auf der einzellige wird sommer getreide angebaut auf einer wintergetreide und die dritte liegt 38:09 brach jeder bauernfamilie des dorfes verfüge innerhalb jeder dieser zellen über eine eigene landparzelle deren ertrag ihr gehört die 38:19 dreifelderwirtschaft des hochmittelalters ist also eine interessante mischung aus kollektiver und individueller wirtschaft in 38:27 einerseits hat jeder bauernfamilie ihre eigenen landparzellen deren ertrag ihr gehört andererseits hat sie ihre landstücke 38:35 aber auch nicht bebauung wie sie will sondern muss sich an die verordnung des dorfes halten dh zu einem festgesetzten zeitpunkt zusammen mit allen anderen 38:44 familien nach ihren parzellen die vorgeschriebenen sorten schon getreide aus sein und ernten weil die einzelnen familien parzellen 38:52 innerhalb einer zelle üblicherweise sehr schmal sind und direkt aneinander grenzen wäre eine effiziente dreifelderwirtschaft nämlich unmöglich 39:00 wenn jede familie ihre parzelle an bord was sie will und wann sie will damit der boden sich planmäßig regenerieren kann muss auf der gesamten zelle gleichzeitig 39:10 dasselbe angebaut werden nach belieben individuell wirtschaften darf die bauernfamilien uhr im kleinen haus garten nicht aber draußen auf dem acker 39:20 jenseits der getreideacker schließlich kommt die dritte zone die allmende die allmende ist das land das allen mitgliedern der dorfgemeinschaft 39:29 gleichermaßen gehört und dass jede familie kostenlos für den eigenbedarf nutzen darf ein typischer weise besteht die allmende aus einer großen 39:38 wiesenfläche an die sich am waldsaum anschließt die wiese dient dem zug für den ochsen und pferden als futter weiter der wald hat eine ganze menge funktion 39:49 dort wird durch das fällen von bäumen bau und brennholz gewonnen dorthin treibt man die schweine damit sie sich an eicheln bucheckern oder kastanien 39:58 meisten und dort sammelt man beeren pilze kräuter und wurzeln als willkommene zusatznahrung der verwaltung dieses systems dienen die 40:08 institutionen der dorfgemeinschaft die dorfgemeinschaft ist eine basisdemokratische gemeinschaft deren wichtigste institution die regelmäßige 40:16 volker samen aller familienoberhäupter darstellt auf diesen dort versammlungen wird über die wichtigsten aktuellen angelegenheiten diskutiert hier werden 40:26 die termine für aussaat und ernte auf den zellen festgelegt hier wird bestimmt wie viel holz man im wald entnehmen und wlan sind vierten dorf beiden beiden 40:34 lassen darf um übernutzung der allmende zu verhindern und hier werden die funktionsträger der dorfgemeinde gewählt der wichtigste davon ist der 40:44 dorfvorsteher der regionale eine menge verschiedener amtsbezeichnung trägt norddeutschland heißt oft dorfschulze in süddeutschland schultheiß diese 40:55 dorfvorsteher hat eine doppelfunktion einerseits als demokratisch gewählter repräsentant der dorfgemeinschaft andererseits aber auch als vertreter des 41:05 freiherrn in der dorfvorsteher nämlich hat die pflicht die abgaben die jede familien dem portal herrn schuldig ist ein zusammen und dem herrn oder einem 41:15 seiner dienst leute zu übergeben wenn eine familie nicht zahlt und damit die gesamtsumme nicht stimmt haftet dafür das ganze dorf der dorfvorsteher muss 41:25 die bauern also ammann pünktlich und korrekt ihre abgaben zu zahlen auch hat der dorfvorsteher die pflicht darauf zu achten dass innerhalb des 41:33 dorfes die gesetze des örtlichen feudalherren eingehalten werden und bagatelldelikte wie beleidigung leichte körperverletzung oder kleine diebstähle 41:41 werden von ihm untersucht und gerichtet oft zusammen mit einem mehrköpfigen dorf gericht dass solche geringen delikten ohne einmischung von außen selbst regeln 41:51 darf durch die ermahnungen geldbußen oder sonstige strafen begeht ein mitglied der dorfgemeinschaft dagegen ein schwerverbrechen muss es den 42:01 feudalherren ausgeliefert werden um von ihm gerichtet zu werden eine andere gewählte funktion ist beispielsweise dieses dorf hirten der das 4 aller 42:10 familien auf die allman betreibt und dort bewacht eine weitere wichtige figur im leben des dorfes ist natürlich der pfarrer der 42:19 zwar nicht von den dorfbewohnern gewählt sondern von außen eingesetzt wird der üblicherweise in hama mann war deren alltag und die sorgen der bauern halte 42:28 die zehnten die bauern an die kirche zu zahlen hatten landeten den kassen der bischofspalast an der großen klöster aber kaum in hütten der dorfpfarrer die 42:39 um zu überleben oft selbst etwas landwirtschaft für den eigenbedarf treiben mussten in den spätmittelalterlichen bauernaufstände 42:46 standen die dort fahrer dann noch sehr oft auf der seite der aufständischen die dorfgemeinschaft ist aber nicht nur eine rein ökonomische 42:56 zweckgemeinschaft sondern auch eine soziale kulturelle gemeinschaft mir regelmäßig etwa zum namenstag des dorf heiligen oder im kirchbautag fanden 43:06 kollektiv veranstaltete fest der dorfgemeinschaft statt am sonntag sei es das ganze dorf gemeinsam der kirche und es war selbstverständlich dass die der 43:16 familie zur feier einer hochzeit an der taufe oder zu einer beerdigung das ganze dorf einzuladen und zu bewerten hatte jede familie war darüber auf dem 43:25 laufenden was in jeder anderen familie gerade vorgeht eine intimität die an vielen orten so weit ging das ist normal war dass ich nach einer hochzeitsfeier 43:34 das dorf um das bett des brautpaares versammelte um zuzuschauen wie gebraut entjungfert und die er damit vollzogen wird und 43:42 die dorfgemeinschaft war einige witzige machenschaften wenn beispielsweise ein bauernhaus abbrand was bei der damaligen holzbauweise und beim heizen und kochen 43:52 mit offenem feuer recht oft passierte mussten die anderen familien die obdachlosen brandopfer bei sich aufnehmen und die ganze dorfgemeinschaft 44:00 baute ihnen gemeinsam ein neues haus sehr oft arbeitete auch das ganze dorf zusammen auf dem feld aus ernte oder heimat waren gemeinschaftliche 44:11 ereignisse die diktatorische struktur der alten fronhof wirtschaft hatte der etablierung demokratischer bäuerlicher kommunen platz gemacht 44:21 der demokratische charakter der dorfgemeinschaft muss allerdings in zweifacher hinsicht relativiert werden erstens handelt es sich um eine 44:30 demokratie der männer gleichberechtigt sind nur die männlichen familienoberhäupter während die frauen innerhalb der dorfgemeinschaft 44:38 üblicherweise keinerlei politische rechte besitzen frauen unter stehen bis zu ihrer eheschließung unter mehr oder weniger uneingeschränkten gewalt ihres 44:47 vaters und danach der ihres ehemannes die ehre trägt im mittelalter noch unverhüllten ohne ideologische romantisierung und kaschierung den 44:57 charakter eines unterwerfung instrument der frauen unter die herrschaft des mahners gehen werden nicht das liebe geschlossen 45:05 sondern von den eltern nach sozialen und ökonomischen gesichtspunkten arrangiert ein bauernsohn heiratet nicht um seine seelen gefährten zu finden sondern weil 45:15 er die arbeitskraft der frau unbedingt für den betrieb eines bauernhofs brauch und um ihren körper produktionsmittel zur produktion von 45:22 kindern zu nutzen kinder sind von vormodernen bauern nämlich doppelt notwendig erstens das unbezahlte hilfsarbeitskräfte in der 45:32 bauern wirtschaft andererseits als eine halters versicherung wenn ein bauer alt und gebrechlich wird und nicht mehr arbeiten kann muss er von seinen söhnen 45:41 beherbergt und versorgt werden und diese erben dafür als gegenleistung den hof das funktioniert aber nur wenn die kinder zweifelsfrei legitim und von ihm 45:50 gezeugt sind und der bassist nicht erbberechtigt und damit auch kaum motiviert oder in der lage im alter für seinen stiefvater zu arbeiten ihr bruch 46:00 und die gefahr der geburt unehelicher kinder ist somit eine direkte bedrohung der ökonomischen stellung der bauern und dann seine ehre verletzende angriff auf 46:09 sein eigentum dann als sein eigentum betrachtet er seine frau die übergabe der frau vom vater an den ehemann krieg darum den charakter eines 46:18 kaufvertrages mancherorts ist es üblich dass die eheschließung symbolisch dadurch besiegelt wird dass der bräutigam seine braut demonstrativ auf 46:27 den fuß tritt um zu zeigen dass sie nun in sein eigentum übergegangen ist dann braucht er wohl dass dem bereich des verkaufs stammt in dem entsprechenden 46:36 das drakonische unterwerfung der weiblichen sexualität essentiell für die soziale ökonomische position des power und wenn der bauer 46:45 ist dabei bewenden lässt seine frau für einen seitensprung nur zu verprügeln konnte sie noch von glück sprechen wenn wir auf ehebruch stehenden strafen an 46:54 gerichten der feudalherren waren oft noch viel schlimmer im königreich sizilien unter kaiser friedrich im zweiten beispielsweise das 47:03 heute auf das muster eines frühen aufgeklärten status bezeichnet wird stand im dreizehnten jahrhundert auf ehebruch abschneiden der nase und 47:12 öffentliche auspeitschung der ehebrecherin ertappte ein mann seine frau auf frischer tat beim ehebruch durfte er sie 47:20 und ihren liebhaber legal töten umgekehrt hat männer für ehebruch nur eine moderate geldbuße zu zahlen und angesichts der machtverhältnisse 47:29 innerhalb der familie wird es quasi nie vorgekommen sein dass eine ehe brüche germania von seiner frau tatsächlich angeklagt worden wäre 47:38 haben das wo differenzierte man ein wenig in england und frankreich beispielsweise durften betrogene ehemann den liebhaber seiner frau nur dann 47:47 selbst bestrafen wenn er ihn vorher gewarnt hatte sich seiner frau nicht zu nähern in diesem fall durch der den liebhaber 47:54 in frankreich erschlagen während in england immerhin das recht hat ihn eigenhändig zu kastrieren sowohl juristisch als sozial bei 48:03 allgemein akzeptiert dass männer außerehelichen sex mit märkten oder prostituierten haben während frauen für außerehelichen sex hart bestraft und 48:12 gedemütigt werden in einem tief patriarchalen systems diese doppelmoral logisch denn die frau aus arbeitskraft und produktionsmittel 48:21 des mannes der es herrn besitzer an der spitze eines bäuerlichen betriebes steht es versteht sich von selbst dass die ehefrau auch keine ökonomische 48:30 verfügungsgewalt über das von ihr arbeitete besaßen die frauen mussten zwar permanent schwer arbeiten nicht nur den haushalt führen 48:38 und die kinder groß ziehen sondern auch im bäuerlichen betrieb selbst mitarbeiten das feld bearbeiten das vieh versorgen aber der gesamte ertrag der 48:47 von mann und frau gemeinsam betriebenen bäuerlichen wirtschaft gehörte dem mann und dieser durfte darüber frei verfügen diese sklaverei ähnlicher stellung der 48:57 frau spiegelt sich auch im erbrecht wieder in manchen regionen waren bürgerliche frauen überhaupt nicht erbberechtigt 49:04 in den meisten anderen nur in der viel ungünstigeren bedingungen als männer und einigermaßen frei ist ein selbstbestimmtes leben konnten frauen im 49:13 mittelalter nur als between führen wenn sie weder der autorität eines vaters noch der eines ehemannes mehr unterstanden 49:21 zweitens wird der demokratische charakter der dorfgemeinschaft durch die zunehmende materielle ungleichheit unter der landbevölkerung eingeschränkt 49:30 die lebensverhältnisse der bauern auf einem gutshof oder in einem dorf waren anfangs meist ziemlich egalitär und der alten friedhofs wirtschaft gab es für 49:41 die bauern ohnehin keine möglichkeit besitzen zusammen und dadurch eine soziale differenzierung einzuleiten und die neu gegründeten siedlung der 49:49 phase der hochmittelalterlichen bevölkerungsexplosion wurden meistens mit der vergabe genau gleich große parzellen an jede neue angesiedelte 49:57 familie gegründet im zehnten oder elften jahrhundert hatten die meisten bauernfamilien genug laden zur notdürftigen ernährung aber 50:07 kaum jemals wesentlich mehr und umgekehrt gab es auch nur wenige landlose arme im laufe des hochmittelalters und dann 50:16 besonders im spätmittelalter werden die materiellen lebensbedingungen aber immer unterschiedlicher erstens war die zunehmende integration 50:25 der bauernschaft in markt beziehungen und geldwirtschaft die möglichkeiten individueller bereicherung stark erhöhen mit der im zuge der agrarischen 50:35 innovation des hochmittelalters stark gestiegenen produktivität ernten sehr viele bauernfamilien jetzt wesentlich mehr als sie für den eigenbedarf und das 50:44 feudale abgab benötigen diese ernte überschüsse können sie individuell auf dem nächsten städtischen markt verkaufen wo die nachfrage der wachsenden 50:53 bevölkerung nach lebensmitteln immer mehr steigt getreide und alle anderen landwirtschaftlichen erzeugnisse werden 51:01 von 11 bis 14 jahrhundert immer teurer und ermöglichen den bauern damit im laufe der zeit geld vermögen anzusparen umso mehr wenn sie es verstehen sich auf 51:12 besondere bedürfnisse des städtischen marktes zu spezialisieren das trifft beispielsweise in klimatisch dafür geeigneten regionen auf beiden bauern zu 51:21 den getreideanbau immer mehr zurückstellen und mehr oder weniger reine winzer werden denn nur noch bei 1 für den städtischen markt und den export 51:29 produzieren und damit sehr wohlhabend heute werden können es ist auch der fall bei bauern die beispielsweise ja gartenland nutzen um dort bestimmte obst 51:38 oder gemüsesorten nur für die stadt anzubauen und schließlich verkaufen die bauern zunehmend auch haus gewerblich hergestellte artikel auf dem markt 51:47 häufig lassen die bauern beispielsweise ihre frauen und kinder zu hause textilien herstellen um sie in der stadt zu verkaufen 51:55 wenn eine bauernfamilie es geschafft hat dadurch ein kleines geldvermögen zusammenzubekommen kann sie das nutzen in ärmeren nachbarn stücke ihres landes 52:04 abzukaufen die eigene anbaufläche zu vergrößern und damit in zukunft noch mehr waren auf den städtischen märkten zu verkaufen 52:13 durch vererbung pflanzen sich diese besitze unterschiede unter gerne über generationen hinweg fort werden tendenziell immer größer in besonders 52:22 denjenigen regionen in denen das prinzip der vererbung des gesamten hof für seinen ältesten sohn herrscht wie in mittel und ostdeutschland bayern oder 52:31 österreich in diesen regionen bildet sich bald eine das dorfleben beherrschende schicht wohlhabender großbauern denn einerseits viele arme 52:40 kleinbauern gegenüberstehen andererseits ganz besitzlose menschen die entweder das lohnarbeiter in die stadt gehen oder knechte mägde als dienst leute am hof 52:50 eines der großbauern unterkommen müssen und besitzlose knechte haben der dorfgemeinschaft kein politisches mitspracherecht 52:58 in westdeutschland oder ein großteil frankreichs herrscht dagegen das prinzip der sogenannten realteilung dh der hof wird nach dem tod eines bauern 53:08 gleichmäßig unter all seinen söhnen aufgeteilt wodurch ist erzählt sondern zersplitterung des landbesitzes und der entstehung sehr vieler kleiner oft kaum 53:18 lebensfähiger bauern stellen kommt dass bauern zu wirklichem individuellen reichtum gelangen wird dadurch zwar sehr erschwert aber dafür herrschen 53:27 realteilung gebieten eine egalitäre demokratischere atmosphäre als einen alleinerben gebieten wo die erbberechtigten ältesten söhne der 53:36 großbauern innerhalb des dorfes eine autoritäre fast aristokratisch anmutenden stellung einnehmen der französische soziologe und 53:45 historiker emanuel tor vertritt sieht im gegen unterschied zwischen der realteilung zum alleinerben gebieten sogar eine jahrhunderte lange 53:54 nachwirkende wurzel für die politische und gesellschaftliche entwicklung bis in die neuzeit in realteilung gebieten in nordfrankreich oder dem westlichen rand 54:03 deutschlands wo die bauernsöhne gleichberechtigt aufwuchsen und wo die besitze unterschiede zwischen den bauern gemäßigt war hätten sich liberale 54:12 demokratische und egalitäre ideen viel früher entwickelt und viel leichter durchgesetzt als alleinerben gebieten die preußen bayern oder österreich wo 54:21 die menschen von kindheit an mit grasser ungleichheit innerhalb der familie wie innerhalb des dorfes aufgewachsen war und wo autoritäre und hierarchische 54:30 ideen deswegen wissen die moderne hinein viel stärker gewesen sein dass in westeuropa die tendenz der ökonomischen entwicklung 54:39 ging jedenfalls über allen richtung wachsender ungleichheit innerhalb der bauernschaft wer noch mit regional verschiedener intensität 54:48 alles in allem aber war die hochmittelalterliche expansions- periode von 11 bis 14 jahrhundert und dabei insbesondere das 12 13 jahrhundert wohl 54:58 glücklichste zeit wie das europäische bauern tun bisher erlebt hatte die ernährungslage der bauern war im allgemeinen gut ihre persönliche 55:07 freiheiten die innere autonomie des dorfes viel größer als zuvor und viele bauern konnten die konjunktur nutzen und wohlstand erwerben 55:16 dieses system aber geriet im vierzehnten jahrhundert eine tiefe krise zunächst weil die expansionen ihrer geographischen wie demografischen 55:25 grenzen schließen und die chance kassierten agrar technischen fortschritte hatten die produktivität gegenüber dem frühmittelalter zwar stark 55:34 erhöht aber nach dem zwölften jahrhundert gab es keine großen neuen fortschritte mehr um die wachsenden bevölkerungszahl zu 55:42 ernähren musste also die ackerfläche immer weiter ausgedehnt werden und das geschah einerseits durch rodung von wäldern und nutzbarmachung von sümpfen 55:51 und anderen schwer zugänglichen gebieten innerhalb der bereits besiedelten region andererseits durch eroberung neuer länder auf denen man die einheimische 56:00 bevölkerung unterwerfen konnte um auf ihrem gebiet neue siedler anzusetzen im größten umfahren geschah das im heutigen rost deutschland und entlang 56:10 der ostseeküste im zehnten jahrhundert endete der deutsche sprach und kulturraum noch an der elbe östlich davon lebten slawischer 56:20 meistens nicht christliche stimme unter dem vorwand ihrer christianisierung unternahm expeditionen deutscher rittern und vom zehnten bis 56:29 vier zehnten jahrhundert regelmäßige eroberungszüge gegen die islamischen länder um sich auf dem eroberten gebiet selbst neu feudal herrschaften zu zimmer 56:37 und dort deutsche bauern hoeneß kolonisten anzusehen ein ganzer ähnlichen charakter trugen die kreuzzüge im nahen osten und die 56:47 rekord ist da in spanien wo jeweils christliche ritter truppen islamisches gebiet eroberten und zur stützung ihrer macht christliche siedler heranzogen 56:56 die militärischen möglichkeiten des rittertums stießen aber irgendwann an grenzen im nahen osten kollabierten die 57:03 kreuzritter starten schon im 13 jahrhundert in ostmitteleuropa kam die deutsche ost kolonisation im vierzehnten jahrhundert weitgehend zum stillstand 57:12 und auch in spanien ging direkt kister nur noch im schneckentempo voran erst ende des 15ten jahrhunderts war die ganze iberische halbinsel christlicher 57:22 hand den eigenen bevölkerung überschuss in eroberte länder zu exportieren ging also nur noch sehr begrenzt die alternative 57:31 war die bienen kolonisation also auch immer schlechter und eigentlich ungeeignete böden in den bereits dicht besiedelten regionen zu erschließen im 57:41 späten 13 frühen vierzehnten jahrhundert war auch damit so ziemlich das maximum erreicht auch morastige sandiger oder kage gebirgs böden die für 57:51 landwirtschaft eigentlich kaum etwa wurden nun erschlossen und besiedelt und ermöglichten den ansiedler nur noch eine sehr dürftige existenz 58:00 die siedlungsdichte in west und mitteleuropa war jetzt höher als jemals vorher oder nachher um 1300 gab es in frankreich oder 58:10 deutschland mehr ortschaften das heute der wald war von minimum zurück gedrängt noch mehr rodung konnte man nicht durchführen ohne dass die dörfer 58:19 sicherer notwendigen am ende um die aristokratie ihre jagdgründe beraubt hatte und die bevölkerung wuchs weiter wieso 58:28 so enorm gewachsene bevölkerung wäre jetzt nur noch durch weitere steigerung der produktivität durch neue technische fortschritte so zu versorgen gewesen in 58:37 die aber gab es nicht im frühen vierzehnten jahrhundert kam es erstmals seit vielen generationen wiederzuwählen schwere hungersnöte die zeit ungefähr 58:47 von 1300 bis 13 147 war eine zeit der stagnation örtlich auch schon des bevölkerungsrückgangs und der verarmung 58:57 und dann kam die pest die 1347 einsetzende große ps des eines der katastrophalsten ereignisse der dokumentierten menschheitsgeschichte 59:08 da ich in einem anderen beitrag schon ausführlicher darauf eingegangen bin muss ihre geschichte hier nicht noch einmal erzählt werden es genügt 59:16 festzustellen dass die erste große welle etwa ein drittel der gesamten europäischen bevölkerung getötet haben dürfte und dass mehrere weitere best 59:24 wellen der zweiten hälfte des vierzehnten jahrhunderts die bevölkerung noch tiefer fallen ließen zu beginn des 15 jahrhunderts hatte sich 59:33 die bevölkerung in vielen teilen europas gegenüber dem niveau des frühen 14 jahrhunderts halbiert etwas zynisch könnte man meinen nun ja 59:43 das problem der relativen überbevölkerung war damit doch immerhin gelöst jede menge land war nun wieder frei und somit müsste sich die lage der 59:51 bauern jetzt doch eigentlich wieder gebessert haben also einfach ist es aber nicht tatsächlich begann mit der pest für die 59:59 bauern eine lange zeit tiefer krisen und einer verschärfung des feudalen regimes der demografische kollaps hat die städte wo die menschen dicht an dicht lebt und 1:00:09 sich massenhaft infizierten relativ am schlimmsten erwischt viele städte verloren die hälfte oder gar 2 dreht lehrer bevölkerung die stadt 1:00:19 bewohnerinnen sind habe die wichtigsten käuferinnen agrarischer produkte und mit dem drastischen sinken der stadtbevölkerung sank folglich auch 1:00:27 massiv nachfrage nach lebensmitteln auf den märkten sowohl die bauern also die feudalherren erlitten also enorme einkommenseinbußen 1:00:37 durch die gesunkenen preise für lebensmittel die dadurch noch verschärft wurden dass die ps die lohnkosten für die beschäftigung von hilfsarbeitern 1:00:44 stark erhöhte denn durch die gesunkene bevölkerung über menschliche arbeitskraft knapp und damit teuer geworden 1:00:53 zahlreiche von den feudalen gewalten erlassene gesetze über höchst löhne zur begrenzung der lohnentwicklung waren nur mäßig erfolgreich während die pest also 1:01:03 zu einem starken anstieg des lebensstandards der käufer von agrarprodukten führte bedeutete sie gleichzeitig einen einbruch der 1:01:11 einnahmen der verkäufer von agrarprodukten für die bauern war das zwar unerfreulich aber auch nicht so dramatisch nach wie 1:01:20 vor produzierten die meisten bauernfamilien an großen teil der benötigten güter selbst und ernähren konnte sie sich sowieso aus ihrer 1:01:27 eigenen produktion zumal seitdem die pest dazu geführt hatte dass eine menge frei gewordenen ackerland das günstig verfügbar wurde 1:01:36 die bauern waren nicht zwingend darauf angewiesen möglichst viel gemünzt das geld zu verdienen anders sei das aber bei den feudalen 1:01:44 heraus die sich wie schon skizziert im laufe des hochmittelalters immer mehr zur reinen rentenbeziehern entwickelt hatten die in ihren boden und 1:01:53 stadtpräsidenten die abgaben ihrer bäuerlichen pächter verpassten je weniger ihrer bauern nach der pest noch am leben war und je weniger 1:02:02 münzgeld sind mit dem verkauf ihrer ernte überschüsse noch erzielen konnten desto spärlicher floss auch der strom von silbermünzen von den dörfern in die 1:02:10 kasse der herren in regionalgeschichtlichen studien konnte gezeigt werden dass die renten einnahmen der feudalherren in vielen regionen 1:02:18 europas im vierzehnten und frühen fünfzehnten jahrhundert um zwei drittel und mehr santen zunächst versuchte man es mit tricks wie 1:02:27 einer ständigen verschlechterung der münzen dh an der senkung des edelmetall gehalts um aus einer bestimmten menge silber mehr münzen treten zu können 1:02:37 schnell zeigte sich aber dass die dadurch ein gang gesetzte inflation alles nur noch verschlimmert um den lebensstandard an denen sie sich im 1:02:46 laufe des hochmittelalters gewöhnt hatten einigermaßen halten zu können mussten sie die ausbeute und ihre noch verbliebenen bauern intensivieren und um 1:02:54 die widerstrebenden bauern die sich an günstigere und freiere lebensverhältnisse gewöhnt hatten dazu zwingen zu können sich diesen 1:03:01 gesteigerten forderungen zu beugen mussten die herren danach streben wieder eine direktere herrschaft über das dorf auszuüben 1:03:08 ab dem mittleren vierzehnten jahrhundert versuchen die feudalherren überall die autonomie der dorfgemeinschaft einzuschränken die abgabenlast zu 1:03:17 erhöhen die frondienste wieder einzuführen oder noch bestehende frondienste auszudehnen mancherorts wie in ostdeutschland und 1:03:26 österreich haben sie damit durchschlagenden erfolg und beginnt eine ära der zweiten leibe eigenschaft in ostdeutschland kommt dass im 1:03:34 spätmittelalter in der frühen neuzeit sondern so vollständigen unterwerfung der bauern unter die arme stoke ratti dass die alte fronhof verfassung quasi 1:03:43 wieder hergestellt wird mit allmächtigen despotischen örtlichen feudalherren und rechtlosen leibeigenen bauern hier liegt die wurzel des preußischen junker tun 1:03:53 dass ich als soziale institution erst ab dem 19 jahrhundert wieder aufzulösen beginnt in westeuropa kommen die feudalherren 1:04:03 nicht soweit und schlägt in viel massivere bürgerlicher widerstand gegen die wut der bauern über die neuen zumutung der aristokratie entleiht sich 1:04:12 nicht einigen bauern aufständen in den hundert tausende bauern für die verteidigung ihrer freiheit die waffen ergreifen in der zweiten hälfte des 1:04:20 vierzehnten jahrhunderts in den französischen und englischen bauern kriegen im fünfzehnten jahrhundert in kleinem maße über allen mittel europa 1:04:28 und besonders in böhmen wo die hussiten bewegung religiöse reformation und bäuerlichen widerstand vereint und schließlich als letzter und gewalt texte 1:04:37 aller bauernaufstände der große deutsche bauernkrieg im frühen sechzehnten jahrhundert schon an der schwelle zur neuzeit 1:04:44 alle diese bauernaufstände werden zwar letztlich militärisch niedergeworfen aber die stärke des bürgerlichen widerstandes in westeuropa bremst die 1:04:53 entwicklung derartigen macht ausdehnung doch ab im allgemeinen kann eine rückkehr zur vollen leibeigenschaft hier verhindert werden aber die geschichte 1:05:02 des bäuerlichen widerstandes und der bauernkriege im spätmittelalter ist ein anderes thema als für eine eigene ausführlichere episode 1:05:11 zum abschluss der heutigen episode würde ich noch einige lektüre empfehlung geben für alle die sich mit dem thema näher beschäftigen wollen das erste buch das 1:05:22 ich empfehle wäre werner röers bauern im mittelalter dass meine hauptquelle für diesen beitrag war dass alle hier behandelten aspekte ausführlicher 1:05:32 darstellt und auch aspekte schiller die ich nur gestreift oder auch gar nicht behandelt habe so wer sich mehr beschäftigen will mit dem alltag der 1:05:41 wirtschaftsweise den rechtlichen verhältnissen der bauern im mittelalter werner rosen aus bauern im mittelalter ist ein fantastisches buch dazu als 1:05:49 ergänzung in würde ich noch drei weitere bücher empfehlen die entweder zeitlich etwas andere periode oder andere aspekte des bäuerlichen lebens behandeln das 1:06:00 buch von werner rosener konzentriert sich in erster linie auf die verhältnisse im hochmittelalter also eine hälfte des vierzehnten jahrhundert 1:06:08 wer mehr darüber erfahren wie die bäuerliche wirtschaft im frühmittelalter in karolingischer zeit ausgesehen hat dem würde ich zwei bücher empfehlen von 1:06:20 französischen historiker einmal das großartige buch die welt der karolinger von pierre ich seh das nicht nur bäuerliches leben sondern die gesamte 1:06:29 karolingische gesellschaft im europa des achten und 19 19 jahrhunderts auf eine sehr anschaulichen sehr detailliert weise schildert von kulturellen aspekten 1:06:40 über ökonomische aspekte bis zur politik kriegführung geistesleben das zweite buch ist georges tobis krieger und bauer das etwas später nach die schere ansetzt 1:06:52 und die zeit der klassischen fronhof wirtschaft vom neunten bis elften jahrhundert behandeln und schön zeigt wie durch die auflösung der fränkischen 1:07:01 reichs gewalt in dieser zeit die fronhof wirtschaft der voll entwickelte feudalismus entsteht schließlich als abschluss walhalla dieser autor die 1:07:11 rolle der frauen im mittelalter sehr stiefmütterlich behandeln nur am rande streifen würde ich als ergänzung stark empfehlen schule mieter haas großartiges 1:07:21 buch die frau im mittelalter das nicht nur das leben bäuerlicher frauen sondern aller gesellschaftlichen stände vom neunzehnten jahrhundert bis ins 1:07:30 spätmittelalter sehr anschaulich schildert schulamt ahadi frau im mittelalter sehr empfehlenswert ergänzung wenn man sich nicht nur für 1:07:38 die geschichte der männlichen familienoberhäupter sondern auch der frauen im mittelalter interessiert damit schließe ich für heute die episode des 1:07:47 zu ändern wir hatten den nächsten wochen wahrscheinlich noch einen weiteren historischen beitrag geben zur situation der bäuerlichen bevölkerung im 1:07:55 spätmittelalter in der frühen neuzeit