Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Gottesbeweise des Thomas von Aquin | 5 Wege zu Gott

Oberstufe Hollfeld5:18 40.659 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 36 Zeilen
Herunterladen
  1. Nachdem wir uns auf diesem Kanal bereits mit berühmten Religionskritikern beschäftigt haben, lohnt es sich auch die genaue Gegenseite zu betrachten, die
  2. Gottesbeweise. Dabei gibt es einen besonderen geistlichen, mit dem wir uns in diesem Video beschäftigen. Thomas von der Queen. Er war ein einflussreicher
  3. Philosoph und Theologe des 13. Jahrhunderts und einer der bedeutetsten Kirchlehrer der römisch-katholischen Kirche, die in Heiligen verehrt. Als
  4. einflussreicher Hauptvertreter der Scholastik gilt er als Aristoteles des Mittelalters und belegte auch seinen Glauben mit logischen Beweisführungen.
  5. Um nämlich die Existenz Gottes zu beweisen, veröffentlichte von Aquin seine sogenannten fünf Wege zu Gott als Teil seines Hauptwerkes. Dabei fasst er
  6. fünf Argumente zusammen, die alle auf die Existenz Gottes zurückführen. Seine fünf Wege sind in vier kosmologische Beweise, die sich also mit der
  7. Entstehung des Universums beschäftigen und einen teleologischen Beweis, den Beweis der Zweckmäßigkeit aufzuteilen.
  8. Unsere Welt ist voller Veränderungen und Bewegungen. Nichts kann sich allerdings bewegen, ohne von etwas anderem in irgendeiner Weise bewegt zu werden. So
  9. ist also jede Bewegung in unserem Universum auf eine vorherige Bewegung zurückzuführen und das würde immer so weitergehen. Nach Thomas von der Queen
  10. braucht es also einen sogenannten unbewegten Beweger, von dem alle Bewegung ursprünglich ausgeht und dieser Beweger ist Gott.
  11. Der zweite Beweis ist im ersten sehr ähnlich. Jede Wirkung und jedes Geschehen in unserer Welt würde ich etwas verursacht, dass ich kein
  12. Geschehen selbst verursachen kann. Es besteht also ein Kausalzusammenhang zwischen allen Wirkungen und Handlungen, der nun bei einem ursachenlosen
  13. Verursacher beginnen mußte. Auch hier geht von der Queen von Gott aus. In der Ontologie, der Lehre von Seinden, unterscheidet man zwischen Kontingenz
  14. und Asiität. Alles in unserer Welt ist Kontingent. Das bedeutet, dass z.B. die Existenz eines Menschen nur möglich ist, weil sie auf verschiedenen
  15. vorhergehenden Umständen aufbaut. Es kann also ebenfalls nicht nur kontingente Wesen geben, da man sonst wieder eine ewige Kette an Ursachen und
  16. Wirkungen hätte. Es braucht etwas, das allein aus sich selbst existiert, dem also Asiität zukommt.
  17. Damit sind die drei ersten Gottesbeweise von Aquin alle gleich aufgebaut. Ohne die Existenz Gottes gebe es ein ewiges weiter so, das auch schon ewig
  18. existiert und keinen klaren Anfang hat, einen sogenannten infiniten Regress. Im vierten Gottesbeweis geht es um die Fähigkeit der Menschen voneinander
  19. losgelöste Dinge in eine geordnete Wertereihenfolge zu bringen. Wir können Dinge z.B. mehr oder weniger gut, schön und wahr einilen und abstufen. Ohne eine
  20. entsprechenden Maßstab für diese Abstufungen wären diese Werte an nichts gebunden und Menschen wären nicht dazu fähig, Dinge nach ihnen zu beurteilen.
  21. Als Maßstab dient also Gott als vollkommen in allen angesprochenen Werten.
  22. Der letzte Gottesbeweis ist von den anderen getrennt zu betrachten. Hier stützt dich von der Quien nicht auf kosmologische Gegebenheiten, sondern auf
  23. die Beobachtung der Dinge in unserer Umgebung. Betrachtet man beispielsweise die Natur, fällt auf, dass ihre einzelnen Bestandteile alle darauf
  24. ausgerichtet sind, Ziele zu verfolgen. Es mangelt diesen Dingen zwar an Erkenntnis, also an die Möglichkeit, sich Selbstziele zu definieren, aber
  25. trotzdem verfolgen sie einen erkennbaren Sinn und sind strukturiert angeordnet. Nach von der Queen ist das der Beweis dafür, dass die Dinge nicht zufällig in
  26. Absicht verfolgen, sondern ihr Sinn. und ihre den Sinn verfolgende Struktur von irgendeinem erkenntnisfähigen intelligenten Weltenlenker ausgehen
  27. muss. Auch hier geht er von Gott aus. Der für früher ausschlaggebendeologische Gottesbeweis hat seit der Evolutionstheorien Wirkung verloren und
  28. wurde auch dafür kritisiert, dass wir Menschen in Dingen in unserer Umgebung selbst ihren angeblichen Sinn zuordnen und nicht jedem natürlichen Phänomen ein
  29. eindeutiger Sinn zugeordnet werden kann. Mit der Zeit beschäftigten sich auch zahlreiche Menschen mit den vier anderen Gottesbeweisen von der Queen und
  30. äußerten Zugeständnisse und Kritik. Ein Problem, das schon von der Queen anerkannt wurde, ist, daß die Beweise lediglich auf die Existenz irgendeines
  31. gottähnlichen Wesens hinführen und nicht zwinge das christliche Gottesbild bestätigen. Weitere Kritiken bestehen darin, dass nicht bewiesen werden kann,
  32. ob ein infiniter Regress wirklich unmöglich ist, wie es die ersten Beweise voraussetzen. Dazu wurde auch in der Skolastik über Idee der Ewigkeit der
  33. Welt diskutiert. Und selbst wenn angenommen wird, dass alle Wirkungen Ursachen benötigen, wird die Notwendigkeit dieser Annahme in von der
  34. Queens Beweisen für Gott abgesprochen. Thomas von der Queens fünf Wege zu Gott sollten letztendlich als Grundlage für eine weitere Diskussion über das Thema
  35. verstanden werden. Und mit seiner Arbeit begann auch eine Diskussion in der Religionsphilosophie, durch die Argumente sowohl für Aquens Unterstützer
  36. als auch für seine Kritiker stetig erweitert und verbessert wurden.

Zum Nachlesen