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Die klassischen Gottesbeweise und ihre Kritik (ontologisch, kosmologisch, teleologisch)

Ethik-Abi by BOE17:48 65.738 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. Lässt sich Gott beweisen? Viele Theologen und Philosophen haben es versucht und im Laufe der Zeit mehr oder weniger überzeugende
  2. Argumente für die Existenz Gottes formuliert. Wie die 3 klassischen Gottesbeweise funktionieren und welche Kritik man an ihnen üben kann,
  3. erfährst du in diesem Clip. Als Gottesbeweis bezeichnet man den Versuch, mit Hilfe der Vernunft zu beweisen, dass Gott
  4. existiert. Im Unterschied zu mathematischen Beweisen sind Gottesbeweise jedoch keine echten Beweise,
  5. sondern eher rationale Argumente, welche die Annahme der Existenz Gottes als vernünftig erscheinen lassen.
  6. Deshalb werden sie auch „Argumente“ genannt. Immanuel Kant (1774 - 1804) teilt in seinem Werk „Kritik der reinen Vernunft“ (1781)
  7. die klassischen Gottesbeweise in drei grundlegende Beweisarten ein. Er unterscheidet den ontologischen, den kosmologischen und den teleologischen Gottesbeweis.
  8. Vor allem bei der schematischen Darstellung der einzelnen Gottesbeweise beziehe ich mich auf das sehr lesenswerte Buch „Religionsphilosophie“ von Sebastian Gäb.
  9. Die genaue Quellenangabe findest du in der Infobox. Der ontologische Gottesbeweis nimmt allein den Begriff Gottes als Beweis für seine Existenz.
  10. Jeder, der den Gottesbegriff richtig versteht, muss einsehen, dass Gott auch wirklich existiert. Dass Gott nicht existiert, wäre laut diesem Gottesbeweis ein begrifflicher Widerspruch,
  11. ähnlich der Aussage „Der Kreis ist eckig". Es handelt sich bei diesem Gottesbeweis um ein Argument a priori, das ohne jeden Bezug
  12. zur Erfahrung auskommt. Dieses Argument setzt nichts anderes als den Begriff Gottes voraus.
  13. Eine sorgfältige Analyse des Begriffes von Gott reicht aus, um zu beweisen, dass Gott existieren muss.
  14. Den ontologischen Gottesbeweis hat zum ersten Mal Anselm von Canterbury (1033-1109) explizit formuliert, und zwar in seiner Schrift „Proslogion“ (1077/78).
  15. Eine weitere wichtige Fassung dieses Beweises stammt von René Descartes (1596-1650) und findet sich in der fünften Meditation seiner „Meditationen über die Grundlagen der Philosophie“
  16. (1641). Beim ontologischen Gottesbeweis wird zunächst nach dem Wesen Gottes gefragt, d.h. nach seinen
  17. Eigenschaften und Merkmalen. Anschließend schließt man von diesem Wesen Gottes auf seine Existenz.
  18. Nach Definition hat Gott alle positiven Eigenschaften und zwar in höchstem Maße. Da es besser ist zu existieren als nicht zu existieren, existiert Gott in höchstem Grade
  19. - als ens realissimum - als allerwirklichstes Sein. Der Beweis bei Anselm hat ganz grob folgende Struktur:
  20. Gott ist definiert als etwas, über dem nichts Größeres gedacht werden kann (1). Er besitzt alle positiven Eigenschaften in höchstem Maße.
  21. Er ist das vollkommene, das bestmögliche Wesen. Nun stellt sich die Frage, ob es Gott auch in Wirklichkeit gibt.
  22. Ein Atheist denkt beispielsweise, es gäbe Gott nicht. Doch selbst der Atheist hat den Begriff Gottes in seinem Verstand (2).
  23. Er versteht, was der Begriff „Gott“ bedeutet und somit existiert der Begriff in seinem Verstand als Objekt des Bewusstseins.
  24. Nur behauptet der Atheist, dass Gott eben nur in seinem Verstand, nicht aber in Wirklichkeit existiert.
  25. Anselm nimmt nun - gemeinsam mit dem Atheisten - an, dass Gott nur im Verstand existiert und nicht in Wirklichkeit.(3) Dabei handelt es sich formal um eine reductio
  26. ad absurdum. Man nimmt das Gegenteil dessen an, was man beweisen möchte und leitet daraus einen Widerspruch
  27. ab. Wenn etwas in Wirklichkeit existiert, ist es größer - vollkommener - , als wenn es
  28. nur im Verstand existiert. (4) Ein Gott, der in Realität existiert, ist also in jedem Falle besser als einer,
  29. der nur im Verstand existiert. Die Annahme (3) muss also falsch und ihr Gegenteil richtig sein.
  30. (5) Daraus folgt, dass Gott nicht nur in unserem Verstand, sondern auch in Wirklichkeit existiert.
  31. (6) Würde Gott nämlich nicht in Wirklichkeit existieren, sondern nur in unserer Vorstellung, so würde, das, was existiert, größer sein
  32. als Gott selbst. Dies ist laut der Definition Gottes jedoch unmöglich.
  33. Im Anschluss an Anselm von Canterbury führten diesen Gottesbeweis mehrere Philosophen und Theologen an, u.a. René Descartes (1596-1650).
  34. Dieser schließt von der Vollkommenheit Gottes auf seine Existenz. Etwas Vollkommenes muss auch existieren.
  35. Vollkommenheit schließt ein Dasein mit ein. Da Gott ein vollkommenes Wesen ist, muss er notwendigerweise auch existieren.
  36. Das ontologische Argument ist schon immer kontrovers gewesen. Die einen halten es für eine der genialsten Ideen der Philosophiegeschichte, andere - auch
  37. gläubige - Philosophen lehnen es ausdrücklich ab. Hier die beiden wichtigsten Kritikpunkte.
  38. Schon ein Zeitgenosse von Anselm von Canterbury - Gaunilo von Marmoutiers (994-1083) - wendet ein, dass sich mit analogen Argumenten beliebige „vollkommene" Objekte und Wesen beweisen
  39. lassen. Gaunilo bringt als Beispiel die vollkommene Insel.
  40. Diese müsse ja ebenfalls - dadurch dass sie vollkommen ist - in Wirklichkeit existieren. Dieser Einwand kann jedoch dadurch entkräftet werden, dass im Begriff Gottes - im Gegensatz
  41. zum Begriff der Insel - die Vollkommenheit bereits enthalten ist. Ähnlich wie ein Kreis per Definition rund ist.
  42. Überzeugender ist daher die Kritik, die Immanuel Kant in seiner „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) äußert.
  43. Kant kritisiert den ontologischen Gottesbeweis, indem er klarstellt, dass Existenz gar keine Eigenschaft ist, sondern vielmehr die Voraussetzung dafür, überhaupt Eigenschaften zu besitzen.
  44. In den Worten von Kant ist Existenz kein reales Prädikat, also kein Begriff von irgendetwas, was zu dem Begriff eines Dinges hinzukommen kann.
  45. Er schreibt: „Hundert wirkliche Taler enthalten nicht das mindeste mehr, als hundert mögliche.“ Damit ist gemeint, dass ich im Satz „Gott existiert“, Gott keine zusätzliche Eigenschaft
  46. zuschreibe, die ihn über einen nur gedachten Gott stellen würde. Dementsprechend fehlt einem gedachten Gott auch nichts zu seiner Vollkommenheit.
  47. Er hat alle positiven Eigenschaften im höchsten Maße, er existiert nur einfach nicht. Wenn ich also sage „Gott - als das vollkommene Wesen - existiert nicht.“, nehme ich ihm
  48. nichts von seiner begrifflich festgelegten Vollkommenheit, sondern meine nur, dass es kein Ding gibt, das unter diesen Begriff fällt.
  49. Der kosmologische Gottesbeweis ist ein Argument a posteriori, es geht also von bestimmten Tatsachen in der empirisch erfahrbaren Wirklichkeit aus.
  50. In diesem Beweis wird die Existenz des Universums als Beweis für Gott angeführt. Innerhalb des kosmologischen Arguments gibt es verschiedene Varianten.
  51. Allen gemeinsam ist die Behauptung, dass es einen Grund für die Existenz des Universums geben muss und dieser Grund Gott ist.
  52. Berühmte Vertreter dieses Arguments sind Aristoteles (384-322), Thomas von Aquin (1225-1274) und Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716).
  53. Die beiden wichtigsten Untertypen des kosmologischen Arguments sind das kausaltheoretische Argument, wie es beispielsweise Thomas von Aquin (1225-1274) in seiner „Summe der Theologie“ (1485)
  54. formuliert, und das kontingenztheoretische Argument, das beispielsweise Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) in seiner Schrift „Über den ersten Ursprung der Dinge“ (1697) anführt.
  55. Werfen wir einen kurzen Blick auf diese beiden Argumentationsformen. In der „Summe der Theologie“ formuliert Thomas von Aquin in den ersten 3 seiner sogenannten
  56. fünf Wege - also seiner 5 Argumente, die nachweisen sollen, dass Gott existiert - Variationen des kosmologischen Gottesbeweises.
  57. Der zweite Weg ist dabei am deutlichsten kausaltheoretisch formuliert. Das Argument funktioniert wie folgt: Zunächst stellt er fest, dass (alle) Dinge
  58. Ursachen haben. Gemeint ist damit eine Ursache im kausalen Sinn, daher auch der Begriff „kausaltheoretisches
  59. Argument“. Er meint damit, dass in allen Dingen, die wir in der Welt beobachten können, das Gesetz
  60. der Kausalität herrscht. Auf Ursachen folgen Wirkungen und es gibt keine Wirkung ohne Ursache.
  61. Zweitens stellt er fest, dass nichts Ursache seiner selbst sein kann. Dinge werden stets von etwas verursacht, was außerhalb von ihnen liegt.
  62. Dann kommt der entscheidende Schritt in der Argumentation: Eine Kette von Ursachen kann nie unendlich sein.
  63. Am Anfang der Ursachenkette muss etwas stehen, dass alles andere verursacht hat: Eine erste Ursache.
  64. Diese erste Ursache nennen wir Gott. Demnach existiert Gott.
  65. Im Unterschied zu Thomas entwickelt Gottfried Wilhelm Leibniz in seiner Schrift „Über den ersten Ursprung der Dinge“ ein Argument, welches nicht auf dem Begriff der Kausalität,
  66. sondern auf dem Begriff der Kontingenz aufbaut. Seiner Ansicht nach muss es jenseits der Welt einen letzten Grund für ihre Existenz geben.
  67. Leibniz arbeitet mit dem sogenannten „Satz vom zureichenden Grund“. Nach diesem Prinzip muss jede kontingente - also nicht notwendige Tatsache - einen zureichenden
  68. Grund haben, der erklärt, warum sie so und nicht anders ist. Die Existenz der Welt ist selbst eine kontingente Tatsache.
  69. Dabei spielt es für Leibniz keine Rolle, ob die Welt endlich oder unendlich ist. Es geht ihm um die Existenz der Welt als Ganzes: Warum existiert die Welt so wie sie existiert
  70. und nicht anders? Dafür braucht es einen Grund.
  71. Dieser Grund kann nicht Teil der Welt sein, sondern muss außerhalb von ihr liegen. Wäre der Grund für die Existenz der Welt nämlich ein Teil von ihr, so wäre er selbst
  72. kontingent und nicht zureichend. Daraus folgt, dass es außerhalb der Welt einen zureichenden, einen notwendigen - nicht
  73. kontingenten - Grund für ihre Existenz geben muss. Dieser Grund ist Gott.
  74. Die Argumentationsformen von Thomas und Leibniz unterscheiden sich lediglich dadurch, dass Thomas eine erste Ursache für die Existenz der Welt herleitet und Leibniz einen zureichenden
  75. Grund für die Kontingenz der Welt. Diese erste Ursache bzw. dieser notwendige Grund ist bei beiden Gott.
  76. Doch wie überzeugend sind diese Varianten des kosmologischen Gottesbeweises? Der kosmologische Gottesbeweis kann aus drei Gründen nicht überzeugen.
  77. Erstens muss ein metaphysisches Prinzip akzeptiert werden, wonach alle Dinge eine Ursache haben (kausaltheoretisches Argument) oder einen zureichenden Grund (kontingenztheoretisches
  78. Argument). Dieses Prinzip ist aber nicht selbstverständlich, sondern muss selbst begründet werden.
  79. Vor allem muss begründet werden, warum ausgerechnet Gott diese erste Ursache bzw. dieser erste Grund sein soll.
  80. Zweitens muss gezeigt werden, dass unendliche Ursachenketten bzw. kontingente Tatsachen ohne zureichenden Grund unmöglich sind.
  81. Warum aber gerät Gott dann als erste Ursache bzw. letzter Grund nicht in Konflikt mit dem vorher vorausgesetzten metaphysischen Prinzip?
  82. Das dritte Problem ist, dass als erste Ursache bzw. zureichender Grund beim kosmologischen Gottesbeweis Gott genannt wird.
  83. Doch das kann in dem Argument nicht bewiesen werden. Vielleicht hat das Universum tatsächlich eine erste Ursache oder einen letzten Grund.
  84. Doch warum sollte dies Gott sein? Die Welt könnte beispielsweise auch selbst Ursache ihrer selbst sein.
  85. Oder der Zufall könnte für die Existenz und die Eigenschaften der Welt verantwortlich sein.
  86. Der teleologische Gottesbeweis ist ebenso wie der kosmologische Gottesbeweis ein Argument a posteriori.
  87. Man nennt ihn auch „argument from design“ oder physikotheologischen Gottesbeweis. Er führt die Zweckmäßigkeit in den Dingen der Welt als Beweis für Gott an.
  88. Teleologie ist die Lehre, dass alle Dinge auf ein Ziel oder einen Zweck hin ausgerichtet sind.
  89. Die Dinge in der Welt, besonders die Lebewesen, zeigen zweckmäßige Eigenschaften, als ob sie so geplant worden wären.
  90. Diese Zweckmäßigkeit ist auch der Grund dafür, dass sie überhaupt vom menschlichen Geist erkannt werden können.
  91. Dahinter muss es einen Planer, Schöpfer, Zwecksetzer geben: Gott. Berühmte Vertreter dieses Arguments sind Thomas von Aquin (1225-1274) und William Paley
  92. (1743-1805). Der teleologische Gottesbeweis geht von dem empirischen Fakt aus, dass das Universum,
  93. und damit auch unsere Welt, wohl geordnet ist. Wir können beobachten, dass Dinge, die selbst keine Erkenntnis haben, auf ein Ziel ausgerichtet
  94. sind und sich zielgerichtet verhalten. Aus dieser beobachtbaren Zielgerichtetheit und Zweckmäßigkeit der Welt wird auf einen
  95. intelligenten Urheber geschlossen, der die Welt nach einem Plan geschaffen hat: Gott. Das Argument ähnelt der Theorie des „Intelligent Design", da es ebenfalls einen intelligenten
  96. Schöpfer annimmt. Jedoch geht es im teleologischen Gottesbeweis nicht nur um die Gestalt oder Komplexität
  97. von Lebewesen, sondern um das zielgerichtete Verhalten aller Dinge. Das Argument lautet in seiner klassischen Form so:
  98. Zunächst wird festgestellt, dass das Universum zweckmäßig angeordnet ist. Es gleicht einer Maschine mit sinnvoll aufeinander abgestimmten Einzelkomponenten.
  99. Lebewesen sind so konstruiert, dass sie in diesem Universum leben können und das Universum ist so konstruiert, dass es den Wesen ein Leben ermöglicht.
  100. Eine solche Zweckmäßigkeit finden wir auch in Produkten, die von Menschen geplant und konstruiert wurden.
  101. Daraus folgt, dass sich das Universum und die Produkte menschlicher Intelligenz ähnlich sind.
  102. Beide weisen Anzeichen der Zweckmäßigkeit auf. Wenn aber die Wirkungen einander gleichen, müssen auch die Ursachen einander gleichen.
  103. Dieses Prinzip nennt man Analogieprinzip. Von der Ähnlichkeit in den Wirkungen wird auf eine Ähnlichkeit in den Ursachen geschlossen.
  104. Da menschliche Produkte nicht durch Zufall, sondern durch intelligente Planung entstanden sind, muss nach dem Prinzip der Analogie auch das Universum durch intelligente Planung entstanden
  105. sein. Beide Dinge - menschliche Produkte und das Universum - scheinen nämlich zweckmäßig
  106. konstruiert zu sein. Gemäß dem Prinzip „gleiche Ursache - gleiche Wirkung" entstand also auch das Universum
  107. durch intelligente Planung. William Paley (1743-1805) bringt hierfür ein sehr berühmtes Beispiel: Wenn ich im
  108. Sand eine Uhr finde, dann würde ich nicht annehmen, dass die Uhr zufällig entstanden ist, sondern dass sie das Produkt eines intelligenten Planers - des Uhrmachers - ist.
  109. Ein so komplexer und zweckmäßig konstruierter Gegenstand kann kein Zufallsprodukt sein. Analog dazu kann die zweckmäßige Konstruktion des Universums ebensowenig ein Zufall sein.
  110. Überall, wo es Planung gibt, muss es auch einen Planer geben. Demnach muss ein Wesen existieren, welches das Universum vernünftig und bewusst geplant
  111. hat. Dieser intelligente Planer des Universums, der über sehr viel mehr Macht verfügen muss
  112. als wir menschlichen Planer irgendwelcher Maschinen, ist der allmächtige und allwissende Gott.
  113. Eine moderne Version dieses Arguments - das sogenannte fine-tuning-Argument - geht nicht mehr von einer biologischen Zweckmäßigkeit der Lebewesen aus, sondern von der modernen
  114. Physik. Dieses Argument beruft sich auf die scheinbare Feinabstimmung der Naturgesetze und Naturkonstanten.
  115. Es hat folgende Struktur: Zunächst wird festgestellt, dass alle Dinge im Universum von Naturgesetzen und Naturkonstanten bestimmt werden und das Universum Leben ermöglicht.
  116. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass alle relevanten Naturkonstanten die richtigen Werte haben, um komplexes Leben zu ermöglichen, ist jedoch rein statistisch betrachtet extrem gering.
  117. Wie lässt sich also erklären, dass die Feinabstimmung der Naturgesetze so gut funktioniert, dass sie solch komplexe Lebewesen hervorbringen konnte?
  118. Die wahrscheinlichste Erklärung hierfür lautet, dass das Universum intelligent geplant wurde.
  119. Daraus folgt, dass das Universum mit hoher Wahrscheinlichkeit intelligent geplant wurde, und zwar von Gott.
  120. Auch der teleologische Gottesbeweis kann - sowohl in seiner klassischen als auch in seiner modernen Form - kritisiert werden.
  121. Hier die beiden wesentlichen Kritikpunkte: Zunächst könnte es auch alternative Erklärungen der Zweckmäßigkeit im Universum geben.
  122. Bei der klassischen Variante des Arguments liefert Darwins Evolutionstheorie eine solche alternative Erklärung: Zweckmäßigkeit und Anpassung sind Ergebnisse der natürlichen
  123. Auslese. Beim fine-tuning-Argument könnten bislang noch nicht entdeckte Naturgesetze den unwahrscheinlichen
  124. Zufall erklären, warum die Naturkonstanten genau die Werte haben, dass Leben im Universum möglich ist.
  125. Möglicherweise hat der Mensch die naturgesetzlichen Mechanismen für diese Werte einfach bislang noch nicht erforscht und erkannt.
  126. Der zweite Kritikpunkt richtet sich gegen beide Versionen des teleologischen Arguments: Der intelligente Urheber des Universums muss nämlich nicht Gott sein.
  127. Selbst wenn das teleologische Argument gültig wäre, würde es höchstens zeigen, dass die nicht vom Menschen geschaffenen zweckhaften Systeme von einem intelligenten Urheber geschaffen
  128. wurden. Der von der Religion definierte allmächtige, allwissende und allgütige Gott kann damit
  129. nicht bewiesen werden. Ein „Weltbaumeister“, wie Kant es formuliert, würde als Erklärung genügen.
  130. Welcher dieser Gottesbeweise überzeugt dich am meisten? Welcher am wenigsten?
  131. Schreibe deine Meinung sehr gerne unten in die Kommentare. Mit dem Quizlet-Lernset „Die klassischen Gottesbeweise und ihre Kritik“
  132. kannst du dein Wissen jetzt überprüfen. Viel Spaß beim Lernen und bis bald!

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