Gottesbeweise des Thomas von Aquin | 5 Wege zu Gott Oberstufe Hollfeld https://www.youtube.com/watch?v=DBreHerOvHs Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Nachdem wir uns auf diesem Kanal bereits mit berühmten Religionskritikern beschäftigt haben, lohnt es sich auch die genaue Gegenseite zu betrachten, die 0:08 Gottesbeweise. Dabei gibt es einen besonderen geistlichen, mit dem wir uns in diesem Video beschäftigen. Thomas von der Queen. Er war ein einflussreicher 0:17 Philosoph und Theologe des 13. Jahrhunderts und einer der bedeutetsten Kirchlehrer der römisch-katholischen Kirche, die in Heiligen verehrt. Als 0:25 einflussreicher Hauptvertreter der Scholastik gilt er als Aristoteles des Mittelalters und belegte auch seinen Glauben mit logischen Beweisführungen. 0:33 Um nämlich die Existenz Gottes zu beweisen, veröffentlichte von Aquin seine sogenannten fünf Wege zu Gott als Teil seines Hauptwerkes. Dabei fasst er 0:41 fünf Argumente zusammen, die alle auf die Existenz Gottes zurückführen. Seine fünf Wege sind in vier kosmologische Beweise, die sich also mit der 0:50 Entstehung des Universums beschäftigen und einen teleologischen Beweis, den Beweis der Zweckmäßigkeit aufzuteilen. 1:00 Unsere Welt ist voller Veränderungen und Bewegungen. Nichts kann sich allerdings bewegen, ohne von etwas anderem in irgendeiner Weise bewegt zu werden. So 1:08 ist also jede Bewegung in unserem Universum auf eine vorherige Bewegung zurückzuführen und das würde immer so weitergehen. Nach Thomas von der Queen 1:16 braucht es also einen sogenannten unbewegten Beweger, von dem alle Bewegung ursprünglich ausgeht und dieser Beweger ist Gott. 1:26 Der zweite Beweis ist im ersten sehr ähnlich. Jede Wirkung und jedes Geschehen in unserer Welt würde ich etwas verursacht, dass ich kein 1:34 Geschehen selbst verursachen kann. Es besteht also ein Kausalzusammenhang zwischen allen Wirkungen und Handlungen, der nun bei einem ursachenlosen 1:42 Verursacher beginnen mußte. Auch hier geht von der Queen von Gott aus. In der Ontologie, der Lehre von Seinden, unterscheidet man zwischen Kontingenz 1:54 und Asiität. Alles in unserer Welt ist Kontingent. Das bedeutet, dass z.B. die Existenz eines Menschen nur möglich ist, weil sie auf verschiedenen 2:03 vorhergehenden Umständen aufbaut. Es kann also ebenfalls nicht nur kontingente Wesen geben, da man sonst wieder eine ewige Kette an Ursachen und 2:12 Wirkungen hätte. Es braucht etwas, das allein aus sich selbst existiert, dem also Asiität zukommt. 2:20 Damit sind die drei ersten Gottesbeweise von Aquin alle gleich aufgebaut. Ohne die Existenz Gottes gebe es ein ewiges weiter so, das auch schon ewig 2:29 existiert und keinen klaren Anfang hat, einen sogenannten infiniten Regress. Im vierten Gottesbeweis geht es um die Fähigkeit der Menschen voneinander 2:39 losgelöste Dinge in eine geordnete Wertereihenfolge zu bringen. Wir können Dinge z.B. mehr oder weniger gut, schön und wahr einilen und abstufen. Ohne eine 2:49 entsprechenden Maßstab für diese Abstufungen wären diese Werte an nichts gebunden und Menschen wären nicht dazu fähig, Dinge nach ihnen zu beurteilen. 2:57 Als Maßstab dient also Gott als vollkommen in allen angesprochenen Werten. 3:04 Der letzte Gottesbeweis ist von den anderen getrennt zu betrachten. Hier stützt dich von der Quien nicht auf kosmologische Gegebenheiten, sondern auf 3:12 die Beobachtung der Dinge in unserer Umgebung. Betrachtet man beispielsweise die Natur, fällt auf, dass ihre einzelnen Bestandteile alle darauf 3:19 ausgerichtet sind, Ziele zu verfolgen. Es mangelt diesen Dingen zwar an Erkenntnis, also an die Möglichkeit, sich Selbstziele zu definieren, aber 3:28 trotzdem verfolgen sie einen erkennbaren Sinn und sind strukturiert angeordnet. Nach von der Queen ist das der Beweis dafür, dass die Dinge nicht zufällig in 3:36 Absicht verfolgen, sondern ihr Sinn. und ihre den Sinn verfolgende Struktur von irgendeinem erkenntnisfähigen intelligenten Weltenlenker ausgehen 3:44 muss. Auch hier geht er von Gott aus. Der für früher ausschlaggebendeologische Gottesbeweis hat seit der Evolutionstheorien Wirkung verloren und 3:54 wurde auch dafür kritisiert, dass wir Menschen in Dingen in unserer Umgebung selbst ihren angeblichen Sinn zuordnen und nicht jedem natürlichen Phänomen ein 4:02 eindeutiger Sinn zugeordnet werden kann. Mit der Zeit beschäftigten sich auch zahlreiche Menschen mit den vier anderen Gottesbeweisen von der Queen und 4:11 äußerten Zugeständnisse und Kritik. Ein Problem, das schon von der Queen anerkannt wurde, ist, daß die Beweise lediglich auf die Existenz irgendeines 4:20 gottähnlichen Wesens hinführen und nicht zwinge das christliche Gottesbild bestätigen. Weitere Kritiken bestehen darin, dass nicht bewiesen werden kann, 4:28 ob ein infiniter Regress wirklich unmöglich ist, wie es die ersten Beweise voraussetzen. Dazu wurde auch in der Skolastik über Idee der Ewigkeit der 4:37 Welt diskutiert. Und selbst wenn angenommen wird, dass alle Wirkungen Ursachen benötigen, wird die Notwendigkeit dieser Annahme in von der 4:44 Queens Beweisen für Gott abgesprochen. Thomas von der Queens fünf Wege zu Gott sollten letztendlich als Grundlage für eine weitere Diskussion über das Thema 4:54 verstanden werden. Und mit seiner Arbeit begann auch eine Diskussion in der Religionsphilosophie, durch die Argumente sowohl für Aquens Unterstützer 5:02 als auch für seine Kritiker stetig erweitert und verbessert wurden.