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Demokratie: Die beste aller Staatsformen?
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 123 Zeilen
- Vor einiger Zeit hab ich mal auf meinem Kanal gefragt: Würdet ihr der Aussage zustimmen,
- unsere Demokratie ist die beste Regierungsform, die wir haben können? Viele finden schon, dass die Demokratie die beste Staatsform ist,
- aber noch mehr stimmten eben nicht zu oder sind sich nicht sicher, hier seht ihr das Ergebnis.
- Das hat mich ehrlich gesagt schon ziemlich überrascht. Andererseits hören und sehen wir auch immer wieder,
- wie Menschen an der Demokratie zweifeln. Denn die ist alles andere als perfekt und fehlerlos.
- Die Frage ist aber: Welche Alternativen zur Demokratie gibt es denn?
- Diese Frage werden wir in diesem Video hier beantworten. Mit Beispielen aus der Geschichte und - mit Star Wars. Los geht's.
- Was ist eigentlich eine Demokratie? Schauen wir uns vielleicht zuerst mal das Wort an.
- Das Wort Demokratie stammt aus dem Altgriechischen. Demos ist das Volk und Kratos bedeutet Herrschaft.
- Demokratie ist also die Herrschaft des Volkes. Und die alten Griechen haben schon
- über die verschiedenen Formen von Herrschaft nachgedacht. Wenn eine Person herrscht, dann spricht man von einer Monarchie.
- Wenn diese Alleinherrschaft sehr grausam ist, kann man auch von Tyrannei sprechen.
- Oder es herrscht eine Gruppe, dann kann das eine Oligarchie sein: die Diktatur einer Partei
- oder auch die Herrschaft von besonders weisen Menschen, Experten. Und man kann natürlich auch auf die Idee kommen,
- dass etwa in einer Stadt, einem Stadtstaat, den man altgriechisch Polis nennt,
- dass alle Leute, die in dieser Stadt leben, gemeinsam entscheiden und regieren.
- Genau das, was ich eben beschrieben habe, ist eben die Demokratie.
- Und diese Regierungs- oder Staatsform entwickelt sich zwischen 508 vor Christus und 322 vor Christus.
- Und zwar durch die Einwohner von Athen. Demokratie aller - das trifft es in diesem Fall allerdings nicht ganz,
- wenn man genau hinschaut. In dieser Demokratie
- sind alle freien Männer ständig am Staatswesen beteiligt. Sklaven oder Frauen haben politisch nichts zu sagen.
- Aber immerhin sind um die 30.000 bis 35.000 Männer beteiligt. Diese Männer stimmen aktiv ab.
- Sie übernehmen Ämter in der Verwaltung oder als Richter. Natürlich kommen nicht 30.000 Männer zur Volksversammlung zusammen,
- aber es dürften schon regelmäßig so um die 6.000 Personen sein. Athen braucht jedes Jahr 1.100 Amtsträger.
- Von denen werden etwa 100 gewählt, und etwa 1.000 werden per Los bestimmt.
- Denn die Athener gehen davon aus, dass die Gewählten nur besonders wichtige oder komplexe Aufgaben übernehmen.
- Alles andere kann jeder Mann erledigen. Alles sind gleich - na ja, fast alle, wie gesagt.
- Das Losglück deutet nach Überzeugung der Athener auch darauf hin, dass hier vielleicht die Götter mit aussuchen,
- wer welche Position übernehmen soll. Auf jeden Fall werden jedes Jahr
- 6.000 Männer schon mal zu Richtern ernannt. Ihr seht: In der athenischen Demokratie
- sind viele Bürger ständig am Staatswesen beteiligt. Diese antike Demokratie ist also sehr anders
- als unsere moderne Demokratie. Na ja, das mit den Richtern
- kennt ihr vielleicht 'n bisschen ähnlich aus den USA. Dort gibt es die Geschworenen:
- Bürger:innen, die keine Juristen sind, die aber das Urteil fällen.
- Aber auch die erste Demokratie steht schon in der Kritik. Vor allem die Philosophen warnen vor einer Herrschaft des Pöbels.
- Und da sieht man schon ein Grundproblem der Demokratie: Wenn alle herrschen, dann bestimmen eben auch manchmal Menschen,
- die kaum Erfahrung oder Können besitzen. Die reine Mehrheit kann auch sehr grausam sein.
- Man sagt damals: "Tyrannei der Masse" Der Franzose Alexis de Tocqueville wird Demokratie im 19. Jahrhundert
- sogar als "Tyrannei der Mehrheit" bezeichnen. Andererseits: Wenn nur wenige, gut Ausgebildete herrschen,
- dann ist die große Masse unfrei. Und die Menschen sind auch nicht gleich.
- Insgesamt sehen viele Philosophen in der Antike die Demokratie schon ziemlich kritisch.
- Sie bevorzugen Verfassungen, die die Macht verteilen und kontrollieren, aber keine breite Beteiligung aller Bürger.
- Es wird befürchtet, dass besonders geschickte Redner es schaffen können, mehr und mehr Leute auf ihre Seite zu ziehen.
- Sich allein zum Anführer zu machen. Womit sie recht behalten werden, diese Leute, die das befürchten,
- denn die Geschichte hat gezeigt, dass die Demokratie recht leicht umstürzen kann in eine Diktatur.
- Vielleicht kennt ihr diesen Satz: "Um weiterhin allgemeine Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten,
- wird die Republik umgestaltet werden, und zwar zum ersten Galaktischen Imperium."
- "Zum Wohle und Nutze einer stabilen und sicheren Gesellschaft." Genau das sagt der böse Palpatine
- im Film "Star Wars - Die Rache der Sith", als er unter dem Jubel im Senat seine Diktatur errichtet.
- Ja, ein Film, aber: ein Film, der sich an historischen Vorbildern orientiert.
- Auch die Nationalsozialisten kommen auf demokratischem Wege an die Macht, und schaffen dann sofort die Demokratie ab - mit brutaler Gewalt.
- Die Nazis haben zwar keinen Todesstern, aber paramilitärische Schlägertruppen.
- Und auch Hitler macht sich die Armee untertan. Ich hab euch das schon mal in 'nem anderen Video genauer erklärt,
- oben auf dem "i" oder unten in der Infobox. Die Nazis begründen ihre Diktatur so:
- Die beste Regierung ist eine, die im Einvernehmen, im Einverständnis mit dem Volk herrscht,
- die weiß und versteht, was für das Volk das Beste ist. Das ist: der Führer.
- Dieser Führer soll das machen, was für das Volk am besten ist, und das Volk gehorcht deshalb, ohne zu diskutieren.
- Nur am Rande: Am Ende von Hitlers Herrschaft ist das deutsche Volk am Boden zerstört.
- Die Herrschaftsbegründung der Nazis war eine glatte Lüge. Die Kommunisten begründen ihre Diktaturen auch damit,
- die unterdrückten Klassen zu befreien, und auf dem Weg zur herrschaftsfreien Demokratie
- muss eben die Diktatur des Proletariats die Wende einläuten. In der Geschichte gibt es viele Palpatines.
- Diktaturen führen immer zu Mord und Terror, meistens auch zu Kriegen.
- Aber die Diktatur ist nicht die einzige Alternative zur Demokratie. Schon Aristoteles zählt in der griechischen Staatenwelt
- und darum herum 158 verschiedene Verfassungen. Bei den alten Römern gibt es lange Zeit eine Republik.
- Dort darf das Volk von Rom bei Versammlungen auch seine Amtsträger wählen.
- Aber das Sagen hat eigentlich der Senat, ein Gremium, in dem die reichen und adligen Familien sitzen.
- Aber immerhin: Es regieren mehrere gemeinsam, die aufeinander angewiesen sind.
- Bis Julius Cäsar und nach ihm der Kaiser Augustus die Alleinherrschaft des Kaisers aufrichten - auch so ein Palpatine.
- Die Königsherrschaft ist in Europa das ganze Mittelalter hindurch die normale Form der Herrschaft.
- Je nach Herrscher kann sie den Menschen auch Wohlstand und Glück bescheren.
- Es ist aber klar: Das Sagen hat der König. Schließlich in der Form des absoluten Monarchen,
- wenn der König niemandem mehr rechenschaftspflichtig ist. In dieser Monarchie haben die Unter- tanen keine politische Mitsprache.
- Aber ein aufgeklärter Herrscher, wie etwa Preußenkönig Friedrich der Zweite,
- versteht sich als Erster Diener des Staates. Es kommt also nicht auf den Herrscher selbst an,
- wie im Mittelalter, sondern auf das Staatswesen. Aber es gilt: Alles für das Volk und nichts durch das Volk.
- Die Menschen merken im 19. Jahrhundert, dass das nicht so gut funktioniert.
- Die Gesellschaften werden arbeitsteiliger, komplexer. Der Grundbesitz ist nicht mehr die einzige Quelle des Reichtums.
- Vielmehr werden Händler und Industrielle reich Die Bürger, die das Land
- wirtschaftlich und kulturell am Laufen halten, wollen politische Mitsprache.
- In England erkämpft sich das Parlament wichtige Rechte. Könige müssen auch anderswo ihre Macht mit Parlamenten teilen.
- Einige wollen das nicht und treten zurück, wie der bayerische König Ludwig der Erste.
- Er will sich keiner Verfassung beugen. Aber diese Zeiten sind vorbei - zumindest in Europa.
- Im 18. Jahrhundert werden dann Theorien für eine moderne Demokratie entwickelt:
- die Trennung der drei Gewalten: Gesetzgebung, also Legislative, Regierung - Exekutive - und Rechtsprechung - Judikative.
- Oder die Theorie von der Rechtmäßigkeit einer Herrschaft, die auf das Allgemeinwohl abzielt.
- Oder auch die Theorie, dass alle Macht vom Volk ausgeht und nicht vom König.
- Der Wunsch nach Demokratie zeigt, dass die Bürger frei sein und über das Gemeinwesen mitbestimmen wollen.
- Er zeigt den Wunsch nach Gleichheit. 1789 ereignet sich die Französische Revolution:
- Das Volk fegt den König hinweg und regiert sich selbst. Eine sehr intensive Phase,
- die schnell zur Diktatur eines Wohlfahrtsausschusses, einer kleineren Gruppe übergeht, und schließlich
- in der Alleinherrschaft von Kaiser Napoleon mündet. Aber die Ideen werden im 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen,
- zum Beispiel in der Revolution von 1848/49. Das deutsche Parlament wird zwar wieder aufgelöst
- und die Fürsten behaupten ihre Macht durch militärische Gewalt, aber die Demokratie kommt in Europa ganz langsam voran.
- Woanders geht es schneller: in den USA. Abraham Lincoln fasst es so zusammen:
- In den USA wird auch das ausprobiert, was heute in den modernen großen Staaten, die wir haben,
- Gang und Gäbe ist: repräsentative Demokratie. Die Bürgerinnen und Bürger wählen Abgeordnete,
- die in ihrem Auftrag im Parlament entscheiden und eine Regierung bilden.
- Im 20. Jahrhundert setzt sich auch in Europa die Demokratie durch. Auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt,
- wie die Hitler-Diktatur oder die Diktatur von Franco in Spanien. Die Demokratie in Form der parlamen- tarischen repräsentativen Demokratie.
- Nur die hat ein Problem: Sie arbeitet relativ langsam. Viele Leute wollen schnellere, direkte Verfahren.
- Abstimmungen aller Bürgerinnen und Bürger. Volksentscheide über diese oder jene Frage.
- Soll ein Tempolimit eingeführt werden? So eine Frage wäre ja noch ziemlich einfach zu klären,
- aber was ist damit: Soll die deutsche Marine an der afrikanischen Küste
- gegen Kriminelle vorgehen? Und wie? Wie hoch soll ein Mindestlohn sein?
- Wie soll das Steuerrecht in Sachen Ehegattensplitting verändert werden? Wie regeln wir, wie viel englische und europäische Fischer
- in der Nordsee fangen dürfen? Je komplizierter eine Frage wird,
- desto schwieriger ist es natürlich, sie zu beantworten. Die Erfahrungen aus der Schweiz,
- wo es ja Volksabstimmungen landesweit gibt, zeigen, dass meistens die besser Ausgebildeten
- und damit auch die mit den besseren Jobs, die also auch reicher sind, an solchen Abstimmungen teilnehmen.
- Menschen, die finanziell schlechter gestellt sind, haben dann also weniger zu sagen.
- Und auch hier sind wir dann wieder bei einem bekannten Problem der Demokratie.
- Zum Thema Volksentscheid auf Bundesebene findet ihr ein Video, wenn ihr oben auf das "i" klickt.
- Klar ist auf jeden Fall: Die Demokratie ist nicht perfekt. Jeder ärgert sich über manche Entscheidungen.
- "Tyrannei weniger", sagen einige. Lobbyismus, Korruption, schwerfällige und lange Entscheidungsprozesse.
- Es gibt da sicher noch unzählige Punkte. Theoretisch gibt es eine ganze Menge Alternativen zur Demokratie,
- aber im echten Leben ist jede Alternative zur Demokratie eine Alternative, die weniger Freiheit,
- mehr Angst, weniger Recht bringt, und ich bin froh, das Glück zu haben in einem Land zu leben,
- das Bürger und Menschenrechte in seiner Verfassung verankert hat, um es 'n bisschen pathetisch zu sagen.
- Oder vielleicht wie es Winston Churchill 1947 in einer Rede vor dem Unterhaus einmal meinte:
- Was meint ihr? Wie könnte Demokratie aussehen? Wie könnten wir sie umgestalten?
- Schreibt's gerne unten in die Kommentare. Und hier neben mir findet ihr noch ein Video zur Weimarer Verfassung,
- und direkt darunter eins der Kollegen von Terra Xplore zu der Frage, welchen Einfluss Social Media auf unsere Wahlentscheidung hat.
- Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
Zum Nachlesen
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