Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Wie funktioniert Demokratie? 🧩
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 104 Zeilen
- Wir machen jetzt mal ein kleines Quiz: Was haben die Schweiz, Neuseeland und Deutschland gemeinsam?
- Ein kleiner Tipp: Was wir suchen, ist mehr als 2.500 Jahre alt und fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt darin.
- Aber weltweit verschlechtert sich ihr Zustand. Einige machen sich sogar große Sorgen um sie und
- Seid ihr schon darauf gekommen? Ja, wir sprechen in diesem Video über die Demokratie.
- Jetzt denkt ihr vielleicht: Demokratie, naja das heißt halt, dass es Wahlen gibt. So einfach ist das nicht! Klar: Ohne Wahlen keine Demokratie,
- aber wo es Wahlen gibt, muss noch längst keine Demokratie sein. Laut einer Studie leben zwar 46 Prozent der Menschen auf der Welt
- in einer Form der Demokratie, allerdings nur 8 Prozent in einer vollständigen Demokratie. Was macht eine Demokratie also wirklich aus?
- Kann man Demokratie auch „falsch machen“? Und gibt es das überhaupt, die Demokratie?
- Das klären wir jetzt in diesem Video und zwar anhand einer Demokratie-Checkliste! Das Wort „Demokratie“ kommt aus dem Griechischen und heißt „Herrschaft des Volkes".
- Die Macht geht also nicht etwa von einem König, einer kleinen Gruppe Superreichen oder Adeligen oder vom Militär aus.
- Sondern von uns allen - vom Volk. Man nennt das auch Volkssouveränität.
- Das ist auch direkt der erste Punkt unserer Demokratie-Checkliste. Können wir also einen Haken dahinter machen.
- Aber wie kann ein ganzes Volk überhaupt die Macht innehaben? Wie können zum Beispiel in Deutschland etwa knapp 83 Millionen Menschen
- Herrschaft ausüben?! Wie findet man raus, was die alle wollen?!
- Stellt euch vor, das Volk wäre eure Schulklasse. Jetzt muss die Klasse entscheiden, wo die Abschlussfahrt hingeht - Berlin oder Erfurt.
- Wie würdet ihr das angehen? Wahrscheinlich macht ihr eine Abstimmung:
- Jede Schülerin und jeder Schüler hat eine Stimme. Die Stadt mit den meisten Stimmen gewinnt.
- Ihr könntet aber auch Vertretungen, zum Beispiel eure Klassensprecherinnen und Klassensprecher, damit beauftragen, sich sorgfältig mit den Vorzügen der beiden Städte zu beschäftigen
- und dann die Entscheidung stellvertretend für die Klasse zu treffen. Bei der Abstimmung habt ihr direkt Einfluss auf die Entscheidung genommen.
- Für die Version mit den Klassensprechern habt ihr eure „Macht“, wenn man das so will, auf andere übertragen. Ihr wart also indirekt bei der Entscheidung mit am Start.
- Und genau so funktioniert das auch in demokratischen Staaten. In Form von Volksentscheiden und Volksbegehren etwa
- stimmen Bürgerinnen und Bürger direkt über politische Fragen ab. Dazu später noch mehr.
- Wählen sie Vertretungen, zum Beispiel Abgeordnete, die stellvertretend in einem Parlament über politische Sachverhalte abstimmen,
- dann spricht man von einer indirekten oder repräsentativen Demokratie. Also, nochmal kurz:
- In einer Demokratie wird die Macht vom Volk ausgeübt durch Abstimmungen und/oder Wahlen - direkt oder indirekt.
- Damit die Wahlen auch wirklich den freien Willen des Volkes widerspiegeln, müssen sie frei und fair sein.
- Niemand darf gezwungen werden, etwas bestimmtes zu wählen und jede Stimme muss gleich viel wert sein
- - egal ob arm oder reich, ob Mann oder Frau. In einer funktionierenden Demokratie müssen Wahlen regelmäßig stattfinden,
- damit es möglich ist, eine Regierung auch wieder loszuwerden, damit die also nicht ewig im Amt sind.
- Auch dass Bürgerinnen und Bürger bei der Wahl eine echte Auswahl zwischen verschiedenen Parteien mit unterschiedlichen Ideen und Programmen haben, macht sie demokratisch.
- Das muss allerdings nicht immer so sein. In der DDR etwa konnten die Wählerinnen und Wähler damals nicht
- zwischen verschiedenen Kandidaten wählen, das Ergebnis stand sozusagen schon vorher fest.
- Ein Regierungswechsel war gar keine Option. Das zeigt: Wahlen allein machen noch keine Demokratie aus,
- in einer echten Demokratie muss eine Wahl ganz bestimmte demokratische Prinzipien befolgen. Und das zeigt auch: Nur weil Demokratie draufsteht,
- muss noch lang keine Demokratie drin sein. Dass ihr das Recht habt zu wählen, steht übrigens auch im Grundgesetz,
- also in unserer Verfassung. Was uns zum nächsten Punkt auf unserer Checkliste bringt,
- nämlich der Rechtsstaatlichkeit. Denn: Daran und an alle anderen geltenden Gesetze müssen sich die gewählten Vertretungen
- in einer Demokratie halten. Sie können nicht einfach machen, was sie wollen.
- Ganz im Gegenteil: Der Staat muss in einer Demokratie dafür sorgen, dass die Rechte der Bürgerinnen und Bürger
- die für alle gleich sind, verbindlich eingehalten und verbindlich geschützt werden. Das nennt man dann eben Rechtsstaatlichkeit.
- Das verhindert Willkür, also, dass man zum Beispiel ohne Begründung festgenommen und bestraft wird
- und sich nicht verteidigien darf. Genaus so etwas geht in einem Rechtsstaat überhaupt nicht.
- Eine echte Demokratie muss immer ein Rechtsstaat sein, bei dem es klare Regeln gibt, an die sich alle - Staat und Bevölkerung - halten müssen.
- Zu verhindern, dass ein Staat seine Macht unkontrolliert einsetzen kann, gehört auch zu einer Demokratie
- und deshalb auf unsere Demokratie-Checkliste. In einer Demokratie wird die Macht des Staates - die Staatsgewalt - aufgeteilt.
- Ein Staat macht ja zum Beispiel nicht nur Gesetze, sondern kümmert sich auch um die Ausführung,
- also setzt die Gesetze um und kontrolliert, dass sie richtig eingehalten werden. Um zu verhindern, dass dabei jemand zu viel Macht hat oder diese Macht missbraucht wird,
- sind die Bereiche - Gesetzgebung (Legislative), Ausführung (Exekutive)
- und Rechtsprechung (Judikative) - in Deutschland zum Beispiel voneinander getrennt.
- Das heißt: Eine Berufspolitikerin, die ein Gesetz verabschiedet hat, kann nicht gleichzeitig Polizistin sein und gucken, dass das eingehalten wird
- und noch als Richterin darüber entscheiden, ob jemand das Gesetz gebrochen hat. Die Trennung der Macht in unabhängige Bereiche sorgt auch dafür,
- dass sich die Gewalten gegenseitig kontrollieren. Im Englischen spricht man von "Checks and Balances".
- Und wo wir gerade über Kontrolle sprechen: In einer funktionierenden Demokratie gibt es noch eine „vierte Macht“: die Medien.
- Sie schauen zum Beispiel auf das, was Politikerinnen und Politikern machen und zeigen auch auf, wenn etwas schiefläuft.
- Sie halten das Volk auf dem Laufenden, was ihre Stellvertretungen überhaupt so machen, welche Gesetze sie beschließen und bewerten ihre Arbeit.
- So können sich alle eine Meinung bilden. Das geht aber nur, wenn die Medien unabhängig und frei sind,
- also nicht zum Beispiel von einer Regierung gezwungen werden, etwas bestimmtes zu berichten.
- In einer Demokratie muss es Pressefreiheit geben. Und ganz zum Schluss auf unserer Checkliste: „Pluralismus“.
- Ganz zentral für eine Demokratie ist, dass es unterschiedliche Ansichten, Meinungen, Religionen, Lebensstile geben darf.
- Mit Pluralismus ist gemeint, dass es verschiedene Interessengruppen geben kann, die sich auch gegenseitig „battlen“, also miteinander konkurrieren dürfen.
- Es kann also in einer Demokratie nicht sein, dass nur eine einzige Weltanschauung, Religion oder Meinung existiert und das dann allen aufgezwungen wird.
- In einer Demokratie gibt es Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Vielfalt. Ohne Meinungsfreiheit keine Demokratie.
- Okay, ich gebe zu, dass sind ganz schön viele Merkmale, die eine Demokratie erfüllen muss. Das heißt aber nicht, dass Demokratie in jedem demokratischen Land genau gleich aussieht.
- Schauen wir uns das mal kurz an. In Deutschland haben wir eine parlamentarische Demokratie.
- Das bedeutet: Das Volk überträgt seine Macht für eine bestimmte Zeit den Parlamenten im Bundestag und in den Landtagen.
- Die Parlamente haben eine zentrale Rolle im politischen System. Nur sie sind direkt vom Volk gewählt.
- Das Staatsoberhaupt (Bundespräsident) und der Regierungschef (Bundeskanzler) sind voneinander getrennt.
- In einer präsidialen Demokratie ist das eine Person - der Präsident. So funktioniert das in Frankreich und den USA zum Beispiel.
- Präsident und das Parlament werden vom Volk gewählt. Beide Formen haben gemeinsam, dass sie repräsentativ sind - das Volk also vertreten wird.
- In unserem Nachbarland Schweiz gibt es dagegen viel mehr direkte Demokratie. Die Bürgerinnen und Bürger haben viele Möglichkeiten, in die Gesetzgebung einzugreifen.
- Das Schweizer Volk stimmt regelmäßig über Sachfragen ab, etwa viermal im Jahr können die Menschen zu etwa fünfzehn Sachfragen ihre Stimme abgeben.
- Und sie können auch selbst solche Fragen zur Abstimmung einbringen. Die Schweiz ist aber keine reine direkte Demokratie,
- dass würde wahrscheinlich so nicht funktionieren denn auch die Schweizerinnen und Schweizer wählen ein Parlament.
- Übrigens auch in Deutschland gibt es direktdemokratische Möglichkeiten, zum Beispiel kann es in Bundesländern und Gemeinden
- Volksbegehren, Volksentscheide oder Bürgerentscheide geben. Ob eine Demokratie mehr auf direkte Beteiligung oder mehr auf repräsentative Institutionen setzt
- ist aber - ihr ahnt es - bei weitem nicht der einzige Unterschied. Es gibt Demokratien mit Zweiparteiensystemen, wie die USA,
- oder ganz vielen politischen Parteien. Es kann unterschiedlichste Wahl- und Regierungssysteme in Demokratien geben.
- Es gibt Demokratien, die föderal geordnet sind, wie Deutschland, oder eher zentraler organisiert wie Frankreich.
- Auch die Vorstellungen, wie viel sich ein Staat in einer Demokratie einmischen soll, können extrem unterschiedlich sein.
- Manche legen mehr Wert auf persönliche und wirtschaftliche Freiheit und wollen, dass der Staat möglichst wenig reguliert.
- Anderen ist es wichtig, dass der Staat mit starken Sozialleistungen, zum Beispiel gegen soziale Ungleichheiten ankämpft.
- So und jetzt haltet euch fest, es gibt sogar Demokratien mit Königen! Neuseeland ist zum Beispiel eine „parlamentarisch-demokratische Monarchie“.
- Das bedeutet, dass der Monarch oder die Monarchin aka. der König oder die Königin vor allem repräsentative Aufgaben hat und eine nur sehr eingeschränkte politische Rolle ausübt.
- Die Macht liegt bei den demokratisch gewählten Parlamenten und Regierungen. Und dann gibt es da auch noch Demokratien, die nicht richtig funktionieren.
- Bei denen also wichtige, demokratische Prinzipien nicht eingehalten werden. Zum Beispiel, wenn Wahlen nicht fair ablaufen,
- die Pressefreiheit eingeschränkt wird, Bürgerrechte verletzt werden. Dabei muss es nicht zwingend sein, dass das demokratische System
- in einem Land von Anfang an defekt war, demokratische Staatsformen können sich auch verändern
- und demokratische Institutionen abgebaut werden. Das passiert auch immer wieder:
- Experten sagen, dass sich die Lage der Demokratien aktuell weltweit verschlechtert hat. Laut dem Demokratie-Index 2023 der "Economist Intelligence Unit“
- lebt zum Beispiel zwar fast die Hälfte der Weltbevölkerung in einer Form der Demokratie, weniger als zehn Prozent aber in einer „vollständigen“.
- Deutschland ist auf Platz 12 des Rankings gelandet, das von Norwegen, Neuseeland und Island angeführt wird.
- Untersucht werden da zum Beispiel Wahlverfahren und Pluralismus oder bürgerliche Freiheiten.
- Da erinnert ihr euch wahrscheinlich noch an die Checkliste. Es gibt also gar nicht die eine Demokratie.
- Demokratien gibt's in verschiedenen Formen und Ausprägungen und in verschiedenen Qualitäten. Fassen wir zum Schluss nochmal zusammen:
- Demokratie bedeutet, dass die Herrschaft vom Volk ausgeht. Es gibt verschiedene Merkmale bzw. notwendige Bausteine,
- die zwingend zu einer Demokratie gehören: Volkssouveränität,
- freie und faire Wahlen, Rechtsstaatlichkeit,
- Gewaltenteilung, freie Medien,
- Pluralismus. Das ist die Theorie.
- Wie das demokratische System dann aber in den einzelnen Ländern aussieht, das kann sehr unterschiedlich sein.
- Wenn ihr wissen wollt, welche demokratischen Formen uns in unserem Alltag begegnen, dann schaut euch gerne unser Erklärvideo zu diesem Thema an,
- findet ihr oben auf dem "i" verlinkt. Die Frage ist, was bedeutet es denn für euch in einer Demokratie zu leben, woran merkt ihr das?
- Fühlt ihr euch überhaupt „demokratisch“? Und macht ihr euch Sorgen um die Zukunft der Demokratie?
- Schreibt es gerne in die Kommentare. Danke für's Zuschauen und bis zum nächsten Mal.