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Maria: Mutter Jesu – Mutter aller Christen? | Prof. DDr. Ralph Weimann

KIRCHE IN NOT Deutschland12:42 32.278 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 86 Zeilen
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  1. Maria wird heute in der Tat sehr oft missverstanden, manchmal sogar ideologisch gedeutet. Wofür steht Maria? Sie ist nämlich Urbild für die Kirche
  2. und sie ist diejenige, der eine ganz besondere Aufgabe zukommt, nämlich die Aufgabe uns beizustehen mit ihrer Fürsprache, mit ihrem mütterlichen
  3. Schutz und mit den [musik] Gnaden, die sie für uns bei Gott erflehen wird. Ja, Herr Professor Weimann, Sie kennen das, wenn man mit äh Katholiken
  4. manchmal, aber natürlich vor allen Dingen mit protestantischen Christen ähm über Maria spricht, dann haben viele sofort das Bild von Rosenkranzbetern im
  5. Kopf, von äh etwas altbackenden ähm Frömmigkeitsformen. Äh ist das so? Äh ist das eine altbackende Frömmigkeit?
  6. Es ist oft in so ein Licht gerückt worden. In Wirklichkeit fällt es sich aber genau umgekehrt, denn der Gottesmutter Maria, wie wir sie ja auch
  7. bezeichnen, kommt eine besondere Aufgabe zu. Sie ist nämlich sozusagen Urbild für die Kirche und sie ist diejenige, der in der
  8. letzten Zeit, das geht auf die Offenbarung des Johannes zurück, im 12. Kapitel beispielsweise eine ganz besondere Aufgabe zukommen, nämlich die
  9. Aufgabe uns beizustehen mit ihrer Fürsprache, mit ihrem mütterlichen Schutz und mit den Gnaden, die sie für uns bei Gott erflehen wird. Von daher
  10. ist gerade die Zeit, in der wir jetzt leben, eine Zeit in der diese Frömigkeitsformen erneuert werden oder werden sollten und
  11. wo das Verständnis dessen geschärft wird, worum es nämlich hier geht, um die Person, um das Geschöpft, das am vollendetsten ist, aber immer ein
  12. Geschöpf ist und auf dem Weg zu Gott, mit Gott gegangen ist und uns ein Beispiel hinterlassen hat, was für uns bis heute maßgeblich ist und was uns als
  13. Ansporen helfen soll, den Weg selber zu gehen. Ein maßgebliches Beispiel. Sie wird ja auch deshalb Urbild des Glaubens
  14. genannt. Da sagen wir wiederum viele Christen, na ja, das war ja so ein bisschen eine Jahsagerei. Wie wollen Sie denn äh den Glauben
  15. Marias in einer Zeit plausibel machen? Ähm, wo viele doch so viel über Selbstbestimmung reden und wo viele gar kein Vorbild sein kann? Nun, Maria wird
  16. heute in der Tat sehr oft missverstanden, fehlgedeutet, manchmal sogar ideologisch gedeutet. Wofür steht Maria? Das wird sehr deutlich mit einem
  17. Blick auf die heilige Schrift, vor allem auf das Lukasevangelium. Von Maria wird gesagt, dass sie voll der Gnade ist. Keum auf Griechisch, also sie
  18. ist voll erfüllt mit der Gnade, mit göttlicher Gnade. Das heißt, sie ist von Gott unendlich reich beschenkt. Gott hat in sie etwas hineingelegt, um sie zu
  19. einer Vollendung zu führen, die keinem anderen Geschöpft zukommt. Nun, das könnte jetzt uns dazu veranlassen, anzunehmen, ja, wenn sie so perfekt ist,
  20. da muss es ja auch darstellen, muss ich zeigen, da muss sie doch und dann sagt Maria von sicherem Magnifikat nur zehn Verse weiter im Lukasevangelium im
  21. ersten Kapitel, Vers 38 sagt sie dann: "Ich bin die Markt des Herrn." Eigentlich wäre es, ich bin die Sklaven des Herrn. Richtig übersetzt aus dem
  22. Griechischen. "Mir geschehe Wort. Und da zeigt sich, was eigentlich Christ sein bedeutet in Maria. Und deswegen ist Maria so wichtig. Es zeigt sich wie
  23. folgt. Dann ist man wirklich Christ. Wenn man das Göttliche in sich aufnimmt, dann werden die niedrigen erhöht und die hohen erniedrigt, weil es sich nämlich
  24. hier so verhält, dass nur derjenige Gott aufnehmen kann, der niedrig ist und bedürftig ist, diese Gnade aufzunehmen. Und dafür steht Maria, sie sozusagen das
  25. Urbild für uns Christen, was es bedeutet, Christ zu sein. Wenn wir die Gnaden, die Gott uns schenken würde, aufnehmen würden in uns, dann würden wir
  26. ganz anders aufleben. Aber was tun wir oft umgekehrt? Wir stellen unsere eigenen Qualitäten groß da. Wir glauben, wir sind wer und damit das Göttliche
  27. dann wird dann immer kleiner in uns und wir brauchen gerade heute wieder eine Mar eine marianische Spiritualität, die uns erkennen lässt, dass das Große im
  28. Leben und über dieses Leben hinaus nur von Gott kommt. Und dafür steht alles Maria. Deswegen hat Maria uns hier sehr, sehr viel zu sagen, auch über die Art
  29. und Weise, wie wir denn Christ sein sollen und was einen Christen fundamental ausmacht. Mhm. Und die Marienverehrung äh ist sehr
  30. alt. Das sollte man vielleicht auch erwähnen. Sie wird ja unter anderem schon äh auf dem Konzil von Ephesus als Gottesgebärerin
  31. bezeichnet. Warum ist dieser Titel so zentral, so wichtig? Nun, die Verehrung der Gottesmutter geht, wenn man so will, schon auf die
  32. Heilige Schrift zurück. Also unter dem Kreuz hat Jesus sie uns als Mutter gegeben, dem Apostel Johannes gegenüber. In der Apostelgeschichte wird
  33. deutlich, dass sie im Obergemach mit den Jüngern betete und auf das denen Heiligen Geist, sage ich mal, wartete. Das heißt, hier merkte man schon die
  34. Verehrung auch der Jünger. Deswegen hat man das auch erwähnt. Aber was sie richtig sagen, 431 gab es das Konzil von Ephesus und dort wurde dann Maria als
  35. Gottesgebärin definiert, also als dieser Titel. Und dieser Titel ist insofern wichtig, weil alles was über Maria gesagt [räuspern]
  36. wird, wird letztendlich über Jesus Christus gesagt, denn sie zeigt in allem, was sie ist, auf ihn. Sie führt nicht zu sich selbst.
  37. Sie ist keine vierte Götter, da braucht man keine Angst haben in der heiligsten Drewaltigkeit oder sonst was, sondern sie ist ein Geschöpf, aber das
  38. auserlesenste, das bedeutendste Geschöpf, das vollendetste. Und in diesem Titel Gottesgebärin, da wurde dann festgemacht, dass Jesus Christus
  39. wahrer Mensch und wahrer Gott ist. Denn diesem marianischen Titel spiegeln sich die beiden Naturen Jesu Christi er ist Mensch geworden als wahrer Mensch und
  40. wahrer Gott in diesen zwei Naturen der einen göttlichen Person des Sohnes und Maria hat ihn geboren und ist damit zur Gottesgeberrerin The Thokus geworden.
  41. Das ist etwas, was im Konzel von Ephesus erklärt wurde, definiert wurde, auch als Dogma dann definiert wurde und was uns bis heute maßgeblich weiter begleiten
  42. sollte. Denn dadurch wird noch mal deutlich, dass Maria eine besondere Position zukommt, eine besondere Rolle im Heilsplan Gottes. Aber dieser
  43. besondere Rolle basiert nicht primär auf ihren eigenen Verdiensten, die unendlich groß sind. Mhm. sondern auf der Gnade Gottes, die
  44. ihr zu Teil wird und die ihr vorangeht und auch ihrem Jahr immer vorangegangen ist. Mm. Maria wird ferner als Mutter der Kirche äh verehrt. Was bedeutet das
  45. konkret? Wie muss man ihre Mutterrolle in Bezug auf die Kirche verstehen? Schon der Heilige Ambrosius hat diesen Titel geprägt, der im zweiten
  46. vatikanischen Konzil dann von Papst Paul dem VI. offiziell eingeführt wurde, aber einen Titel, der schon auf die frühe Zeit zurückgeht. Nun, Maria als Mutter
  47. bedeutet, dass sie diejenige ist, die uns geistlich gesehen auf unserem Weg begleiten möchte. Jeder weiß, was eine gute Mutter ist. Eine gute Mutter ist
  48. unersetzlich, nicht nur für Kinder, für kleine Kinder, auch für größere Kinder. Eine gute Mutter ist unersetzlich. Sie wird einen auf dem Weg begleiten mit
  49. ihrer Nähe, mit ihrer Liebe, mit ihrem Vertrauen, aber auch mit Wegweisungen und sie wird auch betend einen begleiten auf dem Weg. Nun für all das und viel
  50. mehr steht Maria. Gerade in der heutigen Zeit, wo viele Menschen so elternlos geworden sind, ist das ein sehr, sage ich mal, hoffnungsvolles Bild auch, was
  51. uns auch wieder neu zu einer marianischen Frömigkeit führen kann, einer gesunden Främigkeit, dass man Maria wirklich als Mutter annimmt, die
  52. einen auf dem Weg zu Gott führen möchte. Und das ist ja, was seine gute Mutter tut. Sie führt ja das Kind auf den möglichst besten Weg. Nun, Maria kann
  53. nicht anders als uns nur zu einem zu führen, nämlich zu ihrem Sohn. Und von deswegen lohnt es sich Maria als Mutter im eigenen Leben anzunehmen und sich
  54. auch bewusst zu werden, dass Maria die Mutter der Kirche ist und dass die Kirche diese mütterliche Dimension hat. Wenn das manchmal fehlt beim
  55. Bodenpersonal, dann lohnt es sich gerade darauf zu schauen und zu wissen, da ist auch unsere himmlische Mutter. Sie möchte uns unter ihrem Schutzmantel
  56. nehmen, uns behüten und uns führen. Gerade die Gottesmutter ist ja im ökumenischen Dialog immer mal wieder so ein Zankapfel oder ein sensibles Thema.
  57. Wie kann man denn auch äh Christen anderer den Denominationen ähm klar machen, dass Maria die Mutter aller Christen, aller Glaubenden ist?
  58. Nun, wer Jesus als Gott annimmt, als Christus, der er ist, der kommt nicht drum herum, auch die anzunehmen, durch die er Mensch geworden ist, nämlich
  59. seine Mutter. Und da sieht man schon hier, dass man den Blick nur richtig zentrieren muss. Das heißt, Maria führt uns nicht weg von Jesus Christus,
  60. sondern hin zu ihm. Maria ist nicht ein Hindernis auf dem Weg, sondern jemand, der uns auf dem Weg unterstützen möchte. Und das neu in den Mittelpunkt zurücken
  61. aus einer christologischen Perspektive, also von Christus her Maria zu betrachten, das könnte auch als Brücke dienen, um andere Menschen
  62. zusammenzuführen. Dann wird jeder Mensch doch merken, Mensch, wir brauchen doch eine Mutter, eine geistige Mutter. Wir brauchen doch jemanden, der uns zur
  63. Seite gestellt wird. Und so wie wir zu Gott Vater sagen dürfen, Vater unser, der du bist im Himmel, so ist es doch wunderbar zu wissen, dass wir zugleich
  64. noch eine Mutter haben, die im Himmel ist, die sich um jedes einzelne ihrer Kinder kümmert, der wir nicht gleichgültig sind und die nichts mehr
  65. möchte als uns zu ihm, also zu Gott zu führen. Und von daher zeigt sich hier schon, dass hier eine wirkliche Brückenfunktion gegeben ist, um auch
  66. eine Brücke zu bauen zu anderen Denominationen. Mhm. Es wird ja auch oft gesagt, ähm, dass Maria quasi auch ein Synonym für
  67. die Kirche sei. Also äh, dass die Kirche an sich äh marianisch sei. Wie ist das richtig zu verstehen? Nun Maria steht für das Empfangene. Sie ist nicht die
  68. das männliche Prinzip verkörpert. Das heißt, ich mache es selber, ich verändere, ich muss jetzt reformieren, ich muss das machen. Sondern Maria zeigt
  69. ganz im Gegenteil ganz das alles Große wir uns nur schenken lassen können. Und das ist etwas, was uns in der heutigen Zeit so sehr fehlt. Wir sind gewohnt
  70. Dinge selber zu machen. Das maskuline Prinzip steht im Vordergrund. Aber in der Kirche, deswegen wird die Kirche auch als Frau immer dargestellt und
  71. deswegen auch als Maria ist als Symbol Urbild der Kirche auch zu bezeichnen, weil Maria sich ganz von Christus her empfängt. Sie ist ganz voll der Gnade,
  72. ist ganz mit ihm gefüllt und tritt dann selber ganz zurück, indem sie sagt, ich bin nur die Markt des Herrn, mir geschehe Wort. Und das drückt das aus,
  73. was jetzt endlich Christsein ausmacht und warum sie auch das Urbild für die Kirche ist. Denn die Kirche empfängt alle Gnade nicht von uns, von uns
  74. Menschen, sondern die Kirche empfängt alle Gnade von Gott. Und diese Gnade, die gibt sie weiter an die Menschen in den Sakramenten, Sakramentalien und
  75. vielen anderen Dingen. Und von daher ist es sehr wichtig, diese marianische Perspektive wieder neu zu entdecken und sie dann auch den Gläubigen bekannt zu
  76. machen. Ich glaube, das wird vielen Menschen helfen und manche Polemiken und Streitereien auch überwinden helfen. Noch ein letzter Titel. Maria wird immer
  77. wieder auch die neue Eva genannt. Was ist darunter zu verstehen? Nun, Maria steht für die Neuschöpfung. Eva als Beginn der Lebenden ist
  78. diejenige gewesen, die durch die Sünde sich von Gott getrennt hat, die heiligmachende Gnade verloren hat. Nun, Maria ist diejenige, die von Anfang
  79. an ganz geheiligt ist, sozusagen als Vorausbild für den Himmel, für das, was uns im Himmel erwartet, für die, die wir den Weg des Glaubens gehen. Und deswegen
  80. ist Maria die neue Eva, die Neuschöpfung, von der auch in der Offenbarung des Johannes bereits die Rede ist. Wenigstens haben die
  81. Kirchenväter in die Richtung gedeutet, dass Maria für diesen Neuanfang steht und dafür sollen auch wir stehen. Der Glaube bedeutet einzutreten in die
  82. Neuheit, die Jesus Christus ist. Und Maria hat das bereits in sich verwirklicht. Sie ist uns damit Zuversicht und Hoffnung, weil sie den
  83. Weg bereits gegangen ist. Aber zugleich ist sie uns auch Fürsprecherin im Himmel, denn sie möchte mit ihrer Fürsprache uns helfen, dass auch wir
  84. diesen Weg gehen. Von daher ist es wichtig, Maria auch in den Främigkeitsformen anzurufen und sie zu bitten, dass sie uns mit ihrer
  85. Fürsprache zur Seite steht. Vielen Dank, Herr Professor Weimann für diese Einblicke in ein sehr wichtiges, aber auch sehr schönes Thema.
  86. Gerne, denn über Maria zu sprechen lohnt sich immer. Sie ist wirklich unsere Mutter.

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