Maria: Mutter Jesu – Mutter aller Christen? | Prof. DDr. Ralph Weimann KIRCHE IN NOT Deutschland https://www.youtube.com/watch?v=8c_h1nDdkNg Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Maria wird heute in der Tat sehr oft missverstanden, manchmal sogar ideologisch gedeutet. Wofür steht Maria? Sie ist nämlich Urbild für die Kirche 0:08 und sie ist diejenige, der eine ganz besondere Aufgabe zukommt, nämlich die Aufgabe uns beizustehen mit ihrer Fürsprache, mit ihrem mütterlichen 0:16 Schutz und mit den [musik] Gnaden, die sie für uns bei Gott erflehen wird. Ja, Herr Professor Weimann, Sie kennen das, wenn man mit äh Katholiken 0:28 manchmal, aber natürlich vor allen Dingen mit protestantischen Christen ähm über Maria spricht, dann haben viele sofort das Bild von Rosenkranzbetern im 0:39 Kopf, von äh etwas altbackenden ähm Frömmigkeitsformen. Äh ist das so? Äh ist das eine altbackende Frömmigkeit? 0:50 Es ist oft in so ein Licht gerückt worden. In Wirklichkeit fällt es sich aber genau umgekehrt, denn der Gottesmutter Maria, wie wir sie ja auch 0:59 bezeichnen, kommt eine besondere Aufgabe zu. Sie ist nämlich sozusagen Urbild für die Kirche und sie ist diejenige, der in der 1:07 letzten Zeit, das geht auf die Offenbarung des Johannes zurück, im 12. Kapitel beispielsweise eine ganz besondere Aufgabe zukommen, nämlich die 1:15 Aufgabe uns beizustehen mit ihrer Fürsprache, mit ihrem mütterlichen Schutz und mit den Gnaden, die sie für uns bei Gott erflehen wird. Von daher 1:26 ist gerade die Zeit, in der wir jetzt leben, eine Zeit in der diese Frömigkeitsformen erneuert werden oder werden sollten und 1:36 wo das Verständnis dessen geschärft wird, worum es nämlich hier geht, um die Person, um das Geschöpft, das am vollendetsten ist, aber immer ein 1:43 Geschöpf ist und auf dem Weg zu Gott, mit Gott gegangen ist und uns ein Beispiel hinterlassen hat, was für uns bis heute maßgeblich ist und was uns als 1:54 Ansporen helfen soll, den Weg selber zu gehen. Ein maßgebliches Beispiel. Sie wird ja auch deshalb Urbild des Glaubens 2:02 genannt. Da sagen wir wiederum viele Christen, na ja, das war ja so ein bisschen eine Jahsagerei. Wie wollen Sie denn äh den Glauben 2:12 Marias in einer Zeit plausibel machen? Ähm, wo viele doch so viel über Selbstbestimmung reden und wo viele gar kein Vorbild sein kann? Nun, Maria wird 2:27 heute in der Tat sehr oft missverstanden, fehlgedeutet, manchmal sogar ideologisch gedeutet. Wofür steht Maria? Das wird sehr deutlich mit einem 2:34 Blick auf die heilige Schrift, vor allem auf das Lukasevangelium. Von Maria wird gesagt, dass sie voll der Gnade ist. Keum auf Griechisch, also sie 2:43 ist voll erfüllt mit der Gnade, mit göttlicher Gnade. Das heißt, sie ist von Gott unendlich reich beschenkt. Gott hat in sie etwas hineingelegt, um sie zu 2:51 einer Vollendung zu führen, die keinem anderen Geschöpft zukommt. Nun, das könnte jetzt uns dazu veranlassen, anzunehmen, ja, wenn sie so perfekt ist, 2:59 da muss es ja auch darstellen, muss ich zeigen, da muss sie doch und dann sagt Maria von sicherem Magnifikat nur zehn Verse weiter im Lukasevangelium im 3:08 ersten Kapitel, Vers 38 sagt sie dann: "Ich bin die Markt des Herrn." Eigentlich wäre es, ich bin die Sklaven des Herrn. Richtig übersetzt aus dem 3:16 Griechischen. "Mir geschehe Wort. Und da zeigt sich, was eigentlich Christ sein bedeutet in Maria. Und deswegen ist Maria so wichtig. Es zeigt sich wie 3:24 folgt. Dann ist man wirklich Christ. Wenn man das Göttliche in sich aufnimmt, dann werden die niedrigen erhöht und die hohen erniedrigt, weil es sich nämlich 3:35 hier so verhält, dass nur derjenige Gott aufnehmen kann, der niedrig ist und bedürftig ist, diese Gnade aufzunehmen. Und dafür steht Maria, sie sozusagen das 3:43 Urbild für uns Christen, was es bedeutet, Christ zu sein. Wenn wir die Gnaden, die Gott uns schenken würde, aufnehmen würden in uns, dann würden wir 3:49 ganz anders aufleben. Aber was tun wir oft umgekehrt? Wir stellen unsere eigenen Qualitäten groß da. Wir glauben, wir sind wer und damit das Göttliche 3:58 dann wird dann immer kleiner in uns und wir brauchen gerade heute wieder eine Mar eine marianische Spiritualität, die uns erkennen lässt, dass das Große im 4:07 Leben und über dieses Leben hinaus nur von Gott kommt. Und dafür steht alles Maria. Deswegen hat Maria uns hier sehr, sehr viel zu sagen, auch über die Art 4:15 und Weise, wie wir denn Christ sein sollen und was einen Christen fundamental ausmacht. Mhm. Und die Marienverehrung äh ist sehr 4:25 alt. Das sollte man vielleicht auch erwähnen. Sie wird ja unter anderem schon äh auf dem Konzil von Ephesus als Gottesgebärerin 4:34 bezeichnet. Warum ist dieser Titel so zentral, so wichtig? Nun, die Verehrung der Gottesmutter geht, wenn man so will, schon auf die 4:42 Heilige Schrift zurück. Also unter dem Kreuz hat Jesus sie uns als Mutter gegeben, dem Apostel Johannes gegenüber. In der Apostelgeschichte wird 4:51 deutlich, dass sie im Obergemach mit den Jüngern betete und auf das denen Heiligen Geist, sage ich mal, wartete. Das heißt, hier merkte man schon die 4:59 Verehrung auch der Jünger. Deswegen hat man das auch erwähnt. Aber was sie richtig sagen, 431 gab es das Konzil von Ephesus und dort wurde dann Maria als 5:08 Gottesgebärin definiert, also als dieser Titel. Und dieser Titel ist insofern wichtig, weil alles was über Maria gesagt [räuspern] 5:16 wird, wird letztendlich über Jesus Christus gesagt, denn sie zeigt in allem, was sie ist, auf ihn. Sie führt nicht zu sich selbst. 5:24 Sie ist keine vierte Götter, da braucht man keine Angst haben in der heiligsten Drewaltigkeit oder sonst was, sondern sie ist ein Geschöpf, aber das 5:31 auserlesenste, das bedeutendste Geschöpf, das vollendetste. Und in diesem Titel Gottesgebärin, da wurde dann festgemacht, dass Jesus Christus 5:40 wahrer Mensch und wahrer Gott ist. Denn diesem marianischen Titel spiegeln sich die beiden Naturen Jesu Christi er ist Mensch geworden als wahrer Mensch und 5:48 wahrer Gott in diesen zwei Naturen der einen göttlichen Person des Sohnes und Maria hat ihn geboren und ist damit zur Gottesgeberrerin The Thokus geworden. 5:59 Das ist etwas, was im Konzel von Ephesus erklärt wurde, definiert wurde, auch als Dogma dann definiert wurde und was uns bis heute maßgeblich weiter begleiten 6:08 sollte. Denn dadurch wird noch mal deutlich, dass Maria eine besondere Position zukommt, eine besondere Rolle im Heilsplan Gottes. Aber dieser 6:17 besondere Rolle basiert nicht primär auf ihren eigenen Verdiensten, die unendlich groß sind. Mhm. sondern auf der Gnade Gottes, die 6:24 ihr zu Teil wird und die ihr vorangeht und auch ihrem Jahr immer vorangegangen ist. Mm. Maria wird ferner als Mutter der Kirche äh verehrt. Was bedeutet das 6:36 konkret? Wie muss man ihre Mutterrolle in Bezug auf die Kirche verstehen? Schon der Heilige Ambrosius hat diesen Titel geprägt, der im zweiten 6:47 vatikanischen Konzil dann von Papst Paul dem VI. offiziell eingeführt wurde, aber einen Titel, der schon auf die frühe Zeit zurückgeht. Nun, Maria als Mutter 6:56 bedeutet, dass sie diejenige ist, die uns geistlich gesehen auf unserem Weg begleiten möchte. Jeder weiß, was eine gute Mutter ist. Eine gute Mutter ist 7:05 unersetzlich, nicht nur für Kinder, für kleine Kinder, auch für größere Kinder. Eine gute Mutter ist unersetzlich. Sie wird einen auf dem Weg begleiten mit 7:13 ihrer Nähe, mit ihrer Liebe, mit ihrem Vertrauen, aber auch mit Wegweisungen und sie wird auch betend einen begleiten auf dem Weg. Nun für all das und viel 7:22 mehr steht Maria. Gerade in der heutigen Zeit, wo viele Menschen so elternlos geworden sind, ist das ein sehr, sage ich mal, hoffnungsvolles Bild auch, was 7:31 uns auch wieder neu zu einer marianischen Frömigkeit führen kann, einer gesunden Främigkeit, dass man Maria wirklich als Mutter annimmt, die 7:38 einen auf dem Weg zu Gott führen möchte. Und das ist ja, was seine gute Mutter tut. Sie führt ja das Kind auf den möglichst besten Weg. Nun, Maria kann 7:47 nicht anders als uns nur zu einem zu führen, nämlich zu ihrem Sohn. Und von deswegen lohnt es sich Maria als Mutter im eigenen Leben anzunehmen und sich 7:55 auch bewusst zu werden, dass Maria die Mutter der Kirche ist und dass die Kirche diese mütterliche Dimension hat. Wenn das manchmal fehlt beim 8:03 Bodenpersonal, dann lohnt es sich gerade darauf zu schauen und zu wissen, da ist auch unsere himmlische Mutter. Sie möchte uns unter ihrem Schutzmantel 8:12 nehmen, uns behüten und uns führen. Gerade die Gottesmutter ist ja im ökumenischen Dialog immer mal wieder so ein Zankapfel oder ein sensibles Thema. 8:24 Wie kann man denn auch äh Christen anderer den Denominationen ähm klar machen, dass Maria die Mutter aller Christen, aller Glaubenden ist? 8:36 Nun, wer Jesus als Gott annimmt, als Christus, der er ist, der kommt nicht drum herum, auch die anzunehmen, durch die er Mensch geworden ist, nämlich 8:48 seine Mutter. Und da sieht man schon hier, dass man den Blick nur richtig zentrieren muss. Das heißt, Maria führt uns nicht weg von Jesus Christus, 8:57 sondern hin zu ihm. Maria ist nicht ein Hindernis auf dem Weg, sondern jemand, der uns auf dem Weg unterstützen möchte. Und das neu in den Mittelpunkt zurücken 9:06 aus einer christologischen Perspektive, also von Christus her Maria zu betrachten, das könnte auch als Brücke dienen, um andere Menschen 9:13 zusammenzuführen. Dann wird jeder Mensch doch merken, Mensch, wir brauchen doch eine Mutter, eine geistige Mutter. Wir brauchen doch jemanden, der uns zur 9:20 Seite gestellt wird. Und so wie wir zu Gott Vater sagen dürfen, Vater unser, der du bist im Himmel, so ist es doch wunderbar zu wissen, dass wir zugleich 9:29 noch eine Mutter haben, die im Himmel ist, die sich um jedes einzelne ihrer Kinder kümmert, der wir nicht gleichgültig sind und die nichts mehr 9:37 möchte als uns zu ihm, also zu Gott zu führen. Und von daher zeigt sich hier schon, dass hier eine wirkliche Brückenfunktion gegeben ist, um auch 9:45 eine Brücke zu bauen zu anderen Denominationen. Mhm. Es wird ja auch oft gesagt, ähm, dass Maria quasi auch ein Synonym für 9:56 die Kirche sei. Also äh, dass die Kirche an sich äh marianisch sei. Wie ist das richtig zu verstehen? Nun Maria steht für das Empfangene. Sie ist nicht die 10:08 das männliche Prinzip verkörpert. Das heißt, ich mache es selber, ich verändere, ich muss jetzt reformieren, ich muss das machen. Sondern Maria zeigt 10:16 ganz im Gegenteil ganz das alles Große wir uns nur schenken lassen können. Und das ist etwas, was uns in der heutigen Zeit so sehr fehlt. Wir sind gewohnt 10:23 Dinge selber zu machen. Das maskuline Prinzip steht im Vordergrund. Aber in der Kirche, deswegen wird die Kirche auch als Frau immer dargestellt und 10:29 deswegen auch als Maria ist als Symbol Urbild der Kirche auch zu bezeichnen, weil Maria sich ganz von Christus her empfängt. Sie ist ganz voll der Gnade, 10:39 ist ganz mit ihm gefüllt und tritt dann selber ganz zurück, indem sie sagt, ich bin nur die Markt des Herrn, mir geschehe Wort. Und das drückt das aus, 10:48 was jetzt endlich Christsein ausmacht und warum sie auch das Urbild für die Kirche ist. Denn die Kirche empfängt alle Gnade nicht von uns, von uns 10:56 Menschen, sondern die Kirche empfängt alle Gnade von Gott. Und diese Gnade, die gibt sie weiter an die Menschen in den Sakramenten, Sakramentalien und 11:03 vielen anderen Dingen. Und von daher ist es sehr wichtig, diese marianische Perspektive wieder neu zu entdecken und sie dann auch den Gläubigen bekannt zu 11:11 machen. Ich glaube, das wird vielen Menschen helfen und manche Polemiken und Streitereien auch überwinden helfen. Noch ein letzter Titel. Maria wird immer 11:21 wieder auch die neue Eva genannt. Was ist darunter zu verstehen? Nun, Maria steht für die Neuschöpfung. Eva als Beginn der Lebenden ist 11:34 diejenige gewesen, die durch die Sünde sich von Gott getrennt hat, die heiligmachende Gnade verloren hat. Nun, Maria ist diejenige, die von Anfang 11:43 an ganz geheiligt ist, sozusagen als Vorausbild für den Himmel, für das, was uns im Himmel erwartet, für die, die wir den Weg des Glaubens gehen. Und deswegen 11:51 ist Maria die neue Eva, die Neuschöpfung, von der auch in der Offenbarung des Johannes bereits die Rede ist. Wenigstens haben die 11:58 Kirchenväter in die Richtung gedeutet, dass Maria für diesen Neuanfang steht und dafür sollen auch wir stehen. Der Glaube bedeutet einzutreten in die 12:05 Neuheit, die Jesus Christus ist. Und Maria hat das bereits in sich verwirklicht. Sie ist uns damit Zuversicht und Hoffnung, weil sie den 12:13 Weg bereits gegangen ist. Aber zugleich ist sie uns auch Fürsprecherin im Himmel, denn sie möchte mit ihrer Fürsprache uns helfen, dass auch wir 12:20 diesen Weg gehen. Von daher ist es wichtig, Maria auch in den Främigkeitsformen anzurufen und sie zu bitten, dass sie uns mit ihrer 12:28 Fürsprache zur Seite steht. Vielen Dank, Herr Professor Weimann für diese Einblicke in ein sehr wichtiges, aber auch sehr schönes Thema. 12:37 Gerne, denn über Maria zu sprechen lohnt sich immer. Sie ist wirklich unsere Mutter.