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Warum beten Katholiken zu MARIA und nicht direkt zu JESUS? – Katholische Erklärung

Katholisch Verstehen25:21 2.532 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 162 Zeilen
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  1. Wenn sie Maria aus ihrem Glauben streichen, verlieren sie nicht Maria. Sie verlieren Christus. Das klingt übertrieben, ich weiß. Aber bleiben Sie
  2. einen Moment bei mir, denn genau das ist die Erfahrung von 500 Jahren Kirchengeschichte. Und genau das hat einer der scharfsinnigsten Theologen des
  3. 19. Jahrhunderts beobachtet und dokumentiert. Sehen Sie, es gibt eine Wahrheit, die der Heilige Ludwig Maria Grigon de
  4. Monfort schon vor über 300 Jahren erkannt hat und die heute aktueller ist als je zuvor. Menschen, die darauf bestehen, Maria zu umgehen und direkt zu
  5. Jesus zu gehen, verlieren mit der Zeit etwas Entscheidendes. Sie verlieren die Ehrfurcht vor seiner göttlichen Majestät. Sie beginnen Jesus wie einen
  6. guten Freund zu behandeln, wie einen netten Ratgeber, wie jemanden auf Augenhöhe. Und ohne es zu merken, haben sie
  7. aufgehört, vor dem lebendigen Gott zu stehen. Das ist kein Randthema. Das betrifft das Fundament ihres Glaubens. Denn die Frage, ob Maria einen Platz in
  8. ihrem geistlichen Leben hat, ist in Wahrheit die Frage, ob sie verstanden haben, wer Jesus Christus wirklich ist. In diesem Video zeige ich Ihnen das
  9. biblische Fundament der Marienverehrung, die logische Notwendigkeit Marias im Heilsplan Gottes und warum die Geschichte beweist, dass der Verzicht
  10. auf Maria den Glauben an Christus selbst gefährdet. Wenn Sie jemals mit dieser Frage gerungen haben oder wenn Sie von jemandem darauf angesprochen wurden,
  11. dann bleiben sie bis zum Ende. Aber bevor wir einsteigen, bitten wir um das Licht des Heiligen Geistes. Wir leben im deutschsprachigen Raum und
  12. das bedeutet, wir leben im Geburtsland der Reformation. Diese Frage, warum Katholiken zu Maria beten, ist für uns keine abstrakte theologische Übung. Sie
  13. begegnet uns am Arbeitsplatz, am Mittagstisch, im Gespräch mit Nachbarn, in der Schule unserer Kinder und manchmal sogar in der eigenen Familie.
  14. Und oft wird sie nicht als ehrliche Frage gestellt, sondern als Vorwurf. Als ob wir Katholiken etwas falsches tähten, als ob wir Gott beleidigten, als
  15. ob wir die Bibel nicht kennen würden. Deshalb ist es so wichtig, dass wir auf diese Frage nicht ausweichend antworten, nicht verlegen werden und nicht
  16. herumdrucksen, sondern dass wir klar, fundiert und mit ruhiger Überzeugung erklären können, was die Kirche seit 2000 Jahren lehrt und warum sie es
  17. lehrt. Heute werden Sie drei Dinge mitnehmen. Erstens, das biblische Fundament, auf dem die Marienverehrung steht.
  18. Zweitens, die logische Notwendigkeit Marias im Heilsplan. Und drittens, warum der Verzicht auf Maria nicht etwa den Glauben an Christus stärkt, sondern ihn
  19. langfristig untergräbt. Um das wirklich zu verstehen, müssen wir zum Anfang zurückgehen. Das erste, was Sie verstehen müssen, ist
  20. die Grundwahrheit, auf der alles weitere aufbaut. Jesus Christus ist das letzte Ziel jeder marianischen Andacht. nicht Maria, Jesus.
  21. Der Heilige Ludwig Maria Grignon de Monfort hat das in seinem berühmten Traktat über die wahre Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria mit einer
  22. Klarheit formuliert, die keinen Raum für Missverständnisse lässt. Wir verehren Maria nicht anstelle von Jesus, sondern wegen Jesus, durch Jesus und auf Jesus
  23. hin. Das ist keine Nebensache, das ist das Herzstück. Und die Kirche hat das von Anfang an so gelehrt. Der Katechismus der katholischen Kirche
  24. erklärt in Paragraph 971 ausdrücklich, dass die Verehrung Mariens sich wesentlich von der Anbetung unterscheidet, die allein dem fleisch
  25. gewordenen Wort, dem Vater und dem Heiligen Geist dargebracht wird. Es gibt in der katholischen Theologie drei klar unterschiedene Begriffe. Latria, das ist
  26. die Anbetung, und die gebührt ausschließlich Gott. Dulia, das ist die Verehrung, die wir den Heiligen entgegenbringen.
  27. Und Hyperdulia, das ist die besondere Verehrung, die Maria zukommt, weil sie die Mutter Gottes ist. Besondere Verehrung, nicht Anbetung. Wer diesen
  28. Unterschied nicht kennt, kann die katholische Position gar nicht beurteilen. Und wer ihn kennt und trotzdem behauptet, Katholiken würden
  29. Maria anbeten, der stellt die Lehre der Kirche bewusst falsch da. Aber schauen wir jetzt in die Heilige Schrift, denn dort finden wir das Fundament, auf dem
  30. alles steht. Im Matthäusevangelium, Kapitel 2, Vers 11, lesen wir, wie die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem kommen, um das
  31. Kind anzubeten. Und was steht dort? Sie fanden das Kind mit Maria, seiner Mutter, nicht allein mit seiner Mutter. Das ist kein Zufall, das ist ein Muster,
  32. das sich durch die gesamte Heilsgeschichte zieht. Wer Jesus sucht, findet ihn mit Maria. Wer sich Jesus nähert, begegnet seiner Mutter und das
  33. setzt sich fort. Bei der Hochzeit zu Kana im Johannesevangelium Kapitel 2 ist es Maria, die den Mangel bemerkt, die zu
  34. Jesus geht und die den Dienern sagt, sie sollen tun, was er ihnen sagt. Maria vermittelt, Jesus handelt. Das ist das Urbild der Fürsprache, direkt in der
  35. Heiligen Schrift. Und dann der entscheidende Moment am Kreuz. Johannes, Kapitel 19, Verse 25. bis 27. Jesus blickt auf seine Mutter und auf
  36. den Jünger, den er liebte, und sagt zu seiner Mutter: "Frau, siehe dein Sohn und zum Jünger: "Siehe deine Mutter." Das war kein privates
  37. Familienarrangement eines Sterbenden. Das war ein Akt des Erlösers am Kreuz in der feierlichsten Stunde der Heilsgeschichte.
  38. Die Kirche hat das vom ersten Jahrhundert an so verstanden, dass Jesus in diesem Moment Maria zur Mutter aller Gläubigen gemacht hat.
  39. Johannes steht dort stellvertretend für jeden Christen, für Sie und für mich. Und damit Sie nicht denken, das sei eine mittelalterliche Interpretation, schauen
  40. wir auf die Kirchenväter. Bereits im zweiten Jahrhundert, also weniger als 100 Jahre nach den Aposteln, schreibt der Heilige Ireneus von Lyon,
  41. dass Maria die neue Eva ist. Was die erste Eva durch ihren Ungehorsam verloren hat, das hat Maria durch ihren Gehorsam zurückgewonnen.
  42. Das ist keine fromme Poesie einer späteren Epoche, das ist das Zeugnis der frühesten Kirche, der Kirche, die noch von Schülern der Apostel geleitet wurde.
  43. Und der Heilige Ephrem der Syrer im vierten Jahrhundert nennt Maria Mittlerin und Fürsprecherin. 431 auf dem Konzil von Ephesus definiert die Kirche
  44. feierlich, dass Maria Theotokos ist, Gottesgebrerin. Das alles geschah mehr als 1000 Jahre vor Martin Luther.
  45. Die Marienverehrung ist nicht eine späte Zutat zum Christentum. Sie gehört zum Christentum von Anfang an. Jetzt kommt die Frage, die vielen Menschen auf der
  46. Seele liegt und sie ist berechtigt. Was genau meinen wir, wenn wir sagen, wir beten zu Maria? Und genau hier liegt oft das größte Missverständnis, denn das
  47. deutsche Wort beten hat zwei Bedeutungen, die man sauber auseinanderhalten muss. Beten kann anbeten bedeuten im Sinne von
  48. Gott die höchste Ehre erweisen. Und beten kann bitten bedeuten im Sinne von jemanden um etwas ersuchen. Wenn wir zu Maria beten, dann bitten wir Maria um
  49. ihre Fürsprache bei Gott. Wir beten nicht Maria an. Das ist ein fundamentaler Unterschied und er ist so einfach zu verstehen, dass man sich
  50. wundert, warum er so oft übersehen wird. Denken Sie einmal nach. Wenn Sie einen guten Freund bitten, für Ihre kranke Mutter zu beten, beten Sie
  51. dann ihren Freund an? Natürlich nicht. Sie bitten ihn seine Fürbitte vor Gott zu bringen. Und genau das tut Maria, nur daß Maria nicht irgendein Freund ist,
  52. sondern die Mutter Gottes selbst, die in vollkommener Gemeinschaft mit ihrem Sohn im Himmel lebt. Ihre Fürbitte hat ein Gewicht, dass die Fürbitte jedes anderen
  53. Heiligen übersteigt, weil ihre Beziehung zu Christus einzigartig ist. Sie ist seine Mutter. Und eine Mutter hat beim Sohn ein Wort,
  54. das kein anderer hat. Aber da steckt noch etwas tieferes dahinter und hier wird es wirklich interessant. Der Heilige Ludwig Maria Grignon de Monfort
  55. macht in seinem Traktat eine Beobachtung, die zunächst überraschend klingt, aber bei genauerem Nachdenken bestechend logisch ist. Er sagt, dass
  56. Menschen, die darauf bestehen, Maria zu umgehen und direkt zu Jesus zu gehen, mit der Zeit eine von zwei Fehltungen entwickeln.
  57. Entweder sie verlieren die Ehrfurcht vor der göttlichen Majestät Christi und beginnen ihn wie einen gewöhnlichen Menschen zu behandeln, wie einen netten
  58. Begleiter, wie jemanden, mit dem man auf Augenhöhe plaudert. Oder sie werden von der Größe und Heiligkeit Jesu so überwältigt, dass sie
  59. sich vor ihm fürchten und sich zurückziehen, so wie Petrus es tat, als er beim wunderbaren Fisch fang im Lukasevangelium, Kapitel 5, Vers 8 zu
  60. Jesus sagte: "Herr, geh weg von mir, ich bin ein Sündiger." Das sind die beiden Extreme, Respektlosigkeit oder Furcht. Und Maria
  61. ist genau das Geschenk Gottes, das uns vor beiden Extremen bewahrt. Schauen Sie sich die schönsten Darstellungen Jesu in der christlichen Kunst an. Die
  62. ergreifendsten, die tiefsten Bilder zeigen Jesus als Kind im Arm seiner Mutter. Dort sehen wir gleichzeitig die unbegreifliche Demut Gottes, der sich
  63. klein macht und die unfassbare Majestät Gottes, die sich von einer menschlichen Mutter tragen lässt. Dieses Bild Jesus im Arm Marias ist kein
  64. sentimentales Motiv. Es ist eine theologische Aussage von enormer Tiefe. Es zeigt uns, dass wir uns Gott nähern dürfen, ohne respektlosu werden und dass
  65. wir vor Gott stehen dürfen, ohne vor Angst zu erstarren. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt, der oft als stärkstes Argument gegen die
  66. Marienverehrung vorgebracht wird. Paulus schreibt im ersten Brief an Timotheus Kapitel 2, Vers 5: "Einer ist Gott, einer auch Mittler zwischen Gott
  67. und den Menschen, der Mensch Christus Jesus." Das stimmt. Christus ist der einzige Mittler. Die Kirche hat das nie bestritten und wird es nie bestreiten.
  68. Aber jetzt achten Sie genau darauf, was Paulus im selben Brief, nur vier Verse vorher in Vers 1 schreibt. Er sagt: "Vor allem fordere ich zu
  69. Bitten und gebeten zu Fürbitte und Danksagung auf und zwar für alle Menschen." Paulus selbst fordert also zur Fürbitte auf. Wenn die Fürbitte der
  70. Heiligen der einzigen Mittlerschaft Christi widerspreche, dann dürfte kein Christ jemals für einen anderen Menschen beten. Dann wäre jedes für Bittgebet
  71. eine Beleidigung Christi. Das ist offensichtlich absurd. Die Wahrheit ist viel schöner und viel tiefer. Die Fürbitte Marias und der Heiligen
  72. widerspricht der Mittlerschaft Christi nicht. Sie ist ein Teil davon. Sie fließt aus ihr, so das Licht des Mondes nicht eine Konkurrenz zur Sonne ist,
  73. sondern ein Widerschein ihres Glanzes. Und genau das hat der Heilige Ludwig mit einem Bild gesagt, dass man nicht mehr vergisst. Er schrieb: "Es ist leichter,
  74. das Licht von der Sonne zu trennen und die Wärme vom Feuer als Maria von Jesus zu trennen." Der Katechismus bestätigt das in
  75. Paragraph 969, wo er lehrt, dass die mütterliche Aufgabe Marias gegenüber den Menschen die einzige Mittlerschaft Christi in
  76. keiner Weise verdunkelt oder mindert, sondern ihre Kraft zeigt. Können Sie dem Gedanken folgen, denn wenn Sie das verstanden haben, dann
  77. haben Sie den Schlüssel zu dieser ganzen Frage in der Hand. Die Theorie ist klar, aber die Geschichte bestätigt sie auf eindrucksvolle Weise.
  78. Im 19. Jahrhundert lebte in England ein Mann, der zu den brillantesten Theologen seiner Zeit gehörte. Sein Name war John Henry Newman. Newman war Anglikaner, ein
  79. überzeugter Protestant, ein Gelehrter von außergewöhnlicher intellektueller Schärfe und er war einer der einflussreichsten Stimmen der
  80. anglikischen Kirche. Niemand hätte erwartet, dass ausgerechnet dieser Mann eines Tages zum Katholizismus konvertieren würde. Aber Newman war vor
  81. allem eines. Er war ehrlich. Er folgte der Wahrheit, auch wenn sie ihn dorthin führte, wo er nicht hin wollte. Und als er sich nach seiner
  82. Konversion mit der Lage des Christentums in Europa befaßte, machte er eine Beobachtung, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat.
  83. Er stellte fest, dass die protestantischen Länder Europas, also genau die Länder, die im 16. Jahrhundert die Marienverehrung aufgegeben hatten,
  84. um sich, wie sie sagten, ganz auf Christus allein zu konzentrieren, dass genau diese Länder im 19. Jahrhundert nicht etwa einen tieferen, reineren
  85. Glauben an Christus entwickelt hatten, sondern im Gegenteil den Glauben an Christus weitgehend verloren hatten. Sie waren dem Materialismus verfallen,
  86. dem Szientismus, dem Skeptizismus, der religiösen Gleichgültigkeit. Der lebendige Glaube war dort erloschen. Und wo war er lebendig geblieben? Dort,
  87. wo die Marienverehrung fortbestanden hatte. Dort, wo das Volk den Rosenkranz betete, wo Wallfahen stattfanden, wo die Mutter Gottes verehrt wurde, dort
  88. beteten die Menschen auch weiterhin zu Christus. Dort gingen sie zur Messe, dort empfingen sie die Sakramente. Dort war der Glaube lebendig und fruchtbar.
  89. Newmans Schlussfolgerung war so einfach wie erschütternd. Wer Maria aufgibt, verliert am Ende auch Christus. nicht sofort, nicht in der ersten Generation,
  90. aber unausweichlich, Schritt für Schritt über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg. Und wenn wir jetzt auf unser eigenes Land schauen, auf Deutschland im
  91. 21. Jahrhundert, dann sehen wir genau dasselbe Muster. Die Kirchenaustrittsraten sind seit Jahren auf einem erschreckend hohen
  92. Niveau. Die Gottesdienstbesuche gehen drastisch zurück. Die Sakramentenpraxis schwindet. Aber wenn Sie genauer hinsehen, wenn Sie die Regionen
  93. vergleichen, dann fällt etwas auf. In den stärker marianisch geprägten Gebieten in Bayern, im Rheinland, in Teilen Süddeutschlands, dort, wo die
  94. Marienkapellen an den Wegkreuzungen stehen und die Maiandachten noch gefeiert werden, dort ist die Glaubenspraxis statistisch lebendiger
  95. als in den ehemals protestantischen Gebieten des Nordens und Ostens. Das ist kein Zufall. Das ist ein Muster, das sich durch die gesamte europäische
  96. Geschichte zieht. Und es bestätigt auf eindrucksvolle Weise, was der Heilige Ludwig und Kardinal Newman erkannt haben. Maria
  97. führt zu Christus immer. Und wo Maria verschwindet, dort verblasst auch Christus. Nun kommen wir zu den Einwänden und ich
  98. möchte sie ehrlich und fair behandeln, denn es sind ernste Fragen, die ernste Antworten verdienen. Der häufigste Einwand, den Sie hören werden, lautet
  99. so: "Die Bibel sagt doch klar: Es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, und das ist Christus." Warum schaltet ihr dann Maria
  100. dazwischen? Und dieser Einwand klingt stark, er klingt biblisch, er klingt überzeugend, aber er beruht auf einem Denkfehler, den wir bereits aufgedeckt
  101. haben und den ich hier noch einmal auf den Punkt bringen möchte. Ja, Paulus schreibt im ersten Timotheusbrief, Kapitel 2, Vers 5, dass Christus der
  102. einzige Mittler ist und die Kirche stimmt dem vollkommen zu. Aber derselbe Paulus bittet in fast jedem seiner Briefe die Gemeinden für ihn zu beten.
  103. Er bittet um Fürbitte. Und wenn jede Form von Fürbitte die einzige Mitlerschaft Christi verletzen würde, dann hätte Paulus sich selbst
  104. widersprochen. Das hat er nicht. Die Fürbitte der Gläubigen, ob auf Erden oder im Himmel, ist kein Konkurrenzunternehmen zur Mittlerschaft
  105. Christi. Sie ist die Frucht seiner Mittlerschaft. Sie wirkt durch ihn, in ihm und auf ihn hin. Wenn Sie heute Abend für Ihre Kinder
  106. beten, stellen Sie sich dann zwischen Gott und Ihre Kinder? Verdunkeln sie damit die Mittlerschaft Christi? Natürlich nicht. Sie nehmen teil an
  107. seiner Mitlerschaft. Und genau das tut Maria, nur in einer Vollkommenheit, die der unseren unendlich überlegen ist. Der zweite Einwand, der besonders im
  108. deutschsprachigen Raum häufig vorgebracht wird, lautet so: Marienverehrung ist im Grunde Götzendienst. Ihr betet ein Geschöpf an
  109. und das verbietet die Bibel. Das ist ein schwerer Vorwurf und er verdient eine klare Antwort. Katholiken beten Maria nicht an. Punkt. Die
  110. Anbetung die Latria gebührt ausschließlich Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Das lehrt die Kirche unmißverständlich. Das steht im
  111. Katechismus. Das ist definierte Glaubenswahrheit. Was Katholiken tun, wenn sie den Rosenkranz beten oder ein Ave Maria
  112. sprechen, ist bitten. Sie bitten Maria für sie einzutreten, so wie Sie einen Heiligen oder einen lebenden Mitchristen um sein Gebet
  113. bitten würden. Das Wort beten im Deutschen trägt leider zu dieser Verwirrung bei, weil es sowohl anbeten als auch bitten bedeuten kann. Aber der
  114. theologische Inhalt ist eindeutig, und wer sich die Mühe macht, die katholische Lehre tatsächlich zu lesen, anstatt nur Vorurteile über sie zu wiederholen, der
  115. wird das sofort erkennen. Wer behauptet, Katholiken würden Maria anbeten, der beschreibt nicht die katholische Lehre, er beschreibt eine
  116. Karikatur, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Und dann gibt es einen dritten Einwand, der oft mit großer Überzeugung vorgetragen wird. Die
  117. Marienverehrung ist eine mittelalterliche Erfindung. Die ersten Christen haben so etwas nicht gekannt. Das hat die Kirche später hinzugefügt.
  118. Auch das klingt plausibel, aber es ist historisch schlicht falsch. Der Heilige Ireneus von Lyon, ein Schüler des Heiligen Polycarp, der
  119. selbst ein Schüler des Apostels Johannes war, also nur zwei Generationen von den Aposteln entfernt, nennt Maria bereits im zweiten Jahrhundert die neue Eva.
  120. Der Heilige Efrem der Syrer preist Maria im vierten Jahrhundert in Hymnen als Fürsprecherin und Mittlerin der Gnade. Und das älteste uns bekannte
  121. Mariengebet, das Subtum Präsidium unter deinen Schutz und Schirm, wurde auf einem Papyrus aus dem dritten Jahrhundert gefunden. Aus dem dritten
  122. Jahrhundert. Das bedeutet, daß Christen bereits rund 200undert Jahre nach Christus Maria um ihren Schutz und ihre Fürsprache angerufen haben. Das ist
  123. keine mittelalterliche Erfindung, das ist apostolisches Erbe. Und als das Konzil von Ephesus im Jahr 431
  124. den Titel Theotokos Gottesgeberrerin feierlich definierte, da erfand es keine neue Lehre, sondern es bestätigte, was die Kirche von Anfang an geglaubt und
  125. gelebt hatte. Die Marienverehrung ist älter als der endgültige Kanon des Neuen Testaments. Sie ist nicht etwas, das zum Christentum
  126. hinzukam. Sie ist etwas, das zum Christentum gehört, von der ersten Stunde an. Und ich möchte hier eines klarstellen, denn der Ton ist
  127. entscheidend. Wenn ein protestantischer Christwende vorbringt, dann tut er das in den meisten Fällen nicht aus böser Absicht, sondern aus ehrlicher Sorge um
  128. die Reinheit des Glaubens. Diese Sorge ist ehrenwert, aber sie beruht auf Informationen, die unvollständig sind und auf einer
  129. Tradition, die erst 500 Jahre alt ist, nicht 2000. Die katholische Antwort auf diese Fragen ist nicht eine Meinung unter vielen. Sie
  130. ist das Zeugnis der gesamten Christenheit der ersten 15 Jahrhunderte bestätigt durch die Schrift, die Kirchenväter, die Konzien und das
  131. lebendige Lehramt der Kirche. Was fangen Sie jetzt konkret mit dem an, was Sie heute gehört haben? Ich möchte Ihnen drei konkrete Schritte mitgeben,
  132. die Sie heute noch umsetzen können. Nicht irgendwann, nicht, wenn die Umstände besser sind, sondern jetzt in dieser Woche in Ihrem ganz normalen
  133. Alltag. Erstens, beginnen Sie täglich ein einziges Ave Maria zu beten, nur eines. Aber beten Sie es bewusst, langsam mit dem Herzen.
  134. Nicht als mechanische Formel, die man herunterspult, sondern als das, was es wirklich ist. Eine Bitte an eine Mutter, die sie kennt, die sie liebt und die bei
  135. ihrem Sohn für sie eintritt. Wenn Sie bisher keine Beziehung zu Maria hatten, dann ist dieses eine tägliche Ave Maria der Anfang. Es ist ein kleiner Schritt,
  136. aber es ist der richtige Schritt und Gott wirkt durch kleine Schritte, die mit aufrichtigem Herzen gegangen werden, mehr als durch große Gesten, die leer
  137. bleiben. Zweitens, nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand und lesen Sie in Ruhe das Johannesevangelium, Kapitel 19, die Verse 25 bis 27.
  138. Lesen Sie sie langsam und stellen Sie sich vor, daß Sie dort am Fuß des Kreuzes stehen, neben dem Jünger, den Jesus liebte.
  139. Hören Sie, wie Jesus mit seinen letzten Kräften unter unsäglichen Schmerzen seinen Blick auf sie richtet und sagt: "Siehe, deine Mutter." Dieses Wort galt
  140. nicht nur dem Johannes vor 2000 Jahren. Dieses Wort gilt ihnen persönlich heute in ihrem Leben mit ihren Sorgen, mit ihren Kämpfen, mit ihrer Sehnsucht nach
  141. Gott. Jesus hat ihnen am Kreuz seine eigene Mutter geschenkt. Nehmen Sie dieses Geschenk an. Drittens, wenn Sie das nächste Mal von jemandem gefragt
  142. werden, warum Katholiken zu Maria beten, dann weichen sie nicht aus, werden sie nicht verlegen und entschuldigen Sie sich nicht.
  143. Antworten Sie ruhig, klar und mit der Gelassenheit eines Menschen, der weiß, was er glaubt und warum er glaubt. Sagen Sie einfach: "Wir beten Maria nicht an.
  144. Wir bitten, Maria, mit uns und für uns zu Jesus zu beten, so wie du einen Freund bitten würdest, für dich zu beten, nur dass Maria im Himmel ist und
  145. ihre Fürsprache die mächtigste Fürsprache ist, die es nach der Mittlerschaft Christi gibt. Mehr brauchen Sie nicht zu sagen.
  146. Klarheit wirkt stärker als lange Debatten und die Wahrheit braucht keine laute Stimme. Sie braucht nur eine ruhige Überzeugung. Maria ist nicht nur
  147. eine historische Gestalt aus einem fernen Jahrhundert, nicht nur eine Figur in einem alten Buch, nicht nur ein theologisches Konzept, das man erklärt
  148. und dann zur Seite legt. Maria ist lebendig. Sie lebt in der Herrlichkeit Gottes. Sie steht vor dem Thron ihres Sohnes und sie tritt für sie ein. In
  149. diesem Augenblick, während sie diese Worte hören. Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes, zeichnet im
  150. zwölft. Kapitel ein gewaltiges kosmisches Bild. Eine Frau bekleidet mit der Sonne den Mond unter ihren Füßen. Auf ihrem Haupt
  151. ein Kranz von zöf Sternen. Dieses Bild ist ein Bild der Kirche. Ja, aber die Tradition hat darin immer auch Maria erkannt, die Mutter des Erlösers, die
  152. Frau, deren Nachkomme der Schlange den Kopf zertritt. Und schauen Sie genau hin, was dieses Bild sagt. Maria steht nicht neben Christus als
  153. Konkurrentin. Sie ist bekleidet mit der Sonne. Das heißt, sie strahlt nicht ihr eigenes Licht aus. Sie strahlt sein Licht wieder, das Licht Christi, dass
  154. sie ganz und gar durchdringt und verklärt. Alles, was an ihr leuchtet, ist sein Glanz. Alles, was an ihr schön ist, ist sein Werk. Alles, was an ihr
  155. heilig ist, ist seine Gnade. Und genau deshalb führt jeder Blick auf Maria unweigerlich zu Christus zurück, weil in ihr nichts ist, was nicht von ihm käme.
  156. Sie haben eine Mutter im Himmel, eine Mutter, die für sie betet, die ihren Namen kennt, die ihre Kämpfe sieht und die bei ihrem Sohn für sie eintritt mit
  157. einer Liebe, die reiner und tiefer ist als alles, was diese Welt ihnen bieten kann. Vertrauen Sie ihr, gehen Sie zu ihr und sie wird tun, was sie immer
  158. getan hat seit dem ersten Weihnachten in Bethlehem bis zu diesem Augenblick. Sie wird sie zu Jesus führen. Wenn Ihnen dieses Video geholfen hat,
  159. dann teilen Sie es mit jemandem, der diese Antwort braucht. Vielleicht kennen Sie jemanden, der mit genau dieser Frage ringt. Vielleicht einen Freund, ein
  160. Familienmitglied, einen Kollegen. Schicken Sie ihm dieses Video. Die Wahrheit verdient es gehört zu werden. Gott segne Sie reichlich. Unsere liebe
  161. Frau, Sitz der Weisheit, bitte für uns alle. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir sehen uns im nächsten Video.
  162. Bleiben Sie im Glauben.

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