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Kumulierte Wahrscheinlichkeit | # 07 Binomialverteilung | Visual X

Visual X7:23 3.115 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 37 Zeilen
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  1. Bisher haben wir in dieser Serie immer nur danach gefragt, wie wahrscheinlich es ist, genau 4, genau 6, genau 2 Erfolge zu erzielen. In den meisten Problemen fragt man aber eher danach,
  2. wie wahrscheinliche es ist, dass mehr als 4, mindestens 6 oder höchstens 2 Erfolge, höchstens 2 gelbe Kugeln aus der Urne zieht. Diese Keywords „mindestens“,
  3. „mehr als“, „höchstens“ wirst du immer wieder im Zusammenhang mit der Binomialverteilung finden. Ein guter Anlass zu studieren, woher diese kommen und wie man mit ihnen umgeht.
  4. Diese Einzelwahrscheinlichkeiten, also bspw. genau 2 Erfolge, die kannst du bereits mit der Bernoulli-Formel berechnen. Dazu müsstest du wissen, wie oft das Zufallsexperiment wiederholt
  5. wird und wie groß die Erfolgswahrscheinlichkeit bei jeder Wiederholung ist. Im Histogramm links kannst du diese Wahrscheinlichkeit direkt ablesen. Sie liegt bei ca. 31,10 %.
  6. Um die Wahrscheinlichkeit für höchstens 2 Erfolge zu berechnen, müssen wir uns zunächst mal fragen, was das „höchstens“ überhaupt bedeutet.
  7. Und da orientieren wir uns erstmal außerhalb der Mathematik. Du sitzt im Auto und siehst vor dir ein weiteres mit einem auffälligen Fahrstil. Und tatsächlich
  8. bei einer Verkehrskontrolle hat der Fahrer… 0,7 Promille Alkoholgehalt im Blut. Und das obwohl in Deutschland maximal 0,5 Promille zugelassen sind.
  9. Zwei Dinge für dich zum Mitnehmen: (1) Zero. Zero. Am besten du bleibst dem Teufelszeug fern und bist mit 0 Promille unterwegs. Und (2): Fahren darf nur der,
  10. der höchstens 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut hat. Diese „höchstens 0,5 Promille“ entsprechen damit so etwas wie einer Obergrenze. Wenn im Blut ein Alkoholgehalt festgestellt wird, der
  11. kleiner als 0,5 Promille ist, bspw. 0.1 oder 0.3 … kein Problem. Höchstens 0,5 heißt auch kleiner als. Und selbst ein Alkoholgehalt von genau 0.5 Promille erfüllt den Begriff „höchstens“.
  12. Solange der Alkoholgehalt also Werte von 0.5 oder kleiner aufweist ist man auf der sicheren Seite. Höchstens 2 gelbe Kugeln zu ziehen, notieren für hier auch mit diesem kleiner gleich Zeichen. Die
  13. Bedeutung ist dieselbe: Entweder du hast genau 2 Erfolge, nur genau einen Erfolg oder das kann natürlich auch passieren gar keinen Erfolg. An der Stelle lohnt sich auf jeden Fall auch
  14. ein Blick ins Histogramm. Die Wahrscheinlichkeit für höchstens 2 Erfolge ist dort nämlich nichts anderes als die Summe der ersten drei Balken. Zumindest in diesen einfachen Fall können wir
  15. die Wahrscheinlichkeit für höchstens 2 Erfolge auch berechnen. Jede Einzelwahrscheinlichkeit berechnet sich aus der Bernoulli-Formel und tatsächlich müsstest du alle drei
  16. Zeilen separat in den Taschenrechner eintippen und alles zusammenaddieren. Dieses Aufsummieren von Einzelwahrscheinlichkeiten ist der Namensgeber für den Titel des heutigen
  17. Videos. Im Diagramm rechts passiert nämlich nichts anderes. Das Aufsummieren wird durch Stapeln einzelner Balken erreicht. Während im Histogramm links die Wahrscheinlichkeit
  18. für bspw. genau 3 Erfolge also nur aus einem Balken besteht, werden daraus im Diagramm rechts insgesamt 4 Balken. Und zwar die Balken für keinen,
  19. einen, zwei und drei Erfolge. So häufen sich die Einzelwahrscheinlichkeiten aus dem Histogramm links zur sogenannten summierten Wahrscheinlichkeit an. Und
  20. wie üblich hat man sich aus dem lateinischen dafür noch einen fancigen Namen geklaut. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung rechts bezeichnet man als kumulierte Wahrscheinlichkeit.
  21. Im Allgemeinen ist die Wahrscheinlichkeit höchstens k Erfolge zu erzielen, durch diese kumulierte Wahrscheinlichkeit gegeben: Die Summe aller Einzelwahrscheinlichkeiten bis zur
  22. Obergrenze k. Und apropos Summe, wir Mathematiker schreiben sie etwas anders auf. Die Schreibweise muss natürlich enthalten, welches die kleinste Erfolgszahl ist und sie sollte auch angeben,
  23. wo die Obergrenze liegt. Im besten Fall verrät sie auch, was man aufsummieren muss: Die Wahrscheinlichkeit jedes Mal genau keinen, einen, zwei Erfolge usw. zu erzielen.
  24. Jede dieser Einzelwahrscheinlichkeiten lässt sich mit einer Bernoulli-Formel berechnen, wobei n wie üblich die Anzahl der Wiederholungen, p die Erfolgswahrscheinlichkeit bei einer
  25. Wiederholung und (1-p) die zugehörige Misserfolgswahrscheinlichkeit ist. Sieht nach viel Schreibarbeit aus, aber zum Glück kürzt man die kumulierte Wahrscheinlichkeit häufig
  26. mit einem großen F und den 3 relevanten Parametern ab. Wie viele Wiederholungen, welche Erfolgswahrscheinlichkeit bei einer Wiederholung und wie
  27. viele Erfolge höchstens erzielt werden sollen. Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit für höchstens 12 Erfolge bei 25 Wiederholungen mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 0.4 beträgt
  28. in etwa 0,8462 oder 84.62 %. „Aber ist das nicht ganz schön viel?“ höre ich Schüler oft als erstes fragen. Bedenke aber: Mit der kumulierten Wahrscheinlichkeit summierst
  29. du die ersten 13 Balken von 0 bis 12, die ersten 13 Einzelwahrscheinlichkeiten auf. Da kann einiges zusammenkommen. Anders rum gedacht: Die Balken, die noch fehlen,
  30. würde die kumulierte Wahrscheinlichkeit zu 1 ergänzen. Und deren Wahrscheinlichkeit ist mit bloßem Auge relativ gering… Ganz analog berechnet man die
  31. Wahrscheinlichkeit für höchstens 7 Erfolge, indem man in der Rechnung und im Histogramm die ersten 8 Einzelwahrscheinlichkeiten die ersten 8 Balken aufsummiert. Diese Wahrscheinlichkeit
  32. beträgt gerundet 0.1536 oder 15,36 %. Und so kann man das prinzipiell mit jeder anderen Erfolgszahl machen. Merke dir also, dass bei der kumulierten Wahrscheinlichkeit
  33. die ersten Balken bis einschließlich dieser Obergrenze aufsummiert werden. Dann fehlt ja nur der Hinweis, wie man diese kumulierte Wahrscheinlichkeit berechnet. Bedenke,
  34. hinter jeder Einzelwahrscheinlichkeit steckt eine Bernoulli-Formel. Die für genau 0 Erfolge, die für einen Erfolg, die für zwei Erfolge und so weiter und so fort. Für höchstens 10
  35. Erfolge sind dann 11 Einzelwahrscheinlichkeiten zu berechnen. 11 Mal diese Bernoulli-Formel in den Taschenrechner einzutippen… halleluja. Die Leute vom Taschenrechner und Tafelwerk haben
  36. das aber zum Glück für dich übernommen und die kumulierten Wahrscheinlichkeiten im Taschenrechner mit einem Befehl und im Tafelwerk in Tabellen aufgeschrieben. Wie man bei den Tabellen aber
  37. nicht durcheinander kommt, sich in dem ganzen Zahlenwirrwarr orientiert, was es dabei alles zu beachten gibt, um zum richtigen Ergebnis zu kommen, das zeige ich dir im nächsten Video.

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